Donnerstag, 11. September 2014

One Month past...
11.September...

Hallihallo an Alle!
Unglaublich, dass ich das schon sagen darf; ein Monat – oder besser gesagt 28 Tage - ist schon vorbei und nun werde ich nur noch 9 Monate und 2 Wochen in den Vereinigten Staaten von Amerika bleiben. Ich weiß, es hört sich unglaublich witzig an. Dieser eine Monat war wirklich ein unglaublicher Monat, denn immerhin sind so viele Dinge passiert!
An diesem besonderen und vor allem merkwürdigen und gleichzeitig auch traurigen Tag möchte ich alle an den 11.September 2001 erinnern. Heute in der Schule haben wir uns ein Video mit erschreckenden Bildern angesehen. Eins kann ich euch sagen; ich kann durch diese halbe Stunde einen Teil, einen Charakterzug, der Amerikaner mehr verstehen. Durch diese Katastrophe sind die Vereinigten Staaten wirklich vereinigt worden. Was ich meine? Nach diesem Tag begannen viele Amerikaner Fahnen in ihren Häusern aufzuhängen, Armbänder mit den Nationalfarben zu tragen, und ihre Städte mit der Fahne zu schmücken. In jedem Klassenraum meiner Schule hängt eine Fahne, heute wurde sogar der Pledge of Allegiance aufgesagt. Ebenfalls gab es eine Schweigeminute für alle verstorbenen Personen. Und glaubt mir, egal wen ihr in den Staaten fragt, was er oder sie an diesem Tag gemacht hat; jeder wird es euch bis ins kleinste Detail erzählen können. Es war ein Schicksalsschlag für die vereinigten Staaten. Es ist so unglaublich und ebenfalls rührend, und doch schmerzt es irgendwo in der Seele.
Ich verstehe deshalb auch, weshalb die Kontrollen so drastisch verschärft wurden.
Dieser Tag war oder ist für meinen Teil noch wirklich merkwürdig und im Grunde spielte es für mich keine Rolle, dass ich schon 3 Wochen zur Schule ging und beinahe einen Monat in den Staaten saß. Der Tag war nur verregnet, denn ich kann mich nicht entsinnen die Sonne auch nur einige Sekunden gesehen zu haben. Die Stimmung war auch irgendwie bedrückend. Ich kann nicht sagen, ob es allein wegen der Arbeit war, die alle Stufen schreiben mussten, oder ob es wirklich an dem 11 September lag.

Doch ich möchte nicht mehr lange um den heißen Brei reden. Mir geht es auf jeden Fall mega gut hier und nun möchte ich euch ein wenig von der Schule berichten. ;)

Schule;



Physical Education – Ich dachte nicht, dass ich das jemals einmal sage, aber ich liebe die Sportstunden, auch wenn sie größtenteils draußen praktiziert werden und es sehr warm ist!Wir spielen Basketball und Volleyball. Letztens haben wir Volleyball gespielt; Mädchen gegen Jungen. Ein Junge namens Andrew war Moderator in seinem Team, hat alle Spieler angefeuert, nebenbei mit sich selbst geredet und eher für sich selbst gespielt. Er hat niemanden anderen in seinen Team spielen lassen. Das nenne ich einmal Multi-Tasking! Es war ein reines Freundschaftsspiel, und irgendwie witzig und nett.
Trotzdem bin ich gewechselt. Beim Basketball ist mir einfach wieder aufgefallen, dass ich nun einmal immer diejenige sein werde, die sich vor dem Ball fürchtet. Zwar werde ich weiterhin Sport machen, da ich nun Volleyball gewählt habe, aber es wird nicht mehr draußen statt finden, sondern in der Turnhalle. Und das ist wesentlich angenehmer!
Creative Writting – eine sehr entspannte Stunde. Jeden Tag müssen wir eine Seite unseres „Tagebuchs“ füllen. Das Thema ist unserer Lehrerin egal und wir können alles beschreiben, was wir möchten. Es sind zum Teil Aufgaben dabei, die mich wirklich zum Lachen bringen; Eine Geschichte über Adjektive schreiben oder sich selbst als einen Gegenstand präsentieren. Wir können Musik hören und unseren Freunden schreiben, während wir unsere Aufgaben erledigen. Nur ab und zu müssen wir der Lehrerin zu hören, wenn sie einmal das Verlangen verspürt uns eine neue Aufgabe zu präsentieren.
Biology – ein bisschen nicht mein Typ, aber man kann es wirklich überleben! Ich hatte am Anfang große Schwierigkeiten, da jedes gefühlte zweite Wort total fremd für mich war. Zwar hatte ich den ganzen Stoff schon einmal in Deutschland, jedoch ist die Übersetzung und das Lernen dieser Übersetzungen ein wenig kompliziert. Die Lehrerin rappelt alles hinunter, wir müssen nur aufschreiben, was an der Tafel steht und es dann auswendig lernen. Richtig erklärt wird hier nichts, denn dafür muss man sich selbst schon hinsetzen und pauken.
Auch die Tests schreiben wir nicht, sondern tippen die Antworten (A,B,C,D) in einen kleinen Computer ein, der unsere Antworten dann zu unserer Lehrerin sendet.
English – Ich glaube, Englisch wird einfacher, als es am Anfang war. Mein Lehrer ist sehr verwirrend, vor allem weil er noch schneller spricht als meine Biologielehrerin. In den letzten Stunden haben wir ein Buch besprochen, was ich nachlesen musste, da ich in den Ferien nicht hier war. Ich wurde zwar nicht nachgetestet, und das Buch habe ich auch nur mit Hilfe von Googel Wikipedia verstanden, aber richtig drin in der Sprache bin ich noch lange nicht. Zwar fallen mir die Wörter viel leichter ein und manchmal vergesse ich die deutsche Bedeutung, jedoch ist es ein großer Unterschied zum Anfang. Mittlerweile kann ich fast jeden verstehen, mit der Ausnahme von Wasserfall-ähnlich-sprechenden Leuten.
Geometry – meine sehr geehrte Mathelehrerin, ich danke Ihnen für die wundervolle Vorbereitung! Dank Ihnen durfte ich letztens sogar meiner jetzigen Mathelehrerin vorschlagen, wie es schneller ginge, etwas auszurechnen. Also, in Geometrie langweile ich mich manchmal sogar. Trotzdem muss ich alles mitschreiben und aufpassen. Es ist ein unglaublicher Unterschied zu Deutschland! Die Dinge, die wir hier in der 10 Klasse haben, haben wir in Deutschland zum Teil schon in der 6 Klasse durchgemacht.

Lunch – Mittagessen; ihr könnt euch hier im Grunde Mittagessen kaufen, wenn ihr möchtet. Ich bringe mein Lunch meistens von Zuhause mit. Ihr könnt verschiedene Süßigkeiten kaufen, aber auch warmes Essen, wie Bagels oder Chicken Sandwiches (diese schmecken übrigens wie Chickenburger von McDonalds). In der Cafeteria gibt es auch andere Dinge, doch ich esse meistens draußen, da ich in den Klassenräumen immer zu Tode erfriere, da die Klimaanlagen hier immer an sind.

World History – ich liebe diese Stunde! Wieso? Mein Lehrer ist ein klein wenig merkwürdig. Vielleicht auch etwas sehr merkwürdig, aber noch einigermaßen in Ordnung. Letztens ist er zu mir gekommen, und hat mich zum ersten Mal beim Namen genannt. Normalerweise nennt er alle „Honey“, „Sweetie“ oder „Mein Sohn“. Er kam also zu mir und hat sich bei mir für meine Note in meinem Test bedankt: „Emilia, ich danke dir, dass du in meinem Kurs bist und dein Test war fabelhaft. Danke.“ Am Anfang wusste ich nicht genau, was ich darauf antworten sollte.
Zurzeit nehmen wir ein Teil Griechenlands und Italiens durch.
Piano Lesson – darf ich angeben?Ich kann die Melodie von Titanic spielen. Mit einer Hand. Ich habe mir das selbst beigebracht, als ich Langweile Zuhause hatte und meine Gastfamilie verstreut war. :D Wir lernen verschiedene Stücke, kleine Lieder, die wir dann unserer Lehrerin Miss „D“ vorspielen müssen. Wenn wir allerdings nur einen halben Tag Schule haben (Alle Kurse, jedoch nur 30 Minuten), können wir mit unseren Handys spielen oder „Glee“ gucken.

Nebenbei bin ich jetzt dem Photography Club beigetreten. Zum einen möchte ich natürlich mehr Freunde finden und einfach meinen Freundeskreis vergrößern, zum anderen würde ich liebend gerne lernen, wie man gute Fotos schießt, denn in dem Falle bin ich wirklich eine Niete!Wir würden verschiedene Ausflüge machen, zum Strand zum Beispiel, oder einfach nur in der Schule bleiben und verschiedene Sportarten photographieren; Cross Country, Football oder Basketball.
(Ja, ich habe nachgefragt. Cross Country würde euch gefallen, Mädels :D)

Eigentlich hatte ich auch vor dem Drama Club beizutreten, aber noch stehen keine Daten fest, wann dieser stattfindet. Ich hoffe zum größten Teil, dass es an einem Tag geht, an dem nicht der Photography Club ist.

Meine Gastfamilie!
Mensch, Leute! Ich liebe meine Gastfamilie. Ich verstehe mich unbeschreiblich gut mit meinen Gastgeschwistern. Zachary hat mir letztens eine Blume mitgebracht. Nebenbei haben wir darüber gescherzt, dass er mich doch zum Homecoming begleiten könnte, wenn ich keinen Begleiter finden sollte. Meine kleine Schwester ist manchmal so niedlich! Als ich letztens meine Sachen bügeln musste, hat es ihr so gefallen, dass sie es ebenfalls gelernt hat und meine Sachen am nächsten Tag mitgebügelt hat. Mit meinem Gastpapa lässt es sich super über Religion reden, vor allem da er die gleiche Meinung wie ich vertritt und wir in vielen Punkten die gleiche Ansicht haben. Und meine Gastmama? Sie kam gerade sehr ernst zu mir – ich habe sie noch nie so ernst gesehen – sprach mit einer tiefen Stimme: „Emilia.“ und gab mir dann eine ganze Packung amerikanischer Kekse. Und sie weiß, dass ich nicht aufhören kann zu essen, wenn ich diese Sachen sehe. Aber ich versuche trotzdem Sport zu machen, obwohl ich mich lieber in Burritos oder Bagels baden könnte!
An alle zukünftigen Austauschschüler; wisst ihr, was das Problem ist? Zu viel Essen und zu wenig Platz im Magen, wo ihr alles platzieren könntet! Für das Essen hier könnte ich meine Füße abschneiden. Oder mich nie wieder auf die Waage stellen.... :D
Meine Gastfamilie ist wirklich mega lieb und ich wünsche Euch allen die gleichen Erfahrungen, die ich hier mache.

Okay, das war's fürs Erste, Guys!
Vielleicht poste ich noch am Wochenende etwas, wenn ich die Zeit habe, nach einem gemeinsamen Shoppingausflug mit Lillian. :) Jaa, ich habe Freunde!

Liebe Grüße, Emilia

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