Montag, 8. Dezember 2014

Catamaran Trip

*Bitte schaltet hier die Musik von "Fluch der Karibik" an. Danke!*

Raue Seeluft und der Geruch von Einsamkeit.

Die Sandkörner unter meinen Füßen glänzten in einem hellen Gold – zart und fein, als wäre es Puderzucker. Dieser Strand war ganz anders, als der, den ich zuvor gefunden hatte. Es war kein Staub, der meine nackten Zehen umschloss. Er war wärmer und angenehmer. Auch das Wasser schien andere Wellen zu spielen, wenn man die Herzschläge des Ozeans als Wellen bezeichnen konnte. Hier herrschte Stille. Stille und die Gefahr in dieser hellwach einzuschlafen. Während die Sonne hoch am Himmel tanzte, das Boot die Anker ansetzte, machte sich eine Truppe voller Abenteurer auf die Insel in der Mitte von einer Großstadt zu erkunden....


Hallo, meine Surfer und Surferinnen!
Hört sich der Anfang dieser Geschichte nicht wunderbar an? Und soll ich euch die Wahrheit sagen? Für mich ist es keine Geschichte, die ich da erlebt habe! Am Samstag, den 12/06/14, am Nikolaus, bin ich mit meiner Organisation AFS und ganz vielen Austauschis nach Miami gefahren und habe einen Catamaran Trip unternommen.
Was das ist? Das erkläre ich euch – doch alles nach der Reihe. Man beginnt ja auch nicht mit der Mitte eines Buches, oder?


Am 12/05 sind erst einmal ein Haufen von Abenteurern zu mir gekommen. Dies bedeutete auch, dass Debbie, Zach, Hannah und ich putzen mussten. Viel putzen mussten! Denn immerhin wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Wenn ich ehrlich sein soll; große Lust hatte ich an diesem Tag nicht. Ich möchte ehrlich zu euch sein. Ich habe nicht wirklich Kontakt zu anderen Austauschschülern meiner Organisation. Es ist nicht so, dass ich mich nicht mit ihnen verstehe, jedoch bin ich hier um die amerikanische Kultur zu erleben und auch amerikanische Freunde zu haben. Ich möchte nicht viel Zeit mit anderen Austauschschülern verbringen, da ich meine Freunde hier gefunden habe und lieber etwas mit ihnen mache. :)
Nachdem auch die letzte Ecke des Hauses geglänzt hatte, mussten wir warten. Lange warten. Die Austauschschüler sollten von 7.30 – 8.30 erscheinen, doch da sie von überall in Florida kamen, war dies leider ein gescheiterter Versuch. Und am Ende saßen auch alle bis ca. 10 Uhr nachts.

Auuruke, Francesca und Esra haben hier übernachtet, da die meisten Gasteltern für eine Nacht auch andere Austauschschüler aufgenommen hatte. Es war zwar ein witziger Abend gewesen, jedoch waren wir am nächsten Morgen total müde! Immerhin mussten wir früh aufstehen und uns fertig machen, da wir schon um 9 Uhr morgens am Hafen uns treffen sollten. Die Fahrt würde 1 Stunde dauern und auch müssten wir noch frühstücken. Zwar sah niemand von uns aus wie ein Vampir, jedoch konnte man die Müdigkeit von unseren Augen ablesen.
In Miami angekommen, konnten wir das erste Mal richtige Scyscraper – Wolkenkratzer - betrachten. Natürlich war der Blick bombastisch und zum ersten Mal habe ich mich wie in Amerika gefühlt. Wunderschöne Hochhäuser, warme Tage und durch Miami schlendern mit der Sonnenbrille auf dem Kopf – wie in einem Hollywoodfilm, in welchem der Traumprinz dann auch noch mit einem weißen Gaul um die Ecke kommt – oder eben mit einem weißen Porsche. ;)










Nachdem auch dann noch alle Austauschschüler sich zusammengefunden haben, ich meiner Gastfamilie „Tschüss“ gesagt und einen schönen Tag in Miami gewünscht habe, konnten wir dann auch endlich aufs Boot gehen und uns fertig machen. Falls ihr euch fragt, wie viel es gekostet hat. 50 Dollar war es wirklich wert, da wir 4 Stunden in einem kleinen Paradies verbracht haben.
An diesem Punkt möchte ich nicht arrogant klingen, da ich finde, dass es kein Grund ist, arrogant zu sein. Ich hatte Schweineglück mit meiner Gastfamilie und auch mit dem Ort, an dem ich lebe. Nicht jeder kann sagen ein Jahr im wärmsten Staat Amerikas verbracht zu haben. Ich bin unglaublich glücklich und ich schätze es wert, dass ich es wirklich mit eigenen Augen erleben durfte, und nicht nur von CSI Miami oder anderen Filmen. Vor allem bin ich wirklich mit Freude überfüllt sagen zu können, dass ich im Dezember in kurzen Hosen und Bikini herumlaufen konnte. Es ist wirklich ein Experiment und Erfahrung für sich. Zwar hatte ich dieses Jahr keinen Nikolaus, dafür aber eine kleine Tour ins Paradies.


In Mitten von Miami befindet sich eine Insel.
Sie ist klein und zuckersüß und wunderschön zur gleichen Zeit.
Um auf diese Insel zu kommen, muss man mit einem Boot hinausschwimmen, denn diese befindet sich von Villen, Strandhäusern und anderen schicken Schlössern umgeben. Nebenbei haben wir auch das Haus eines ganz berühmten Promis gesehen. Vielleicht kennt ihr ihn ja noch aus älteren Karate-Filmen. Ganz witzig und sympathisch, und manchmal (oder eben fast immer) kampfbereit. Jackie Chan! Und ja, ich war genau so erstaunt, wie ich es immer noch bin. Es ist mir eine Ehre.
Als wir in unserem kleinen Paradies angekommen waren, staunten wir nicht schlecht. Der Sand war warm und weich, das Wasser jedoch kalt. Immerhin herrscht hier Dezember und auch wenn es niemand glauben kann; es wird manchmal kalt. Selten, aber ich ziehe mir dann immer eine Jacke an, weil ich nicht frieren will. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir erst einmal ins Meer springen und nach der Reihe wurden unsere Sachen aufs Land gebracht – wie in einem alten Piraten-suchen-den-Schatz-auf-einer-einsamen-Insel-Film.
Das Wasser war klar und.... voller Quallen. Falls ihr noch nie von einer Qualle gestochen wurdet; es schmerzt. Ihr bekommt rote Punkte oder Flecken an der Stelle und es brennt. Es fühlt sich an wie eine Art von einem elektronischen Blitz. Woher ich das weiß? Weil ich schon einmal gestochen wurde. Zumindest gab es keine Haie dort.
Das Meer war kühl und man musste sich daran gewöhnen, ins Wasser zu gehen. Aber niemand konnte sich beschweren, denn es war Anfang Dezember. Und baden im Bikini in Deutschland? Wenn jemand einen Kälteschock bekommen möchte... vielleicht. Hier ist es jedoch total normal.
Und die Natur hinter uns.... Natürlich wurden wir gewarnt die freilebenden Affen nicht zu füttern. Aber leider haben wir auch keine Affen sehen können. Es roch so frisch und unberührt, wie lange nicht mehr. Es wäre so still und so verführerisch einfach nur dort zu sitzen, mit dem Anblick auf die Hochhäuser Miami's und in Tinte zu versinken, dass man praktisch Angst hätte darin zu ertrinken. Es wäre so schön gewesen. Vielleicht werde ich das ja einmal machen. Vielleicht nicht mehr dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann, wenn ich wieder hier bin. Wenn ich wieder hier bin und zwar nicht nur für ein paar Monate und einige Wochen, sondern... vielleicht für immer.









Ich selbst würde es nicht vorziehen in Miami zu leben. Ich genieße die Stille zu sehr und die freie Sicht auf den Sternenhimmel, der durch die Wolkenkratzer nur verdeckt gewesen wäre. Natürlich genieße ich es dort einmal hinzufahren, die Ortschaft zu besichtigen und einfach mal ein „amerikanisches Girl“ zu spielen, während ich mit einer Handtasche in der einen Hand und einen Smoothie in der anderen Hand durch die Stadt spaziere. Aber seien wir mal ehrlich; das bin nicht ich. :D
Am Ende unseres kleinen Abenteurers hatten wir natürlich alle Hunger, und die Snacks auf der Fahrt, wie Chips und Soda, haben uns nicht ausgereicht und zum Pizza essen hat wir auch wieder festen Boden unter den Füßen.
Wenn ihr mich fragen würdet, ob ich den Tag gerne wiederholen würde; Ja, sicher! Natürlich. Aber nicht mit meiner Organisation. Warum? Zwischendurch bilden sich immer wieder Cliquen – Deutsche unter Deutsche, Norwegen unter Norwegen und so weiter und so fort. Ich bin nicht die Person, die gerne so etwas kritisiert, aber sind wir nicht alle hier um von allen Nationen etwas zu lernen? Da bin ich doch lieber mit meinen Freunden und meiner Familie zusammen, als mit irgendjemand anderem.


Doch da war meine Party noch lange nicht zu Ende.
Unsere Nachbarn von Gegenüber – Ryan und Jenny – haben eine Weihnachtsparty geschmissen. Mit über 70 Leuten! Achja; falls manche es noch nicht bemerkt haben sollten. Es geht hier ums Essen. Und da ich Essen liebe, bin ich natürlich auch mitgegangen. Nein, Spaß! Mein Nachbar und Freund, Jenny's Bruder Shane, wohnt dort und da ich den Abend nicht mit meinen Geschwistern verbringen wollte, habe ich mich einfach unter seine Freunde gemischt und den Abend mit ihm und seiner Freundin Grace verbracht.
Und natürlich wurde auch gegessen, wie auf jeder Party. Am Abend war ich jedoch so müde, dass ich nicht lange gebraucht habe, um auch in meinen Träumen von einer wilden Insel mit kleinen Abenteuern zu versinken und in dem Geruch von Salz und Sand zu ertrinken....


Mit lieben Grüßen, Emilia!

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