Vom 10/04 auf den 10/05 hatte ich mein erstes AFS Camp. Zwar kannte ich schon ein paar Austauschschüler, jedoch würde ich an diesem Tag noch mehr Leute kennenlernen. Insgesamt sind wir 27 AFS Austauschis in Florida.
Aber, wie es sonst nicht üblich ist, beschloss mein Wecker mich an diesem Morgen die Beziehung zu meinem Bett zu vertiefen; kurz gesagt: wenn Debbie mich nicht aufgeweckt hätte, hätte ich den Tag verschlafen. Gott sei Dank musste sie mit Dutchie raus, und sie weiß, wie lange ich immer im Bad brauche! Immerhin würde es ein 3-Stunden-Trip werden, weshalb wir schon um 7 Uhr morgens auf der Straße sein mussten.
Meine Tasche hatte ich schon am Tag zuvor gepackt, nur noch die Kulturtasche rein geschmissen und war fertig für die Westküste Floridas!

Das Wochenende würde ich in Manasota Key verbringen. Erst einmal brachte mich meine Gastfamilie zu Anna aus Norwegen. Nach einem kurzen Verabschieden und Knuddeln mit Zachary, gingen die drei dann auch schon. Anna's Hostmom brachte uns dann zu Adrianas Haus. Adriana ist der Kopf vom Florida Team. Sie kümmert sich um halbwegs alles, was es zu erledigen gibt. Adriana selbst würde uns nicht fahren, dafür aber eine AFS Mitarbeiterin - Volunteer.
Dort trafen wir auch auf Claudia aus Schweden. Die beiden kannte ich von dem ersten kurzen AFS Treffen im August, als ich ankam. Und natürlich von der Norwegenpräsentation von Anna im September, auf welcher wir uns mit norwegischen Köstlichkeiten vollgestopft haben!
Während Anna und Claudia hinten im Auto schliefen, saß ich vorne und verbrachte die Zeit damit dies hier schon einmal zu schreiben. ;) Nebenbei machten wir auch einen kurzen Halt bei Dunkin'
Donuts, wobei sich alle Donuts kauften. Leute, die kleinen Donats sind so überirdisch gut, dass man am liebsten darin baden würde.
In unserem Resort angekommen, sind wir dann auf die Suche nach unseren Kabinen gegangen. Natürlich haben wir uns auf unserem kleinen Abenteuer verlaufen, so wie es sich gehört! :D Danach gab es erst einmal Essen. Was ich euch garantieren kann;
Man kann während eines AFS nicht auf Diät bleiben, da es überall Brownies und Süßigkeiten gibt! Überall! Chips und irgendwelcher Kram wird immer durch die Reihen gegeben und wenn ihr da die Leute knabbern sieht, ist es wie in der Hölle! Außerdem ist das Essen hier in einem Hotel wirklich gut. Wir hatten zu Mittag verschiedene Salate, verschiedene Arten von Brot, Schinken und Käse. Zum Nachtisch gab es Brownies, Kuchen und Muffins. Am Abend gab es Hühnchen und wieder Salat, verschiedene Brötchenarten, Kuchen und was-weiß-ich-was. Selbst zum Frühstück gab es Kuchen! Es ist wie eine Verschwörung gegen Austauschschüler; "Lasst sie essen, damit sie rollend nach Hause gehen!" :D
Durch das ganze Wochenende hindurch haben wir natürlich die wichtigsten AFS Regeln besprochen;
- keine Drogen (Alkohol)
- kein Auto fahren
- kein per-Anhalter-mitfahren
- nicht schwanger werden und niemanden schwängern
AFS USA ist sehr streng. Bricht man die Regeln, wird man nach Hause geschickt. Kein Nein, kein Flehen, nichts hilft dagegen. Unsere Orga muss auf uns aufpassen und trägt nun einmal auch Verantwortung. Wenn wir die Regeln brechen, hat dies nicht nur für uns Konsequenzen, sondern meine Gastfamilie, Gastschule und zukünftige Austauschschüler können und werden von meinem Handeln betroffen sein. Also warum die Regeln brechen, wenn so vieles auf dem Spiel steht?
Wir haben aber auch unsere ersten Erfahrungen in der Schule besprochen, die Erlebnisse in den ersten Wochen in unserer Gastfamilie und auch die Sachen, die uns vielleicht nicht so gefallen. Vorschläge, was wir besser machen können, wurden aufgelistet, Ideen vorgeschlagen und einfach zwischendurch geredet. Wir haben ein Schauspiel vorgestellt von verschiedenen Situationen und in unserer Freizeit haben wir Fotos geschossen und am Strand gesessen. Oder irgendwelche begabten Menschen haben Klavier gespielt :p
Freundschaften wurden geschlossen, Nummern ausgetauscht; das übliche Zeug. Ich weiß nicht, was ihr darüber denkt und wie eure Meinung zu diesen Sachen ist, aber ich habe diesmal nicht gesagt "Lass in Kontakt bleiben und uns mal treffen.". Wieso? Klar, es ist gut Freunde zu finden und neue Menschen kennenzulernen. Es ist gut die Situationen anderer zu erfahren und sich auszutauschen und mit einigen der Leute will ich auch unbedingt schreiben; aber ich bin hier um ein amerikanisches Leben zu führen und mich mit meiner amerikanischen Familie zu verstehen und amerikanische Freunde zu finden. Wenn man wirklich die Kultur hautnah erleben möchte, sollte man so viel wie möglich die Zeit mit Menschen verbringen, die einem in dieser Richtung weiterhelfen. Ich bin nicht den weiten Weg gegangen, um mich nur mit anderen Austauschis zu verständigen. Ich bleibe in Kontakt mit ihnen, aber mein Leben will ich doch lieber hier verbringen.
Zwischen den verschiedenen Punkten, welche von AFS vertreten wurden, haben wir auch eine AFS Flagge für das Jahr 2014 / 2015 kreirt.

Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Jahr für AFS. Danielle, ein weiterer Kopf von AFS, sprach ebenfalls eine Rede. Dieses Jahr feiert meine Organisation 100 Jahre bestehen. Dieses Jahr ist ein großes Jahr für alle Austauschschüler, Ehrenamtliche und Gastfamilien. Wir sind Teil von etwas Großem. Wir sind die Austauschschüler, die in's Ausland gegangen sind, während die wundervollste Orga ihren Geburtstag gefeiert hat!

Aber besonders fühle ich mich trotzdem dadurch nicht. Eher total normal :D
Am Sonntag, nachdem wir dann auch alle Fotos aufgenommen haben, haben wir alle zusammen eine der verrücktesten Sachen der Welt gemacht. Ich spreche hier nicht von der kurzen Meditation am Strand. Nein, ich erwähne hier ganz andere Sachen; in Jeans und T-Shirt, ganz angezogen, sind wir dann ins Wasser gerannt und sind schwimmen gegangen. Ohne Badeanzüge und Shorts. Mit Hosen und Unterwäsche. Ich habe keine Ahnung, wie wir auf diese Idee gekommen sind. Aber es war genial. Es war schlicht und einfach genial.

Um 16 Uhr hat mich dann auch meine Gastmama wieder bei Adriana's Haus abgeholt, an welchem uns Kathleen (AFS Volunteer) abgesetzt hat. Dort haben wir die beste Verpflegung von Adriana's 11-jährigen Sohn bekommen. Leider kann ich mir seinen Namen immer noch nicht merken. Ich bin so schlimm mit Namen! Er hat Anna, Claudia und mir Essen angeboten, wollte uns etwas kochen und war so unglaublich nett! Er selbst war auch schon drei Monate in Italien alleine, ohne seine Familie. Respekt!
(Also Oma, und du hattest Angst um deine 16-jährige Enkelin :P)
Total müde und sichtlich glücklich mein Bett wieder zu haben, kann ich sagen, dass das Wochenende wirklich schön war. Leider wird es diese Art von Wochenenden nicht mehr geben, wurde uns gesagt. Schade, da irgendwie AFS schon ein kleiner Teil von mir geworden ist. Immerhin haben mich diese Wochenenden durch das ganze lange Warten gebracht und waren immer ein Punkt, auf welchen ich mich gefreut habe.
Liebe Grüße, eure Emilia
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