Freitag, 26. Dezember 2014

Merry Christmas!

„I don't want a lot for Christmas
There is just one Thing I need
I don't care about the presents
underneath the Christmas tree

I just want You for my own
More than you could ever know
May my wish come true
All I want for Christmas is you!“

  • All I Want for Christmas is you



Hohoho, meine kleinen Weihnachtskekse!
Hoffentlich habe ich euch einen Ohrwurm mit meinem Lieblings Weihnachtslied verpasst. Auch bei mir kam Santa Claus vorbei, doch bevor ich euch von meinem ersten amerikanischen Weihnachten erzähle, möchte ich meinen Eltern zum 25 Hochzeitstag, der am 26 Dezember stattfindet, gratulieren!
Also, Mama und Papa;
ich freue mich, dass ihr beiden nach 25 Jahren Ehe immer noch voller Freude und Glück durchs Leben schlendert! Ich wünsche euch ganz viel Liebe, Respekt zu einander und schöne Momente für die nächsten 25 Jahre! Und natürlich auch länger!

Jetzt zurück zu meinem amerikanischen Weihnachten!
Falls manche es schon vielleicht mitbekommen haben sollten, hier wird Weihnachten nicht am 24 Dezember gefeiert und auch werden hier nicht die Geschenke ausgepackt, wie man es bei uns in Deutschland kennt. Hier verläuft die Geschichte ein wenig anders.

Am morgen des 24. Dezembers herrschte keine Aufregung, wie ich das von Zuhause in Polen und Deutschland kenne. Niemand rannte wild durchs Haus um die letzten Kugeln und Ornamente aufzuhängen, es wurde nicht laut durch die Küche geschrien, dass der Truthahn im Ofen anbrennt und es gab auch keine Schneestürme, die das Weihnachtsfest ruinieren konnten.
Denn ich bin in Florida. Und richtig Weihnachtsstimmung? Irgendwie unmöglich, bei 26 Grad Celsius im Schatten. Zwar war das ganze Haus dekorativ eingerichtet, der Weihnachtsbaum war aufgestellt, die Geschenke stapelten sich unter ihm, die Häuser der Nachbarn waren hell erleuchtet, aber es war keine Weihnachtsstimmung. Wo war der Schnee? Die Schneemänner? Die Kälte? Es war Sommer im Dezember, aber trotzdem habe ich es genossen, da ich zum ersten Mal weder gefroren, noch mich vor Kälte geschüttelt habe.
Um 15 Uhr sind wir, meine Gasteltern, Gastgeschwister und ich, in die Kirche gegangen. Es ist eine christliche Kirche. Es gibt keinen Altar, einen Pastor und eine Band spielt Musik. Es war nicht unsere Kirche, die wir jeden Sonntag besuchen, da wir um 17 Uhr auf ein Dinner bei dem früheren Arbeitskollegen meines Gastvaters eingeladen waren. Während der Messe hat der Pastor über die Geburt Jesu gepredigt, nebenbei wurden auch Scherze gemacht und es war kein gewöhnlicher Gottesdienst, wie man es von Zuhause kennt. Danach waren wir Steve's Sohn Gunner abholen, der dann mit uns zu Jimmie's Haus gefahren ist, in welchem uns dann ein italienisches Buffet erwartet hatte.
Jimmie, ein Mann mit einer etwas weiteren und größeren Statur, wollte nicht alleine mit seiner Frau feiern, deshalb hatte er uns eingeladen. Natürlich hatte er das ganze Essen bezahlt; Pasta, Pizza, Lasagne, Getränke, Eis und Kuchen. Da wir schon einmal mit ihm in dem Restaurant waren, von welchem er die Sachen bestellt hatte, wussten wir, dass es nur gut sein konnte. So gut, dass alle auf ihre Zu-Silvester-sehe-ich-gut-aus-Diät verzichtet hatten.
Nachdem die jüngere Generation noch einen Film geguckt hatte und sich die älteren Herrschaften über alles Neue ausgetauscht hatten, sind wir nach Hause aufgebrochen, da heute Nacht Santa Claus kommen würde. Hier in Amerika gibt es keinen Nikolaus am 6. Dezember. Und hier kommt auch nicht das Christkind. Dafür kann man Santa auf einen Santa Tracker auf Google verfolgen, in welchem Land er gerade die Geschenke austeilt und wann er abreist und wohin er als nächstes fliegt. Habt ihr das gemacht? Ich habe einmal kurz reingeschaut, aber die Mappe war so unübersichtlich, dass ich mich sofort verloren habe.

„Emilia, komm Geschenke auspacken! Du musst kommen. Jetzt.“
So wurde ich von meinem kleinen Gastbruder um 4.30 am Morgen aufgeweckt, mit der guten Entschuldigung, dass wir jetzt die Geschenke auspacken konnten. Richtig wach war ich zu der Zeit nicht wirklich. Der erste, der ein Gurkenornament finden würde, könnte das erste Geschenk aufmachen. Ich habe mich nicht einmal bemüht es zu suchen, da ich immer noch im Halbschlaf versuchte nicht gegen die nächstbeste Wand zu laufen. Zachary war der Erste, da er das Ornament gefunden hatte. Meine beiden Geschwister hatten sich ein iPod zu Weihnachten gewünscht. Meine Gastmutter hatte beide in Müslipackungen und Spinatpackungen eingepackt.
Zachary riss das Papier von der Schachtel ab und die Packung mit dem Cereal kam hervor. Er freute sich so sehr, dass er sofort zum Schrank rannte, und das Müsli dort hinstellte. Ich schaute Debbie ganz verwundert an, wobei sich mir nur lachend zeigte, ich solle nichts sagen. Als dann Hannah ihre Packung aufmachte, dann aber den iPod fand, hatte mein Gastbruder einen „Aha“-Moment, rannte zum Schrank und riss auch nun seine Packung auf, um seinen iPod zu finden.
Am Ende saßen wir 2 Stunden am Tisch um alle Geschenke begutachten zu können, welche wir bekommen haben. Und jedes Geschenk musste einzeln ausgepackt werden, wie es sich eben gehört. Ich habe unter anderem einen Blog zum Zeichnen, ein Etui mit Bleistiften und Farbstiften, eine Tasche, einen Becher, eine Halskette, ein Armband und einen kleinen VW-Bus mit Surfbrettern bekommen. Ich habe mir nicht wirklich viel gewünscht, da ich im Grunde nicht wirklich etwas brauchte. Es wird auch immer schwieriger etwas zu finden, da wir im Grunde alles haben.
Danach habe ich mich erst einmal für zwei Stunden hingelegt, um meinen Schlaf nachzuholen.



Leider gab es bei uns auch kein großes Christmasdinner:
Wir haben zusammen mit Debbie's Bruder gegessen. Truthan, Stuffing, Süßkartoffeln, Kartoffeln und Salat kamen bei uns auf dem Tisch und als Nachtisch gab es Käsekuchen. Die richtige Christmasparty würde am Abend bei Freunden stattfinden.
Nachdem wir dann bereit zum Ausgehen waren, haben wir uns bei Debbie's Freundin Debby mit allen möglichen Köstlichkeiten vollgestopft.
Alles angefangen hat mit Brownies, in Schokoladen getauchten Brezeln, Keksen, Salzstangen, verschiedenen Crackern mit verschiedenen Soßen, Kuchen, Chips. Natürlich ging es weit aus über zu Würstchen, Salat, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen und all den Dingen, die die Zunge nur schmecken mag. Es war ein reines Ess-Dinner. Man hat sich die Bäuche vollgestopft, mit den Gästen geredet – wobei ich gefühlte hundert Male ausgefragt wurde, wie es denn sei eine Austauschschülerin zu sein – und man hat neue Kontakte geknüpft.
Ich habe den ganzen Abend mit Savana, einer 17-Jährigen aus Tampa, und Myles verbracht, um mich nicht ganz einzuschlummern, da ich immer noch halbwegs im Traumland war und mich nur wage auf den Beinen halten konnte.

Im Endeffekt darf ich sagen, dass das Weihnachtsessen und Weihnachten an sich irgendwie total anders war als in Deutschland. Es war nicht wirklich 100% amerikanisch, aber man konnte ein wenig den amerikanischen Flair spüren und sich denken, wie es wohl sein würde, wenn hier Schnee läge und die Weihnachtsstimmung einen auch packen würde. Mein Weihnachten in Polen war immer mehr ein Familienfest gewesen, um Mitternacht in die Kirche zu gehen, Weihnachtslieder zu singen, im Schnee spielen – oder eher wie ich vor dem Kamin mit einem guten Buch sitzen, da ich wahrscheinlich nach zwei Minuten erfroren wäre. Vielleicht wäre mein amerikanisches Weihnachten mehr so geworden, wie wir es aus amerikanischen Filmen kennen, doch da die Wetterbedingungen hier unten in Florida ganz anders sind, war es ein sommerliches Weihnachten!

Und da ich leider nicht weiß, ob ich dieses Jahr noch etwas posten werde, wünsche ich euch allen ein wunderschönes Jahresende. Sieht es so; das Jahr hat viele gute und viele schlechte Dinge gebracht. Wir bereuen eine Dinge, die wir getan haben und die wir nicht getan haben. Doch bevor dieses Jahr endet und wir in das neue Jahr 2015 rutschen, lasst uns einfach ein tolles, letztes Kapitel für dieses Jahr schreiben. Ich weiß ja nicht, welche Dinge ihr im Kopf habt, aber für mich hat dieses Jahr nur gute Dinge gebracht, die ich hier mit euch teile.
Vielleicht habt ihr ja auch eine Liste mit den Dingen, die ihr im Jahr 2015 machen möchtet. Ich spreche nicht von der Dauer-Diät, die jeder am Anfang des Jahres in Anschlag nimmt, aber am 02.Januar schon alles wieder vorbei ist, da die Schokolade versehentlich auf den Teller gefallen und sich verführerisch ausgezogen hat, sodass wir nicht die Finger von ihr lassen konnten.
Vielleicht habt ihr Dinge in Gedanken, die ihr gerne mit mir teilen würdet! Ich würde mich natürlich herzlich freuen einige eurer Dinge zu erfahren, da ich selbst noch meine Liste vollenden muss!

Mit lieben, herzlichen und warmen Grüßen an Alle,
Emilia

Mittwoch, 24. Dezember 2014

So kurz vor Weihnachten....

Habe ich euch trotzdem so viel zu erzählen!

Nachdem ich die Midtermexam-Woche einigermaßen überstanden habe, war ich am Freitag, 12/19/2014, auf einen Geburtstag eingeladen.
Doch bevor ich euch von der Party erzähle, fragt ihr euch bestimmt, was diese Midtermexamwoche ist. Da das Schulsystem hier anders funktioniert als in Deutschland, werden hier von allen Schülern in allen Stufen Klausuren geschrieben. Natürlich in allen Fächern, sogar in Sport. Man kommt um 10:30 zur Schule, schreibt die erste Klausur, danach findet eine kleine Pause statt, in welcher man alle 3000 Schüler vorfinden kann und dann schreibt man noch eine Klausur und geht nach Hause. Zwar hört sich dies hier wirklich entspannend an, aber wenn man nach Hause kommt, muss man schon für die nächsten beiden Klausuren lernen. In den Klausuren kommen alle Sachen und Themen vor, welche man in dem letzten halben Jahr durchgenommen hat. Es ist eine Menge zu wiederholen, da die Lehrer nicht wirklich erklären, wie etwas funktioniert. In der Schule geben uns die Lehrer Arbeitsblätter und wir müssen alle Dinge einfach nur von der Tafel kopieren. Zuhause müssen wir es dann lernen. Niemand erklärt hier wirklich, weshalb etwas so ist, wie es ist. Deshalb denken viele hier nicht. Es mag sich merkwürdig anhören, aber in der deutschen Schule wird euch denken beigebracht, weil ich selbst zu der Lösung kommen müsst. Hier werden nur die Sachen gegeben, hingeworfen und aufgefangen.
Doch ich schweife wieder vom Thema ab. Geburtstagsparty!
 
Es war einfach mal etwas ganz anderes für mich. Wir waren nicht Zuhause und haben Kuchen gegessen, nein. Um die dreißig Gäste sind zu Magi's Party gekommen. In einem netten italienischen Restaurant mit ganz viel Essen haben wir den Abend verbracht, geredet und nebenbei habe ich vier andere Austauschschüler kennengelernt. Es war eine ganz andere Stimmung, als auf den Feiern, die ich immer zuvor besucht habe. Nach einem langen Abend, sind wir dann auch alle nach Hause gefahren.

Am Samstag habe ich mit meiner Gastschwester Kekskugeln gebacken und am Sonntag war ich mit meinen Freunden am Strand spazieren. Es fühlt sich nicht an wie Dezember, wenn ich ehrlich sein soll. Eher Mitte Juni oder Juli, da die Luft immer noch warm ist und man mit kurzen Hosen durch die Straßen laufen kann. Undenkbar in Germany, oder?

 Am Sonntag sind auch Freunde meiner Gastfamilie gekommen, um Weihnachten in Miami zu verbringen; Lori, David, Shone, Troy und ihre Grandma. Da meine Gastgeschwister keine Großeltern mehr haben, haben sie sich eine Großmutter sozusagen adoptiert. Und da wir hier in Florida leben und es so gut wie nie kälter als 15 Grad wird, hat das Wetter diesmal mitgespielt und wir konnten einige tolle Sachen machen. Am Montag und am Dienstag waren wir am Strand um wundervolle Dezemberluft tanken und ein erfrischendes Bad im Ozean zu nehmen! Ich hätte in meinem gesamten Leben nie gedacht, dass ich einmal im Dezember schwimmen bin. Zwar wollten wir am 24. Dezember auch noch einmal ans Meer fahren, aber richtig aufraffen konnten wir uns nicht dazu. Vielleicht lag es einfach auch daran, dass wir uns von gestern erholen mussten.

Morgen ist bei uns Bescherung und der richtige Weihnachtsabend.
Hier wird es ja total anders gefeiert als in Deutschland, wie ihr es von amerikanischen Filme kennt. Im Laufe der nächsten Tage gibt es dann auch die Beschreibung zu all den Dingen!
Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Bescherung, einen wundervollen Abend mit der Familie, ganz tolle Geschenke und Essen, eine wunderschöne Familienfeier! Marry Christmas euch allen!

In Liebe, Emilia 

Sonntag, 14. Dezember 2014

4 Months now!

Liebes Tagebuch,
heute mache ich einen anderen Eintrag, da schon vier Monate und somit 16 Wochen verflogen sind. Es tut mir irgendwie weh, zu sehen, wie die Zeit verfliegt und man sie nicht wieder einfangen kann. Es ist wie auf dem Ozean zu fischen. Ich habe einige Fische gefangen, doch die tausend anderen, die mir entwischt sind, kann ich nicht mehr verfolgen.


Fühlt sich das nicht komisch an? Vier Monate eine Amerikanerin zu sein und auf eine High School zu gehen, jeden Tag Englisch zu sprechen und sogar auf Englisch denken?
Ja, ja das tut es. Aber es ist zur Gewohnheit geworden. Es ist mir nicht mehr fremd, da mir hier so vieles leichter fällt.
Zu meinem Jubiläum, was sich in meinen Ohren total merkwürdig anhört, habe ich eigentlich nichts Großartiges gemacht. Und ich glaube, das war auch gut so. Am Freitag bin ich nach der Schule zu meiner Freundin gefahren. Du musst wissen, liebes Tagebuch, dass man nach vier ganzen Monaten Freunde gefunden hat. Freunde, die einem das Leben leichter machen, schöner, aufregender, und irgendwo auch merkwürdiger. Vor allem, wenn man solche Freunde hat, wie ich. Und da du genau weißt, dass ich nicht das normalste Mädchen bin, passen sie perfekt zu mir. Aber davon erzähle ich dir irgendwann später, wenn ich mich in den kommenden Ferien langweile.
Meine beste Freundin hier ist Lillian. Und ich brauche hier (leider) eine beste Freundin, da das Leben eines Teenagers auch weitergeht – mit allen möglichen Teenager Problemen! Da sie umgezogen ist, habe ich mitgeholfen Kisten zu schleppen und ein bisschen im Haus aufzuräumen. Wir haben ihr Zimmer eingerichtet und haben uns alte Baby-Fotos angesehen. Im Grunde war es ein richtiger Mädchenabend, wie in diesen amerikanischen Filmen, die ich immer Zuhause geguckt habe. Pizza, Cola und amerikanische Süßigkeiten... (Jaa, ich frage mich auch, wie ich in mein Promkleid passen werde! Aber wenn ich wachse, dann wächst das Kleid halt mit!) 




 
Natürlich haben wir uns auch einen amerikanischen Film angesehen; Cinderella Story. Und ich konnte sogar alles verstehen, was eigentlich nach vier Monaten kein Wunder ist. Am nächsten Morgen sind wir dann zum Frühstück zu Dunkin Donuts gefahren und haben uns Donuts und andere Leckereien geholt – ein amerikanischer Morgen eben. Am Samstag gab es noch meine Organisationparty, wieder Essen und heute, am 14 Dezember, haben meine Schwester und ich auch wieder einen Tag in der Mall verbracht. Wie schon gesagt, dieses Mal gab es leider nicht viel zu feiern.


Aber, liebes Tagebuch, ich muss dir etwas beichten.
Heute Nacht hatte ich meinen ersten englischen Traum. Wieso das so bedeutend ist? Weil ich auf Englisch geträumt habe! Zwar hat der Traum mal so gar keinen Sinn gehabt und irgendwie war auch die Handlung ein bisschen zu kompliziert für mich, aber zumindest konnte ich einigermaßen verstehen, worum es ging. Aber hey, zumindest war es auf Englisch. Du kannst dich schon einmal darauf vorbereiten mehr von mir zu hören, da nächste Woche Schulferien beginnen und ich noch nicht viel vorhabe!


Und auch wenn hier das nur ein ganz kleiner Eintrag ist, liebes Tagebuch, hoffe ich doch, dass du es genossen hast, wieder eine weitere kleine Erzählung auf deinen Seiten festzuhalten. Ich verspreche Dir, dass ich irgendwann wieder auf diese Seiten stoßen werde und sie mir durchlese.


In Liebe, deine Tagebuch-Schreiberin Emilia

Montag, 8. Dezember 2014

Catamaran Trip

*Bitte schaltet hier die Musik von "Fluch der Karibik" an. Danke!*

Raue Seeluft und der Geruch von Einsamkeit.

Die Sandkörner unter meinen Füßen glänzten in einem hellen Gold – zart und fein, als wäre es Puderzucker. Dieser Strand war ganz anders, als der, den ich zuvor gefunden hatte. Es war kein Staub, der meine nackten Zehen umschloss. Er war wärmer und angenehmer. Auch das Wasser schien andere Wellen zu spielen, wenn man die Herzschläge des Ozeans als Wellen bezeichnen konnte. Hier herrschte Stille. Stille und die Gefahr in dieser hellwach einzuschlafen. Während die Sonne hoch am Himmel tanzte, das Boot die Anker ansetzte, machte sich eine Truppe voller Abenteurer auf die Insel in der Mitte von einer Großstadt zu erkunden....


Hallo, meine Surfer und Surferinnen!
Hört sich der Anfang dieser Geschichte nicht wunderbar an? Und soll ich euch die Wahrheit sagen? Für mich ist es keine Geschichte, die ich da erlebt habe! Am Samstag, den 12/06/14, am Nikolaus, bin ich mit meiner Organisation AFS und ganz vielen Austauschis nach Miami gefahren und habe einen Catamaran Trip unternommen.
Was das ist? Das erkläre ich euch – doch alles nach der Reihe. Man beginnt ja auch nicht mit der Mitte eines Buches, oder?


Am 12/05 sind erst einmal ein Haufen von Abenteurern zu mir gekommen. Dies bedeutete auch, dass Debbie, Zach, Hannah und ich putzen mussten. Viel putzen mussten! Denn immerhin wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Wenn ich ehrlich sein soll; große Lust hatte ich an diesem Tag nicht. Ich möchte ehrlich zu euch sein. Ich habe nicht wirklich Kontakt zu anderen Austauschschülern meiner Organisation. Es ist nicht so, dass ich mich nicht mit ihnen verstehe, jedoch bin ich hier um die amerikanische Kultur zu erleben und auch amerikanische Freunde zu haben. Ich möchte nicht viel Zeit mit anderen Austauschschülern verbringen, da ich meine Freunde hier gefunden habe und lieber etwas mit ihnen mache. :)
Nachdem auch die letzte Ecke des Hauses geglänzt hatte, mussten wir warten. Lange warten. Die Austauschschüler sollten von 7.30 – 8.30 erscheinen, doch da sie von überall in Florida kamen, war dies leider ein gescheiterter Versuch. Und am Ende saßen auch alle bis ca. 10 Uhr nachts.

Auuruke, Francesca und Esra haben hier übernachtet, da die meisten Gasteltern für eine Nacht auch andere Austauschschüler aufgenommen hatte. Es war zwar ein witziger Abend gewesen, jedoch waren wir am nächsten Morgen total müde! Immerhin mussten wir früh aufstehen und uns fertig machen, da wir schon um 9 Uhr morgens am Hafen uns treffen sollten. Die Fahrt würde 1 Stunde dauern und auch müssten wir noch frühstücken. Zwar sah niemand von uns aus wie ein Vampir, jedoch konnte man die Müdigkeit von unseren Augen ablesen.
In Miami angekommen, konnten wir das erste Mal richtige Scyscraper – Wolkenkratzer - betrachten. Natürlich war der Blick bombastisch und zum ersten Mal habe ich mich wie in Amerika gefühlt. Wunderschöne Hochhäuser, warme Tage und durch Miami schlendern mit der Sonnenbrille auf dem Kopf – wie in einem Hollywoodfilm, in welchem der Traumprinz dann auch noch mit einem weißen Gaul um die Ecke kommt – oder eben mit einem weißen Porsche. ;)










Nachdem auch dann noch alle Austauschschüler sich zusammengefunden haben, ich meiner Gastfamilie „Tschüss“ gesagt und einen schönen Tag in Miami gewünscht habe, konnten wir dann auch endlich aufs Boot gehen und uns fertig machen. Falls ihr euch fragt, wie viel es gekostet hat. 50 Dollar war es wirklich wert, da wir 4 Stunden in einem kleinen Paradies verbracht haben.
An diesem Punkt möchte ich nicht arrogant klingen, da ich finde, dass es kein Grund ist, arrogant zu sein. Ich hatte Schweineglück mit meiner Gastfamilie und auch mit dem Ort, an dem ich lebe. Nicht jeder kann sagen ein Jahr im wärmsten Staat Amerikas verbracht zu haben. Ich bin unglaublich glücklich und ich schätze es wert, dass ich es wirklich mit eigenen Augen erleben durfte, und nicht nur von CSI Miami oder anderen Filmen. Vor allem bin ich wirklich mit Freude überfüllt sagen zu können, dass ich im Dezember in kurzen Hosen und Bikini herumlaufen konnte. Es ist wirklich ein Experiment und Erfahrung für sich. Zwar hatte ich dieses Jahr keinen Nikolaus, dafür aber eine kleine Tour ins Paradies.


In Mitten von Miami befindet sich eine Insel.
Sie ist klein und zuckersüß und wunderschön zur gleichen Zeit.
Um auf diese Insel zu kommen, muss man mit einem Boot hinausschwimmen, denn diese befindet sich von Villen, Strandhäusern und anderen schicken Schlössern umgeben. Nebenbei haben wir auch das Haus eines ganz berühmten Promis gesehen. Vielleicht kennt ihr ihn ja noch aus älteren Karate-Filmen. Ganz witzig und sympathisch, und manchmal (oder eben fast immer) kampfbereit. Jackie Chan! Und ja, ich war genau so erstaunt, wie ich es immer noch bin. Es ist mir eine Ehre.
Als wir in unserem kleinen Paradies angekommen waren, staunten wir nicht schlecht. Der Sand war warm und weich, das Wasser jedoch kalt. Immerhin herrscht hier Dezember und auch wenn es niemand glauben kann; es wird manchmal kalt. Selten, aber ich ziehe mir dann immer eine Jacke an, weil ich nicht frieren will. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir erst einmal ins Meer springen und nach der Reihe wurden unsere Sachen aufs Land gebracht – wie in einem alten Piraten-suchen-den-Schatz-auf-einer-einsamen-Insel-Film.
Das Wasser war klar und.... voller Quallen. Falls ihr noch nie von einer Qualle gestochen wurdet; es schmerzt. Ihr bekommt rote Punkte oder Flecken an der Stelle und es brennt. Es fühlt sich an wie eine Art von einem elektronischen Blitz. Woher ich das weiß? Weil ich schon einmal gestochen wurde. Zumindest gab es keine Haie dort.
Das Meer war kühl und man musste sich daran gewöhnen, ins Wasser zu gehen. Aber niemand konnte sich beschweren, denn es war Anfang Dezember. Und baden im Bikini in Deutschland? Wenn jemand einen Kälteschock bekommen möchte... vielleicht. Hier ist es jedoch total normal.
Und die Natur hinter uns.... Natürlich wurden wir gewarnt die freilebenden Affen nicht zu füttern. Aber leider haben wir auch keine Affen sehen können. Es roch so frisch und unberührt, wie lange nicht mehr. Es wäre so still und so verführerisch einfach nur dort zu sitzen, mit dem Anblick auf die Hochhäuser Miami's und in Tinte zu versinken, dass man praktisch Angst hätte darin zu ertrinken. Es wäre so schön gewesen. Vielleicht werde ich das ja einmal machen. Vielleicht nicht mehr dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann, wenn ich wieder hier bin. Wenn ich wieder hier bin und zwar nicht nur für ein paar Monate und einige Wochen, sondern... vielleicht für immer.









Ich selbst würde es nicht vorziehen in Miami zu leben. Ich genieße die Stille zu sehr und die freie Sicht auf den Sternenhimmel, der durch die Wolkenkratzer nur verdeckt gewesen wäre. Natürlich genieße ich es dort einmal hinzufahren, die Ortschaft zu besichtigen und einfach mal ein „amerikanisches Girl“ zu spielen, während ich mit einer Handtasche in der einen Hand und einen Smoothie in der anderen Hand durch die Stadt spaziere. Aber seien wir mal ehrlich; das bin nicht ich. :D
Am Ende unseres kleinen Abenteurers hatten wir natürlich alle Hunger, und die Snacks auf der Fahrt, wie Chips und Soda, haben uns nicht ausgereicht und zum Pizza essen hat wir auch wieder festen Boden unter den Füßen.
Wenn ihr mich fragen würdet, ob ich den Tag gerne wiederholen würde; Ja, sicher! Natürlich. Aber nicht mit meiner Organisation. Warum? Zwischendurch bilden sich immer wieder Cliquen – Deutsche unter Deutsche, Norwegen unter Norwegen und so weiter und so fort. Ich bin nicht die Person, die gerne so etwas kritisiert, aber sind wir nicht alle hier um von allen Nationen etwas zu lernen? Da bin ich doch lieber mit meinen Freunden und meiner Familie zusammen, als mit irgendjemand anderem.


Doch da war meine Party noch lange nicht zu Ende.
Unsere Nachbarn von Gegenüber – Ryan und Jenny – haben eine Weihnachtsparty geschmissen. Mit über 70 Leuten! Achja; falls manche es noch nicht bemerkt haben sollten. Es geht hier ums Essen. Und da ich Essen liebe, bin ich natürlich auch mitgegangen. Nein, Spaß! Mein Nachbar und Freund, Jenny's Bruder Shane, wohnt dort und da ich den Abend nicht mit meinen Geschwistern verbringen wollte, habe ich mich einfach unter seine Freunde gemischt und den Abend mit ihm und seiner Freundin Grace verbracht.
Und natürlich wurde auch gegessen, wie auf jeder Party. Am Abend war ich jedoch so müde, dass ich nicht lange gebraucht habe, um auch in meinen Träumen von einer wilden Insel mit kleinen Abenteuern zu versinken und in dem Geruch von Salz und Sand zu ertrinken....


Mit lieben Grüßen, Emilia!