*Bitte schaltet hier die Musik von "Fluch der Karibik" an. Danke!*
Raue Seeluft und der Geruch
von Einsamkeit.
Die Sandkörner unter meinen
Füßen glänzten in einem hellen Gold – zart und fein, als wäre
es Puderzucker. Dieser Strand war ganz anders, als der, den ich zuvor
gefunden hatte. Es war kein Staub, der meine nackten Zehen umschloss.
Er war wärmer und angenehmer. Auch das Wasser schien andere Wellen
zu spielen, wenn man die Herzschläge des Ozeans als Wellen
bezeichnen konnte. Hier herrschte Stille. Stille und die Gefahr in
dieser hellwach einzuschlafen. Während die Sonne hoch am Himmel
tanzte, das Boot die Anker ansetzte, machte sich eine Truppe voller
Abenteurer auf die Insel in der Mitte von einer Großstadt zu
erkunden....
Hallo, meine Surfer und
Surferinnen!
Hört sich der Anfang dieser
Geschichte nicht wunderbar an? Und soll ich euch die Wahrheit sagen?
Für mich ist es keine Geschichte, die ich da erlebt habe! Am
Samstag, den 12/06/14, am Nikolaus, bin ich mit meiner Organisation
AFS und ganz vielen Austauschis nach Miami gefahren und habe einen
Catamaran Trip unternommen.
Was das ist? Das erkläre
ich euch – doch alles nach der Reihe. Man beginnt ja auch nicht mit
der Mitte eines Buches, oder?
Am 12/05 sind erst einmal
ein Haufen von Abenteurern zu mir gekommen. Dies bedeutete auch, dass
Debbie, Zach, Hannah und ich putzen mussten. Viel putzen mussten!
Denn immerhin wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren.
Wenn ich ehrlich sein soll; große Lust hatte ich an diesem Tag
nicht. Ich möchte ehrlich zu euch sein. Ich habe nicht wirklich
Kontakt zu anderen Austauschschülern meiner Organisation. Es ist
nicht so, dass ich mich nicht mit ihnen verstehe, jedoch bin ich hier
um die amerikanische Kultur zu erleben und auch amerikanische Freunde
zu haben. Ich möchte nicht viel Zeit mit anderen Austauschschülern
verbringen, da ich meine Freunde hier gefunden habe und lieber etwas
mit ihnen mache. :)
Nachdem auch die letzte Ecke des Hauses
geglänzt hatte, mussten wir warten. Lange warten. Die
Austauschschüler sollten von 7.30 – 8.30 erscheinen, doch da sie
von überall in Florida kamen, war dies leider ein gescheiterter
Versuch. Und am Ende saßen auch alle bis ca. 10 Uhr nachts.
Auuruke, Francesca und Esra
haben hier übernachtet, da die meisten Gasteltern für eine Nacht
auch andere Austauschschüler aufgenommen hatte. Es war zwar ein
witziger Abend gewesen, jedoch waren wir am nächsten Morgen total
müde! Immerhin mussten wir früh aufstehen und uns fertig machen, da
wir schon um 9 Uhr morgens am Hafen uns treffen sollten. Die Fahrt
würde 1 Stunde dauern und auch müssten wir noch frühstücken. Zwar
sah niemand von uns aus wie ein Vampir, jedoch konnte man die
Müdigkeit von unseren Augen ablesen.
In Miami angekommen, konnten
wir das erste Mal richtige Scyscraper – Wolkenkratzer -
betrachten. Natürlich war der Blick bombastisch und zum ersten Mal
habe ich mich wie in Amerika gefühlt. Wunderschöne Hochhäuser,
warme Tage und durch Miami schlendern mit der Sonnenbrille auf dem
Kopf – wie in einem Hollywoodfilm, in welchem der Traumprinz dann
auch noch mit einem weißen Gaul um die Ecke kommt – oder eben mit
einem weißen Porsche. ;)
Nachdem auch dann noch alle
Austauschschüler sich zusammengefunden haben, ich meiner Gastfamilie
„Tschüss“ gesagt und einen schönen Tag in Miami gewünscht
habe, konnten wir dann auch endlich aufs Boot gehen und uns fertig
machen. Falls ihr euch fragt, wie viel es gekostet hat. 50 Dollar war
es wirklich wert, da wir 4 Stunden in einem kleinen Paradies
verbracht haben.
An diesem Punkt möchte ich
nicht arrogant klingen, da ich finde, dass es kein Grund ist,
arrogant zu sein. Ich hatte Schweineglück mit meiner Gastfamilie und
auch mit dem Ort, an dem ich lebe. Nicht jeder kann sagen ein Jahr im
wärmsten Staat Amerikas verbracht zu haben. Ich bin unglaublich
glücklich und ich schätze es wert, dass ich es wirklich mit eigenen
Augen erleben durfte, und nicht nur von CSI Miami oder anderen
Filmen. Vor allem bin ich wirklich mit Freude überfüllt sagen zu
können, dass ich im Dezember in kurzen Hosen und Bikini herumlaufen
konnte. Es ist wirklich ein Experiment und Erfahrung für sich. Zwar
hatte ich dieses Jahr keinen Nikolaus, dafür aber eine kleine Tour
ins Paradies.
In Mitten von Miami befindet
sich eine Insel.
Sie ist klein und zuckersüß
und wunderschön zur gleichen Zeit.
Um auf diese Insel zu
kommen, muss man mit einem Boot hinausschwimmen, denn diese befindet
sich von Villen, Strandhäusern und anderen schicken Schlössern
umgeben. Nebenbei haben wir auch das Haus eines ganz berühmten
Promis gesehen. Vielleicht kennt ihr ihn ja noch aus älteren
Karate-Filmen. Ganz witzig und sympathisch, und manchmal (oder eben
fast immer) kampfbereit. Jackie Chan! Und ja, ich war genau so
erstaunt, wie ich es immer noch bin. Es ist mir eine Ehre.
Als wir in unserem kleinen
Paradies angekommen waren, staunten wir nicht schlecht. Der Sand war
warm und weich, das Wasser jedoch kalt. Immerhin herrscht hier
Dezember und auch wenn es niemand glauben kann; es wird manchmal
kalt. Selten, aber ich ziehe mir dann immer eine Jacke an, weil ich
nicht frieren will. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir erst
einmal ins Meer springen und nach der Reihe wurden unsere Sachen aufs
Land gebracht – wie in einem alten
Piraten-suchen-den-Schatz-auf-einer-einsamen-Insel-Film.
Das Wasser war klar und....
voller Quallen. Falls ihr noch nie von einer Qualle gestochen wurdet;
es schmerzt. Ihr bekommt rote Punkte oder Flecken an der Stelle und
es brennt. Es fühlt sich an wie eine Art von einem elektronischen
Blitz. Woher ich das weiß? Weil ich schon einmal gestochen wurde.
Zumindest gab es keine Haie dort.
Das Meer war kühl und man
musste sich daran gewöhnen, ins Wasser zu gehen. Aber niemand konnte
sich beschweren, denn es war Anfang Dezember. Und baden im Bikini in
Deutschland? Wenn jemand einen Kälteschock bekommen möchte...
vielleicht. Hier ist es jedoch total normal.
Und die Natur hinter uns....
Natürlich wurden wir gewarnt die freilebenden Affen nicht zu
füttern. Aber leider haben wir auch keine Affen sehen können. Es
roch so frisch und unberührt, wie lange nicht mehr. Es wäre so
still und so verführerisch einfach nur dort zu sitzen, mit dem
Anblick auf die Hochhäuser Miami's und in Tinte zu versinken, dass
man praktisch Angst hätte darin zu ertrinken. Es wäre so schön
gewesen. Vielleicht werde ich das ja einmal machen. Vielleicht nicht
mehr dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann, wenn ich wieder
hier bin. Wenn ich wieder hier bin und zwar nicht nur für ein paar
Monate und einige Wochen, sondern... vielleicht für immer.
Ich selbst würde es nicht
vorziehen in Miami zu leben. Ich genieße die Stille zu sehr und die
freie Sicht auf den Sternenhimmel, der durch die Wolkenkratzer nur
verdeckt gewesen wäre. Natürlich genieße ich es dort einmal
hinzufahren, die Ortschaft zu besichtigen und einfach mal ein
„amerikanisches Girl“ zu spielen, während ich mit einer
Handtasche in der einen Hand und einen Smoothie in der anderen Hand
durch die Stadt spaziere. Aber seien wir mal ehrlich; das bin nicht
ich. :D
Am Ende unseres kleinen
Abenteurers hatten wir natürlich alle Hunger, und die Snacks auf der
Fahrt, wie Chips und Soda, haben uns nicht ausgereicht und zum Pizza
essen hat wir auch wieder festen Boden unter den Füßen.
Wenn ihr mich fragen würdet,
ob ich den Tag gerne wiederholen würde; Ja, sicher! Natürlich. Aber
nicht mit meiner Organisation. Warum? Zwischendurch bilden sich immer
wieder Cliquen – Deutsche unter Deutsche, Norwegen unter Norwegen
und so weiter und so fort. Ich bin nicht die Person, die gerne so
etwas kritisiert, aber sind wir nicht alle hier um von allen Nationen
etwas zu lernen? Da bin ich doch lieber mit meinen Freunden und
meiner Familie zusammen, als mit irgendjemand anderem.
Doch da war meine Party noch
lange nicht zu Ende.
Unsere Nachbarn von
Gegenüber – Ryan und Jenny – haben eine Weihnachtsparty
geschmissen. Mit über 70 Leuten! Achja; falls manche es noch nicht
bemerkt haben sollten. Es geht hier ums Essen. Und da ich Essen
liebe, bin ich natürlich auch mitgegangen. Nein, Spaß! Mein Nachbar
und Freund, Jenny's Bruder Shane, wohnt dort und da ich den Abend
nicht mit meinen Geschwistern verbringen wollte, habe ich mich
einfach unter seine Freunde gemischt und den Abend mit ihm und seiner
Freundin Grace verbracht.
Und natürlich wurde auch
gegessen, wie auf jeder Party. Am Abend war ich jedoch so müde, dass
ich nicht lange gebraucht habe, um auch in meinen Träumen von einer
wilden Insel mit kleinen Abenteuern zu versinken und in dem Geruch
von Salz und Sand zu ertrinken....
Mit lieben Grüßen, Emilia!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen