Donnerstag, 25. September 2014

Ein neues Familienmitglied!

Als mein Onkel 50 Jahre alt wurde, haben meine Eltern und ich beschlossen ihm einen Hund zu kaufen. Schon seid er ganz klein war, und nicht einmal sprechen konnte, hatte er den innigsten Wunsch einen Boxer zu trainieren. Der Anlass war perfekt und die Geschenkidee ebenfalls. Und so kauften wir ihm einen Wau-Wau. Natürlich wusste mein Onkel nichts von den Gedanken und unseren überaus verrückten Plan. Als er dann sich seinen Traumburschen aussuchen durfte, war es um ihn geschehen. Liebe auf den ersten... Leckerli. Natürlich fragt ihr euch jetzt bestimmt, warum zum Teufel ich euch diese Geschichte erzähle. Weil sie ein Teil meiner heutigen Geschichte ist. Tores ist mittlerweile ein starker und großer Hund geworden, vor dem ich mich manchmal noch immer fürchte. Er ist sehr lebendig, ausgesprochen aktiv, aber wundervoll. Trotzdem ist dieses Gefühl immer noch in meiner Magengrube da, wenn ich sein braunes, strahlendes Fell und die großen, klaren, braunen Augen sehe. Ich habe keine Angst, jedoch sehr viel Respekt.
(Pozdrowienia dla Wujka Michala! I kochanego Toresa ;))

Als ich am Montag von der Schule kam, rannt mir mein Gastbruder strahlend in die Arme und kreischte mir meine Ohren voll: „Emi, Emi! Wir bekommen einen Hund, wir bekommen einen Hund!“ Das Erste, was ich jedoch gemacht habe, war, ich ging zu meiner Gastmama und fragte sie, ob dies nur ein Spaß wäre oder doch die Wahrheit, da es irgendwie merkwürdig in meinen Ohren klang.
Sie beteuerte mit einem breiten Grinsen im Gesicht, dass es wirklich ernst gemeint sei und kein Witz, wie ich es am Anfang gedacht habe. Dann, und genau dann, wurde ich total aufgeregt, dass mir fast das Herz in die Hose flutschte. Danach stürmte ich in das Schlafzimmer meiner Gasteltern, in welchem der Rest der Mannschaft versammelt war, und sagte erst einmal jedem hinter einander, dass ich alle vergötterte. Steve schaute mich nur lächelnd an und meinte ruhig auf meine Vorfreude: „Jetzt lieben mich gerade alle. Sehen wir mal, was nächste Woche ist, wenn ich euch wieder Emilias Schokolade wegnehme.“
In den nächsten Tagen herrschte dann im Haus Thompson totaler Aufruhr. Meine Gastgeschwister konnten sich nämlich nicht entscheiden; Boxer, American Bulldog, was-weiß-ich für eine Hunderasse wurde durch gekramt, alle Seiten mit Hundewelpen wurden durchforstet und natürlich wurde gestritten wie eh und je. Mein Bruder wollte einen Jungen, während meine Schwester ein Mädchen wollte. Danach haben sie sich wieder in die Haare wegen dem Namen gekriegt und welche Rasse es doch denn endlich sein sollte. Im Grunde waren die Tage ein reinster Zirkus! Neben vielen Tränen, welche die beiden vergossen haben, ging es mir langsam auf den Geist, dass sie sich nicht einigen konnten. Ich habe meine Gastmama dann auch gefragt, ob man nicht einfach eine andere Lösung finden könnte, denn ich sah es Debbie an, dass sie auch keine große Lust mehr darauf hatte mit ihren Kindern zu diskutieren. Zwar wurden tausende Anrufe getätigt, aber ein Ende war noch lange nicht in Sicht.


Am Mittwoch hatte ich dann auch meinen Photographie Club. Ich wartete mit Lillian auf ihren Vater, der mich nach Hause bringen sollte. Heute sollte dann der große Tag sein, an welchem wir uns dann endlich für einen Hund entscheiden würden. Meine Gastgeschwister riefen mich drei Mal an, um sich zu vergewissern, wo ich mich denn nun befand. Ich musste ihnen sogar eine detaillierte Beschreibung der Straße und der Bäume abliefern!
Als ich dann auch endlich Zuhause war, begrüßte mich Zachary mit den Worten: „Wir haben einen Hund!“ Als erstes war ich total überrascht und konnte nichts von mir geben, bis ich dann endlich die kleine Maus sah.




  
Ihr Name ist Dutchess. Geboren wurde sie am 5.August 2014 (einen Tag vor Dir, Delia :D) und sie ist ein American Bulldog. Dutchess wird also ziemlich groß und sehr muskulös. Zurzeit ist sie jedoch eher nur total niedlich und mega knuddelig.
Meine Gastgeschwister haben mich dabei sogar gefilmt, als ich unglaublich glücklich und irgendwie auch nicht ich selbst vor mich hin „Wir haben einen Hund!“ gesprochen haben. Da sie zurzeit erst sieben Wochen alt ist, ist sie noch ein kleines Baby, das dauernd einschläft, egal, in welcher Position sie sich gerade befindet. Heute, am 25.09. war ich alleine Zuhause und musste mich um die kleine Prinzessin kümmern. Meine Gastgeschwister und Eltern waren bei ihrem wöchentlichen Training.
Der Abend mit ihr war eigentlich ganz nett. Nachdem sie das erste Mal auch aufgewacht ist, war sie ein braves Mädchen und ich konnte mit ihr problemlos rausgehen. Ein bisschen mit dem Ball gespielt haben wir auch noch, bevor sie sich jedoch entschlossen hat, dass mein Fuß ein besserer Kauknochen ist, als ihr Spielzeug. Als ich sie dann umgedreht habe, um ihr zu zeigen, dass es nicht gut ist, was sie gemacht hat, hat sie mich mit diesem Du-bist-ein-fieser-Mensch- und Ich-bin-zuckersüß-Blick angesehen. Ich glaube, sie war für einen Moment auch beleidigt. Danach jedoch war sie wieder der kleine Welpe, welcher sich auf meinem Schoss zusammen gerollt hat. Beim zweiten Mal standen wir jedoch zehn Minuten im Regen und im Endeffekt hat sie sich doch in der Küche erleichtert. Diese kleine Prinzessin! Aber kuscheln mit ihr macht trotzdem viel zu viel Spaß! Also, Mama, Papa – gewöhnt euch schon einmal an den Gedanken einen Hund im Wohnzimmer zu haben. ;)


Doch was mein heutiger Post mit der Geschichte zu tun hat;
Obwohl sie ein kleines Wesen mit einem viel zu großen Kopf ist, habe ich wie bei dem Hund meines Onkels Respekt vor ihr, denn sie wird wachsen. Tatzen bleiben Tatzen. Zähne bleiben Zähne. Und Stärke bleibt Stärke.


Liebe Grüße, Lia

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