*Bitte schaltet hier die Musik von "Fluch der Karibik" an. Danke!*
Raue Seeluft und der Geruch
von Einsamkeit.
Die Sandkörner unter meinen
Füßen glänzten in einem hellen Gold – zart und fein, als wäre
es Puderzucker. Dieser Strand war ganz anders, als der, den ich zuvor
gefunden hatte. Es war kein Staub, der meine nackten Zehen umschloss.
Er war wärmer und angenehmer. Auch das Wasser schien andere Wellen
zu spielen, wenn man die Herzschläge des Ozeans als Wellen
bezeichnen konnte. Hier herrschte Stille. Stille und die Gefahr in
dieser hellwach einzuschlafen. Während die Sonne hoch am Himmel
tanzte, das Boot die Anker ansetzte, machte sich eine Truppe voller
Abenteurer auf die Insel in der Mitte von einer Großstadt zu
erkunden....
Hallo, meine Surfer und
Surferinnen!
Hört sich der Anfang dieser
Geschichte nicht wunderbar an? Und soll ich euch die Wahrheit sagen?
Für mich ist es keine Geschichte, die ich da erlebt habe! Am
Samstag, den 12/06/14, am Nikolaus, bin ich mit meiner Organisation
AFS und ganz vielen Austauschis nach Miami gefahren und habe einen
Catamaran Trip unternommen.
Was das ist? Das erkläre
ich euch – doch alles nach der Reihe. Man beginnt ja auch nicht mit
der Mitte eines Buches, oder?
Am 12/05 sind erst einmal
ein Haufen von Abenteurern zu mir gekommen. Dies bedeutete auch, dass
Debbie, Zach, Hannah und ich putzen mussten. Viel putzen mussten!
Denn immerhin wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren.
Wenn ich ehrlich sein soll; große Lust hatte ich an diesem Tag
nicht. Ich möchte ehrlich zu euch sein. Ich habe nicht wirklich
Kontakt zu anderen Austauschschülern meiner Organisation. Es ist
nicht so, dass ich mich nicht mit ihnen verstehe, jedoch bin ich hier
um die amerikanische Kultur zu erleben und auch amerikanische Freunde
zu haben. Ich möchte nicht viel Zeit mit anderen Austauschschülern
verbringen, da ich meine Freunde hier gefunden habe und lieber etwas
mit ihnen mache. :)
Nachdem auch die letzte Ecke des Hauses
geglänzt hatte, mussten wir warten. Lange warten. Die
Austauschschüler sollten von 7.30 – 8.30 erscheinen, doch da sie
von überall in Florida kamen, war dies leider ein gescheiterter
Versuch. Und am Ende saßen auch alle bis ca. 10 Uhr nachts.
Auuruke, Francesca und Esra
haben hier übernachtet, da die meisten Gasteltern für eine Nacht
auch andere Austauschschüler aufgenommen hatte. Es war zwar ein
witziger Abend gewesen, jedoch waren wir am nächsten Morgen total
müde! Immerhin mussten wir früh aufstehen und uns fertig machen, da
wir schon um 9 Uhr morgens am Hafen uns treffen sollten. Die Fahrt
würde 1 Stunde dauern und auch müssten wir noch frühstücken. Zwar
sah niemand von uns aus wie ein Vampir, jedoch konnte man die
Müdigkeit von unseren Augen ablesen.
In Miami angekommen, konnten
wir das erste Mal richtige Scyscraper – Wolkenkratzer -
betrachten. Natürlich war der Blick bombastisch und zum ersten Mal
habe ich mich wie in Amerika gefühlt. Wunderschöne Hochhäuser,
warme Tage und durch Miami schlendern mit der Sonnenbrille auf dem
Kopf – wie in einem Hollywoodfilm, in welchem der Traumprinz dann
auch noch mit einem weißen Gaul um die Ecke kommt – oder eben mit
einem weißen Porsche. ;)
Nachdem auch dann noch alle
Austauschschüler sich zusammengefunden haben, ich meiner Gastfamilie
„Tschüss“ gesagt und einen schönen Tag in Miami gewünscht
habe, konnten wir dann auch endlich aufs Boot gehen und uns fertig
machen. Falls ihr euch fragt, wie viel es gekostet hat. 50 Dollar war
es wirklich wert, da wir 4 Stunden in einem kleinen Paradies
verbracht haben.
An diesem Punkt möchte ich
nicht arrogant klingen, da ich finde, dass es kein Grund ist,
arrogant zu sein. Ich hatte Schweineglück mit meiner Gastfamilie und
auch mit dem Ort, an dem ich lebe. Nicht jeder kann sagen ein Jahr im
wärmsten Staat Amerikas verbracht zu haben. Ich bin unglaublich
glücklich und ich schätze es wert, dass ich es wirklich mit eigenen
Augen erleben durfte, und nicht nur von CSI Miami oder anderen
Filmen. Vor allem bin ich wirklich mit Freude überfüllt sagen zu
können, dass ich im Dezember in kurzen Hosen und Bikini herumlaufen
konnte. Es ist wirklich ein Experiment und Erfahrung für sich. Zwar
hatte ich dieses Jahr keinen Nikolaus, dafür aber eine kleine Tour
ins Paradies.
In Mitten von Miami befindet
sich eine Insel.
Sie ist klein und zuckersüß
und wunderschön zur gleichen Zeit.
Um auf diese Insel zu
kommen, muss man mit einem Boot hinausschwimmen, denn diese befindet
sich von Villen, Strandhäusern und anderen schicken Schlössern
umgeben. Nebenbei haben wir auch das Haus eines ganz berühmten
Promis gesehen. Vielleicht kennt ihr ihn ja noch aus älteren
Karate-Filmen. Ganz witzig und sympathisch, und manchmal (oder eben
fast immer) kampfbereit. Jackie Chan! Und ja, ich war genau so
erstaunt, wie ich es immer noch bin. Es ist mir eine Ehre.
Als wir in unserem kleinen
Paradies angekommen waren, staunten wir nicht schlecht. Der Sand war
warm und weich, das Wasser jedoch kalt. Immerhin herrscht hier
Dezember und auch wenn es niemand glauben kann; es wird manchmal
kalt. Selten, aber ich ziehe mir dann immer eine Jacke an, weil ich
nicht frieren will. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir erst
einmal ins Meer springen und nach der Reihe wurden unsere Sachen aufs
Land gebracht – wie in einem alten
Piraten-suchen-den-Schatz-auf-einer-einsamen-Insel-Film.
Das Wasser war klar und....
voller Quallen. Falls ihr noch nie von einer Qualle gestochen wurdet;
es schmerzt. Ihr bekommt rote Punkte oder Flecken an der Stelle und
es brennt. Es fühlt sich an wie eine Art von einem elektronischen
Blitz. Woher ich das weiß? Weil ich schon einmal gestochen wurde.
Zumindest gab es keine Haie dort.
Das Meer war kühl und man
musste sich daran gewöhnen, ins Wasser zu gehen. Aber niemand konnte
sich beschweren, denn es war Anfang Dezember. Und baden im Bikini in
Deutschland? Wenn jemand einen Kälteschock bekommen möchte...
vielleicht. Hier ist es jedoch total normal.
Und die Natur hinter uns....
Natürlich wurden wir gewarnt die freilebenden Affen nicht zu
füttern. Aber leider haben wir auch keine Affen sehen können. Es
roch so frisch und unberührt, wie lange nicht mehr. Es wäre so
still und so verführerisch einfach nur dort zu sitzen, mit dem
Anblick auf die Hochhäuser Miami's und in Tinte zu versinken, dass
man praktisch Angst hätte darin zu ertrinken. Es wäre so schön
gewesen. Vielleicht werde ich das ja einmal machen. Vielleicht nicht
mehr dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann, wenn ich wieder
hier bin. Wenn ich wieder hier bin und zwar nicht nur für ein paar
Monate und einige Wochen, sondern... vielleicht für immer.
Ich selbst würde es nicht
vorziehen in Miami zu leben. Ich genieße die Stille zu sehr und die
freie Sicht auf den Sternenhimmel, der durch die Wolkenkratzer nur
verdeckt gewesen wäre. Natürlich genieße ich es dort einmal
hinzufahren, die Ortschaft zu besichtigen und einfach mal ein
„amerikanisches Girl“ zu spielen, während ich mit einer
Handtasche in der einen Hand und einen Smoothie in der anderen Hand
durch die Stadt spaziere. Aber seien wir mal ehrlich; das bin nicht
ich. :D
Am Ende unseres kleinen
Abenteurers hatten wir natürlich alle Hunger, und die Snacks auf der
Fahrt, wie Chips und Soda, haben uns nicht ausgereicht und zum Pizza
essen hat wir auch wieder festen Boden unter den Füßen.
Wenn ihr mich fragen würdet,
ob ich den Tag gerne wiederholen würde; Ja, sicher! Natürlich. Aber
nicht mit meiner Organisation. Warum? Zwischendurch bilden sich immer
wieder Cliquen – Deutsche unter Deutsche, Norwegen unter Norwegen
und so weiter und so fort. Ich bin nicht die Person, die gerne so
etwas kritisiert, aber sind wir nicht alle hier um von allen Nationen
etwas zu lernen? Da bin ich doch lieber mit meinen Freunden und
meiner Familie zusammen, als mit irgendjemand anderem.
Doch da war meine Party noch
lange nicht zu Ende.
Unsere Nachbarn von
Gegenüber – Ryan und Jenny – haben eine Weihnachtsparty
geschmissen. Mit über 70 Leuten! Achja; falls manche es noch nicht
bemerkt haben sollten. Es geht hier ums Essen. Und da ich Essen
liebe, bin ich natürlich auch mitgegangen. Nein, Spaß! Mein Nachbar
und Freund, Jenny's Bruder Shane, wohnt dort und da ich den Abend
nicht mit meinen Geschwistern verbringen wollte, habe ich mich
einfach unter seine Freunde gemischt und den Abend mit ihm und seiner
Freundin Grace verbracht.
Und natürlich wurde auch
gegessen, wie auf jeder Party. Am Abend war ich jedoch so müde, dass
ich nicht lange gebraucht habe, um auch in meinen Träumen von einer
wilden Insel mit kleinen Abenteuern zu versinken und in dem Geruch
von Salz und Sand zu ertrinken....
Mit lieben Grüßen, Emilia!
"Fernweh": Es bezeichnet die Sehnsucht nach einem unvergesslichen Abenteuer, das Verlangen in fremde Kulturen einzutauchen und sie zu verstehen, die Leidenschaft atemberaubende Zeiten zu durchleben, das Bedürfnis an dem Leben anderer teilzuhaben. Aber vor allem beschreibt es den Wunsch eine Reisende zu sein.
Montag, 8. Dezember 2014
Freitag, 28. November 2014
Thanksgiving
Ich
glaube, viele Menschen, vor allem die, die nicht an einem
Thanksgiving Dinner in den Staaten teilgenommen haben, wissen nicht
wirklich, wie es aussieht.
Essen.
Essen und noch mehr Essen.
Essen,
bis man nicht mehr kann, aber an diesem Tag ist nur essen erlaubt.
Köstliches
Essen.
Da
werde ich ja wieder hungrig.
Früh
am Morgen bin ich Fahrrad fahren gegangen, da mich meine
Gastschwester gewarnt hatte, dass am diesen Tag das Hauptthema nur
Essen wäre.
Thanksgiving
wurde in meiner Gastfamilie nicht wirklich groß gefeiert. Am Morgen
hat jeder etwas für sich gemacht, und wir standen nicht alle in der
Küche und haben mitgeholfen. Zwar haben wir einige Vorspeisen
zusammen vorbereitet, aber die meiste Zeit saß Debbie in der Küche
und hat irgendetwas vor sich hin gekocht. Während ich also Sport
getrieben habe, haben meine Gastgeschwister mit den Nachbarskindern
gespielt und Steve war auch mit seinem Bus beschäftigt.
Ich
habe leider auch keine richtige Thanksgiving Stimmung gespürt, da es
nicht wirklich alles so abläuft, wie man es von den amerikanischen
Filme Zuhause kennt. Während wir alle denken, dass man sich hier die
meiste Zeit auf das Familienleben konzentriert und alles dafür gibt,
um beim Familiendinner dabei zu sein, sah es zumindest bei meiner
Familie anders aus. Wir haben uns nicht wirklich in feine Kleidung
geschmissen, sondern haben eher den ganzen Tag in Jogginghose
und
T-Shirt verbracht. Auch war bei uns nicht die gesamte Familie im
Haus; Debbie's Schwester lebt oben in New York, während Steve's
Familie in Indiana sitzt. Auch sind alle Großeltern von meinen
Gastgeschwistern verstorben. Debbie und Steve hatten beide keine
richtigen Traditionen im Hause, da ihre Eltern niemals darauf
geachtet haben. Aus diesem Grund gibt es auch im Hause Thompson keine
richtigen Traditionen, da es beide nicht wirklich von Zuhause kennen.
Zwar hat uns Debbie's Bruder John besucht, jedoch waren wir immer
noch wirklich klein am Tisch vertreten. Ich denke, dass es in anderen
Gastfamilien anders aussah, während bei mir es einfach wie ein ganz
normales Dinner erschien. Vielleicht hat auch einfach nur die
Stimmung gefehlt, da in Florida nie Schnee fällt und manche Menschen
noch niemals Schnee gesehen haben. Zwar werden die Tage kürzer und
kälter, doch wirklich Winter ist hier nie zu spüren. Vielleicht ein
Cocktail von der Frische des Frühlings und den Farben des Herbstes
kann man hier finden, aber wirklich Winter? Nein.
Um
ca.12 Uhr haben wir allerdings wirklich zusammen in der Küche
geholfen und alles auf die Beine gestellt, damit wir auch um 1 Uhr
essen konnten. Wir haben wirklich früh gegessen, aber es hat mir
zumindest nichts ausgemacht. Die letzten Vorbereitungen wurden
getroffen, der Tisch wurde gedeckt, die Speisen wurden aufgerichtet
und wir haben uns alle fertig gemacht. Sogar die Weihnachtsdekoration
wurde zur Hälfte ausgepackt und wir konnten einige Geschenke schon
unter den Weihnachtsbaum legen.
Es ist hier typisch, dass man nach
Thanksgiving schon herrlich geschmückte Häuser sieht. Aber davon
erzähle ich euch später! Ich bin mir sicher, dass ihr gerne wissen
würdet, wie viel Kilos ich an diesem Tag zugelegt habe. Ich habe
keine Ahnung, aber von den köstlichen Speisen konnte man wirklich
zunehmen;
- Truthahn
- Maisbrot
- Kürbisbrot
- Erdbeeren
- Äpfel
- Kartoffeln
- Möhren
- Schokoladenkekse
Bevor
wir allerdings angefangen haben zu essen, haben wir wie üblich
gebetet und gesagt, für welche Dinge wir in unserem Leben dankbar
sind. Nachdem Essen sind meine Gastgeschwister zu deren Freunden
gegangen, haben gespielt und im Grunde war der Tag ein wirklicher
Pyjamatag. Man hat nicht wirklich etwas gemacht. Am Abend sind wir
noch ans Lagerfeuer von Freunden gegangen, haben geredet oder – wie
ich – sind fast eingeschlummert, da man müde vom Nichts tun war.
Einige
Background-Infos;
Weshalb
wir dieses Fest feiern und es als größtes Familienfest in den United
States of America gilt? Thanksgiving wird immer am letzten
Donnerstag im Jahr gefeiert. In Kanada ist es schon der zweite Montag
im Oktober, und beide Thangsgivingfeste haben nicht viel mit einander
zu tun.
Viele
Menschen aus Europa sind nach Amerika gekommen und wollten hier ein
neues Leben aufbauen. Amerika hat viele neue Ressource geboten und
die Menschen haben neue Länder und Kontinente gesucht. Diese
sogenannten Menschen werden auch als Pilgerväter beschrieben. Das
Problem war allerdings, dass sie auf den neuen Kontinenten auch auf
neue Umstände trafen.
Nachdem
viele Menschen in der „Neuen Welt“ wegen Hungersnöten gestorben
sind, haben sie Hilfe bei den Indianern, auch Native Americans,
gesucht. Diese haben ihnen gezeigt, wie man einheimische Pflanzen
pflanzt. Ein Jahr darauf gab es eine gute Ernte, worauf das
Erntedankfest gefeiert wurde und man die Früchte, das Gemüse und
das Fleisch miteinander teilte. Das erste bekannte Thanksgiving wurde
am 23.Mai 1541 in Texas gefeiert.
Diese
Geschichte wird allerdings nur uns Menschen vorgezeigt. Die Wahrheit
findet nur selten ihren Weg. Ihr müsst dabei beachten, auch wenn es
noch so traurig ist, dass hierbei auch eine andere Geschichte ihre
Rolle spielt. Die Einwanderer aus Europa haben nicht immer ihr Essen
mit den „Rothäutigen“ geteilt und haben weder an ihre Tür
geklopft, noch um Hilfe gebetet. Die Einwanderer haben Native
Americans versklavt, ihr Leben missbraucht und sie am Ende auch
getötet. Die Ureinwohner hatten keine andere Möglichkeiten als zu
helfen. Heute werden Amerikaner mit wirklichen Native American
Ursprung für diese Dinge entschädigt; sie müssen nicht alle
Gebühren (Merkwerkssteuern) bezahlen und auch der Staat gibt ihnen
eine gewisse Summe an Geld zurück. Aber wirklich die Zeit
zurücksetzen, kann man nicht.
Amerikaner
sind nicht wirklich verrückt nach Thanksgiving, sondern nach Black
Fridays. Meine Gastmama, Hannah, Hannah's Freundin Paula und ich sind
zum Einkaufen in die Mall gefahren und wurden von der größten
Menschenmenge überhaupt begrüßt. Dieser Tag ist einfach bekannt
dafür, dass man haufenweise Geld für Geschenke oder für sich
selbst ausgibt. Überall gibt es Rabatte, die Preise werden gesenkt
und man kauft alles, was man im Endeffekt niemals brauchen, benutzen
oder auch nur anziehen wird.
Am
Freitag wurde dann auch die restliche Dekoration für den Winter und
für Weihnachten in meiner Nachtbarschaft aufgestellt. Meine Nachbarn
sind von ihren Lichtern unglaublich begeistert, wobei ich in meinen
Kopf nur einen kleinen Hilfeschrei aus mir heraus bringen konnte. Es
ist einfach nicht typisch für mich so viele grelle Lichter auf
einmal zu sehen. Jim, ein großer, kräftiger Feuerwehrmann mit
dessen Sohn ich im Bus fahre, hat mich sogar zwei mal gefragt, ob es
nicht zu wenig Lichter seien. Obwohl ich zwei mal betont wiederholt
habe, dass das Haus wunderschön genug aussieht, hat er einen Karton
nach dem anderen herausgeholt, um auch die kleinste Ecke des Hauses
mit Lichtern zu schmücken!
Es gibt aber auch andere Häuser in der
Nachbarschaft, die mich von den Socken reißen – und zwar nicht in
einer positiven Art und Weise.
Bislang
hat mich nur ein Haus wirklich begeistert und es war das, mit dem
funkelnden Lichterbaum. Schon von weiten kann man die Lichter sehen
und wenn man direkt darunter steht, ist es wie in einem Traum. Ich
liebe es. Aber vielleicht bekomme ich ja noch mehr vom
Weihnachtlichen Gefühl zu spüren. Die nächsten Bilder werden auf jeden Fall noch kommen! ;)
Bis
dahin, Emilia
Freitag, 21. November 2014
3 Months already!
Heya,
meine wilden Partylöwen!
Tut
mir Leid für den späten Eintrag; ich war einfach zu beschäftigt
und auch zu müde gewesen, und bin unter der Woche unglaublich früh
schlafen gegangen. Sorry!
Wie
ihr sehen könnt, sind schon drei Monate meines Auslandsjahres an mir
vorbei gezogen. Unglaublich, wie die Zeit einfach so davon schwimmt,
ohne das man wirklich realisiert, dass schon so viele Tage und Wochen
verflogen sind.
Zu
meinem Jubiläum sind Steve, Zachary und ich zum Miami Dolphins
Footballspiel am 13.November nach Miami gefahren und haben dort
unsere Mannschaft angefeurt.
Die Tickets haben wir von einem der
Coaches des Footballteams meines Gastbruders bekommen. Hightower hat
jedem Kind drei Tickets gegeben. Und in Zacharys Team, in welchem
auch mein Gastvater Coach ist, gibt es 19 Kinder.
Der
Donnerstagmorgen war noch ziemlich entspannt, obwohl wir alle
wussten, dass wir nicht genug Schlaf in dieser Nacht bekommen würden.
Ich hatte am Donnerstag einen LTMDay – meine Schule fing um 10.28
an und um 2.40 konnten wir alle nach Hause gehen. Anstatt 50 Minuten
Unterricht hatten wir an diesem Tag nur 30 Minuten. Jeden Monat gibt
es einen LTM, sodass man einfach Mitten in der Woche ausschlafen
kann. Dafür gibt es aber kein Lunch, trotzdem Hausaufgaben.
In
der Schule war ich zwar aufgeregt, aber wirklich daran glauben, dass
wir nach Miami fahren würden, konnte ich nicht. Zu der Zeit wusste
ich auch nicht, dass Football so viel Spaß machen kann. Nachdem ich
dann auch endlich Zuhause war, wir uns mit Essen vollgestopft hatten,
fuhren wir dann auch um 17 Uhr los. Normalerweise würde dir Fahrt
nach Miami 40-45 Minuten dauern, da aber so viel Verkehr, Unfälle
und Stau auf den Straßen herrschte, kamen wir erst nach 1,5 Stunden
am Stadion an. Und da herrschte Aufregung!
Miami
Dolphins würden gegen die Buffalo Bills spielen. Und es kamen nicht
nur Dolphin Fans, sondern auch reisten viele aus New York an. In das
Sun Life Stadium passen 75,540 Menschen hinein und 24,137 Autos
können ihren Platz auf dem Parkplatz finden. Es ist ein unglaublich
großes Gebilde und auch der Haufen von feiernden Menschen war in der
Nacht keineswegs klein!
Langsam
aber sicher wurde ich aufgeregt und konnte es kaum fassen wirklich da
zu sein. Mit einer Fahrradkutche wurden wir über die Straße zum
Gate D gebracht.
Aber
was würde das denn schon für ein Abend werden, wenn es keine
Probleme geben würde? Natürlich hatte die Security etwas dagegen,
dass ich meine Kameratsche mitgenommen habe und Steve seine Tasche
für Ferngläser mitbrachte. Danach mussten wir zum Gate F laufen, da
uns gesagt wurde, die Menschen dort würden unsere Taschen ganz
einfach durchchecken und wir könnten locker weitergehen. Falsch
gedacht. Natürlich hatten diese Menschen mal wieder ein Problem, und
so mussten wir unsere Taschen abgeben, bekamen aber eine Nummer, um
diese wieder abholen zu können. Nebenbei hatte dann mein Gastbruder
noch ein T-Shirt gefangen, das durch die Luft geschmissen wurde. Wenn
wir nicht zum Gate F gegangen wären, hätte er dies sicherlich nicht
gehabt.
Nachdem
wir dann aber endlich im Stadion saßen, war das Gefühl berauschend.
Wir hatten noch 40 Minuten Zeit und konnten entspannen, bevor das
Spiel dann auch anfangen würde.
Mit
einem berauschenden Feuerwerk, tanzenden Cheerleadern, glimmernden
Neonlichtern und lauter Musik wurden wir willkommen geheißen.
(Leider funktiniert das Video hier nicht und es lädt über tausend Stunden :( )
Die
Menge jubelte, die Menschen feierten und es war eine reine
Entertainment Show, um die Masse in Stimmung zu bringen, obwohl wir
es alle kaum erwarten konnten endlich das Spiel zu sehen. Es war
einfach unglaublich. Wir haben gefeiert und unsere Mannschaft
angefeuert. Meine Ohren sind mir manchmal sogar abgefallen, die die
Männer, die hinter mir saßen, ein Organ hatten, das man sich kaum
vorstellen kann.
Ich
war noch niemals im Stadion gewesen, als der BVB gespielt hat, und
daher kann ich nicht viel zu der Stimmung sagen, die dort immer
herrscht. Die Leute, von denen ich umgeben war, waren hochmotiviert
und kreischten jede fünf Sekunden. Die Emotionen waren bewegend und
man konnte einfach nicht anders, als mit zu kreischen. Manchmal habe
ich mir sogar die Seele aus dem Leib geschrien, da ich mich mitreißen
ließe. Zwischendurch wurde die Kiss-Cam eingeschaltet, Cheerleader
haben wieder getanzt und Leute wurden geehrt.
Menschen mit ihren
Fahnen und geschminkten Gesichtern, stolze Kleinkinder mit ihren
Trikots und auf einander abgestimmte Paare wurden auf dem
überdimensionalen Bildschirm gezeigt, wobei jeder einmal im
Fernsehen sein wollte. Es ging nicht alleine um das Spiel, sondern
auch um das Programm dahinter.
Ich
muss sogar als Nicht-Amerikanerin zugeben, dass ich das Spiel
problemlos verfolgen und verstehen konnte. Solange man die Basisdinge
versteht, kann man seine Football-liebende Seite entdecken. Am Ende
hat dann auch die Dolphins gewonnen. Wuhuu!
Während
Steve, Zachary und ich dann auch gefahren sind, wobei wir ein
Nickerchen im Auto gemacht haben, da ich zumindest am Freitag in die
Schule musste, haben einige Leute noch gegrillt und weitergefeiert.
Sie sind bis zum Morgengrauen am Stadion geblieben und haben die
Verlierer ausgelacht, so wie man das eben hier macht. Mein Gastvater,
mein Gastbruder und ich sind um ca. 01.15 Zuhause angekommen und
sofort schlafen gegangen. Es war mir auch hauptsächlich egal, wie
ich am nächsten Tag in der Schule aussehen würde, da manche Leute
am Freitag sogar im Pyjama zur Schule kommen.
Also,
es sieht aus wie ein Pyjama, aber es kann auch der amerikanische
Trend sein, von dem ich noch nicht ganz beeinflusst bin. In der
Schule bin ich dann von einer Klasse zur anderen gehüpft, da ich
übermüdet und gleichzeitig hyperaktiv war. Anstatt Jeans hatte ich
auch Jogginghosen und einen gemütlichen Pullover an, da es weder die
Lehrer interessiert, wie man aussieht, noch hält sich jemand an die
Kleiderordnung. Es wird ein großes Drum-Herum gemacht, wobei alles
am Ende keine Rolle spielt. Mein Geschichtslehrer hatte leider kein
so großes Glück wie ich mit dem Schlafen gehabt; er schlief an dem
Tag gar nicht, aber trotzdem war er heiter, da sein Team gewonnen
hatte.
Ich
kann es verstehen, da das Spiel eine weitere Erfahrungen für sich
war; ich könnte sogar meinen, dass es eine der Besten war, die ich
bislang erlebt habe. Es war mir eine große Ehre gewesen dabei sein
zu können und ich habe das Spiel in jeder Hinsicht genossen! :)
Falls
ihr es schon bemerkt habt; mein Deutsch wird immer schlechter. Falls
ihr euch fragt, weshalb dies so ist, dann habe ich hier die Antwort
darauf. Nach drei Monaten im Ausland, vor allem in den Vereinigten
Staaten von Amerika, fängt ihr an in eurer Gastsprache zu denken und
denkt nicht mehr in eurer Heimatsprache. Es wird dabei immer
komplizierter. Ihr vergisst die deutschen Worte, könnt aber nicht
alle englischen Worte sprechen!
Deshalb;
bitte ignoriert einfach meine Grammatik, meinen Satzbau und alles
andere. Und falls es wirklich so schlimm werden sollte, schreibt mich
an und sagt mir, dass ihr kein Wort meines neues Berichtes verstehen
könnt! Ich werde dann versuchen irgendwie die deutsche Sprache
wieder hinzukriegen! Und solange wünsche ich euch ganz schöne Tage!
Emilia
:)
P.S. Nächste Woche ist Thanksgiving und ich habe fünf Tage frei. Ich werde versuchen den neuen Post früher erscheinen zu lassen, als diesen hier! Bye
P.S. Nächste Woche ist Thanksgiving und ich habe fünf Tage frei. Ich werde versuchen den neuen Post früher erscheinen zu lassen, als diesen hier! Bye
Mittwoch, 12. November 2014
Schlafen unter den Sternen Amerikas!
Nein, unter den Sternen habe ich leider nicht geschlafen. Dies war
mir aber auch persönlich lieber, da ich selbst in Florida friere!
Vom 6 bis zum 9 November waren meine Gastfamilie und ich campen in
der Nähe von Dade City, an der Westküste Floridas, und was ich euch jetzt schon sagen kann; es
war eine unglaubliche Erfahrung!
Nachdem Dutchess zu Freunden gebracht worden war, wir unsere Kleidung
irgendwie verstaucht hatten, die Kochtöpfe und Pfannen auch in
irgendeiner Weise untergebracht waren, konnte unsere kleine Reise
beginnen. Meine Gastfamilie liebt es campen zu gehen, in der freien
Natur zu sein und einfach alles zu genießen. In dem ersten Moment,
in welchem ich vieles über meine Gastfamilie erfahren und die Akten
durchgelesen habe, war ich ein kleines bisschen schockiert und
beängstigt, da ich überhaupt nicht die Person bin, die man mit zu
einem Campingausflug mitnehmen sollte. Aber wenn ich ehrlich bin,
habe ich es genossen.
Nebenbei müsst Ihr erfahren, dass ich – Emilia Nowak, die
Streberin höchstpersönlich – sogar (freiwillig und ungezwungen)
die Schule geschwänzt habe, um mir einen ganz persönlichen Traum
erfüllen zu können. Am 6. November sind wir früh aufgestanden, da
es zwei Stunden dauern würde, bis wir unsere erste Station erreichen
würden; Disney World.
Meine Gasteltern wollten mir zumindest einen kleinen Teil Floridas
zeigen und natürlich den Mittelpunkt des Sonnenschein-Staates
schlechthin. Der Campingplatz würde uns erst um ca. 17 Uhr aufnehmen
und daher hatten wir auch Zeit um durch den Ort zu schlendern, an
welchem Träume wahr werden. Ich war aufgeregt. Ich saß quietschend
wie ein Reifenwagen in unserem Auto und als ich dann auch endlich das
Disneyzeichen gesehen habe, konnte ich es einfach nicht mehr erwarten
endlich da zu sein. Wir sind nicht in den Park gegangen, da ich mit
meiner Organisation gehen werde. Dafür waren wir in Downtown Disney.
Es ist ein unglaubliches Gefühl nach Disney zu gehen – von überall
könnt ihr die Soundtracks verschiedener Disneyfilme hören, kleine
Prinzessinnen laufen mit ihren Krönchen umher, Statuen von allen
Charaktären sind zu sehen. Es ist eine Welt – eine Welt für sich
und für niemand anderen. Es ist ein Traum, in den ihr eintauchen
könnt. Ihr könnt wieder Kind werden und es muss niemanden peinlich
sein, denn niemand ist zu alt für Disney. Der Geruch von Fantasie
treibt euch an mitzumachen und einfach alle Gedanken fallen zu
lassen. Die Musik von so vielen geliebten Geschichten setzt euch zu
und ihr könnt nicht anders. Ihr könnt einfach nichts dagegen tun,
als euch in den Bann fallen zu lassen.
Ihr könnt die Lieder mitsingen, ihr könnt vorgeben eine Prinzessin
zu sein, die auf ihren Prinzen wartet und ihr könnt einfach vor euch
hinträumen, weil es niemanden interessiert, was ihr macht, denn alle
anderen Menschen in Disney tun es auch. Und seid bitte ehrlich zu
euch selbst und für mich; wer zum Kuckuck würde denn nicht gerne
durch die Luft mit einem Teppich sausen und mit sprechenden Kerzen
durch die Gegend tanzen? Na also, da haben wir es doch! Innerlich
würde doch jeder einmal gerne mit Elsa Schlitten fahren und ein Date
mit Prinz Eric haben wollen. ;) Schämt euch nicht – ich glaube,
alle würden vor Eifersucht betrunken sein! Und falls euch
irgendjemand damit aufzieht, dass ihr Disney mögt, verwandelt diese
Person doch einfach in eine Kröte. Wer weiß, wie lange es dauern
würde, bis diese von einem Auto überfahren wird. :D
In Rainforest Cafe haben wir unser Mittagessen gegessen. Das
Restaurant ist einfach nur berauschend – ihr könnt Gorillas in den
Ästen sitzen sehen, Affen, die sich vom Baum zu Baum schwingen,
Jaguars, die auf ihre Beute warten und andere wilde Tiere. Durch die
Dekoration habt ihr das Gefühl im Urwald zu stecken und kaum die
Möglichkeit zu haben dort lebendig heraus zu kommen. Alles schimmert
und glänzt in waldgrünen Farben und niemals zuvor gesehenen
Pflanzen. Es ist eine Show für sich dort essen gehen zu können.
Auch die Hotels dort sind überirdisch schön. Sie sind mehr als nur
traumhaft. Aber dafür auch für Leute gemacht, die es sich leisten
können in Disney für mehrere Tage zu bleiben, falls man denn auch
die anderen Parks besuchen möchte. Disney World ist aufgebaut wie
eine Stadt. Es ist groß – wirklich groß! Und auch eben teuer.
Eine Nacht für eine Person.... ich könnte es mir nicht leisten dort
hinzugehen. Vielleicht später, wenn ihr älter aussehe, aber immer
noch verrückt nach Disney bin.
Nachdem wir unseren kleinen Shoppingtrip beendet haben, sind wir auch
weitergefahren.
Disney werde ich besser beschreiben, wenn ich wirklich im Park
gewesen bin und nicht nur von der Ferne das berauschende Schloss
gesehen habe! :)
In unserem Camp angekommen, haben Hannah und ich eine depressive
Kurzphase durchmachen müssen. Hannah ist praktisch im Auto
gestorben, während ich mich noch halbwegs über Wasser halten
konnte. Wir waren in der Mitte vom Nirgendwo. Falls ihr jemals den
Film 'Twilight' gesehen habt, dann wisst ihr genau wie die Stadt
Forks aussieht und beschrieben wird. Es gab keine Geschäfte und
Läden, jedes Haus hatte einen gigantischen Garten, es gab nur wenige
große Gebäude und überall war Wald. Es war grün, ein herrliches
Grün. Aber da war nichts anderes – es war einfach in der Mitte vom
Nirgendwo.
Die Nacht würden wir in einer kleinen Hütte verbringen. Während
meine Gasteltern und Gastgeschwister in kurzen Hosen und T-Shirts
schliefen, war ich eingepackt in langen Jogginghosen, den dicksten
Schlafsack, den meine Gastmama auftreiben konnte, da sie genau
wusste, dass ich frieren würde. Und natürlich einer warmen Jacke.
Auch wenn ihr es nicht glauben mögt, auch in Florida wird es kälter.
Zwar ist diese Kälte unserem Spätsommer oder Herbstanfang ähnlich,
aber trotzdem ist sie da.
Die Natur kann man nicht mit Deutschland vergleichen. Es sieht
einfach anders aus und es riecht auch anders. Die Bäume sind grüner
und die Luft ist dünner. Ihr spürt die Laute von wilden Tieren,
Eulen und Waschbären. Ihr hört die knackenden Äste unter euren
Schuhen und die knirschenden Steine. Für jede Person, die es liebt
zu schreiben; es war der perfekte Ort. Ihr könnt euch in den
Schatten der wachsenden Riesen hinsetzen und nichts anderes machen,
außer zu schreiben. Einfach alle Gedanken und Wahrnehmungen zu
Papier zu bringen und an nichts anderes zu denken, als an die Dinge,
die euch umkreisen. Wie ihr sieht, ich könnte mal wieder tausende
Liebesgeschichten zu Papier bringen, aber leider habe ich nicht die
Zeit dafür.
Und in der Nacht? Die Nächte in den Wäldern Floridas sind zum
Träumen gemacht. Alle Gruselgeschichten sind hier entstanden, das
Gefühl habe ich zumindest gehabt, als ich Mitten in der Nacht zum
Badezimmer musste. Der Mond zeigte mir seine volle Pracht; silbern
und hell. Neben unserer Kabine war eine kleine Kirche aus Holz. Das
'Exit'-Zeichen leuchtete so stark, dass das Innere der Kirche in
einen dunklem Rot erleuchtet war. Die Kirche hatte keine
Fenstergläser. Ich habe mich noch nie vor einer Kirche gefürchtet,
aber wenn ihr dies gesehen hätten, wäret ihr euch zitternd
weitergelaufen. Von überall konntet ihr irgendwelche Geräusche
hören – und natürlich hat euch eure Fantasie tausend Streiche
gespielt. Waschbären haben im Untergrund Laute produziert, die euch
bis zu den Knochen erschüttert hätten. Als ich dann auch noch eine
Eule und ein Reh gehört habe, bin ich gerannt. Und ihr seht mich nie
rennen! Aber zumindest hatte mich dieses kleine Abenteuer wieder zum
Träumen gebracht.
Gekocht und gegessen wurde in unserer Kabine, während es (NUR!) eine
Dusche gab, die man dann auch benutzten konnte. Wir haben
Fleischbällchen über einem Lagerfeuer gegrillt, heiße Schokolade
mit Marshmellows getrunken, zugenommen, Walking Takos gegessen,
Hotdogs, ganz viele Chocolate Chip Cookies verschlungen und noch mehr
zugenommen.
Am Sonntag, bevor wir abgereist sind, sind meine Gastfamilie und ich
die Wälder erforschen gegangen, wobei diese Bilder hier entstanden
sind.
Am Freitag waren wir schwimmen.
Aber da wir natürlich die Natur lieben, waren wir nicht am Meer,
sondern in den „Three Sisters Springs“, in welchen wir dann auch
Sehkühe und ihre Babys betrachten konnten. Die Bäume und der Fluss
waren... wie waren sie? Sie haben mich zum Nachdenken gebracht.
Natürlich fragt ihr euch, wie ich das meine.
Sie waren schön. Schön und beruhigend. Es war still und ich glaube,
das war mein Problem. Bevor ihr Austauschschüler seid, habt ihr
ungefähr eine Idee, was ihr später einmal machen möchtet. Ihr habt
einen ungefähren Plan. Mein Plan war es immer eine
Austauschschülerin zu sein und die englische Sprache zu lernen. Nach
dem Auslandsjahr würde ich mein Abitur machen, Psychologie studieren
und auswandern. Ich würde heiraten, drei Kinder haben und zwei
Dalmatiner. Ich würde in den Vereinigten Staaten von Amerika leben
und ein Haus besitzen. Vielleicht auch ein schönes Auto, was weiß
ich. Aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das wirklich will.
Natürlich möchte ich die Schule beenden und studieren und
auswandern, aber was ist mit den anderen Dingen? Ich hatte immer nur
vor Augen, wann was passieren wird. 2017 – Abitur. 2022 –
Heiraten. 2024 – Doktortitel. 2026 – Auswandern. Aber kann man
alles im Leben planen? Nein.
Aber was, wenn Gott andere Pläne für mich hat, von denen ich
einfach noch nichts weiß? Ich weiß, was ich gerne tun würde, wie
ich mein Leben gestalten will, aber vielleicht ist da doch etwas, von
dem ich noch nichts weiß? Etwas kleines, praktisch Unsichtbares.
Während meiner fast dreimonatigen Zeit hier hatte ich nicht die Zeit
darüber nachzudenken, aber dort, an diesem einsamen Ort, wo alles
einfach so klar schien, konnte ich nachdenken. Ich habe meinen Plan A
gefunden, aber vielleicht brauche ich eben doch noch einen Plan B,
falls es doch nicht in die Richtung läuft, in die es laufen sollte.
Doch eine Sache kann ich allen zukünftigen Austauschschülern und
jedem raten;
ihr könnt planen so viel ihr möchtet, eure schulische Ausbildung,
euer Studium, wie ihr euren zukünftigen Partner findet, eure
Hochzeit (was ich schon gemacht habe), aber es wird immer anders
kommen, als ihr denkt. Wenn das Leben planbar wäre, wäre es
langweilig. Oder möchtet ihr schon alles wissen, was ihr erleben
werdet? Wer hätte gedacht, dass ich einmal einen Blog schreiben
werde über ein Auslandsjahr? Ich bin ehrlich; ich hätte nicht
einmal darüber fantasiert. Ihr solltet die Dinge genießen, die euch
in den Weg geworfen werden. Ob gut oder schlecht. Sie haben einen
Grund, weshalb sie da sind, denn sie gehören zu eurer persönlichen
Geschichten. Ihr werdet sie nie in einem Buch finden. Wartet nicht
darauf, genießt es, bevor es vorbei ist.
Eine Sache aber werde ich auf jeden Fall machen;
Mir einen VW BUS anschaffen! :D
Sorry Papa. Spare lieber für mein zukünftiges Auto!
Am Samstag waren wir nämlich auf einer Volkswagen Bus Show, da mein
Gastpapa total in diesen Dingern verliebt ist und fünf Zuhause in
Indiana stehen hat. Und welche es dort gab! In allen verschiedenen
Farben und großen und Ausstattung, von der ich noch nie was gehört
habe in meinem bisherigen Leben. Mein persönlicher Bus ist mir dann
ins Auge gesprungen, als ich umher geschlendert bin und ganz viele
Photos gemacht habe; mintgrün mit einer Couch im Inneren und Boxen,
um Musik zu hören. Aber...ABER!... Auf dem Dach gab es zwei süße
Schnuckelputzel, die mein Herz zum Beben gebracht haben; Surfboards!
Aber ich habe auch andere Busse gesehen mit Küchen und Betten im
Inneren. Die Auswahl war einfach mega! Nebenbei konnte man dann auch
noch T-Shirts, Jacken und Pullover kaufen. Steve hat sich aber
entschieden nur Einzelteile zu kaufen, anstatt meinen dunkelblauen VW
Bus mit einem Surfboard für mich.
(Ich glaube, die Person wusste, dass ich mich in dem Baby verlieben
würde!)
Wie ihr sehen könnt, mein Wochenende war sehr aufregend und
vielfältig! Nebenbei haben wir natürlich auch einen Abstecher an die Küste gemacht. Auf dem Bild könnt ihr meine Gastfamilie sehen und Steve's Bruder Rex und seine Lebensgefährtin Jackie.
Am Sonntag sind wir dann auch glücklich Zuhause angekommen –
traues Heim, Glück allein.
Für mich war dies einfach eine ganz andere Welt, da ich niemals
zuvor richtig campen war. Ein weiteres Mal würde ich es machen, und
auch ein drittes Mal, aber ich ziehe es doch schon eher vor an einem
Ort zu bleiben, an welchem ich meine ganz persönliche Dusche habe!
:D
Liebe Grüße, Emilia ;)
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