Als mein Onkel 50 Jahre alt
wurde, haben meine Eltern und ich beschlossen ihm einen Hund zu
kaufen. Schon seid er ganz klein war, und nicht einmal sprechen
konnte, hatte er den innigsten Wunsch einen Boxer zu trainieren. Der
Anlass war perfekt und die Geschenkidee ebenfalls. Und so kauften wir
ihm einen Wau-Wau. Natürlich wusste mein Onkel nichts von den
Gedanken und unseren überaus verrückten Plan. Als er dann sich
seinen Traumburschen aussuchen durfte, war es um ihn geschehen. Liebe
auf den ersten... Leckerli.
Natürlich fragt ihr euch jetzt
bestimmt, warum zum Teufel ich euch diese Geschichte erzähle. Weil
sie ein Teil meiner heutigen Geschichte ist. Tores ist mittlerweile
ein starker und großer Hund geworden, vor dem ich mich manchmal noch
immer fürchte. Er ist sehr lebendig, ausgesprochen aktiv, aber
wundervoll. Trotzdem ist dieses Gefühl immer noch in meiner
Magengrube da, wenn ich sein braunes, strahlendes Fell und die
großen, klaren, braunen Augen sehe. Ich habe keine Angst, jedoch
sehr viel Respekt.
(Pozdrowienia dla Wujka Michala!
I kochanego Toresa ;))
Als ich am Montag von der Schule
kam, rannt mir mein Gastbruder strahlend in die Arme und kreischte
mir meine Ohren voll: „Emi, Emi! Wir bekommen einen Hund, wir
bekommen einen Hund!“ Das Erste, was ich jedoch gemacht habe, war,
ich ging zu meiner Gastmama und fragte sie, ob dies nur ein Spaß
wäre oder doch die Wahrheit, da es irgendwie merkwürdig in meinen
Ohren klang.
Sie beteuerte mit einem breiten
Grinsen im Gesicht, dass es wirklich ernst gemeint sei und kein Witz,
wie ich es am Anfang gedacht habe. Dann, und genau dann, wurde ich
total aufgeregt, dass mir fast das Herz in die Hose flutschte. Danach
stürmte ich in das Schlafzimmer meiner Gasteltern, in welchem der
Rest der Mannschaft versammelt war, und sagte erst einmal jedem
hinter einander, dass ich alle vergötterte. Steve schaute mich nur
lächelnd an und meinte ruhig auf meine Vorfreude: „Jetzt lieben
mich gerade alle. Sehen wir mal, was nächste Woche ist, wenn ich
euch wieder Emilias Schokolade wegnehme.“
In den nächsten Tagen herrschte
dann im Haus Thompson totaler Aufruhr. Meine Gastgeschwister konnten
sich nämlich nicht entscheiden; Boxer, American Bulldog,
was-weiß-ich für eine Hunderasse wurde durch gekramt, alle Seiten
mit Hundewelpen wurden durchforstet und natürlich wurde gestritten
wie eh und je. Mein Bruder wollte einen Jungen, während meine
Schwester ein Mädchen wollte. Danach haben sie sich wieder in die
Haare wegen dem Namen gekriegt und welche Rasse es doch denn endlich
sein sollte. Im Grunde waren die Tage ein reinster Zirkus! Neben
vielen Tränen, welche die beiden vergossen haben, ging es mir
langsam auf den Geist, dass sie sich nicht einigen konnten. Ich habe
meine Gastmama dann auch gefragt, ob man nicht einfach eine andere
Lösung finden könnte, denn ich sah es Debbie an, dass sie auch
keine große Lust mehr darauf hatte mit ihren Kindern zu diskutieren.
Zwar wurden tausende Anrufe getätigt, aber ein Ende war noch lange
nicht in Sicht.
Am Mittwoch hatte ich dann auch
meinen Photographie Club. Ich wartete mit Lillian auf ihren Vater,
der mich nach Hause bringen sollte. Heute sollte dann der große Tag
sein, an welchem wir uns dann endlich für einen Hund entscheiden
würden. Meine Gastgeschwister riefen mich drei Mal an, um sich zu
vergewissern, wo ich mich denn nun befand. Ich musste ihnen sogar
eine detaillierte Beschreibung der Straße und der Bäume abliefern!
Als ich dann auch endlich Zuhause
war, begrüßte mich Zachary mit den Worten: „Wir haben einen
Hund!“ Als erstes war ich total überrascht und konnte nichts von
mir geben, bis ich dann endlich die kleine Maus sah.
Ihr Name ist Dutchess. Geboren
wurde sie am 5.August 2014 (einen Tag vor Dir, Delia :D) und sie ist
ein American Bulldog. Dutchess wird also ziemlich groß und sehr
muskulös. Zurzeit ist sie jedoch eher nur total niedlich und mega
knuddelig.
Meine Gastgeschwister haben mich
dabei sogar gefilmt, als ich unglaublich glücklich und irgendwie
auch nicht ich selbst vor mich hin „Wir haben einen Hund!“
gesprochen haben. Da sie zurzeit erst sieben Wochen alt ist, ist sie
noch ein kleines Baby, das dauernd einschläft, egal, in welcher
Position sie sich gerade befindet. Heute, am 25.09. war ich alleine
Zuhause und musste mich um die kleine Prinzessin kümmern. Meine
Gastgeschwister und Eltern waren bei ihrem wöchentlichen Training.
Der Abend mit ihr war eigentlich
ganz nett. Nachdem sie das erste Mal auch aufgewacht ist, war sie ein
braves Mädchen und ich konnte mit ihr problemlos rausgehen. Ein
bisschen mit dem Ball gespielt haben wir auch noch, bevor sie sich
jedoch entschlossen hat, dass mein Fuß ein besserer Kauknochen ist,
als ihr Spielzeug. Als ich sie dann umgedreht habe, um ihr zu zeigen,
dass es nicht gut ist, was sie gemacht hat, hat sie mich mit diesem
Du-bist-ein-fieser-Mensch- und Ich-bin-zuckersüß-Blick angesehen.
Ich glaube, sie war für einen Moment auch beleidigt. Danach jedoch
war sie wieder der kleine Welpe, welcher sich auf meinem Schoss
zusammen gerollt hat. Beim zweiten Mal standen wir jedoch zehn
Minuten im Regen und im Endeffekt hat sie sich doch in der Küche
erleichtert. Diese kleine Prinzessin! Aber kuscheln mit ihr macht
trotzdem viel zu viel Spaß! Also, Mama, Papa – gewöhnt euch schon
einmal an den Gedanken einen Hund im Wohnzimmer zu haben. ;)
Doch was mein heutiger Post mit
der Geschichte zu tun hat;
Obwohl sie ein kleines Wesen mit
einem viel zu großen Kopf ist, habe ich wie bei dem Hund meines
Onkels Respekt vor ihr, denn sie wird wachsen. Tatzen bleiben Tatzen.
Zähne bleiben Zähne. Und Stärke bleibt Stärke.
Liebe Grüße, Lia
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen