Es war die Nacht von Halloween....
Nachdem meine Familie sich im Esszimmer versammelt hatte, wir gegessen haben, ging das ganze Chaos los. Ich möchte ehrlich sein; ich war tierisch aufgeregt. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt Halloween in Deutschland gefeiert habe. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, wie ich die letzten Halloweennächte verbrachte. Deshalb war ich dieses Mal auch wirklich aufgeregt und habe mich unglaublich doll auf alles gefreut, wobei ich alle mit meinem Umherlaufen anderen in Panik versetzte, da ich es nicht mehr abwarten konnte auf die Straßen zu gehen und Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen!
In Amerika wird Halloween groß gefeiert. In meiner Nachbarschaft waren ganze Häuser geschmückt. Knochen und abgehackte Körperteile lagen verstreut auf dem Boden, Riesenspinnen krochen über gigantische Spinnennetze, Halloweenmusik wurde gespielt – sogar die Lehrer und einige vereinzelte Schüler haben sich in meiner Schule verkleidet. Kürbisse wurden nach draußen gestellt, wobei der Kürbis meines Gastbruders leider verfault ist, bevor ihn irgendjemand sehen konnte. Mein Gastbruder war ebenfalls aufgeregt, weshalb er den Kürbis zu früh ausgeschnitten hatte.
Geister flogen in den Häusern umher und es war eine angenehme Stimmung in der Luft zu spüren. Die Halloweennacht war warm, deshalb konnte man sich nicht wirklich gruseln, wenn man in T-Shirt und kurzen Hosen um die Häuser zog. Ich selbst bin als Katze gegangen, habe aber leider kein Foto gemacht. Hannahlora hat mir dabei geholfen mich herzurichten, wobei sie selbst als etwas ganz anderes verkleidete war.
In dieser Nacht habe ich wirklich beinahe alles im Haus stehen gelassen und bin nur mit meinen Geschwistern und deren Freunden und Eltern herumgegangen, habe die frische Luft Floridas genossen und darauf gewartet, dass sich meine Tasche mit allerlei Köstlichkeiten füllte. Nebenbei habe ich tote Menschen durch die Straßen wandern sehen, verlorene Prinzessinnen, Werwölfe, Monster, Vampire und alle anderen untoten Geschöpfe und Kreaturen der Nacht. Es war eine komplett andere Erfahrungen mit jüngeren Kindern herumzulaufen und jedes Mal „Süßes oder Saures!“ zu kreischen. Matt und Jack sind nach einiger Zeit unserem Packt beigetreten und ich konnte sogar mit jemanden auf Polnisch sprechen!
Eigentlich wollte ich ebenfalls die Halloweennacht mit meiner Freundin Lillian verbringen, aber da sie bei ihrer Mutter war, konnte sie leider nicht kommen.
Am Abend sind wir zu einer Nachbarschaftsparty gegangen, auf welcher man Hotdogs und Hamburger, Salat, Kuchen und Brownies essen konnte. Es ist eine alte Tradition sich in der Halloweennacht zu treffen und Halloween zu feiern. Da man hier auch fast alle Nachbarn kennt und mit ihnen befreundet ist, hat man immer die Möglichkeit mit jemanden zu reden. Es ist unglaublich herrlich im Kreis miteingebracht zu sein und einfach ein kleiner Teil einer großen Familie zu werden. Gelangweilt habe ich mich an diesem Abend auf jeden Fall nicht.
Ich glaube fünf ganze Häuser haben sich in dieser Nacht im Haus eines Nachbarn verabredet. Natürlich wurde ich ganz oft von den Menschen gefragt, die mich noch nicht kannten, wie es mir denn hier gefalle und ob alles in Ordnung sei. Leute, wenn man Austauschschülerin ist, hört das Fragen niemals auf. Ihr gewöhnt euch daran von jedem irgendetwas gefragt zu werden. Zumindest ist mein Englisch mittlerweile so gut, dass ich auch alle Fragen verstehen und eine Antwort geben kann. Während die kleinen Kinder jedoch bei ihren Eltern geblieben sind und gespielt haben, die Erwachsenen geredet haben, haben Jack, Matt, Zach, Hannah und ich „Iron Man 2“ geschaut. Ich bin jedoch fast eingeschlafen, da ich vor lautem Süßigkeitenschleppen tot müde war und mich mehr als nur nach meinem Bett sehnte.
Als wir dann auch nach Hause gegangen sind, waren wir ziemlich kaputt, haben aber trotzdem genascht und unseren blutrünstigen Hunger gestillt. Hannah, Zach und ich haben unglaublich viele Süßigkeiten gehabt, da die Menschen hier einfach mehr Süßes geben, als in Deutschland. Und die Süßigkeiten hier schmecken meilenweit besser, als die in Deutschland!
Am Freitag wurde ich ebenfalls eingeladen zu einer Party am Samstag zu kommen, wobei ich allerdings abgesagt habe. Wieso? Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es Alkohol und Drogen geben würde und von den Dingen möchte ich so weit wie möglich entfernt bleiben, da ich keinesfalls nach Hause geschickt werden möchte! Aber wozu sollte ich feiern gehen, wenn ich dafür Süßigkeiten bis zum Platzen in meinem Zimmer habe? :P
Auch wenn dieser Eintrag hier nur kurz und knapp ist; es hat mega viel Spaß gemacht und ich würde gerne die Halloweennacht noch einmal durchmachen – hier in den Vereinigten Staaten von Amerika!
Liebe Grüße, Emilia
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