„I
don't want a lot for Christmas
There
is just one Thing I need
I
don't care about the presents
underneath
the Christmas tree
I
just want You for my own
More
than you could ever know
May
my wish come true
All
I want for Christmas is you!“
- All I Want for Christmas is you
Hohoho,
meine kleinen Weihnachtskekse!
Hoffentlich
habe ich euch einen Ohrwurm mit meinem Lieblings Weihnachtslied
verpasst. Auch bei mir kam Santa Claus vorbei, doch bevor ich euch
von meinem ersten amerikanischen Weihnachten erzähle, möchte ich
meinen Eltern zum 25 Hochzeitstag, der am 26 Dezember stattfindet,
gratulieren!
Also,
Mama und Papa;
ich
freue mich, dass ihr beiden nach 25 Jahren Ehe immer noch voller
Freude und Glück durchs Leben schlendert! Ich wünsche euch ganz
viel Liebe, Respekt zu einander und schöne Momente für die nächsten
25 Jahre! Und natürlich auch länger!
Jetzt
zurück zu meinem amerikanischen Weihnachten!
Falls
manche es schon vielleicht mitbekommen haben sollten, hier wird
Weihnachten nicht am 24 Dezember gefeiert und auch werden hier nicht
die Geschenke ausgepackt, wie man es bei uns in Deutschland kennt.
Hier verläuft die Geschichte ein wenig anders.
Am
morgen des 24. Dezembers herrschte keine Aufregung, wie ich das von
Zuhause in Polen und Deutschland kenne. Niemand rannte wild durchs
Haus um die letzten Kugeln und Ornamente aufzuhängen, es wurde nicht
laut durch die Küche geschrien, dass der Truthahn im Ofen anbrennt
und es gab auch keine Schneestürme, die das Weihnachtsfest ruinieren
konnten.
Denn
ich bin in Florida. Und richtig Weihnachtsstimmung? Irgendwie
unmöglich, bei 26 Grad Celsius im Schatten. Zwar war das ganze Haus
dekorativ eingerichtet, der Weihnachtsbaum war aufgestellt, die
Geschenke stapelten sich unter ihm, die Häuser der Nachbarn waren
hell erleuchtet, aber es war keine Weihnachtsstimmung. Wo war der
Schnee? Die Schneemänner? Die Kälte? Es war Sommer im Dezember,
aber trotzdem habe ich es genossen, da ich zum ersten Mal weder
gefroren, noch mich vor Kälte geschüttelt habe.
Um
15 Uhr sind wir, meine Gasteltern, Gastgeschwister und ich, in die
Kirche gegangen. Es ist eine christliche Kirche. Es gibt keinen
Altar, einen Pastor und eine Band spielt Musik. Es war nicht unsere
Kirche, die wir jeden Sonntag besuchen, da wir um 17 Uhr auf ein
Dinner bei dem früheren Arbeitskollegen meines Gastvaters eingeladen
waren. Während der Messe hat der Pastor über die Geburt Jesu
gepredigt, nebenbei wurden auch Scherze gemacht und es war kein
gewöhnlicher Gottesdienst, wie man es von Zuhause kennt. Danach
waren wir Steve's Sohn Gunner abholen, der dann mit uns zu Jimmie's
Haus gefahren ist, in welchem uns dann ein italienisches Buffet
erwartet hatte.
Jimmie,
ein Mann mit einer etwas weiteren und größeren Statur, wollte nicht
alleine mit seiner Frau feiern, deshalb hatte er uns eingeladen.
Natürlich hatte er das ganze Essen bezahlt; Pasta, Pizza, Lasagne,
Getränke, Eis und Kuchen. Da wir schon einmal mit ihm in dem
Restaurant waren, von welchem er die Sachen bestellt hatte, wussten
wir, dass es nur gut sein konnte. So gut, dass alle auf ihre
Zu-Silvester-sehe-ich-gut-aus-Diät verzichtet hatten.
Nachdem
die jüngere Generation noch einen Film geguckt hatte und sich die
älteren Herrschaften über alles Neue ausgetauscht hatten, sind wir
nach Hause aufgebrochen, da heute Nacht Santa Claus kommen würde.
Hier in Amerika gibt es keinen Nikolaus am 6. Dezember. Und hier
kommt auch nicht das Christkind. Dafür kann man Santa auf einen
Santa Tracker auf Google verfolgen, in welchem Land er gerade die
Geschenke austeilt und wann er abreist und wohin er als nächstes
fliegt. Habt ihr das gemacht? Ich habe einmal kurz reingeschaut, aber
die Mappe war so unübersichtlich, dass ich mich sofort verloren
habe.
„Emilia,
komm Geschenke auspacken! Du musst kommen. Jetzt.“
So
wurde ich von meinem kleinen Gastbruder um 4.30 am Morgen aufgeweckt,
mit der guten Entschuldigung, dass wir jetzt die Geschenke auspacken
konnten. Richtig wach war ich zu der Zeit nicht wirklich. Der erste,
der ein Gurkenornament finden würde, könnte das erste Geschenk
aufmachen. Ich habe mich nicht einmal bemüht es zu suchen, da ich
immer noch im Halbschlaf versuchte nicht gegen die nächstbeste Wand
zu laufen. Zachary war der Erste, da er das Ornament gefunden hatte.
Meine beiden Geschwister hatten sich ein iPod zu Weihnachten
gewünscht. Meine Gastmutter hatte beide in Müslipackungen und
Spinatpackungen eingepackt.
Zachary
riss das Papier von der Schachtel ab und die Packung mit dem Cereal
kam hervor. Er freute sich so sehr, dass er sofort zum Schrank
rannte, und das Müsli dort hinstellte. Ich schaute Debbie ganz
verwundert an, wobei sich mir nur lachend zeigte, ich solle nichts
sagen. Als dann Hannah ihre Packung aufmachte, dann aber den iPod
fand, hatte mein Gastbruder einen „Aha“-Moment, rannte zum
Schrank und riss auch nun seine Packung auf, um seinen iPod zu
finden.
Am
Ende saßen wir 2 Stunden am Tisch um alle Geschenke begutachten zu
können, welche wir bekommen haben. Und jedes Geschenk musste einzeln
ausgepackt werden, wie es sich eben gehört. Ich habe unter anderem
einen Blog zum Zeichnen, ein Etui mit Bleistiften und Farbstiften,
eine Tasche, einen Becher, eine Halskette, ein Armband und einen
kleinen VW-Bus mit Surfbrettern bekommen. Ich habe mir nicht wirklich
viel gewünscht, da ich im Grunde nicht wirklich etwas brauchte. Es
wird auch immer schwieriger etwas zu finden, da wir im Grunde alles
haben.
Danach
habe ich mich erst einmal für zwei Stunden hingelegt, um meinen
Schlaf nachzuholen.
Leider
gab es bei uns auch kein großes Christmasdinner:
Wir haben
zusammen mit Debbie's Bruder gegessen. Truthan, Stuffing,
Süßkartoffeln, Kartoffeln und Salat kamen bei uns auf dem Tisch und
als Nachtisch gab es Käsekuchen. Die richtige Christmasparty würde
am Abend bei Freunden stattfinden.
Nachdem
wir dann bereit zum Ausgehen waren, haben wir uns bei Debbie's
Freundin Debby mit allen möglichen Köstlichkeiten vollgestopft.
Alles
angefangen hat mit Brownies, in Schokoladen getauchten Brezeln,
Keksen, Salzstangen, verschiedenen Crackern mit verschiedenen Soßen,
Kuchen, Chips. Natürlich ging es weit aus über zu Würstchen,
Salat, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen und all den Dingen, die die
Zunge nur schmecken mag. Es war ein reines Ess-Dinner. Man hat sich
die Bäuche vollgestopft, mit den Gästen geredet – wobei ich
gefühlte hundert Male ausgefragt wurde, wie es denn sei eine
Austauschschülerin zu sein – und man hat neue Kontakte geknüpft.
Ich
habe den ganzen Abend mit Savana, einer 17-Jährigen aus Tampa, und
Myles verbracht, um mich nicht ganz einzuschlummern, da ich immer
noch halbwegs im Traumland war und mich nur wage auf den Beinen
halten konnte.
Im
Endeffekt darf ich sagen, dass das Weihnachtsessen und Weihnachten an
sich irgendwie total anders war als in Deutschland. Es war nicht
wirklich 100% amerikanisch, aber man konnte ein wenig den
amerikanischen Flair spüren und sich denken, wie es wohl sein würde,
wenn hier Schnee läge und die Weihnachtsstimmung einen auch packen
würde. Mein Weihnachten in Polen war immer mehr ein Familienfest
gewesen, um Mitternacht in die Kirche zu gehen, Weihnachtslieder zu
singen, im Schnee spielen – oder eher wie ich vor dem Kamin mit
einem guten Buch sitzen, da ich wahrscheinlich nach zwei Minuten
erfroren wäre. Vielleicht wäre mein amerikanisches Weihnachten mehr
so geworden, wie wir es aus amerikanischen Filmen kennen, doch da die
Wetterbedingungen hier unten in Florida ganz anders sind, war es ein
sommerliches Weihnachten!
Und
da ich leider nicht weiß, ob ich dieses Jahr noch etwas posten
werde, wünsche ich euch allen ein wunderschönes Jahresende. Sieht
es so; das Jahr hat viele gute und viele schlechte Dinge gebracht.
Wir bereuen eine Dinge, die wir getan haben und die wir nicht getan
haben. Doch bevor dieses Jahr endet und wir in das neue Jahr 2015
rutschen, lasst uns einfach ein tolles, letztes Kapitel für dieses
Jahr schreiben. Ich weiß ja nicht, welche Dinge ihr im Kopf habt,
aber für mich hat dieses Jahr nur gute Dinge gebracht, die ich hier
mit euch teile.
Vielleicht
habt ihr ja auch eine Liste mit den Dingen, die ihr im Jahr 2015
machen möchtet. Ich spreche nicht von der Dauer-Diät, die jeder am
Anfang des Jahres in Anschlag nimmt, aber am 02.Januar schon alles
wieder vorbei ist, da die Schokolade versehentlich auf den Teller
gefallen und sich verführerisch ausgezogen hat, sodass wir nicht die
Finger von ihr lassen konnten.
Vielleicht
habt ihr Dinge in Gedanken, die ihr gerne mit mir teilen würdet! Ich
würde mich natürlich herzlich freuen einige eurer Dinge zu
erfahren, da ich selbst noch meine Liste vollenden muss!
Mit
lieben, herzlichen und warmen Grüßen an Alle,
Emilia
