Donnerstag, 19. März 2015

Disney World und Kennedy Space Center

Gegrüßt seid Ihr, Könige und Königinnen aus fernen Ländern!
Prinzessinnen und Frösche, die wieder in einen Traumprinz verwandelt werden müssen! Liebreizende Damen und Herren!
Vom 27.Februar bis zum 1.März habe ich das Wochenende bei einer anderen Gastfamilie verbracht und bin zum sagenumwobenen Disney World Park gefahren und habe das Kennedy Space Center besucht.
Falls ihr euch natürlich fragt, weshalb ich so lange mit dem Bericht gebraucht habe; leider lag ich mit Schnupfen, Halsschmerzen und Husten im Bett. Zum Glück haben wir nun Spring Break – eine Woche frei. Falls ihr wissen wollt, wie diese Erkältung zu Stande gekommen ist, ließt einfach selbst. :)

Am Freitag wurde ich von meiner Gastmutter und meiner Gastschwester zu Starbucks gebracht, wo wir anschließend auch Go aus Japan und Jorge aus Spanien angetroffen haben. Zusammen mit ihnen, und Harold, einem weiteren Kopf von AFS, seinem Sohn, sind wir der 3,5 stündigen Fahrt nach Orlando angetreten, wo wir die Nacht über bei einer anderen Gastfamilie schlafen würden, um am nächsten Tag nach Disnet World gehen zu können. Und ja, in dem Auto war ich das einzige Mädchen. Aber keine Sorge, meine lieben Leser, nach dem kleinen Wochenendausflug war Harold kräftig von der Tatsache überzeugt, dass ich eine gute Überlebenskünstlerin war, was das Thema Fahren-mit-Jungs anbelangt. Während der ganzen Fahrt wurde geschnattert, was mich ziemlich überraschte, denn die Männer reden bekanntlich weniger als Frauen. Ein Mann, ein Wort. Eine Frau, ein Wörterbuch.
Dabei habe ich mal wieder etwas ganz Neues über AFS, meine Austauschorganisation, gelernt. Zwar war ich am Anfang schockiert, aber irgendwo schien es auch verständlich. Nach mittlerweile zwei stündiger Fahrt hat mir Harold gesagt, dass er vieles über mich wusste. Jetzt kriegt man doch normalerweise Angst, oder? Er ist nämlich derjenige, der die Schulen anruft und sich vergewissert, dass alle AFS Austauschschüler keinen Unfug anstellen. Er weiß alle Noten, alle Tage, an denen wir gefehlt haben und auch die Stunden, die wir nachsitzen mussten. Verheimlichen kann man hier nichts mehr.
Als wir dann auch bei unserer Gastfamilie angekommen sind, die dabei nur aus Mary Lo bestand, die selbst einmal eine Austauschschülerin gewesen war, haben wir sogleich unsere Betten bezogen und sind schlafen gegangen. Dabei hatte ich das größte Bett für mich selbst erwischt.

Samstag war dann der große Tag.
Früh am morgen sind wir aufgestanden, haben uns fertig gemacht und konnten im Land der Träume eintauchen. Erst einmal stand uns wieder eine Strecke von 1,5 Stunden entgegen. Der Himmel über uns war eine graue Wolkendecke und wir hofften schwer, dass sich das Düstere über uns verziehen würde, und wir einen schönen Tag haben würden. Immerhin war es Disney!
Ich zu meiner Seit war sehr aufgeregt. Falls es viele von euch nicht wissen; ich liebe Disney Filme. Wer bitte schön träumt nicht davon von einem Märchenprinzen wach geküsst zu werden? Wer möchte nicht mit Peter Pan nach Nimmerland fliegen? Wer würde denn nicht gerne das Biest aus seiner Gestalt befreien? Wer würde denn nicht gerne mit Jack Sparrow zu fernen Inseln segeln und vergrabene Schätze finden? Wer würde denn nicht gerne Nemo suchen? Wer würde denn nicht....? Gibt es doch zu; wenn jemand vorbeikommen und euch genau dies fragen würde, würdet ihr doch auch alles stehen und liegen lassen, um euch auf ein Abenteuer vorzubereiten!
Und auf einmal breitete sich das Schild aus – das „Willkommen in Disney“ Schild, worauf wir alle gewartet haben. Es war da. Es ist einfach so plötzlich erschienen.
Wenn ihr das Gefühl kennt, wenn ihr an Weihnachten als kleines Kind aufgewacht seid und all eure Geschenke unterm Baum aufblitzen sehen konntet, und euer Herz euch bis zum Hals schlug und fast explodieren konnte, weil es so unglaublich atemberaubend toll gewesen ist, genau jetzt könnt ihr mich verstehen, wie ich mich gefühlt habe. Es war wie mein Geburtstag, Weihnachten, Ostern und meine zukünftige Hochzeit zu gleich. Ich war aufgeregt. Mehr als aufgeregt!

Als wir uns dann auch alle vor dem Tor standen, wurde mir eins klar; Emilia, DU BIST IN DISNEY.



Nachdem wir eingetreten waren, ging unsere Expedition auch schon los.
In kleinen Grüppchen haben wir Disney's wunderbare Ortschaften entdeckt. Dabei bin ich mit Finja aus Deutschland, Romina aus Uruguay und Aruuke aus irgendeinem Land in Asien herumgelaufen. Da wir leider nicht alle Parks besuchen konnten, sind wir nur ins Magic Kingdom gegangen – der Park, in dem das Schloss steht.
Eins müsst ihr über Disney erfahren; es gibt dort keinen Dreck. Alles ist sauber. Ihr findet dort keinen einzigen Müll, kein Kaugummi, kein Haar am falschen Fleck. Es ist nicht nur sauber, sondern einfach perfekt. Jedes Haus, jede Attraktion, jede Straße, jedes der tausend Souvenirshops, jedes noch so kleine Detail wurde speziel eingeplant. Wie alles jedoch passiert, ohne entdeckt zu werden? Unter dem eigentlichen Park, in welchem alles scheint und glänzt, gibt es unterirdische Tunnel – eine ganze Stadt – nur um alles perfekt erscheinen zu lassen. Es hört sich an, wie ein großer Plan. Das ist es auch. Disney ist dafür bekannt. Jeden Tag strömen tausende von Menschen durch die Tore Disney's, um die verschiedensten Parke zu besuchen; Magic Kingdom, Animal Kingdom, Epcot, Hollywood Studios. Jedes Jahr werden Millionen von Dollar für Disney ausgegeben, und nach dem Besuch kann ich auch verstehen, wieso.
Die Häuser sahen aus, als wären sie aus den verschiedensten Disney Movies ausgeschnitten wurden. Nein. Sie wurden aus den Disney Filmen ausgeschnitten und an vielen Stellen platziert. Du hattest das Gefühl in eine Szene hineingesprungen zu sein, ohne jedoch das Gleichgewicht zwischen Wirklichkeit und Traum zu verlieren. Nichts hat sich unangenehm gefühlt. Es war alles so bekannt, so heimatlich, weil man doch mit Disney, Mickey Mouse, groß geworden war. Es war alles da. Alles, was man sich hätte jemals vorstellen können. Es wurde nichts vergessen. Rein gar nichts.

Doch. Doch leider musste es doch einen kleinen Hacken bei der ganzen Sache geben. Gibt es den nicht immer? In allen Filmen, Büchern, Geschichten, Abenteuern? Und den gab es auch. Als wir um 10 Uhr morgens angekommen waren, hat es angefangen zu regnen. Es hat nicht aufgehört. Den ganzen Tag lang, über acht Stunden lang, hat es geregnet. Mal stärker, mal schwächer. Aber es hat nicht aufgehört. Auf den Straßen bildeten sich große Pfützen und das ebenso perfekte Bild von dem Tag wurde verzerrt. Obwohl wir Regelmäntel hatten, hat es keinen Unterschied mehr gemacht. Wir waren durchnässt. Klitschnass. Wie ein Schwamm. Meine Socken konnten in meinen Schuhen schwimmen und jeder Versuch mich irgendwie zu trocknen, wurde wie Feuer im Regen ausgelöscht. Am Abend wurde es dann noch dazu kalt und wir mussten über eine Stunde in der Kälte warten, bis alle Austauschschüler sicher abgeholt wurden und wir dann auch komplett durchfroren waren.
Nebenbei bin ich auf verschiedenen Achterbahnen gefahren, wobei mein Magen genau in der Position blieb, in der er auch bleiben sollte. Gekauft habe ich auch ganz viel; für Freunde und auch für meine Familie.

Doch der Anblick des Schlosses bei Nacht konnte fast alles wieder gut machen. Aber nur fast.
Die Türme reckten sich in der Dunkelheit zum Himmel empor, glänzten im Licht der Sterne rötlich und rosa, als ständen sie in Flammen. Der Ballsaal schien lebendig geworden zu sein und ein merkwürdiges, jedoch vertrautes Gefühl machte sich im Bereich breit, wo doch eigentlich das Herz hätte sein sollen. Es war so einfach. So unbeschreiblich einfach zu erklären. Ich wusste nicht, was es bedeutet, von Schönheit geblendet zu sein. Blind zu sein. Auf einmal verstand ich es; es war das Schloss, das man von jedem Film kennt. Es war das Disney Schloss, was irgendwie mir den durch Regen versauten Tag rettete. Es war die Bestätigung, dass ich wirklich ganz da war. Keine Einbildung. Keine Fata Morgana. Keine Gespenster. Nur das Schloss, das zum Leben erweckt wurde.






Auf einmal konnte ich verstehen, weshalb Peter Pan nicht erwachsen werden wollte. Disney war keine Realität. Disney war irgendetwas zwischen Traum und Realität. Es wirkte alles so fern. So unberührbar. Einfach, als wäre es nicht richtig. Und dann, irgendwann, wird man wieder in die Realität geschleudert. Genau dann fragt man sich, was man mehr liebt; ein Teil eines unbeschreiblichen Traumes oder ein Teil einer unberechenbaren Realität zu sein?


Am nächsten Tag, dem 1. März, sind wir zum Kennedy Space Center gegangen.
Und was ich euch jetzt schon sagen kann; es gab keine Spuren vom Regen. Die Sonne schien hell am blauen, wolkenlosen Himmel. Es war warm, beinahe schwitzend heiß.


Falls ihr jemals nach Florida kommen solltet, was ich euch auch ehrlich gesagt vom ganzen Herzen wünsche, dann müsst ihr hierher kommen. Ich schwöre, dass ihr es nicht bereuen werdet!
Als wir durch den Eingang mit unserer ganzen Mannschaft spaziert sind, konnten wir schon von Weitem einen sogenannten Raketengarten sehen, in welchem sich eben alle Modelle von Raketen befanden, die in den Himmel gestartet sind und in Zukunft starten werden. Es wurde viel erzählt, jedoch wenig verstanden, da wir alle ziemlich müde waren. Lange schlafen konnten wir nicht, da das Kennedy Space Center eine lange Strecke von uns entfernt lag. In einem der vielen Gebäude haben wir einen Film über das Space Shuttle Atlantis gesehen.
Um das Raumschiff fertigzustellen, benötigten die Menschen rund 12 Jahre. Es wurde auf Dinge verzichtet werden, sie musste leicht sein. Am Ende wog die Atlantis 3200 kg weniger als ihre Vorfahren. Die Atlantis sollte starten wie eine Rakete, doch wiederkommen sollte sie wie ein Flugzeug. Wiederverwendbarkeit.
Die Raumfähre war 33 Mal in der Galaxie gewesen. 33 Mal war sie gestartet und sicher zurückgekommen.
Während des ganzen Filmes wurden auf den Wänden verschiedene Muster projektiert, wodurch mir und meiner Freunde einige Male schlecht wurde. Der ganze Raum hat sich gedreht und man fühle sich, als würde man durch den Weltall fliegen, fremde Sterne beobachten und ein kleines, grünes Marsmännchen sein. Auf einmal tauchte das Bild der Atlantis auf. Und plötzlich wurde die überdimensionale große Leinwand hoch gezogen und die echte Atlantis erschien vor unseren Gesichtern!




Es war einfach nur so unglaublich ein Teil der Geschichte mit den eigenen Augen zu sehen. Man hat sich irgendwie klein neben so einem großem Ding gefühlt.
Nach einigen Minuten ging es dann auch weiter. Mit einem Tourbus sind wir durch die verschiedensten Felder des Parks gefahren.
Wir haben das Gebäude mit der größten, aufgezeichneten Flagge der Welt gesehen (über 21 Stockwerke lang!), den Ort, an dem alle Raketen fertig gestellt und gebaut werden, die größten Türe der Welt und natürlich einige, herumlungernde Alligatoren. Auf die Umwelt wird natürlich auch dort geachtet. Die Tiere werden durch Schallwellen verscheucht, an schließlich kommen sie wieder.

Nach einem kleinen Picknick haben ein paar andere Austauschschüler und ich an einer Space Shuttle Übung teilgenommen. Erst einmal wurde natürlich viel erzählt; wie unsere Magen beeinflusst werden, dass man körperlich fit sein sollte und dass auch unglaublich viele Komplikationen entstehen können. Die Simulation war weit aus besser, als man am Anfang gedacht hätte.
In einem Raum mussten wir uns an Stühle anschnallen, die die Sitze im Raumschiff simulieren sollten. Die Türen wurden zugemacht und auf dem Bildschirm vor uns erschien der Weltraum. Plötzlich hat es angefangen von allen Seiten zu rütteln, der ganze Raum hat sich angefangen in Bewegung zu setzen. Wir wurden auf unsere Sitze gedrückt und um 90 Grad gedreht, sodass unsere Füße in der Luft schwebten und wir auf unseren Stühle lagen. Und natürlich hat es nur noch mehr angefangen zu rütteln. Dann wurde die Decke des Raumes geöffnet und zum Vorschein kamen Sterne und ferne Planeten.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und der Tag an sich war viel, viel angenehmer, als Disney.

Leider mussten wir uns nach unserem kleinen Ausflug in den Weltall beeilen, um nicht zu spät nach Hause zu fahren, da die Strecke weitere 4 Stunden benötigte.
Nach dem Wochenende angekommen, war ich leider irgendwie kaputt und auch krank, weshalb dieser Eintrag so spät wurde. Ich habe mich lieber ausgeruht, um die kurzen Ferien gesund zu verbringen.

Liebe Grüße, Emilia :)
Hoffentlich wird mein nächster Eintrag nicht schon wieder so spät! Tut mir Leid noch mal!

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