Gegrüßt
seid Ihr, Könige und Königinnen aus fernen Ländern!
Prinzessinnen
und Frösche, die wieder in einen Traumprinz verwandelt werden
müssen! Liebreizende Damen und Herren!
Vom
27.Februar bis zum 1.März habe ich das Wochenende bei einer anderen
Gastfamilie verbracht und bin zum sagenumwobenen Disney
World Park gefahren und habe das Kennedy Space Center
besucht.
Falls
ihr euch natürlich fragt, weshalb ich so lange mit dem Bericht
gebraucht habe; leider lag ich mit Schnupfen, Halsschmerzen und
Husten im Bett. Zum Glück haben wir nun Spring Break – eine Woche
frei. Falls ihr wissen wollt, wie diese Erkältung zu Stande gekommen
ist, ließt einfach selbst. :)
Am
Freitag wurde ich von meiner Gastmutter und meiner Gastschwester zu
Starbucks gebracht, wo wir anschließend auch Go aus Japan und Jorge
aus Spanien angetroffen haben. Zusammen mit ihnen, und Harold, einem
weiteren Kopf von AFS, seinem Sohn, sind wir der 3,5 stündigen Fahrt
nach Orlando angetreten, wo wir die Nacht über bei einer anderen
Gastfamilie schlafen würden, um am nächsten Tag nach Disnet
World gehen zu können. Und ja, in dem Auto war ich das
einzige Mädchen. Aber keine Sorge, meine lieben Leser, nach dem
kleinen Wochenendausflug war Harold kräftig von der Tatsache
überzeugt, dass ich eine gute Überlebenskünstlerin war, was das
Thema Fahren-mit-Jungs anbelangt. Während der ganzen Fahrt wurde
geschnattert, was mich ziemlich überraschte, denn die Männer reden
bekanntlich weniger als Frauen. Ein Mann, ein Wort. Eine Frau, ein
Wörterbuch.
Dabei
habe ich mal wieder etwas ganz Neues über AFS, meine
Austauschorganisation, gelernt. Zwar war ich am Anfang schockiert,
aber irgendwo schien es auch verständlich. Nach mittlerweile zwei
stündiger Fahrt hat mir Harold gesagt, dass er vieles über mich
wusste. Jetzt kriegt man doch normalerweise Angst, oder? Er ist
nämlich derjenige, der die Schulen anruft und sich vergewissert,
dass alle AFS Austauschschüler keinen Unfug anstellen. Er weiß alle
Noten, alle Tage, an denen wir gefehlt haben und auch die Stunden,
die wir nachsitzen mussten. Verheimlichen kann man hier nichts mehr.
Als
wir dann auch bei unserer Gastfamilie angekommen sind, die dabei nur
aus Mary Lo bestand, die selbst einmal eine Austauschschülerin
gewesen war, haben wir sogleich unsere Betten bezogen und sind
schlafen gegangen. Dabei hatte ich das größte Bett für mich selbst
erwischt.
Samstag
war dann der große Tag.
Früh
am morgen sind wir aufgestanden, haben uns fertig gemacht und konnten
im Land der Träume eintauchen. Erst einmal stand uns wieder eine
Strecke von 1,5 Stunden entgegen. Der Himmel über uns war eine graue
Wolkendecke und wir hofften schwer, dass sich das Düstere über uns
verziehen würde, und wir einen schönen Tag haben würden. Immerhin
war es Disney!
Ich
zu meiner Seit war sehr aufgeregt. Falls es viele von euch nicht
wissen; ich liebe Disney Filme. Wer bitte schön träumt nicht davon
von einem Märchenprinzen wach geküsst zu werden? Wer möchte nicht
mit Peter Pan nach Nimmerland fliegen? Wer würde denn nicht gerne
das Biest aus seiner Gestalt befreien? Wer würde denn nicht gerne
mit Jack Sparrow zu fernen Inseln segeln und vergrabene Schätze
finden? Wer würde denn nicht gerne Nemo suchen? Wer würde denn
nicht....? Gibt es doch zu; wenn jemand vorbeikommen und euch genau
dies fragen würde, würdet ihr doch auch alles stehen und liegen
lassen, um euch auf ein Abenteuer vorzubereiten!
Und
auf einmal breitete sich das Schild aus – das „Willkommen in
Disney“ Schild, worauf wir alle gewartet haben. Es war da. Es ist
einfach so plötzlich erschienen.
Wenn
ihr das Gefühl kennt, wenn ihr an Weihnachten als kleines Kind
aufgewacht seid und all eure Geschenke unterm Baum aufblitzen sehen
konntet, und euer Herz euch bis zum Hals schlug und fast explodieren
konnte, weil es so unglaublich atemberaubend toll gewesen ist, genau
jetzt könnt ihr mich verstehen, wie ich mich gefühlt habe. Es war
wie mein Geburtstag, Weihnachten, Ostern und meine zukünftige
Hochzeit zu gleich. Ich war aufgeregt. Mehr als aufgeregt!
Als
wir uns dann auch alle vor dem Tor standen, wurde mir eins klar;
Emilia, DU BIST IN DISNEY.
Nachdem
wir eingetreten waren, ging unsere Expedition auch schon los.
In
kleinen Grüppchen haben wir Disney's wunderbare Ortschaften
entdeckt. Dabei bin ich mit Finja aus Deutschland, Romina aus Uruguay
und Aruuke aus irgendeinem Land in Asien herumgelaufen. Da wir leider
nicht alle Parks besuchen konnten, sind wir nur ins Magic Kingdom
gegangen – der Park, in dem das Schloss steht.
Eins
müsst ihr über Disney erfahren; es gibt dort keinen Dreck. Alles
ist sauber. Ihr findet dort keinen einzigen Müll, kein Kaugummi,
kein Haar am falschen Fleck. Es ist nicht nur sauber, sondern einfach
perfekt. Jedes Haus, jede Attraktion, jede Straße, jedes der tausend
Souvenirshops, jedes noch so kleine Detail wurde speziel eingeplant.
Wie alles jedoch passiert, ohne entdeckt zu werden? Unter dem
eigentlichen Park, in welchem alles scheint und glänzt, gibt es
unterirdische Tunnel – eine ganze Stadt – nur um alles perfekt
erscheinen zu lassen. Es hört sich an, wie ein großer Plan. Das ist
es auch. Disney ist dafür bekannt. Jeden Tag strömen tausende von
Menschen durch die Tore Disney's, um die verschiedensten Parke zu
besuchen; Magic Kingdom, Animal Kingdom, Epcot, Hollywood Studios.
Jedes Jahr werden Millionen von
Dollar für Disney ausgegeben, und nach dem Besuch kann ich auch
verstehen, wieso.
Die
Häuser sahen aus, als wären sie aus den verschiedensten Disney
Movies ausgeschnitten wurden. Nein. Sie wurden aus den Disney Filmen
ausgeschnitten und an vielen Stellen platziert. Du hattest das Gefühl
in eine Szene hineingesprungen zu sein, ohne jedoch das Gleichgewicht
zwischen Wirklichkeit und Traum zu verlieren. Nichts hat sich
unangenehm gefühlt. Es war alles so bekannt, so heimatlich, weil man
doch mit Disney, Mickey Mouse, groß geworden war. Es war alles da.
Alles, was man sich hätte jemals vorstellen können. Es wurde nichts
vergessen. Rein gar nichts.
Doch.
Doch leider musste es doch einen kleinen Hacken bei der ganzen Sache
geben. Gibt es den nicht immer? In allen Filmen, Büchern,
Geschichten, Abenteuern? Und den gab es auch. Als wir um 10 Uhr
morgens angekommen waren, hat es angefangen zu regnen. Es hat nicht
aufgehört. Den ganzen Tag lang, über acht Stunden lang, hat es
geregnet. Mal stärker, mal schwächer. Aber es hat nicht aufgehört.
Auf den Straßen bildeten sich große Pfützen und das ebenso
perfekte Bild von dem Tag wurde verzerrt. Obwohl wir Regelmäntel
hatten, hat es keinen Unterschied mehr gemacht. Wir waren durchnässt.
Klitschnass. Wie ein Schwamm. Meine Socken konnten in meinen Schuhen
schwimmen und jeder Versuch mich irgendwie zu trocknen, wurde wie
Feuer im Regen ausgelöscht. Am Abend wurde es dann noch dazu kalt
und wir mussten über eine Stunde in der Kälte warten, bis alle
Austauschschüler sicher abgeholt wurden und wir dann auch komplett
durchfroren waren.
Nebenbei
bin ich auf verschiedenen Achterbahnen gefahren, wobei mein Magen
genau in der Position blieb, in der er auch bleiben sollte. Gekauft
habe ich auch ganz viel; für Freunde und auch für meine Familie.
Doch
der Anblick des Schlosses bei Nacht konnte fast alles wieder gut
machen. Aber nur fast.
Die
Türme reckten sich in der Dunkelheit zum Himmel empor, glänzten im
Licht der Sterne rötlich und rosa, als ständen sie in Flammen. Der
Ballsaal schien lebendig geworden zu sein und ein merkwürdiges,
jedoch vertrautes Gefühl machte sich im Bereich breit, wo doch
eigentlich das Herz hätte sein sollen. Es war so einfach. So
unbeschreiblich einfach zu erklären. Ich wusste nicht, was es
bedeutet, von Schönheit geblendet zu sein. Blind zu sein. Auf einmal
verstand ich es; es war das Schloss, das man von jedem Film kennt. Es
war das Disney Schloss, was irgendwie mir den durch Regen versauten
Tag rettete. Es war die Bestätigung, dass ich wirklich ganz da war.
Keine Einbildung. Keine Fata Morgana. Keine Gespenster. Nur das
Schloss, das zum Leben erweckt wurde.
Auf
einmal konnte ich verstehen, weshalb Peter Pan nicht erwachsen werden
wollte. Disney war keine Realität. Disney war irgendetwas zwischen
Traum und Realität. Es wirkte alles so fern. So unberührbar.
Einfach, als wäre es nicht richtig. Und dann, irgendwann, wird man
wieder in die Realität geschleudert. Genau dann fragt man sich, was
man mehr liebt; ein Teil eines unbeschreiblichen Traumes oder ein
Teil einer unberechenbaren Realität zu sein?
Am
nächsten Tag, dem 1. März, sind wir zum Kennedy Space Center
gegangen.
Und
was ich euch jetzt schon sagen kann; es gab keine Spuren vom Regen.
Die Sonne schien hell am blauen, wolkenlosen Himmel. Es war warm,
beinahe schwitzend heiß.
Falls
ihr jemals nach Florida kommen solltet, was ich euch auch ehrlich
gesagt vom ganzen Herzen wünsche, dann müsst ihr hierher kommen.
Ich schwöre, dass ihr es nicht bereuen werdet!
Als
wir durch den Eingang mit unserer ganzen Mannschaft spaziert sind,
konnten wir schon von Weitem einen sogenannten Raketengarten sehen,
in welchem sich eben alle Modelle von Raketen befanden, die in den
Himmel gestartet sind und in Zukunft starten werden. Es wurde viel
erzählt, jedoch wenig verstanden, da wir alle ziemlich müde waren.
Lange schlafen konnten wir nicht, da das Kennedy Space Center eine
lange Strecke von uns entfernt lag. In einem der vielen Gebäude
haben wir einen Film über das Space Shuttle Atlantis gesehen.
Um
das Raumschiff fertigzustellen, benötigten die Menschen rund 12
Jahre. Es wurde auf Dinge verzichtet werden, sie musste leicht sein.
Am Ende wog die Atlantis 3200 kg weniger als ihre Vorfahren. Die
Atlantis sollte starten wie eine Rakete, doch wiederkommen sollte sie
wie ein Flugzeug. Wiederverwendbarkeit.
Die
Raumfähre war 33 Mal in der Galaxie gewesen. 33 Mal war sie
gestartet und sicher zurückgekommen.
Während
des ganzen Filmes wurden auf den Wänden verschiedene Muster
projektiert, wodurch mir und meiner Freunde einige Male schlecht
wurde. Der ganze Raum hat sich gedreht und man fühle sich, als würde
man durch den Weltall fliegen, fremde Sterne beobachten und ein
kleines, grünes Marsmännchen sein. Auf einmal tauchte das Bild der
Atlantis auf. Und plötzlich wurde die überdimensionale große
Leinwand hoch gezogen und die echte Atlantis erschien vor unseren
Gesichtern!
Es
war einfach nur so unglaublich ein Teil der Geschichte mit den
eigenen Augen zu sehen. Man hat sich irgendwie klein neben so einem
großem Ding gefühlt.
Nach
einigen Minuten ging es dann auch weiter. Mit einem Tourbus sind wir
durch die verschiedensten Felder des Parks gefahren.
Wir
haben das Gebäude mit der größten, aufgezeichneten Flagge der Welt
gesehen (über 21 Stockwerke lang!), den Ort, an dem alle Raketen
fertig gestellt und gebaut werden, die größten Türe der Welt und
natürlich einige, herumlungernde Alligatoren. Auf die Umwelt wird
natürlich auch dort geachtet. Die Tiere werden durch Schallwellen
verscheucht, an schließlich kommen sie wieder.
Nach
einem kleinen Picknick haben ein paar andere Austauschschüler und
ich an einer Space Shuttle Übung teilgenommen. Erst einmal wurde
natürlich viel erzählt; wie unsere Magen beeinflusst werden, dass
man körperlich fit sein sollte und dass auch unglaublich viele
Komplikationen entstehen können. Die Simulation war weit aus besser,
als man am Anfang gedacht hätte.
In
einem Raum mussten wir uns an Stühle anschnallen, die die Sitze im
Raumschiff simulieren sollten. Die Türen wurden zugemacht und auf
dem Bildschirm vor uns erschien der Weltraum. Plötzlich hat es
angefangen von allen Seiten zu rütteln, der ganze Raum hat sich
angefangen in Bewegung zu setzen. Wir wurden auf unsere Sitze
gedrückt und um 90 Grad gedreht, sodass unsere Füße in der Luft
schwebten und wir auf unseren Stühle lagen. Und natürlich hat es
nur noch mehr angefangen zu rütteln. Dann wurde die Decke des Raumes
geöffnet und zum Vorschein kamen Sterne und ferne Planeten.
Es
hat unglaublich viel Spaß gemacht, und der Tag an sich war viel,
viel angenehmer, als Disney.
Leider
mussten wir uns nach unserem kleinen Ausflug in den Weltall beeilen,
um nicht zu spät nach Hause zu fahren, da die Strecke weitere 4
Stunden benötigte.
Nach
dem Wochenende angekommen, war ich leider irgendwie kaputt und auch
krank, weshalb dieser Eintrag so spät wurde. Ich habe mich lieber
ausgeruht, um die kurzen Ferien gesund zu verbringen.
Liebe
Grüße, Emilia :)
Hoffentlich wird mein nächster Eintrag nicht schon wieder so spät! Tut mir Leid noch mal!
Hoffentlich wird mein nächster Eintrag nicht schon wieder so spät! Tut mir Leid noch mal!
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