Donnerstag, 25. September 2014

Ein neues Familienmitglied!

Als mein Onkel 50 Jahre alt wurde, haben meine Eltern und ich beschlossen ihm einen Hund zu kaufen. Schon seid er ganz klein war, und nicht einmal sprechen konnte, hatte er den innigsten Wunsch einen Boxer zu trainieren. Der Anlass war perfekt und die Geschenkidee ebenfalls. Und so kauften wir ihm einen Wau-Wau. Natürlich wusste mein Onkel nichts von den Gedanken und unseren überaus verrückten Plan. Als er dann sich seinen Traumburschen aussuchen durfte, war es um ihn geschehen. Liebe auf den ersten... Leckerli. Natürlich fragt ihr euch jetzt bestimmt, warum zum Teufel ich euch diese Geschichte erzähle. Weil sie ein Teil meiner heutigen Geschichte ist. Tores ist mittlerweile ein starker und großer Hund geworden, vor dem ich mich manchmal noch immer fürchte. Er ist sehr lebendig, ausgesprochen aktiv, aber wundervoll. Trotzdem ist dieses Gefühl immer noch in meiner Magengrube da, wenn ich sein braunes, strahlendes Fell und die großen, klaren, braunen Augen sehe. Ich habe keine Angst, jedoch sehr viel Respekt.
(Pozdrowienia dla Wujka Michala! I kochanego Toresa ;))

Als ich am Montag von der Schule kam, rannt mir mein Gastbruder strahlend in die Arme und kreischte mir meine Ohren voll: „Emi, Emi! Wir bekommen einen Hund, wir bekommen einen Hund!“ Das Erste, was ich jedoch gemacht habe, war, ich ging zu meiner Gastmama und fragte sie, ob dies nur ein Spaß wäre oder doch die Wahrheit, da es irgendwie merkwürdig in meinen Ohren klang.
Sie beteuerte mit einem breiten Grinsen im Gesicht, dass es wirklich ernst gemeint sei und kein Witz, wie ich es am Anfang gedacht habe. Dann, und genau dann, wurde ich total aufgeregt, dass mir fast das Herz in die Hose flutschte. Danach stürmte ich in das Schlafzimmer meiner Gasteltern, in welchem der Rest der Mannschaft versammelt war, und sagte erst einmal jedem hinter einander, dass ich alle vergötterte. Steve schaute mich nur lächelnd an und meinte ruhig auf meine Vorfreude: „Jetzt lieben mich gerade alle. Sehen wir mal, was nächste Woche ist, wenn ich euch wieder Emilias Schokolade wegnehme.“
In den nächsten Tagen herrschte dann im Haus Thompson totaler Aufruhr. Meine Gastgeschwister konnten sich nämlich nicht entscheiden; Boxer, American Bulldog, was-weiß-ich für eine Hunderasse wurde durch gekramt, alle Seiten mit Hundewelpen wurden durchforstet und natürlich wurde gestritten wie eh und je. Mein Bruder wollte einen Jungen, während meine Schwester ein Mädchen wollte. Danach haben sie sich wieder in die Haare wegen dem Namen gekriegt und welche Rasse es doch denn endlich sein sollte. Im Grunde waren die Tage ein reinster Zirkus! Neben vielen Tränen, welche die beiden vergossen haben, ging es mir langsam auf den Geist, dass sie sich nicht einigen konnten. Ich habe meine Gastmama dann auch gefragt, ob man nicht einfach eine andere Lösung finden könnte, denn ich sah es Debbie an, dass sie auch keine große Lust mehr darauf hatte mit ihren Kindern zu diskutieren. Zwar wurden tausende Anrufe getätigt, aber ein Ende war noch lange nicht in Sicht.


Am Mittwoch hatte ich dann auch meinen Photographie Club. Ich wartete mit Lillian auf ihren Vater, der mich nach Hause bringen sollte. Heute sollte dann der große Tag sein, an welchem wir uns dann endlich für einen Hund entscheiden würden. Meine Gastgeschwister riefen mich drei Mal an, um sich zu vergewissern, wo ich mich denn nun befand. Ich musste ihnen sogar eine detaillierte Beschreibung der Straße und der Bäume abliefern!
Als ich dann auch endlich Zuhause war, begrüßte mich Zachary mit den Worten: „Wir haben einen Hund!“ Als erstes war ich total überrascht und konnte nichts von mir geben, bis ich dann endlich die kleine Maus sah.




  
Ihr Name ist Dutchess. Geboren wurde sie am 5.August 2014 (einen Tag vor Dir, Delia :D) und sie ist ein American Bulldog. Dutchess wird also ziemlich groß und sehr muskulös. Zurzeit ist sie jedoch eher nur total niedlich und mega knuddelig.
Meine Gastgeschwister haben mich dabei sogar gefilmt, als ich unglaublich glücklich und irgendwie auch nicht ich selbst vor mich hin „Wir haben einen Hund!“ gesprochen haben. Da sie zurzeit erst sieben Wochen alt ist, ist sie noch ein kleines Baby, das dauernd einschläft, egal, in welcher Position sie sich gerade befindet. Heute, am 25.09. war ich alleine Zuhause und musste mich um die kleine Prinzessin kümmern. Meine Gastgeschwister und Eltern waren bei ihrem wöchentlichen Training.
Der Abend mit ihr war eigentlich ganz nett. Nachdem sie das erste Mal auch aufgewacht ist, war sie ein braves Mädchen und ich konnte mit ihr problemlos rausgehen. Ein bisschen mit dem Ball gespielt haben wir auch noch, bevor sie sich jedoch entschlossen hat, dass mein Fuß ein besserer Kauknochen ist, als ihr Spielzeug. Als ich sie dann umgedreht habe, um ihr zu zeigen, dass es nicht gut ist, was sie gemacht hat, hat sie mich mit diesem Du-bist-ein-fieser-Mensch- und Ich-bin-zuckersüß-Blick angesehen. Ich glaube, sie war für einen Moment auch beleidigt. Danach jedoch war sie wieder der kleine Welpe, welcher sich auf meinem Schoss zusammen gerollt hat. Beim zweiten Mal standen wir jedoch zehn Minuten im Regen und im Endeffekt hat sie sich doch in der Küche erleichtert. Diese kleine Prinzessin! Aber kuscheln mit ihr macht trotzdem viel zu viel Spaß! Also, Mama, Papa – gewöhnt euch schon einmal an den Gedanken einen Hund im Wohnzimmer zu haben. ;)


Doch was mein heutiger Post mit der Geschichte zu tun hat;
Obwohl sie ein kleines Wesen mit einem viel zu großen Kopf ist, habe ich wie bei dem Hund meines Onkels Respekt vor ihr, denn sie wird wachsen. Tatzen bleiben Tatzen. Zähne bleiben Zähne. Und Stärke bleibt Stärke.


Liebe Grüße, Lia

Sonntag, 21. September 2014

"TOUCHDOWN!"

Wenn ich die Wahrheit sagen muss; ich verstehe nicht einmal richtig, was dieser Ausdruck bedeutet. Ganz, ganz langsam versucht mir mein Gastvater die Spielregeln und Strategien des amerikanischen Football's beizubringen. Wie ihr sieht, geht es hier um Sport - mein Lieblingsfach!
Die Menschen, die mich persönlich besser kennen, wissen, dass mein Puls auf 180 steigt, wenn ich mich gewagt auf die andere Seite meiner Couch drehe. :D

Am 9/20/2014 hatte meine Gastschwester Hannahlora ihr erstes Footballspiel. Zwar habe ich schon das Footballtraining meines Gastbruders Zachary beobachtet und selbst den Football ein wenig hin und her geworfen, als wir nichts zu tun hatten, jedoch habe ich noch niemals bei einem Spiel teilgenommen und zugesehen.

 
Am morgen sind wir also einmal wieder sehr, sehr früh aufgestanden, sind ein weiteres Mal nicht zu den kostenlosen Surfingstunden gefahren, wodurch mein Herz ein ganz kleines bisschen geblutet hat, da ich mir wirklich vorgenommen habe surfen zu lernen! Und haben einen typischen Morgen verbracht; essen, reden, über den kommenden Tag diskutieren. Am Frühstückstisch hat mich dann Debbie gefragt, ob ich denn auch mitkommen würde. Ich habe sie ein wenig verdutzt angeschaut, da gestern es eine fest beschlossene Sache war, dass ALLE gehen würden. Natürlich habe ich „ja“ gesagt, auch wenn ich wieder unter Hausaufgaben begraben werden würde.
In Amerika, oder zumindest in Florida oder in meiner Gastfamilie ist Sport eine wichtige Sache. Es gehört sich hier zu jedem Training und zu jedem Spiel zu gehen, die Spieler zu stärken und natürlich alle anzufeuern. Manche Fans schmücken ihre ganze Stadt mit den Farben ihres Teams, tragen die ganze Saison lang ihre Trikots und legen sich mit gegnerischen Fans an. Jeder ist im Footballfieber und kaum noch zu stoppen.
Zwar kenne ich das schon von Zuhause, wenn unser Fußballverein spielt, jedoch ist meine Heimatstadt nichts dagegen! Auf der einen Seite finde ich es merkwürdig immer zu den Spielen meiner Gastgeschwister zu gehen und sie immer anzufeuern, obwohl ich mich nicht sonderlich für Sport interessiere, aber auf der anderen Seite ist es meine Gastfamilie und ich muss mich eingliedern und ich selbst möchte ja auch ein Teil dieser Familie sein; deshalb lasse ich es einfach über mich ergehen und sitze schwitzend in der Sonne Floridas auf den Tribünen.

Meine Gastschwester hat ihre Niederlage in Football überstanden und war nach einer kurzen Zeit wieder gut gelaunt. Für viele bedeutet ein verlorenes Spiel das Ende der Welt. Mein Gastbruder hat sogar geweint, als er sein letztes Spiel verloren hat. Für mich ist es irgendwie unverständlich, da ich finde, wenn man ein Spiel verliert, es man beim nächsten Mal besser machen kann. Wie ihr seht, die Menschen hier sind vom Sport besessen!
Meine Schule hat übrigens eines der schlechtesten Teams. Wir verlieren jedes Spiel. Ich hoffe, dass ich das nächste Spiel einmal mit meinen Freunden besuchen kann, da ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin meine Schule spielen zu sehen. Aber viel verpasse ich nicht, wenn sich die Zahl auf der Leuchttafel nie ändert! :D

Am 9/21/2014 hatte mein Gastbruder ein weiteres Spiel.

 
 
Zwar mussten wir diesmal nicht zum Training gehen, jedoch saß ich trotzdem in der Sonne und habe mich braten lassen. Nein, ich beschwere mich nicht, dass das Wetter hier wundervoll ist, jedoch ist es wirklich unangenehm in der Sonne, wenn man nichts anderes machen kann, außer dazuhocken. :D
Ein kleines bisschen hat mich das Spiel aber schon bewegt, nachdem ich die Grundregeln einigermaßen verstanden habe. Zwar bin ich nicht ausgeflippt wie die Mütter der Mitspieler meines Gastbruders, trotzdem konnte ich das Spiel verfolgen und verstehen.
Für diejenigen, die ebenfalls keine Ahnung von Football haben; im Football gibt es zwei Teams. Das Team, was den Ball besitzt, spielt Offense. Das Team, welches den Ball nicht besitzt, spielt Defense. Defense bedeutet Verteidigung und Offense bedeutet Angriff. Das Team, was den Ball besitzt, und eher gesagt, der Spieler muss 10 Yards rennen, um Punkte zu erzielen. Natürlich kann man auch einen Touchdown machen. Dies passiert, wenn der Spieler, der Quarterback, bis zur anderen Seite des Feldes rennt, den Ball nicht verliert und auch nicht von der gegnerischen Mannschaft aufgehalten wird. Das Team hat 4 Chancen Punkte zu erzielen, dann wechselt der Ballbesitz zum anderen Team.
Im Grunde sind die Regeln ganz einfach, auch wenn das Spiel ziemlich kompliziert ausschaut. Vielleicht werde ich ja in den nächsten Wochen mehr von Football begeistert sein, als ich es jetzt bin. ;)

Liebe Grüße, Lia
Das bin ich neben dem Spanish River High School Shark!

Donnerstag, 11. September 2014

One Month past...
11.September...

Hallihallo an Alle!
Unglaublich, dass ich das schon sagen darf; ein Monat – oder besser gesagt 28 Tage - ist schon vorbei und nun werde ich nur noch 9 Monate und 2 Wochen in den Vereinigten Staaten von Amerika bleiben. Ich weiß, es hört sich unglaublich witzig an. Dieser eine Monat war wirklich ein unglaublicher Monat, denn immerhin sind so viele Dinge passiert!
An diesem besonderen und vor allem merkwürdigen und gleichzeitig auch traurigen Tag möchte ich alle an den 11.September 2001 erinnern. Heute in der Schule haben wir uns ein Video mit erschreckenden Bildern angesehen. Eins kann ich euch sagen; ich kann durch diese halbe Stunde einen Teil, einen Charakterzug, der Amerikaner mehr verstehen. Durch diese Katastrophe sind die Vereinigten Staaten wirklich vereinigt worden. Was ich meine? Nach diesem Tag begannen viele Amerikaner Fahnen in ihren Häusern aufzuhängen, Armbänder mit den Nationalfarben zu tragen, und ihre Städte mit der Fahne zu schmücken. In jedem Klassenraum meiner Schule hängt eine Fahne, heute wurde sogar der Pledge of Allegiance aufgesagt. Ebenfalls gab es eine Schweigeminute für alle verstorbenen Personen. Und glaubt mir, egal wen ihr in den Staaten fragt, was er oder sie an diesem Tag gemacht hat; jeder wird es euch bis ins kleinste Detail erzählen können. Es war ein Schicksalsschlag für die vereinigten Staaten. Es ist so unglaublich und ebenfalls rührend, und doch schmerzt es irgendwo in der Seele.
Ich verstehe deshalb auch, weshalb die Kontrollen so drastisch verschärft wurden.
Dieser Tag war oder ist für meinen Teil noch wirklich merkwürdig und im Grunde spielte es für mich keine Rolle, dass ich schon 3 Wochen zur Schule ging und beinahe einen Monat in den Staaten saß. Der Tag war nur verregnet, denn ich kann mich nicht entsinnen die Sonne auch nur einige Sekunden gesehen zu haben. Die Stimmung war auch irgendwie bedrückend. Ich kann nicht sagen, ob es allein wegen der Arbeit war, die alle Stufen schreiben mussten, oder ob es wirklich an dem 11 September lag.

Doch ich möchte nicht mehr lange um den heißen Brei reden. Mir geht es auf jeden Fall mega gut hier und nun möchte ich euch ein wenig von der Schule berichten. ;)

Schule;



Physical Education – Ich dachte nicht, dass ich das jemals einmal sage, aber ich liebe die Sportstunden, auch wenn sie größtenteils draußen praktiziert werden und es sehr warm ist!Wir spielen Basketball und Volleyball. Letztens haben wir Volleyball gespielt; Mädchen gegen Jungen. Ein Junge namens Andrew war Moderator in seinem Team, hat alle Spieler angefeuert, nebenbei mit sich selbst geredet und eher für sich selbst gespielt. Er hat niemanden anderen in seinen Team spielen lassen. Das nenne ich einmal Multi-Tasking! Es war ein reines Freundschaftsspiel, und irgendwie witzig und nett.
Trotzdem bin ich gewechselt. Beim Basketball ist mir einfach wieder aufgefallen, dass ich nun einmal immer diejenige sein werde, die sich vor dem Ball fürchtet. Zwar werde ich weiterhin Sport machen, da ich nun Volleyball gewählt habe, aber es wird nicht mehr draußen statt finden, sondern in der Turnhalle. Und das ist wesentlich angenehmer!
Creative Writting – eine sehr entspannte Stunde. Jeden Tag müssen wir eine Seite unseres „Tagebuchs“ füllen. Das Thema ist unserer Lehrerin egal und wir können alles beschreiben, was wir möchten. Es sind zum Teil Aufgaben dabei, die mich wirklich zum Lachen bringen; Eine Geschichte über Adjektive schreiben oder sich selbst als einen Gegenstand präsentieren. Wir können Musik hören und unseren Freunden schreiben, während wir unsere Aufgaben erledigen. Nur ab und zu müssen wir der Lehrerin zu hören, wenn sie einmal das Verlangen verspürt uns eine neue Aufgabe zu präsentieren.
Biology – ein bisschen nicht mein Typ, aber man kann es wirklich überleben! Ich hatte am Anfang große Schwierigkeiten, da jedes gefühlte zweite Wort total fremd für mich war. Zwar hatte ich den ganzen Stoff schon einmal in Deutschland, jedoch ist die Übersetzung und das Lernen dieser Übersetzungen ein wenig kompliziert. Die Lehrerin rappelt alles hinunter, wir müssen nur aufschreiben, was an der Tafel steht und es dann auswendig lernen. Richtig erklärt wird hier nichts, denn dafür muss man sich selbst schon hinsetzen und pauken.
Auch die Tests schreiben wir nicht, sondern tippen die Antworten (A,B,C,D) in einen kleinen Computer ein, der unsere Antworten dann zu unserer Lehrerin sendet.
English – Ich glaube, Englisch wird einfacher, als es am Anfang war. Mein Lehrer ist sehr verwirrend, vor allem weil er noch schneller spricht als meine Biologielehrerin. In den letzten Stunden haben wir ein Buch besprochen, was ich nachlesen musste, da ich in den Ferien nicht hier war. Ich wurde zwar nicht nachgetestet, und das Buch habe ich auch nur mit Hilfe von Googel Wikipedia verstanden, aber richtig drin in der Sprache bin ich noch lange nicht. Zwar fallen mir die Wörter viel leichter ein und manchmal vergesse ich die deutsche Bedeutung, jedoch ist es ein großer Unterschied zum Anfang. Mittlerweile kann ich fast jeden verstehen, mit der Ausnahme von Wasserfall-ähnlich-sprechenden Leuten.
Geometry – meine sehr geehrte Mathelehrerin, ich danke Ihnen für die wundervolle Vorbereitung! Dank Ihnen durfte ich letztens sogar meiner jetzigen Mathelehrerin vorschlagen, wie es schneller ginge, etwas auszurechnen. Also, in Geometrie langweile ich mich manchmal sogar. Trotzdem muss ich alles mitschreiben und aufpassen. Es ist ein unglaublicher Unterschied zu Deutschland! Die Dinge, die wir hier in der 10 Klasse haben, haben wir in Deutschland zum Teil schon in der 6 Klasse durchgemacht.

Lunch – Mittagessen; ihr könnt euch hier im Grunde Mittagessen kaufen, wenn ihr möchtet. Ich bringe mein Lunch meistens von Zuhause mit. Ihr könnt verschiedene Süßigkeiten kaufen, aber auch warmes Essen, wie Bagels oder Chicken Sandwiches (diese schmecken übrigens wie Chickenburger von McDonalds). In der Cafeteria gibt es auch andere Dinge, doch ich esse meistens draußen, da ich in den Klassenräumen immer zu Tode erfriere, da die Klimaanlagen hier immer an sind.

World History – ich liebe diese Stunde! Wieso? Mein Lehrer ist ein klein wenig merkwürdig. Vielleicht auch etwas sehr merkwürdig, aber noch einigermaßen in Ordnung. Letztens ist er zu mir gekommen, und hat mich zum ersten Mal beim Namen genannt. Normalerweise nennt er alle „Honey“, „Sweetie“ oder „Mein Sohn“. Er kam also zu mir und hat sich bei mir für meine Note in meinem Test bedankt: „Emilia, ich danke dir, dass du in meinem Kurs bist und dein Test war fabelhaft. Danke.“ Am Anfang wusste ich nicht genau, was ich darauf antworten sollte.
Zurzeit nehmen wir ein Teil Griechenlands und Italiens durch.
Piano Lesson – darf ich angeben?Ich kann die Melodie von Titanic spielen. Mit einer Hand. Ich habe mir das selbst beigebracht, als ich Langweile Zuhause hatte und meine Gastfamilie verstreut war. :D Wir lernen verschiedene Stücke, kleine Lieder, die wir dann unserer Lehrerin Miss „D“ vorspielen müssen. Wenn wir allerdings nur einen halben Tag Schule haben (Alle Kurse, jedoch nur 30 Minuten), können wir mit unseren Handys spielen oder „Glee“ gucken.

Nebenbei bin ich jetzt dem Photography Club beigetreten. Zum einen möchte ich natürlich mehr Freunde finden und einfach meinen Freundeskreis vergrößern, zum anderen würde ich liebend gerne lernen, wie man gute Fotos schießt, denn in dem Falle bin ich wirklich eine Niete!Wir würden verschiedene Ausflüge machen, zum Strand zum Beispiel, oder einfach nur in der Schule bleiben und verschiedene Sportarten photographieren; Cross Country, Football oder Basketball.
(Ja, ich habe nachgefragt. Cross Country würde euch gefallen, Mädels :D)

Eigentlich hatte ich auch vor dem Drama Club beizutreten, aber noch stehen keine Daten fest, wann dieser stattfindet. Ich hoffe zum größten Teil, dass es an einem Tag geht, an dem nicht der Photography Club ist.

Meine Gastfamilie!
Mensch, Leute! Ich liebe meine Gastfamilie. Ich verstehe mich unbeschreiblich gut mit meinen Gastgeschwistern. Zachary hat mir letztens eine Blume mitgebracht. Nebenbei haben wir darüber gescherzt, dass er mich doch zum Homecoming begleiten könnte, wenn ich keinen Begleiter finden sollte. Meine kleine Schwester ist manchmal so niedlich! Als ich letztens meine Sachen bügeln musste, hat es ihr so gefallen, dass sie es ebenfalls gelernt hat und meine Sachen am nächsten Tag mitgebügelt hat. Mit meinem Gastpapa lässt es sich super über Religion reden, vor allem da er die gleiche Meinung wie ich vertritt und wir in vielen Punkten die gleiche Ansicht haben. Und meine Gastmama? Sie kam gerade sehr ernst zu mir – ich habe sie noch nie so ernst gesehen – sprach mit einer tiefen Stimme: „Emilia.“ und gab mir dann eine ganze Packung amerikanischer Kekse. Und sie weiß, dass ich nicht aufhören kann zu essen, wenn ich diese Sachen sehe. Aber ich versuche trotzdem Sport zu machen, obwohl ich mich lieber in Burritos oder Bagels baden könnte!
An alle zukünftigen Austauschschüler; wisst ihr, was das Problem ist? Zu viel Essen und zu wenig Platz im Magen, wo ihr alles platzieren könntet! Für das Essen hier könnte ich meine Füße abschneiden. Oder mich nie wieder auf die Waage stellen.... :D
Meine Gastfamilie ist wirklich mega lieb und ich wünsche Euch allen die gleichen Erfahrungen, die ich hier mache.

Okay, das war's fürs Erste, Guys!
Vielleicht poste ich noch am Wochenende etwas, wenn ich die Zeit habe, nach einem gemeinsamen Shoppingausflug mit Lillian. :) Jaa, ich habe Freunde!

Liebe Grüße, Emilia

Samstag, 6. September 2014

Die Beinahe-Wellenreiterin

Dies hier ist die kleine Geschichte einer Beinahe-Wellenreiterin.

An dem morgen war ich totmüde und aufgeregt gleichzeitig. Es war die gleiche Aufregung, die ich damals verspürt habe, als mein großes Abenteuer startete. Es war die Angst und Vorfreude vor dem Neuen und Unbekannten, die mich hinaus auf's Meer jagte. Ich war irgendwo tief in mir nervös und unglaublich glücklich. Auch wenn ich diese Gefühle noch nicht ganz gespürt habe, da ich erst einmal meinen knurrenden Magen beruhigen musste.
Um 5:30 Uhr saß ich halb am Schlafen in der Küche und versuchte irgendwie meine Gedanken zu ordnen. Ich war wirklich gespannt, was mir der Tag bringen und wie genau alles ablaufen würde.
Am 06.09.2014 hatte ich meine erste Surfstunde. Zusammen mit meiner Gastfamilie bin ich dann zum Delray Strand gefahren und wir haben uns für die Surfstunde angemeldet. Zuvor mussten wir uns im Internet registrieren. Die Surfstunden waren umsonst, jedoch verdammt früh am Morgen, weshalb wir um halb sieben schon im Geschäft standen und auf die restlichen Teilnehmer warteten. Es war ein Laden voller Anziehsachen – so bunt und schillerend wie die Fische in dem weiten Ozean. Einfach unglaublich. Ihr würdet diesen Laden auf Händen tragen, wenn ihr könntet!
Nachdem dann endlich alle angekommen waren, gingen wir mit ca. 40 Surfanfängern zum Strand. Meine Gastgeschwister wollten ebenfalls surfen lernen, wobei mein kleiner Bruder kurz davor war zu kneifen. Debbie hatte ihn mit irgendeinem Mittel doch dazu gebracht nicht zu verschwinden. Das Erste, was wir dann am Strand machten, war die Theorie. Unsere Surflehrer erklärten uns genau, wie und was wir mit unseren Boards anstellen mussten, wie wir uns bewegen mussten. Es wurden Regeln erklärt, welche wir einhalten sollten, um uns zu schützen und damit wir nicht verletzt werden, wenn wir von unserem Board is Wasser sausen. Nebenbei veranstalteten wir Trockentraining am Strand. Wir übten, wie man mit den Armen paddelt, wie man aufsteht und natürlich wie man das Brett wendet. Wir studierten ein, in welchem Winkel man seine Knie beugen sollte und alles andere Wichtige. Sofort darauf ging es ins Wasser.

Und dies hier ist der Teil, meine lieben Freunde, in welchem die schöne Geschichte ein trauriges Ende nimmt;
Es ist viel, viel schwieriger, als es aussieht. So leicht und unbeschwert die Surfer sich auf den Wellen bewegen, so härter und anstrengender ist es in Wirklichkeit! Surfing lehrt euch sehr, sehr viele Dinge. Man kann seine Kräfte einschetzen, man weiß, wie weit man gehen darf und kann. Man lernt nicht nur geduldig zu sein, sondern auch den richtigen Moment zu ergreifen. Surfing ist gut für die Gesundheit und die gesündeste Droge der Welt. Man strengt jeden einzelnen Muskel an. Surfing ist eine unglaubliche, aber auch schwierige Sache. Es ist sehr schwierig am Anfang, aber nicht unmöglich.
So sehr ich auch versucht habe aufzustehen, ich konnte mich nicht überwinden. Ich konnte mich nicht aufs Brett stellen. Ich bin natürlich einige zahlreiche Male ins Wasser geflogen. Zwar habe ich mich nie verschluckt, aber am Ende des Tages konnte ich immer noch das Salz schmecken. Ich weiß nicht, weshalb ich mich nicht getraut habe, aber ich habe es einfach nicht geschafft. Am Ende war ich deprimiert und traurig. Ein kleines Stückchen zerstört. Ich bin nicht gewöhnt ans Wasser, ich kann weder die Wellen fühlen, noch spüren, wann die richtige Welle kommt. Und ich bin zu blöd, um mich aufs Brett zu stellen. Zu langsam – ich Schnecke. Dann sah ich auch noch meinen Gastbruder wie leichfüßig er bis zum Strand die Wellen ritt.
Und genau da – in genau diesem Moment – machte es 'Klick' bei mir. Wozu bin ich hier? Weshalb bin ich eine Austauschschülerin? Um die gleichen und selben Sachen zu machen wie in meiner Heimat? Nein. Niemals. Never.
Es ist das unbeschreibliche Gefühl, diese Motivation und der blosse Willen, der zählt. Noch bin ich zu schwach, um mich auf's Brett zu hiefen. Also steht einiges an; ich beschloss zumindest bis zum nächsten Mal Zuhause zu trainieren – wie man aufsteht. Das, was ich brauche, ist Stärke. Stärke und Mut. Ich sah so viele Menschen an diesem Tag, die mir wortwörtlich die Worte und Taten vor die Augen führten. Ich bin hier, um mich auszuprobieren, um neue Sachen zu entdecken und zu lernen. Und eine Sache ist ganz klar Surfing. Ich möchte so gerne über die Wellen gleiten. Schweben. Tanzen. Ich möchte auf die perfekte Welle warten, meinetwegen auch Stunden. Ich möchte immer wieder das Salz schmecken. Ich möchte sitzend auf meinem Surfboard die untergehende Sonne betrachten.
Ich möchte eine Surferin sein.


Es ist das gleiche Gefühl, als ich vor zwei Jahren nach Hause kam und meine Eltern angekreischt habe, ich würde sicherlich irgendwo ein Auslandsjahr machen und nichts und niemand könnte mich aufhalten. Ich war verrückt und total begeistert von der Idee. Und ich wollte es unbedingt. Und das Gefühl ist nicht verschwunden. Es hat sich nur in etwas verwandelt, was ich noch nicht definieren kann.
Als mein großes Ziel habe ich mir vorgenommen, sobald ich erlernt habe zu surfen, mir etwas aus dem überteuerten und maßlos genialen Store zu gönnen, denn die Anziehsachen dort sind genial. Es ist ein Ziel. Es ist mein Ziel. Ich möchte darauf hinarbeiten. Doch bevor ich mir es leisten kann mein gesamtes Taschengeld zu vertrödeln, steht mein Training an. Erst die harte Arbeit, dann das Vergnügen. Und vielleicht werde ich irgendwann einmal so gut sein, um auch auf dem Brett stehen zu können.

Liebe salzige Grüße, Emilia