Montag, 13. April 2015

A Night To Remember

„It's gonna be a night (can't wait)
To remember (aw man)
Come on now, big fun (alright)
It's gonna be the night (I guess)
To last forever (lucky us)
We'll never ever ever forget“

High School Musical 3 
„A night to remember“


Hallo, meine Lieben!
Vielleicht könnt ihr euch noch an diesen Song erinnern, falls ihr damals auch wie ich mit süßen 8 Jahren ein „High School Musical“-Fan gewesen seid. Vielleicht könnt ihr euch auch an den dritten Teil der Filme erinnern. Da ich mich wirklich lange nicht mehr gemeldet habe (und hier kaum etwas los ist), möchte ich euch von der unvergesslichsten und unglaublichsten Nacht eines High School Student's detailliert berichten; The Prom.

Ich habe mich nicht nur wegen der Kultur und der Sprache für die vereinigten Staaten von Amerika entschieden. Ich wollte eine Sache auf meiner Liste abhacken; auf den amerikanischen Abschlussball gehen.
Genug Filme kennt jeder, welche über dieses Thema handeln. Große Erwartungen hat man doch sowieso, immerhin sprechen wir hier über die USA. Was soll denn schon jemand erwarten? Eine kleine Party im Keller eher nicht. Deshalb möchte ich euch gerne über in meinen Prom, der am 11.04.2015 statt fand, einen Ausblick verschaffen. Vielleicht werdet ihr diesen genauso genießen, wie ich es getan habe.

Am Donnerstag war ich aufgeregt. Nicht nur aufgeregt.
Ich bin wie eine Durchgeknallte durch die Gänge meiner Schule gelaufen, habe höchstwahrscheinlich mit mir selbst darüber gesprochen, wie unglaublich es doch ist, dass ich auf den Ball gehen darf. Aufhören zu lächeln konnte ich auch wirklich nicht. Meinen Freunden lag ich stundenlang in den Ohren, dass es in 48 Stunden so weit sein würde. Immerhin würde mein Traum war werden! Am Abend packte ich alle meine Sachen zusammen. Wenn ihr mich doch nur gesehen hättet... meine wichtigste Kleidung in die Tasche schmeißend bin ich durch das Haus gehüpft und habe Freudenstänze aufgeführt. Wahrscheinlich kam auch meine Gastfamilie zu dem Schluss, dass ich mehr als aufgeregt war. Die Nacht vor dem Ball würde ich bei einer Freundin verbringen – bei meinem Prom Date.
Da ich in die 11. Klasse gehe, und somit kein Senior, sondern ein Junior bin, konnte ich nicht alleine auf den Prom gehen. Einladen konnte ich auch niemanden, da ich nicht wirklich viel mit Seniors zu tun habe. Meine Freundin Veronica ist jedoch ein Senior. Da sie kein Date hatte, nicht alleine gehen wollte, sondern mit jemanden, kamen wir zu dem Schluss zusammen zu gehen. Wir kannten uns durch andere Freunde und zusammen frühstücken in Dunkin Donuts waren wir auch. Unserem „romantischen“ Rendezvous konnte nichts mehr im Wege stehen.

Doch natürlich haben sich die Pläne fünf mal geändert, bis wir zu dem richtigen Schluss kamen und einen Weg fanden, um alle unsere Gastfamilien zu beruhigen. Während Steve in Indiana am Samstag sein würde, würde der Rest meiner Gastfamilie an ihrem Abschiedsabend ihrer CC-Homeschoolgroup teilnehmen. Außerdem wollte meine Gastmutter nicht den weiten Weg auf sich nehmen.
Am Donnerstag war ich schon aufgeregt gewesen, doch dies konnte man nicht mit der Panik, Nervosität und Vorfreude am Freitag vergleichen. Ich habe geschwitzt, gezittert und war am Realisieren, dass ich wirklich auf den Prom 2015 gehen würde. Es war kein Gedanke mehr. Es fühlte sich genauso an, bevor ich hierher gekommen war. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Sollte ich geschockt sein? Erwartungen haben oder doch lieber auf meine eigenen Sinne hören? Sollte ich darüber lesen, mich informieren, oder mich überraschen lassen? Ich fuhr direkt nach der Schule nach Hause, schnappte mir alle meine Sachen und meine Gastmutter brachte mich erneut zur Schule. Ich würde zusammen mit Veronica zu ihr nach Coral Springs fahren, das 30-50 Minuten entfernt lag. Ihre Gastmutter Mrs Martinez ist Kunstlehrerin in Spanish River High. Die Nacht würde ich in ihrem Haus verbringen, in welchem wir uns am nächsten Tag für den Ball fertig machen würden. Spät am Abend gingen wir aus – Abendessenszeit! Nach einem wundervollen mexikanischem Essen redeten und besprachen wir noch unsere Make-up Ideen, Frisuren und unseren Zeitplan, da wir am nächsten Morgen nicht ausschlafen konnten, sondern zu einer Fashionshow gehen würden. Um 1 Uhr morgens gingen wir doch ins Bett, nur im sicher zu stellen keine Augenringe zu haben.

Samstag war also der große Tag...
Doch wo war meine Panik geblieben? Und genau dies schockte mich. Ich hatte irgendwie keine Angst mehr. Keine Angst, dass meine Frisur nicht sitzen würde, mein Kleid verrutschte, oder gar nicht passte, dass ich in meinen Stöckelschuhen wie eine Ganz herumlief. Vielleicht war ich einfach nur zu müde gewesen, um darüber nachzudenken.
Nachdem wir die Fashionshow überstanden hatten, das Thema war nebenbei „Stay Green“ (Umweltschutz) gewesen, wurde die Zeit jedoch knapp.
Wir beide – Veronica und ich – hatten Angst zu spät zu sein. Und somit unseren Ball zu versäumen. Auf dem Weg zu ihr nach Hause fuhr ihre Gastmutter die kürzeren Wege entlang. Doch dann musste sie tanken und wir warteten gefühlte 30 Minuten auf sie. Danach fuhren wir weiter, wo wir auf die nächste Problemstelle ankamen; die Straße war gesperrt, da am Abend eine Kunstausstellung in Delray stattfinden sollte, wo auch unserer Prom angekündigt war. Um 15 Uhr kamen wir schließlich am Haus an, um uns endlich – endlich – fertig zu machen.
Das erste, was wir taten, waren unsere Haare. Meine ursprüngliche Idee war es meine Haare zu glätten und sie an den Spitzen zu locken. Schlicht und einfach. Das Kleid sollte im Vordergrund stehen. Doch da Mrs Martinez als Friseurin gearbeitet hatte, hat sie einfach unsere Haare gemacht. Kostenlos! Danach kam das Make up und am Ende als kommender Schluss; das Abendkleid.



 
 

 
Um 6 Uhr am Abend brachte uns Mrs Martinez schließlich zu Sarah, einer Freundin von Veronica. Dort angekommen habe ich nicht schlecht über die anderen Kleider der Mädels gestaunt. Ausgegeben haben sie auf jeden Fall viel Geld, das muss ich zugeben. Auch mit den Frisuren haben sie nichts außer Acht gelassen. Manche von ihnen hatten eine männliche Begleitung, während vier von uns Mädels mit keinem Jungen zum Prom gingen. Um 19 Uhr kam dann endlich auch unser Taxi – unsere Limousine.



Genau dann fing mein Zittern, meine Aufregung wieder an.
Ich glaube, als ich in der schwarzen Limousine saß, die wiederum auch ein Geschenk war, da ich ein weiteres Mal nichts bezahlen musste, habe ich realisiert, was ich dort eigentlich tat. Ich fuhr in einem rosaroten Ballkleid in einer schwarzen Limousine zu einem Abschlussball in Florida. Irgendwie hört sich dieser Satz bis heute nicht wirklich, real, für mich an. Vor Allem wenn man ihn auch ausspricht! Es ist, als wäre diese Story aus einem Buch genommen und irgendwo zwischen die Geschichte meines Auslandsjahres geschmissen worden. Aber es war real und genau dies machte mich so unbeschreiblich glücklich.
Wieso? Wenn deine Träume zur Realität werden, weißt du, dass du irgendetwas im Leben gut gemacht hast. Ich weiß nicht, was ich angestellt habe, aber irgendwie ist doch etwas Gutes dabei herausgekommen, findet ihr nicht?

Als die Limo dann am Marriott Hotel in Delray ankam, waren wir nicht die Ersten gewesen. Größere Limos rollten langsam in den Parkplatz. Boca eben. Nur das Beste wird für die Schüler bestellt und mehr als nur ein wenig Geld wird ausgegeben. Das Promticket allein hat 100$ gekostet. Normalerweise, da Männer Gentlemen sind und ihre Freundinnen glücklich machen möchten, wird fast alles von ihnen bezahlt. Das Essen, die Fahrt, das Ticket, die Blumen.
Bevor man in den Saal gehen konnte, wurde man aufgefordert das Ticket und die ID Karte zu präsentieren, damit man sicherstellte, dass man auch wirklich der war, für den man sich ausgab. Danach ging man durch diesen Kasten, durch den man auch auf den Flughäfen geht – um sicherzustellen, dass man auch keinen Alkohol, Waffen, Bomben oder Drogen bei sich trägt. Die Tasche wurde durchsucht. Amerika eben.
Das Thema des diesjährigen Prom war „Traveling“ gewesen. Reisen. Passt doch zu einer Austauschschülerin, oder?
Das Essen war wohlgemerkt auch unglaublich! Ja, ich liebe es. Ich gebe es zu. Auch wenn man am Ende nicht mehr in die alten Jeans passt; das Essen hier ist so gut, dass man am Liebsten nur darin schwimmen könnte. Die Auswahl bestand zwischen amerikanischen Mini-Burgern, verschiedenen Salatsorten, Chips, chinesischem Essen und brasilianischem. Von der Decke hingen Flaggen, auf den Wänden waren verschiedene Dekorationen zu verschiedenen Ländern aufgestellt worden. Der DJ spielte laute Musik, während nur wenige Menschen sich auf der Tanzfläche bewegten. Überall standen runde, große Tische mit Kugeln, die die Erde darstellen sollten. Durch Lichtspiele verwandelte sich der Saal zu einem Mix aus Blau und Grün – die Farben der Welt.




Und die Menschen!
Wie ich schon zuvor erwähnt habe, haben die Mädels Millionen an Dollar ausgeben um für ihren Abend perfekt auszusehen. Das haben sie mit 100% hinbekommen. Während die Mädels in langen Abendkleidern in den verschiedensten Farben glänzten, stachen die Männer mit schwarzen Anzügen hervor. Das Ausgeben an Geld hat sich für diesen Abend gelohnt. Bereut habe ich nichts. Rein gar nichts.
Auch nicht, dass Veronika und ich die Letzten waren, die auf der Tanzfläche getanzt haben. Es war uns egal, was der Rest der Menschheit von uns an diesem Abend dachte. Falls ihr euch jetzt bestimmt fragt, meine lieben Freunde, weshalb. Ich kann euch eine einfache, spontane, überdachte Antwort geben. Obwohl meine Füße bis zum Anschlag schmerzten, ich vor lauter Musik nichts mehr hören konnte und immer wieder meinen Freunden in die Ohren schreien musste, obwohl ich am nächsten Morgen wahrscheinlich wie ein Vampir ausgesehen habe, war es mein Abend gewesen. Der Abend, auf den ich mich seid meiner Ankunft gefreut hatte. Es war der Prom 2015, an dem ich als eine Austauschschülerin teilgenommen habe. Es kann ein Klischee sein, aber es ist mir egal. Denn ich habe auf diesen Abend, an welchem ich in diesem wundervollen Kleid tanzen würde, gewartet. Und es wäre eine Schande gewesen mich nicht zu freuen!
Ich kann es nun zugeben, es ist ein Teil von mir, von meiner Erfahrung und von meinem Abenteuer. Es war mein Abend gewesen zu tanzen, zu feiern, die Musik zu hören, die Zukunft für kurze Augenblicke zu vergessen. Es war ein kleiner Teil von einem Film, von Disney, von einem Buch, von einem Lied. An diesem Abend war es mir egal, was sein würde, wenn ich wieder in Deutschland bin, was geschehen wird, denn ich war wirklich hier. Für mich war es ein Beweis, dass ich nicht träume. An diesem Abend hat nur das Eine gezäht; das HIER und JETZT.

Während viele der Schüler mit ihren Freundinnen oder Freunden im Hotel blieben, oder auf eine After-Prom-Party gingen, mussten Veronica und ich nach Hause gehen. Im Hotel zu bleiben war keine Option, da es zu viel kosten würde. Und eine After-Prom-Party? Wenn man sich vielleicht betrinken möchte, um dann anschließend von der Polizei nach Hause gebracht zu werden, dann ja. Wenn man doch lieber den Rest seines Austausches genießen will, und nicht nach Hause geschickt werden möchte, dann nein. Da Veronica, obwohl sie ein Senior ist, und ich nicht viele Seniors kannten, war es auch schlechthin irgendwie nicht möglich bei einer Freundin zu übernachten. Am nächsten Morgen wären wir wahrscheinlich sowieso im Stehen wieder eingeschlafen.
Die Nacht und den Ball haben wir trotzdem genossen! Immerhin wird diese Nacht zu den Unvergesslichsten gehören.

Mit lieben Grüßen, Emilia
P.s.: Nur noch 78 Tage, dann könnt ihr mich wieder in die Arme schließen! :)

Donnerstag, 19. März 2015

Disney World und Kennedy Space Center

Gegrüßt seid Ihr, Könige und Königinnen aus fernen Ländern!
Prinzessinnen und Frösche, die wieder in einen Traumprinz verwandelt werden müssen! Liebreizende Damen und Herren!
Vom 27.Februar bis zum 1.März habe ich das Wochenende bei einer anderen Gastfamilie verbracht und bin zum sagenumwobenen Disney World Park gefahren und habe das Kennedy Space Center besucht.
Falls ihr euch natürlich fragt, weshalb ich so lange mit dem Bericht gebraucht habe; leider lag ich mit Schnupfen, Halsschmerzen und Husten im Bett. Zum Glück haben wir nun Spring Break – eine Woche frei. Falls ihr wissen wollt, wie diese Erkältung zu Stande gekommen ist, ließt einfach selbst. :)

Am Freitag wurde ich von meiner Gastmutter und meiner Gastschwester zu Starbucks gebracht, wo wir anschließend auch Go aus Japan und Jorge aus Spanien angetroffen haben. Zusammen mit ihnen, und Harold, einem weiteren Kopf von AFS, seinem Sohn, sind wir der 3,5 stündigen Fahrt nach Orlando angetreten, wo wir die Nacht über bei einer anderen Gastfamilie schlafen würden, um am nächsten Tag nach Disnet World gehen zu können. Und ja, in dem Auto war ich das einzige Mädchen. Aber keine Sorge, meine lieben Leser, nach dem kleinen Wochenendausflug war Harold kräftig von der Tatsache überzeugt, dass ich eine gute Überlebenskünstlerin war, was das Thema Fahren-mit-Jungs anbelangt. Während der ganzen Fahrt wurde geschnattert, was mich ziemlich überraschte, denn die Männer reden bekanntlich weniger als Frauen. Ein Mann, ein Wort. Eine Frau, ein Wörterbuch.
Dabei habe ich mal wieder etwas ganz Neues über AFS, meine Austauschorganisation, gelernt. Zwar war ich am Anfang schockiert, aber irgendwo schien es auch verständlich. Nach mittlerweile zwei stündiger Fahrt hat mir Harold gesagt, dass er vieles über mich wusste. Jetzt kriegt man doch normalerweise Angst, oder? Er ist nämlich derjenige, der die Schulen anruft und sich vergewissert, dass alle AFS Austauschschüler keinen Unfug anstellen. Er weiß alle Noten, alle Tage, an denen wir gefehlt haben und auch die Stunden, die wir nachsitzen mussten. Verheimlichen kann man hier nichts mehr.
Als wir dann auch bei unserer Gastfamilie angekommen sind, die dabei nur aus Mary Lo bestand, die selbst einmal eine Austauschschülerin gewesen war, haben wir sogleich unsere Betten bezogen und sind schlafen gegangen. Dabei hatte ich das größte Bett für mich selbst erwischt.

Samstag war dann der große Tag.
Früh am morgen sind wir aufgestanden, haben uns fertig gemacht und konnten im Land der Träume eintauchen. Erst einmal stand uns wieder eine Strecke von 1,5 Stunden entgegen. Der Himmel über uns war eine graue Wolkendecke und wir hofften schwer, dass sich das Düstere über uns verziehen würde, und wir einen schönen Tag haben würden. Immerhin war es Disney!
Ich zu meiner Seit war sehr aufgeregt. Falls es viele von euch nicht wissen; ich liebe Disney Filme. Wer bitte schön träumt nicht davon von einem Märchenprinzen wach geküsst zu werden? Wer möchte nicht mit Peter Pan nach Nimmerland fliegen? Wer würde denn nicht gerne das Biest aus seiner Gestalt befreien? Wer würde denn nicht gerne mit Jack Sparrow zu fernen Inseln segeln und vergrabene Schätze finden? Wer würde denn nicht gerne Nemo suchen? Wer würde denn nicht....? Gibt es doch zu; wenn jemand vorbeikommen und euch genau dies fragen würde, würdet ihr doch auch alles stehen und liegen lassen, um euch auf ein Abenteuer vorzubereiten!
Und auf einmal breitete sich das Schild aus – das „Willkommen in Disney“ Schild, worauf wir alle gewartet haben. Es war da. Es ist einfach so plötzlich erschienen.
Wenn ihr das Gefühl kennt, wenn ihr an Weihnachten als kleines Kind aufgewacht seid und all eure Geschenke unterm Baum aufblitzen sehen konntet, und euer Herz euch bis zum Hals schlug und fast explodieren konnte, weil es so unglaublich atemberaubend toll gewesen ist, genau jetzt könnt ihr mich verstehen, wie ich mich gefühlt habe. Es war wie mein Geburtstag, Weihnachten, Ostern und meine zukünftige Hochzeit zu gleich. Ich war aufgeregt. Mehr als aufgeregt!

Als wir uns dann auch alle vor dem Tor standen, wurde mir eins klar; Emilia, DU BIST IN DISNEY.



Nachdem wir eingetreten waren, ging unsere Expedition auch schon los.
In kleinen Grüppchen haben wir Disney's wunderbare Ortschaften entdeckt. Dabei bin ich mit Finja aus Deutschland, Romina aus Uruguay und Aruuke aus irgendeinem Land in Asien herumgelaufen. Da wir leider nicht alle Parks besuchen konnten, sind wir nur ins Magic Kingdom gegangen – der Park, in dem das Schloss steht.
Eins müsst ihr über Disney erfahren; es gibt dort keinen Dreck. Alles ist sauber. Ihr findet dort keinen einzigen Müll, kein Kaugummi, kein Haar am falschen Fleck. Es ist nicht nur sauber, sondern einfach perfekt. Jedes Haus, jede Attraktion, jede Straße, jedes der tausend Souvenirshops, jedes noch so kleine Detail wurde speziel eingeplant. Wie alles jedoch passiert, ohne entdeckt zu werden? Unter dem eigentlichen Park, in welchem alles scheint und glänzt, gibt es unterirdische Tunnel – eine ganze Stadt – nur um alles perfekt erscheinen zu lassen. Es hört sich an, wie ein großer Plan. Das ist es auch. Disney ist dafür bekannt. Jeden Tag strömen tausende von Menschen durch die Tore Disney's, um die verschiedensten Parke zu besuchen; Magic Kingdom, Animal Kingdom, Epcot, Hollywood Studios. Jedes Jahr werden Millionen von Dollar für Disney ausgegeben, und nach dem Besuch kann ich auch verstehen, wieso.
Die Häuser sahen aus, als wären sie aus den verschiedensten Disney Movies ausgeschnitten wurden. Nein. Sie wurden aus den Disney Filmen ausgeschnitten und an vielen Stellen platziert. Du hattest das Gefühl in eine Szene hineingesprungen zu sein, ohne jedoch das Gleichgewicht zwischen Wirklichkeit und Traum zu verlieren. Nichts hat sich unangenehm gefühlt. Es war alles so bekannt, so heimatlich, weil man doch mit Disney, Mickey Mouse, groß geworden war. Es war alles da. Alles, was man sich hätte jemals vorstellen können. Es wurde nichts vergessen. Rein gar nichts.

Doch. Doch leider musste es doch einen kleinen Hacken bei der ganzen Sache geben. Gibt es den nicht immer? In allen Filmen, Büchern, Geschichten, Abenteuern? Und den gab es auch. Als wir um 10 Uhr morgens angekommen waren, hat es angefangen zu regnen. Es hat nicht aufgehört. Den ganzen Tag lang, über acht Stunden lang, hat es geregnet. Mal stärker, mal schwächer. Aber es hat nicht aufgehört. Auf den Straßen bildeten sich große Pfützen und das ebenso perfekte Bild von dem Tag wurde verzerrt. Obwohl wir Regelmäntel hatten, hat es keinen Unterschied mehr gemacht. Wir waren durchnässt. Klitschnass. Wie ein Schwamm. Meine Socken konnten in meinen Schuhen schwimmen und jeder Versuch mich irgendwie zu trocknen, wurde wie Feuer im Regen ausgelöscht. Am Abend wurde es dann noch dazu kalt und wir mussten über eine Stunde in der Kälte warten, bis alle Austauschschüler sicher abgeholt wurden und wir dann auch komplett durchfroren waren.
Nebenbei bin ich auf verschiedenen Achterbahnen gefahren, wobei mein Magen genau in der Position blieb, in der er auch bleiben sollte. Gekauft habe ich auch ganz viel; für Freunde und auch für meine Familie.

Doch der Anblick des Schlosses bei Nacht konnte fast alles wieder gut machen. Aber nur fast.
Die Türme reckten sich in der Dunkelheit zum Himmel empor, glänzten im Licht der Sterne rötlich und rosa, als ständen sie in Flammen. Der Ballsaal schien lebendig geworden zu sein und ein merkwürdiges, jedoch vertrautes Gefühl machte sich im Bereich breit, wo doch eigentlich das Herz hätte sein sollen. Es war so einfach. So unbeschreiblich einfach zu erklären. Ich wusste nicht, was es bedeutet, von Schönheit geblendet zu sein. Blind zu sein. Auf einmal verstand ich es; es war das Schloss, das man von jedem Film kennt. Es war das Disney Schloss, was irgendwie mir den durch Regen versauten Tag rettete. Es war die Bestätigung, dass ich wirklich ganz da war. Keine Einbildung. Keine Fata Morgana. Keine Gespenster. Nur das Schloss, das zum Leben erweckt wurde.






Auf einmal konnte ich verstehen, weshalb Peter Pan nicht erwachsen werden wollte. Disney war keine Realität. Disney war irgendetwas zwischen Traum und Realität. Es wirkte alles so fern. So unberührbar. Einfach, als wäre es nicht richtig. Und dann, irgendwann, wird man wieder in die Realität geschleudert. Genau dann fragt man sich, was man mehr liebt; ein Teil eines unbeschreiblichen Traumes oder ein Teil einer unberechenbaren Realität zu sein?


Am nächsten Tag, dem 1. März, sind wir zum Kennedy Space Center gegangen.
Und was ich euch jetzt schon sagen kann; es gab keine Spuren vom Regen. Die Sonne schien hell am blauen, wolkenlosen Himmel. Es war warm, beinahe schwitzend heiß.


Falls ihr jemals nach Florida kommen solltet, was ich euch auch ehrlich gesagt vom ganzen Herzen wünsche, dann müsst ihr hierher kommen. Ich schwöre, dass ihr es nicht bereuen werdet!
Als wir durch den Eingang mit unserer ganzen Mannschaft spaziert sind, konnten wir schon von Weitem einen sogenannten Raketengarten sehen, in welchem sich eben alle Modelle von Raketen befanden, die in den Himmel gestartet sind und in Zukunft starten werden. Es wurde viel erzählt, jedoch wenig verstanden, da wir alle ziemlich müde waren. Lange schlafen konnten wir nicht, da das Kennedy Space Center eine lange Strecke von uns entfernt lag. In einem der vielen Gebäude haben wir einen Film über das Space Shuttle Atlantis gesehen.
Um das Raumschiff fertigzustellen, benötigten die Menschen rund 12 Jahre. Es wurde auf Dinge verzichtet werden, sie musste leicht sein. Am Ende wog die Atlantis 3200 kg weniger als ihre Vorfahren. Die Atlantis sollte starten wie eine Rakete, doch wiederkommen sollte sie wie ein Flugzeug. Wiederverwendbarkeit.
Die Raumfähre war 33 Mal in der Galaxie gewesen. 33 Mal war sie gestartet und sicher zurückgekommen.
Während des ganzen Filmes wurden auf den Wänden verschiedene Muster projektiert, wodurch mir und meiner Freunde einige Male schlecht wurde. Der ganze Raum hat sich gedreht und man fühle sich, als würde man durch den Weltall fliegen, fremde Sterne beobachten und ein kleines, grünes Marsmännchen sein. Auf einmal tauchte das Bild der Atlantis auf. Und plötzlich wurde die überdimensionale große Leinwand hoch gezogen und die echte Atlantis erschien vor unseren Gesichtern!




Es war einfach nur so unglaublich ein Teil der Geschichte mit den eigenen Augen zu sehen. Man hat sich irgendwie klein neben so einem großem Ding gefühlt.
Nach einigen Minuten ging es dann auch weiter. Mit einem Tourbus sind wir durch die verschiedensten Felder des Parks gefahren.
Wir haben das Gebäude mit der größten, aufgezeichneten Flagge der Welt gesehen (über 21 Stockwerke lang!), den Ort, an dem alle Raketen fertig gestellt und gebaut werden, die größten Türe der Welt und natürlich einige, herumlungernde Alligatoren. Auf die Umwelt wird natürlich auch dort geachtet. Die Tiere werden durch Schallwellen verscheucht, an schließlich kommen sie wieder.

Nach einem kleinen Picknick haben ein paar andere Austauschschüler und ich an einer Space Shuttle Übung teilgenommen. Erst einmal wurde natürlich viel erzählt; wie unsere Magen beeinflusst werden, dass man körperlich fit sein sollte und dass auch unglaublich viele Komplikationen entstehen können. Die Simulation war weit aus besser, als man am Anfang gedacht hätte.
In einem Raum mussten wir uns an Stühle anschnallen, die die Sitze im Raumschiff simulieren sollten. Die Türen wurden zugemacht und auf dem Bildschirm vor uns erschien der Weltraum. Plötzlich hat es angefangen von allen Seiten zu rütteln, der ganze Raum hat sich angefangen in Bewegung zu setzen. Wir wurden auf unsere Sitze gedrückt und um 90 Grad gedreht, sodass unsere Füße in der Luft schwebten und wir auf unseren Stühle lagen. Und natürlich hat es nur noch mehr angefangen zu rütteln. Dann wurde die Decke des Raumes geöffnet und zum Vorschein kamen Sterne und ferne Planeten.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und der Tag an sich war viel, viel angenehmer, als Disney.

Leider mussten wir uns nach unserem kleinen Ausflug in den Weltall beeilen, um nicht zu spät nach Hause zu fahren, da die Strecke weitere 4 Stunden benötigte.
Nach dem Wochenende angekommen, war ich leider irgendwie kaputt und auch krank, weshalb dieser Eintrag so spät wurde. Ich habe mich lieber ausgeruht, um die kurzen Ferien gesund zu verbringen.

Liebe Grüße, Emilia :)
Hoffentlich wird mein nächster Eintrag nicht schon wieder so spät! Tut mir Leid noch mal!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Mount Dora

Heya, ihr Süßen!
Wie ihr es schon von meiner Gastfamilie kennt, waren wir wieder einmal campen vom 18.02. bis zum 23.02. Diesmal in Mount Dora, einer kleinen, ländlichen Stadt in mitten Floridas.

Wie ihr es schon vermutlich von meinen anderen Campingtrip Berichten kennt, wurde ich auch dieses mal, mehr oder weniger, von der Schule befreit. Es ist viel Arbeit den Camper auf und ab zu bauen, weshalb es sich mehr lohnt einige Tage wegzugehen, anstatt nur ein Wochenende. Da die Schule hier anders aber funktioniert als in Deutschland, werde ich alle Hausaufgaben aufholen müssen, sobald ich wieder in Boca bin.

Sehr früh am Morgen haben wir einen Abstecher in Dunkin Donuts gemacht, haben uns Donuts geholt (Gosh, ich liebe diesen Shop und ich empfehle jeden zukünftigen, amerikanischen Austauschschüler dorthin zu gehen!) und sind dann weitergefahren. Während mein Gastvater zu unserem Campground gefahren ist, um alles aufzubauen, sind meine Gastmutter, Gastgeschwister und ich nach Downtown Disney gesegelt, wo man sich die Zeit in Souvenirläden vertreiben kann.
Das Erste, was wir aufgefallen ist, war die zuckersüße Stimmung, welche in der Luft wie Zuckerwatte schwebte; Disneysongs wurden abgespielt, altbekannte Charakterfiguren sah man lächelnd an den Wänden stehen und man fühlte sich wieder wie eine kleine Prinzessin. Ich glaube, genau dies ist das Besondere an Disney. Es spielt keine Rolle, wie alt man ist; man findet immer wieder den Weg zurück. Nachdem reichlich eingekauft und von dem Prinzen auf dem weißen Ross geträumt wurde, haben wir uns wieder auf unserem Weg zum Campground gemacht.








Als wir angekommen sind, erstreckte sich vor unseren Augen eine wunderschöne Waldlandschaft und ein endloser See. Es war nicht wie das erste Mal, in welchen wir am Ende der Welt waren und man jedes mal Angstzustände bekam, wenn man nachts auf die Toilette musste. Der Campground war alles andere als leer, jedoch nicht von allen Seiten besetzt. Der Campingplatz war auch wesentlich kleiner als der in Chassahowitzka. Es gab überall Bäume, die mit spanischen Moos besetzt waren, einen Boardwalk, ein Holzweg inmitten des Sumpfes, umrandet bei exotischen und mir unbekannten Pflanzen, auf welchen man spazieren konnte und natürlich einen Pfad durch den Wald.

Es war so schön kurz vor der Abenddämmerung wandern zu gehen, die Stille zu genießen und nichts anderes zu machen, als wieder diese frische Luft einzuatmen, die man in der Großstadt nicht finden kann. Es war stiller. Nicht wurde durch Autohupen unterbrochen, man hörte keine Fernsehgeräusche, keine schreienden Kinder, kein etwas, was die Stimmung vermieste. Man konnte eher seine eigenen Gedanken Räder schlagen hören, das eigene Herzklopfen und die Natur; singende Vögel, raschelnde Blätter und das beruhigende Geräusch des Sees hinter dem Rücken. Obwohl ich keine richtige Campingperson bin, und doch meine eigenen vier Wände bevorzuge, konnte ich auch einmal entspannen. Für die Außenwelt war ich für einige Tage nicht erreichbar. Einfach verschollen.
Es war so anders, wieder tagträumen zu können, wenn man durch die dichten Wälder lief, am Boardwalk entlang schlenderte und nichts anderes tat, als den eigenen Gedanken nachzugehen. Vielleicht mag es sich für euch verrückt anhören, aber ihr müsst es auch einmal probieren. Einfach mal die Augen schließen, durchatmen und den Rest der Welt vergessen. Blendet für einige Sekunden die Menschen um euch herum aus, vergesst, dass sie existieren. Vergesst die Schule, die Hausaufgaben, die ihr noch machen müsst und die Klausuren, für die ihr Nächtelang lernen werdet. Nur für zehn Minuten. Oder auch nur für fünf. Wenn ich das gemacht habt, dann wisst ihr, wie entspannend die Wildnis sein kann.
















Vorallem aber, was mir aufgefallen ist, war es viel, viel kälter. Nachts fiel die Temperatur unter den Gefrierpunkt, und wir schliefen mit zwei paar Hosen und Jacken. Es hört sich merkwürdig für Florida an, oder? Vor allem, da man sich immer die Palmen, den Strand und die unausgesprochene und manchmal wirklich nervende Hitze vorstellt. Aber ja, es gibt auch hier einen (nennen wir es) Winter.
Es war nur günstig, dass wir am Mittwochabend nach Downtown Mount Dora gingen, wo ich mir sogleich eine Mütze und einen Schal kaufte, um nicht in der Kälte Floridas zu erfrieren.
Die Stadt selbst ist so klein und niedlich, dass man sich sogleich in sie verliebt. Alle Geschäfte, kleine Souvenirläden und Häuser sind dicht bei einander gebaut wurden, die Fassaden wurden erneuert, aber man kann ihnen immer noch die Spuren der Zeit anmerken. Die Häuser sind rustikal, altmodisch und - eben wie alles hier - ländlich. Hier gibt es selbst ernannte Kleidungsmärkte, keine Einkaufszentren oder Malls, wie man sie aus der Stadt kennt. Wenn man auch zu Publix oder Marshells fahren möchte, muss man aus der Stadt raus. Hier kennt jeder jeden, nichts ist ein großes Geheimnis und die Stadt wird von Touristen um schwirrt - wie Blumen von Bienen. Es riecht in allen Ecken nach selbstgemachten Keksen und Kaffee.
Weiter außerhalb der Stadt, auf dem Land, gibt es größere und prachtvolle Häuser, Villen oder sogar kleine Schlösser. Auf dem Land kostet alles nur zum halben Preis, man kann sich mehr leisten und man hat das starke Gefühl, dass auch die Menschen hier viel netter sind, während man in der Großstadt nur auf griesgrämige Grimassen antrifft. Das einzige Problem in einer Kleinstadt; großes Geld kann man nicht machen. Alle Geschäfte werden von Kindern und Enkelkindern übernommen. Eine Karriere kann man in Mount Dora nicht starten, aber man kann zumindest das Leben genießen.









Am Freitagmorgen sind wir zu den De Lion Springs gefahren um einschließlich selbstgemachte Pfannkuchen mit Blaubeeren und Schokotropfen zu essen. Richtig genießen konnten wir es jedoch am Ende, als wir nicht mehr mit den Zähnen knirschen mussten. Der Anblick raubte dennoch uns den Atem; das kleine Frühstücksrestaurant war in einer alten Mühle gebaut worden. Diese befand sich wieder an einem See, in welchem zu der Winterzeit das Zuhause der Seekühe ist. Eingeschlossen wird die Mühle und der See von Wäldern.








Auch sind wir zu einer kleinen Insel am Nachmittag gefahren, auf welche wir mit einem Schiff hinüber getragen werden mussten. Anstatt zum Camper zu fahren, haben wir dort unseren Tag mit einem Picknick in den Wäldern verbracht. Gesehen haben wir wilde Gürteltiere und auch Nester von Habichten oder Falken. Sogar unser Bootsmann hat versucht ein Gürteltier, welches wir Boris benannt haben, zu fangen. Leider war Boris aber doch schon weg, bevor er ihn auch nur berühren konnte. 



 


Am Sonntag, da meine Gastmutter Geburtstag hatte, sind wir in ein 4,5 Sterne Frühstückscafé frühstücken gegangen. Und man, schmeckte das verdammt gut! Anstatt wirklich fein essen zu gehen, hatten meine Gasteltern beschlossen den Tag anders zu verbringen. Ein nettes Frühstück und den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Flohmarkt, an welchem auch Steve teilnahm.
Ich habe euch doch schon bestimmt erzählt, dass mein Gastvater eine ausgeprägte Leidenschaft fürs Sammeln pflegt. Er liebt alte Volkswagen-Hippie-Busse, aber auch alte Spielzeuge aus vergessenen Zeiten. Dies war auch der Grund, weshalb wir in Mount Dora campen waren. Jeden Tag war Steve von morgens bis mittags, oder sogar früh am Abend, dort geblieben und hat seine Lieblinge und Schätze verkauft. Im Haus meiner Gasteltern stehen ebenfalls mehrere Vitrinen überfüllt mit alten Spielzeugen. Für mich wäre es auf keinen Fall gar nichts, aber mein Hobby ist es nicht!
Vorfinden konnte man auf dem Markt natürlich alles; von alten, schönen Möbeln, Spielzeugen, Kleidern bis zu exotischen Kunstwerken, Essen oder auch Büchern war alles dabei. Man glaubt gar nicht, für was alles Menschen ihr Geld ausgeben; Mannsgroßen, aus Stahl gebauten Dinosauriern, verwesenden Meerjungfrauen bis zu Damenunterwäsche aus dem 19.Jahrhundert. Wer hat schon vermutet, dass auch so etwas heiß begehrt ist?


Am Montag, der letzte Tag in Mount Dora, haben wir den Camper über zwei Stunden lang wieder abgebaut und sind dann nach Boca zurück gefahren.
Wie ihr sehen könnt, war es ein gelungener Campingausflug, kein großes Abenteuer. :)


Liebe Grüße, Emilia

Samstag, 14. Februar 2015

Valentine's Day

Happy Valentine's Day!
Alles Gute zum Valentinstag!
Wszystkiego Najlepszego na Valentynki!

„Love is composed of a single soul inhabiting two bodies.“ - Aristotle


Hallo, meine süßen, verliebten Pärchen, meine begehrten Singles und der Rest der Welt (ob verliebt oder auch nicht)! Ihr fragt euch doch bestimmt, wie ich meinen Valentinstag in den Vereinigten Staaten von Amerika verbracht habe? Ich möchte euch heute den schnulzigsten Tag des Jahres vorstellen!

In allen Stores, Shops, Einkaufzentren und sogar in meinem Schulkiosk konnte man rosarote Herzen vorfinden, kleine und große Teddybären, Schokolade in allen möglichen Formen, gefälschte Rosen und auch Karten mit allen vorstellbaren Motiven. Ganze Wände waren in rosa, weißen und natürlich roten Farben geschmückt. Das erste, was man beim Betreten von Publix (ist wie Real oder Aldi) sah, war für den Valentinstag.
Da ich keinen Freund habe, habe ich ursprünglich geplant den Valentinstag im Bett mit einem Buch und Schokolade zu verbringen. Aber ich habe doch noch etwas bekommen! Am Freitag, der 13, habe ich für meine Freundinnen Lillian, Larissa, Annie und Lina kleine Packete vorbereitet, mit jeweils einem Teddy und Schokolade. Von Larissa habe ich ebenfalls etwas bekommen, von Annie sogar Rosen und Schokolade, die aber am Ende der zweiten Stunde schon in meinem Bauch verschwunden ist. Der Rest der Schokolade habe ich mir aber für die fünfte Stunde aufgehoben. Für Lina und Lillian war Vor-Valentinstag aber doch noch eine kleine Überraschung gewesen.
Natürlich war ich nicht die einzige, die daran gedacht hat ihren Freunden etwas zu schenken! In der Schule konnte man Tassen mit kleinen Teddybären und Schokolade vorbestellen, und diese den
Liebsten schenken.



Wenn ihr jedoch Paare in meiner Schule gesehen hättet, zumindest die Leute, die „einsam“ und „alleine“ sind, dann hättet sicherlich ihr ein paar Tränen vergossen! Die Mädchen liefen mit roten Rosensträußen herum, gigantische Teddies fanden nicht wirklich Platz in ihren Armen und überall sah man glückliche (oder eben weniger glückliche) Gesichter. Larissa, Lina und ich schätzen ein, dass ein Junge sogar über 200$ für seine Freundin ausgegeben hatte; diese konnte nicht einmal alleine den Korb mit all ihren Valentine's Geschenken tragen. Es war unglaublich! Überall war einfach die Stimmung vom Vor-Valentinstag.
Ich musste auch paar mal fragenden Gesichtern erklären, dass mein Valentinstagsgeschenk von meiner Freundin stammte. In Biologie haben wir anstatt Unterricht uns ein Video angesehen, welches beschrieb, was mit uns passiert, wenn wir uns verlieben. Es ist besser, und das ist nun auch biologisch bewiesen, dass man erst den Charakter eines Menschen kennenlernen sollte, bevor man auf das Aussehen zurückkommt. Wenn man nur unter physischer Anziehung steht, belügt man das Gehirn und nebenbei sich selbst. Wenn man aber unter psychischer Anziehung ist, und dieses Verhalten dann durch physischer Anziehung gestärkt wird, ist es wahre Liebe. Wobei sogar Wissenschaftler nicht wirklich wissen, was Liebe ist.
Süß, oder?

„I am your Peanutbutter – you're my Jelly.“
 

Als ich dann nach Hause gekommen bin, gab es die nächste Überraschung; ich habe einen „Happy Valentine's Day“ Luftballon, eine Karte, Schokolade und rote Rosen bekommen. Zwar war noch nicht wirklich Valentinstag, aber wir waren schon alle in der Valentinstagsstimmung. Es hat mich ein wenig überrascht, glücklich war ich aber trotzdem. An dem richtigen Valentinstag sind wir in den Park gegangen und haben dort ein Picknick veranstaltet – wobei meine größte Befürchtung (sich küssende und Händchenhaltende Pärchen) nicht einmal wahr geworden ist.Es war im Grunde, wie ein ganz normaler Tag – ein Tag, an dem ich sagen darf, dass ich schon 6 Monate in den Staaten bin. :)

In Liebe und mit ganz vielen Küsschen an alle, Emilia

Sonntag, 8. Februar 2015

Was das Leben so bringt....

Good Morning, my lovely friends!
Ich habe natürlich darüber nachgedacht meinen Blog auf Englisch zu schreiben, da ich immerhin hier bin und irgendetwas auch lerne. Aber ich möchte noch im Deutschen bleiben, da ich langsam, aber sicher, die Grammatik vergesse. Und das möchte ich meinem zukünftigen Deutschlehrer nicht antun.

Letztes Wochenende, am 01/31/2015 hatten wir unser Mid-Year-Orientation.
Wir haben uns mit allen Austauschschülerin in Südflorida getroffen, haben ein Picknick veranstaltet, über unsere Gefühle geredet und sind Kanu gefahren.
Früh am Morgen mussten Debbie und ich los, um am gesagten Ort anzutreffen. Im West Lake Park sollten wir den restlichen Tag verbringen, ein wenig über den Begriff Teamwork lernen und entspannen. Es war nicht ein wirkliches AFS Camp, wie ich es aus Deutschland kannte, da wir einfach nur zu wenig Leute waren. Wir konnten kein wirkliches Programm führen, dafür haben wir einfach bisschen die Zeit genossen.

Nebenbei haben wir Rominas Geburtstag gefeiert und über unsere Probleme gesprochen, falls wir welche hatten. Nach fast einem halben Jahr in den Staaten kann man sagen, dass man zum Teil einer fremden Familie geworden ist. Man kennt die Regeln innerhalb des Kreises, man weiß, was man machen darf und von was man lieber die Finger lassen sollte. Nach einem halben Jahr kennt man nicht nur die guten Seiten, sondern auch die schlechten Seiten, die man vielleicht nicht so ganz mag. Mein Auslandsjahr ist toll, ich beklage mich nicht. Ich verbringe die Zeit in Florida, am Strand, während der Rest der Welt friert. Aber es gibt immer und immer wieder manchmal Momente, die mir halt zeigen, dass es eben im Leben Höhen und Tiefen gibt. Kleine Geschwister werden immer nerven, manche Menschen kann man nicht ändern, aber wisst ihr was? Ihr lernt damit zu leben und die Dinge loszulassen, die euch nicht weiterbringen. Was bei einem Auslandsjahr noch so hilft? Reden, Leute. Wenn euch etwas auf der Seele liegt, dann müsst ihr es sagen. Auch in Deutschland! Wir haben ganz viel darüber gesprochen, dass genau diese Kommunikation wichtig ist. Nach einer Zeit wird es euch wehtun, es für euch behalten zu haben. Also sagt einfach etwas, auch wenn es schwierig ist. Aber denkt nach, bevor ihr eure Gasteltern anspringt und den dritten Weltkrieg verursacht! :)
Es wurden die Regeln wieder aufgelistet, wir haben ein paar Tipps bekommen, wie wir den Rest unseres Austauschjahres überleben und nach ein Paar Kuchenstücken fuhren wir dann nach Hause.
Wie man sieht, ist hier nichts los, aber das bedeutet noch lange, dass ich nichts schreiben kann, oder?

In einer Woche ist der sagenumwobene, allerliebste und romantischste Tag des Jahre;
Valentinstag!
Seid ehrlich; wer hat am diesem Tag auch nichts anderes zu tun, außer den Tag zu Hause zu verbringen? Hier in den United States of America wird Valentinstag für die Pärchen ganz groß gefeuert. Mit „groß“ meine ich große Rosensträuße, große Schokoladentafel, große Teddybären und natürlich, weil in America alles groß ist, ist auch der Rest übermenschlich groß und plüschich rosa. Ich werde euch den Tag beschreiben, wenn er vorbei ist.
Aber falls ihr euch nicht langweilen möchtet (und falls ihr single seid), habe ich ein paar Ideen.

A.) Ihr könnt euren Freundinnen etwas schenken. Das werde ich zumindest dieses Jahr machen. Anstatt Rosen zu kaufen, kauft doch einfach einen kleinen Plüschbären und eine Tafelschokolade. Wer hat den nicht seine Freunde lieb?
B.) Oder verbringt einfach den ganzen Tag mit euren Freundinnen und feiert euer Single-Dasein! Geht schön essen, danach einen Film gucken und am Abend einen Sleepover veranstalten. Ein wenig Gesellschaft von Eis und Schokolade wird doch auch ganz schön sein.
C.) Oder ihr wählt meine Variante des Valentinstags und vergrabt euch im Zimmer mit Essen, Büchern und Musik. Also sagt mir Bescheid, wenn ihr etwas vorhabt

Bis dahin! Emilia

Ein paar Termine, um den Überblick zu behalten, wann was los ist. :)
02/14/2015 – Valentinstag (den ich mit meinem Kühlschrank und Büchern verbringen werde)
02/18-22/2015 – Campingtrip nach Mountdora
02/27/2015 bis zum 03/01/2015 – DISNEY WORLD!!!
03/14/2015 – Schnorcheln in Florida Keys


Dienstag, 20. Januar 2015

- Das Abenteuer geht weiter und die Halbzeit beginnt -

Heya, meine Pfadfinder und Pfandfinderinnen! Wie ihr von der Überschrift vermuten könnt, waren meine Gastfamilie und ich vom 16. Januar bis zum 19. Januar in Chassahowitzka campen. Diesmal war auch die Homeschoolgruppe Classical Conversation meiner Gastgeschwister dabei.
 

Am Freitagmorgen sind wir natürlich früh aufgestanden. Eines müsst ihr über meine Gastfamilie wissen; wenn es um Indiana oder campen geht, sind sie nicht mehr aufzuhalten. Wer als erstes aufsteht, sei es auch um drei Uhr morgens, weckt die anderen und wir ziehen in die Wildnis los.
Unsere Pläne waren eigentlich anders gewesen. Da ich am Montag frei hatte, wollten wir schon am Donnerstag fahren. Doch Donnerstag hätte es den ganzen Tag geregnet. Die Hunde wollten wir auch mitnehmen, aber Grace wurde operiert und durfte somit nicht nass werden. Stattdessen sind wir am Freitag losgefahren und Steve's Sohn Gunner passte auf sie auf.
Innerhalb von einer 6 Stundenfahrt, auf welcher wir in diversen Antiquemalls angehalten haben, sind wir dann endlich am Campingplatz angekommen. Es war nicht wie letztes Mal, als wir an der Westküste waren. Diesmal musste der Pop-up-camper aufgebaut werden. In dem Ding gibt es alles, was das Herz begehrt; 2 Kingsizebetten, in dem jeweils 3 Personen schlafen können, einen Kühlschrank, eine Herdplatte innerhalb und außerhalb und genug Steckdosen für alle Handys! (Hélène, Imren, Sophie, Kim und Delia? Lust mal campen zu gehen, wenn ich wieder da bin? :D)


 
Nachdem diese Aufgabe auch schon erledigt war, konnten wir essen. Eins kann ich euch garantieren; auf Campingtrips durch Florida kann man nicht fasten!
Vielleicht habe ich es bei dem letzten Trip nicht erwähnt, aber ich hatte ein kleines bisschen Heimweh. Wieso? Meine Eltern und ich waren niemals wirklich campen. Das erste mal campen zu gehen, war für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Kein Klo neben an, keine eigene Tür, die man schließen kann. Es war für mich beängstigend. Es ist nicht so, dass ich nicht gerne neue Sachen ausprobiere, es ist einfach nur so, würde man mich in einem über wildernden Garten hinauslassen, würde ich mich verlaufen! Ich liebe zwar die Wälder zu sehen, den Geruch und die Geräusche in mich aufzunehmen und tausende Geschichten zu schreiben, doch richtig campen.... nee. Diesmal hatte ich auch vor der Nacht Angst, da ich mir das Bett mit meinen Gastgeschwistern teilen würde. Und beide sind wie Oktopusse, die sich um dich legen in der Nacht. Schrecklich!

Am Abend gab es dann ein kleines Lagerfeuer, an welchem natürlich alle teilnahmen; 13 Erwachsene und 22 Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Zwar habe ich mich auch ans Lagerfeuer gesellt, mit ein paar Müttern geredet, aber letztendlich bin ich doch dem Ganzen ein wenig entflohen. Ich hatte auch nicht den größten Drang verstecken, fangen oder Fußball zu spielen. Stattdessen bin ich durch die Gegend gewandert und habe versucht ein größeres Stück des unsterblichen Himmels zu sehen.
Es war, als hätte man Glitzer auf schwarzes Papier verstreut. Der Himmel war ein makelloses Kunstwerk aus dunklem, angenehmen Blau und einem strahlenden Funkeln. Es war so schön, dass ich mich auf die Zehenspitzen gestellt habe, um das Gefühl zu spüren es mit meiner Nasenspitze berühren zu können. Nur Äste und Zweige haben mir den Weg versperrt. Es war wie ein Kreis, in dem ich die Ecke gesucht habe. Ich wollte mehr sehen und nicht nur den Hauch eines Geschenkes. Ich konnte weder zum See gehen, noch auf die Straße. Ich musste waren bis zum nächsten Tag. Und der Anblick war würdevoll!
Ich bin noch ein wenig in der Dunkelheit um Camp herum spazieren gegangen und habe die Dunkelheit und das Leben genossen.


 





 

 
Am Samstag sind mein Gastpapa und ich zum Flohmarkt gefahren, um uns die Zeit zu vertreiben. Auf Kanu oder Kajak fahren hatten wir nicht wirklich Lust. Auf dem Flohmarkt gab es alles - von Waffeln über zu Welpen, von Gewähren bis zu gruseligen, alten, Bier schlürfenden Damen. Nebenbei haben wir alten Hippiekram ausprobiert, John-Lennen Sonnenbrillen getragen und Kameras gesehen, die Steinzeitmenschen gehörten. Nach einem netten Nachtisch sind wir dann auch zurück gefahren und haben den Tag mit nichts tun verbracht.
Sonntag war unserer letzter Tag, bevor wir dann am Montag nach Hause gefahren sind. Jetzt werdet ihr aber stolz auf mich sein! Am Sonntagmorgen bin ich mit Mai und Emili zum See gegangen und wir waren fischen. Mary und Alli haben mir gezeigt, wie man Würmer auf Hacken setzt, sie an der richtigen Stelle durchtrennt und an schließlich angelt. Es macht so viel Spaß, Leute! Und schreiend den ersten Fisch zu fangen, ihn vom Hacken zu nehmen und dann wieder in den See zu werfen ist so toll!  Vor Allem wenn man schreiend zurückspringt. Danach sind Emili, Mai und ich erst einmal mit dem Kanu hinausgeschwommen, um die Seekühe zu sehen, mit denen ich schon im November schwimmen gewesen war. Zwar konnte ich sie diesmal nicht berühren, aber dennoch haben uns zwei andere Freunde begleitet; zwei Delfine sind uns auf unserem Weg begegnet und sind hinter uns geschwommen.


 
 
Am Nachmittag bin ich noch einmal alleine mit dem Kajak hinausgeschwommen. Nach genug, um das Clubhaus sehen zu können und mit anderen Menschen neben mir, Mama.
Als ich die Natur noch einmal betrachten konnte und zwar ganz für mich alleine, wurde mir wieder etwas mehr oder weniger Trauriges bewusst; hätte ich mich vor über 5 Monaten anders entschieden, hätte ich wirklich kalte Füße bekommen, wäre ich wirklich Zuhause geblieben, was wäre dann mit mir passiert? Ich wäre mit meiner wundervollen Klasse, der damaligen 9a, in die Zehnte gegangen. Ich wäre mit Mama und Papa nach Polen gefahren und hätte meine Familie besucht. Alles routinemäßig, wie es sich gehört. Leute, das wäre kein Leben gewesen immer und immer wieder das Gleiche zu tun. Ich genieße es zwar mit meinem ganzen Herzen, doch wer nicht reist, ließt nur eine Seite eines Buches. Und ein Buch hat für gewöhnlich mehr Kapitel. Natürlich verpasse ich mit euch so viele Dinge, und dessen bin ich mir auch bewusst! Aber es gibt so viel mehr zu sehen! Wenn ich Zuhause geblieben wäre, hätten mir meine Freunde niemals gesagt, dass sie mein amerikanischen Englisch lieben. Ich wäre niemals über meinen Schatten gesprungen, hätte Menschen angesprochen, ohne dabei die Sprache zu kennen. Ich wäre niemals in Januar Kajak gefahren, ohne als Verrückte abgestempelt zu werden. Und ich hätte mich niemals verliebt - verliebt in diese unberechenbare Freiheit.

Ich bereue es nur, die Zeit nicht zurückdrehen zu können. Denn die Zeit ist ein Dieb hier.
Emilia

Ps. Alles Gute zum Opa und Oma Tag! Ich wusste nicht ganz, wie ich es in dem Text einbauen sollte, deshalb wünsche ich euch hier alles Gute und Liebe! :)