Freitag, 26. Dezember 2014

Merry Christmas!

„I don't want a lot for Christmas
There is just one Thing I need
I don't care about the presents
underneath the Christmas tree

I just want You for my own
More than you could ever know
May my wish come true
All I want for Christmas is you!“

  • All I Want for Christmas is you



Hohoho, meine kleinen Weihnachtskekse!
Hoffentlich habe ich euch einen Ohrwurm mit meinem Lieblings Weihnachtslied verpasst. Auch bei mir kam Santa Claus vorbei, doch bevor ich euch von meinem ersten amerikanischen Weihnachten erzähle, möchte ich meinen Eltern zum 25 Hochzeitstag, der am 26 Dezember stattfindet, gratulieren!
Also, Mama und Papa;
ich freue mich, dass ihr beiden nach 25 Jahren Ehe immer noch voller Freude und Glück durchs Leben schlendert! Ich wünsche euch ganz viel Liebe, Respekt zu einander und schöne Momente für die nächsten 25 Jahre! Und natürlich auch länger!

Jetzt zurück zu meinem amerikanischen Weihnachten!
Falls manche es schon vielleicht mitbekommen haben sollten, hier wird Weihnachten nicht am 24 Dezember gefeiert und auch werden hier nicht die Geschenke ausgepackt, wie man es bei uns in Deutschland kennt. Hier verläuft die Geschichte ein wenig anders.

Am morgen des 24. Dezembers herrschte keine Aufregung, wie ich das von Zuhause in Polen und Deutschland kenne. Niemand rannte wild durchs Haus um die letzten Kugeln und Ornamente aufzuhängen, es wurde nicht laut durch die Küche geschrien, dass der Truthahn im Ofen anbrennt und es gab auch keine Schneestürme, die das Weihnachtsfest ruinieren konnten.
Denn ich bin in Florida. Und richtig Weihnachtsstimmung? Irgendwie unmöglich, bei 26 Grad Celsius im Schatten. Zwar war das ganze Haus dekorativ eingerichtet, der Weihnachtsbaum war aufgestellt, die Geschenke stapelten sich unter ihm, die Häuser der Nachbarn waren hell erleuchtet, aber es war keine Weihnachtsstimmung. Wo war der Schnee? Die Schneemänner? Die Kälte? Es war Sommer im Dezember, aber trotzdem habe ich es genossen, da ich zum ersten Mal weder gefroren, noch mich vor Kälte geschüttelt habe.
Um 15 Uhr sind wir, meine Gasteltern, Gastgeschwister und ich, in die Kirche gegangen. Es ist eine christliche Kirche. Es gibt keinen Altar, einen Pastor und eine Band spielt Musik. Es war nicht unsere Kirche, die wir jeden Sonntag besuchen, da wir um 17 Uhr auf ein Dinner bei dem früheren Arbeitskollegen meines Gastvaters eingeladen waren. Während der Messe hat der Pastor über die Geburt Jesu gepredigt, nebenbei wurden auch Scherze gemacht und es war kein gewöhnlicher Gottesdienst, wie man es von Zuhause kennt. Danach waren wir Steve's Sohn Gunner abholen, der dann mit uns zu Jimmie's Haus gefahren ist, in welchem uns dann ein italienisches Buffet erwartet hatte.
Jimmie, ein Mann mit einer etwas weiteren und größeren Statur, wollte nicht alleine mit seiner Frau feiern, deshalb hatte er uns eingeladen. Natürlich hatte er das ganze Essen bezahlt; Pasta, Pizza, Lasagne, Getränke, Eis und Kuchen. Da wir schon einmal mit ihm in dem Restaurant waren, von welchem er die Sachen bestellt hatte, wussten wir, dass es nur gut sein konnte. So gut, dass alle auf ihre Zu-Silvester-sehe-ich-gut-aus-Diät verzichtet hatten.
Nachdem die jüngere Generation noch einen Film geguckt hatte und sich die älteren Herrschaften über alles Neue ausgetauscht hatten, sind wir nach Hause aufgebrochen, da heute Nacht Santa Claus kommen würde. Hier in Amerika gibt es keinen Nikolaus am 6. Dezember. Und hier kommt auch nicht das Christkind. Dafür kann man Santa auf einen Santa Tracker auf Google verfolgen, in welchem Land er gerade die Geschenke austeilt und wann er abreist und wohin er als nächstes fliegt. Habt ihr das gemacht? Ich habe einmal kurz reingeschaut, aber die Mappe war so unübersichtlich, dass ich mich sofort verloren habe.

„Emilia, komm Geschenke auspacken! Du musst kommen. Jetzt.“
So wurde ich von meinem kleinen Gastbruder um 4.30 am Morgen aufgeweckt, mit der guten Entschuldigung, dass wir jetzt die Geschenke auspacken konnten. Richtig wach war ich zu der Zeit nicht wirklich. Der erste, der ein Gurkenornament finden würde, könnte das erste Geschenk aufmachen. Ich habe mich nicht einmal bemüht es zu suchen, da ich immer noch im Halbschlaf versuchte nicht gegen die nächstbeste Wand zu laufen. Zachary war der Erste, da er das Ornament gefunden hatte. Meine beiden Geschwister hatten sich ein iPod zu Weihnachten gewünscht. Meine Gastmutter hatte beide in Müslipackungen und Spinatpackungen eingepackt.
Zachary riss das Papier von der Schachtel ab und die Packung mit dem Cereal kam hervor. Er freute sich so sehr, dass er sofort zum Schrank rannte, und das Müsli dort hinstellte. Ich schaute Debbie ganz verwundert an, wobei sich mir nur lachend zeigte, ich solle nichts sagen. Als dann Hannah ihre Packung aufmachte, dann aber den iPod fand, hatte mein Gastbruder einen „Aha“-Moment, rannte zum Schrank und riss auch nun seine Packung auf, um seinen iPod zu finden.
Am Ende saßen wir 2 Stunden am Tisch um alle Geschenke begutachten zu können, welche wir bekommen haben. Und jedes Geschenk musste einzeln ausgepackt werden, wie es sich eben gehört. Ich habe unter anderem einen Blog zum Zeichnen, ein Etui mit Bleistiften und Farbstiften, eine Tasche, einen Becher, eine Halskette, ein Armband und einen kleinen VW-Bus mit Surfbrettern bekommen. Ich habe mir nicht wirklich viel gewünscht, da ich im Grunde nicht wirklich etwas brauchte. Es wird auch immer schwieriger etwas zu finden, da wir im Grunde alles haben.
Danach habe ich mich erst einmal für zwei Stunden hingelegt, um meinen Schlaf nachzuholen.



Leider gab es bei uns auch kein großes Christmasdinner:
Wir haben zusammen mit Debbie's Bruder gegessen. Truthan, Stuffing, Süßkartoffeln, Kartoffeln und Salat kamen bei uns auf dem Tisch und als Nachtisch gab es Käsekuchen. Die richtige Christmasparty würde am Abend bei Freunden stattfinden.
Nachdem wir dann bereit zum Ausgehen waren, haben wir uns bei Debbie's Freundin Debby mit allen möglichen Köstlichkeiten vollgestopft.
Alles angefangen hat mit Brownies, in Schokoladen getauchten Brezeln, Keksen, Salzstangen, verschiedenen Crackern mit verschiedenen Soßen, Kuchen, Chips. Natürlich ging es weit aus über zu Würstchen, Salat, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen und all den Dingen, die die Zunge nur schmecken mag. Es war ein reines Ess-Dinner. Man hat sich die Bäuche vollgestopft, mit den Gästen geredet – wobei ich gefühlte hundert Male ausgefragt wurde, wie es denn sei eine Austauschschülerin zu sein – und man hat neue Kontakte geknüpft.
Ich habe den ganzen Abend mit Savana, einer 17-Jährigen aus Tampa, und Myles verbracht, um mich nicht ganz einzuschlummern, da ich immer noch halbwegs im Traumland war und mich nur wage auf den Beinen halten konnte.

Im Endeffekt darf ich sagen, dass das Weihnachtsessen und Weihnachten an sich irgendwie total anders war als in Deutschland. Es war nicht wirklich 100% amerikanisch, aber man konnte ein wenig den amerikanischen Flair spüren und sich denken, wie es wohl sein würde, wenn hier Schnee läge und die Weihnachtsstimmung einen auch packen würde. Mein Weihnachten in Polen war immer mehr ein Familienfest gewesen, um Mitternacht in die Kirche zu gehen, Weihnachtslieder zu singen, im Schnee spielen – oder eher wie ich vor dem Kamin mit einem guten Buch sitzen, da ich wahrscheinlich nach zwei Minuten erfroren wäre. Vielleicht wäre mein amerikanisches Weihnachten mehr so geworden, wie wir es aus amerikanischen Filmen kennen, doch da die Wetterbedingungen hier unten in Florida ganz anders sind, war es ein sommerliches Weihnachten!

Und da ich leider nicht weiß, ob ich dieses Jahr noch etwas posten werde, wünsche ich euch allen ein wunderschönes Jahresende. Sieht es so; das Jahr hat viele gute und viele schlechte Dinge gebracht. Wir bereuen eine Dinge, die wir getan haben und die wir nicht getan haben. Doch bevor dieses Jahr endet und wir in das neue Jahr 2015 rutschen, lasst uns einfach ein tolles, letztes Kapitel für dieses Jahr schreiben. Ich weiß ja nicht, welche Dinge ihr im Kopf habt, aber für mich hat dieses Jahr nur gute Dinge gebracht, die ich hier mit euch teile.
Vielleicht habt ihr ja auch eine Liste mit den Dingen, die ihr im Jahr 2015 machen möchtet. Ich spreche nicht von der Dauer-Diät, die jeder am Anfang des Jahres in Anschlag nimmt, aber am 02.Januar schon alles wieder vorbei ist, da die Schokolade versehentlich auf den Teller gefallen und sich verführerisch ausgezogen hat, sodass wir nicht die Finger von ihr lassen konnten.
Vielleicht habt ihr Dinge in Gedanken, die ihr gerne mit mir teilen würdet! Ich würde mich natürlich herzlich freuen einige eurer Dinge zu erfahren, da ich selbst noch meine Liste vollenden muss!

Mit lieben, herzlichen und warmen Grüßen an Alle,
Emilia

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