Montag, 1. Juni 2015

Wenn man die Tage zählt...

Bonjour mes amis!
I zapraszamy ponowie na moim blogu!

Vom 29.Mai bis zum 31.Mai habe ich mein letztes Wochenende in Boca Raton, meiner Gaststadt in meinem Auslandsjahr 2014-2015, verbracht.
Vielleicht kommt euch jetzt in den Sinn, weshalb ich genau diesen Satz so geschrieben habe, wie er dort eben steht. Eigentlich macht man sich ja keine Gedanken über irgendwelche Sätzen, aber dieser Satz hat eben eine andere Bedeutung.
Leider muss ich euch jetzt unglücklich machen. Ich weiß, es kommt nicht gut, wenn man die schlechte Nachricht am Anfang sagt, aber zumindest dann habt ihr es hinter euch. Falls es schlecht läuft, wird dies hier mein vorvorletzter Post sein. Falls mein Internet aber in Indiana funktioniert, werde ich mehrere Sachen auf meinen Blog stellen.
Bevor ich jedoch euch von meinem umwerfendem Wochenende erzähle, möchte ich euch erst einmal wissen lassen, was in den nächsten Wochen genau passieren wird, bevor dies auch noch mein letzter Eintrag wird, bevor ich Zuhause bin. Was ich natürlich nicht hoffe!

In meiner Schule habe ich gerade die Finals. Die Tests, die eben jeder hier am Ende schreiben muss. Deshalb kann ich von Dienstag bis Donnerstag ausschlafen, da die Schule um 10:30 Uhr anfängt und um 2:40 Uhr endet.
Donnerstag ist somit auch mein letzter Schultag an der Spanish River High School. Am Donnerstag nach der Schule werden meine Gastmutter, meine Gastgeschwister und ich nach North Carolina fahren. Nebenbei werden wir durch andere Staaten segeln. Am nächsten Dienstag, dem 09.Juni, werden wir voraussichtlich nach Indiana fahren, wo meine Gasteltern ein weiteres Haus besitzen. Die Sommer verbringen sie dort; es ist nicht schwül, kochend heiß und anstrengend wie hier unten in Florida. Mein Gastvater Steve ist heute mit all unseren Sachen nach Indiana losgefahren. Deshalb sind alle meine Schränke bereits leer. Ich habe nur noch ein paar Sachen in meinem kleinen Koffer für NC, für die restlichen Schultage und das war es dann auch schon. Meine Jacken, Promkleider und ebenfalls meine normale Kleidung ist bereits in einem anderen Staat.
Nach dem 09. Juni werde ich bin zum 28. Juni in Indiana bleiben. Am 28 fahre ich dann aus Kentucky nach New York. Die Nacht vom 29 bis zum 30 werde ich in einer Universität in NW verbringen und am 01. Juli bin ich bereits wieder in Deutschland. Und dann kann ich auch sagen, dass mein Traum nun zu meiner Vergangenheit gehört.

Und jetzt zurück zu glücklichen Nachrichten!
Das letzte Wochenende hier habe ich mit meinen Freunden verbracht, und habe kaum geschlafen. So wie es sich eben für Übernachtungen gehört.
Am Freitag bin ich nach der Schule zu Lillian's Haus gegangen. Mein ganzes Gepäck habe ich mit zur Schule genommen.
Hört sich doch erst einmal nicht so spannend an. Alles kommt noch. Lillian war an diesem Tag nicht in der Schule, sondern hat für ihre Tests gelernt. Meine Gasteltern waren nicht da, deshalb musste ich ihren Bus nehmen. Aber erst einmal musste ich ihren Bus überhaupt finden!
Nachdem mich einer meiner Mitschüler in World History zu dem richtigen Bus gebracht hatte, konnte mein weiteres Abenteuer beginnen. Ich sollte an der dritten Haltestelle aussteigen. Aber weil ich eine Emilia bin, bin ich an der zweiten Haltestelle ausgestiegen. Ich muss euch nebenbei ein kleines Geheimnis verraten; mein Handy hatte kein Netz und es hat nicht funktioniert. Ich hatte weder Lillian's Adresse, noch konnte ich mich an ihr Haus erinnern, da alle Häuser in ihrer Nachbarschaft gleich aussehen. Ich bin einfach über die Straße gegangen, habe sie gesehen und nach fünf Minuten war ich in ihrem Haus! Ich weiß. Mein Gespür für den richtigen Weg ist einfach unglaublich. Nebenbei hatte ich auch noch eine Abkürzung zu ihrem Haus gefunden, von welcher sie nicht einmal etwas wusste.

Da das Wetter einfach an diesem Tag mitgespielt hat, sind wir kurzfristig an den See gegangen und haben Photos geschossen.







Dabei haben wir eine ältere Lady getroffen, die uns beiden die Augen geöffnet hat. Eigentlich haben wir sie nur angesprochen, da ihr Hund traumhaft aussah und die süßeste Schnauze hatte, die ich bisher gesehen habe. Als Lillian zu ihr meinte, dass ich aus Deutschland käme und eine Austauschschülerin wäre, hat die Dame große Augen gemacht und sogar angefangen ein wenig Deutsch zu sprechen. Es war kaum ein Satz, aber trotzdem wollten wir beide die Geschichte dazu erfahren.
Als junges Mädchen hatte die Dame eine Austauschschülerin in ihrer Schule, welche auch aus Deutschland kam. Die beiden Mädchen wurden Freunde. Nachdem die Austauschschülerin wieder in ihrem Heimatland war, kam die Dame sie des Öfteren besuchen. Deshalb konnte sie also auch ein ganz kleines bisschen Deutsch sprechen. Nach einiger Zeit kam auch die Austauschschülerin zurück zu den Ort, an dem sie ihr Jahr verbrachte. Am Ende landete sie als Au-Pair-Mädchen in einer nah gelegenen Stadt. Das Austauschmädchen verliebte sich und heiratete. Heute, nach 30 Jahren, leben die beiden Frauen weniger als 40 Minuten von einander entfernt und sind immer noch die besten Freundinnen, die sie am Anfang ihrer Freundschaft geworden sind. Das Austauschmädchen ist zurück gekommen und nie wieder gegangen.
Nachvollziehbar? Ich glaube nur für Austauschis, oder?

Am Abend haben wir dann noch Pizza gegessen und zwei Horrorfilme uns angeschaut. Am nächsten Morgen bin ich dann mit ihr zu ihrer Kirche gegangen und wir haben aufgeräumt. Nach einem leckeren Mittagessen in Chipotle hat mich ihr Vater an meinem Haus abgesetzt.

Aber Mädels, denkt ihr wirklich, dies ist mein Ende?
Nach einer Stunde, die ich Zu hause verbracht habe, um meine Tasche um zupacken, hat mich auch schon wieder Annie abgeholt, damit ich die Nacht bei ihr verbringen konnte.

Zuerst sind Annie, ihre Schwester und ihre Freundin, ihre Eltern und auch ich zum Chinesen gefahren. Leute, ich habe an diesem Wochenende mindestens 2 Kilo zugenommen. Der einzige Gedanke, der mich daran hindert nicht auf Essen zu verzichten, ist, dass ich bald sowieso Zu hause bin und alles abnehmen kann. Solange müsst ihr alle hoffen, dass ihr mich am Flughafen wieder erkennt.
Im Schoppingscenter haben wir uns noch einen Starbucks gegönnt, um lange aufbleiben zu können. Während Annie's Schwester Grace und dessen Freundin Jordan Kleider anprobiert haben, sind wir zu „Pandora“ gegangen und haben uns Schmuck angeschaut. In ihrem Haus angekommen sind wir Fahrrad gefahren und nachts in den Pool gegangen.
Falls einige von euch mich persönlich oder besser kennen... Ich habe Angst vor Spinnen. Ich kann mich noch daran erinnern, als mich eine Spinne in meinem Zimmer attackiert hat. Ich spreche Fakten! Es waren zwei Tage, bevor ich in die Staaten reiste. Da ich normalerweise lange aufbleibe, blieb ich auch an diesem Tag lange auf. Um 1 Uhr morgens huschte dann ein gigantisches Monster über meinem Boden. Da ich aber nicht schreien durfte, musste ich meinem Papa aufwecken, der bereitwillig und voller Energie (okay, dieser Teil stimmt nicht ganz), die Spinne zur Strecke bringen konnte.
Aber dieses Vieh war aus einer anderen Dimension. Wir vier Mädchen rannten kreischend zurück ins Haus, als wir es entdeckten. Nach einer halben Stunde hatten wir genug Mut um es ebenfalls umzubringen...
Nach einem Mitternachtssnack sind wir dann doch zu Bett gegangen.

Jeden Sonntag gehe ich mit meiner Gastfamilie in die evangelische Kirche.
An diesem Sonntag bin ich mit Annie und ihrer Familie zum ersten Mal wieder in die katholische Kirche gegangen.
Ach du Kacke, habe ich mich gefreut! Zwar habe ich den Pfarrer nicht verstanden, da sein chinesischer Akzent zu stark war, noch konnte ich die Gebete aussprechen, oder wusste, was ich wann machen sollte, da die Messe in den Staaten ein wenig anders abläuft als in Deutschland, aber ich habe mich gefreut! Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich darauf freue in meine alte Kirche zu gehen. Es ist viel geordneter – vielleicht ist es auch strenger, aber nach einem Jahr vermisst man eben alles ein kleines bisschen.
Nach der Kirche kam dann natürlich... Ihr wisst genau was ich meine, meine lieben Freunde. Worüber spreche ich immer, obwohl ich mich immer wieder beschwere? Essen. Food.
Am Sonntag, dem 31. Juni 2015 hatte ich den besten Burger meines Lebens. Auf diesem Burger war alles – angefangen von Ei bis hinüber zum Speck bis zu Zwiebeln. Alles war dabei. (Mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen.)
Nach einem leckerem Eisnachtisch wurde ich dann auch wieder in meinem Haus abgesetzt, wobei ich die letzten Stunden des Tages damit verbracht habe meinen anderen Koffer zu packen.

Ich werde versuchen meine letzten Einträge zu posten, falls es nicht klappt, werde ich euch eben am Ende meines Auslandsjahres Bescheid geben, was hier noch alles passiert ist und auf welche anderen kleinen, unvergesslichen Momente ich eben getroffen bin.

In Liebe, Emilia

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