Montag, 8. Dezember 2014

Catamaran Trip

*Bitte schaltet hier die Musik von "Fluch der Karibik" an. Danke!*

Raue Seeluft und der Geruch von Einsamkeit.

Die Sandkörner unter meinen Füßen glänzten in einem hellen Gold – zart und fein, als wäre es Puderzucker. Dieser Strand war ganz anders, als der, den ich zuvor gefunden hatte. Es war kein Staub, der meine nackten Zehen umschloss. Er war wärmer und angenehmer. Auch das Wasser schien andere Wellen zu spielen, wenn man die Herzschläge des Ozeans als Wellen bezeichnen konnte. Hier herrschte Stille. Stille und die Gefahr in dieser hellwach einzuschlafen. Während die Sonne hoch am Himmel tanzte, das Boot die Anker ansetzte, machte sich eine Truppe voller Abenteurer auf die Insel in der Mitte von einer Großstadt zu erkunden....


Hallo, meine Surfer und Surferinnen!
Hört sich der Anfang dieser Geschichte nicht wunderbar an? Und soll ich euch die Wahrheit sagen? Für mich ist es keine Geschichte, die ich da erlebt habe! Am Samstag, den 12/06/14, am Nikolaus, bin ich mit meiner Organisation AFS und ganz vielen Austauschis nach Miami gefahren und habe einen Catamaran Trip unternommen.
Was das ist? Das erkläre ich euch – doch alles nach der Reihe. Man beginnt ja auch nicht mit der Mitte eines Buches, oder?


Am 12/05 sind erst einmal ein Haufen von Abenteurern zu mir gekommen. Dies bedeutete auch, dass Debbie, Zach, Hannah und ich putzen mussten. Viel putzen mussten! Denn immerhin wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Wenn ich ehrlich sein soll; große Lust hatte ich an diesem Tag nicht. Ich möchte ehrlich zu euch sein. Ich habe nicht wirklich Kontakt zu anderen Austauschschülern meiner Organisation. Es ist nicht so, dass ich mich nicht mit ihnen verstehe, jedoch bin ich hier um die amerikanische Kultur zu erleben und auch amerikanische Freunde zu haben. Ich möchte nicht viel Zeit mit anderen Austauschschülern verbringen, da ich meine Freunde hier gefunden habe und lieber etwas mit ihnen mache. :)
Nachdem auch die letzte Ecke des Hauses geglänzt hatte, mussten wir warten. Lange warten. Die Austauschschüler sollten von 7.30 – 8.30 erscheinen, doch da sie von überall in Florida kamen, war dies leider ein gescheiterter Versuch. Und am Ende saßen auch alle bis ca. 10 Uhr nachts.

Auuruke, Francesca und Esra haben hier übernachtet, da die meisten Gasteltern für eine Nacht auch andere Austauschschüler aufgenommen hatte. Es war zwar ein witziger Abend gewesen, jedoch waren wir am nächsten Morgen total müde! Immerhin mussten wir früh aufstehen und uns fertig machen, da wir schon um 9 Uhr morgens am Hafen uns treffen sollten. Die Fahrt würde 1 Stunde dauern und auch müssten wir noch frühstücken. Zwar sah niemand von uns aus wie ein Vampir, jedoch konnte man die Müdigkeit von unseren Augen ablesen.
In Miami angekommen, konnten wir das erste Mal richtige Scyscraper – Wolkenkratzer - betrachten. Natürlich war der Blick bombastisch und zum ersten Mal habe ich mich wie in Amerika gefühlt. Wunderschöne Hochhäuser, warme Tage und durch Miami schlendern mit der Sonnenbrille auf dem Kopf – wie in einem Hollywoodfilm, in welchem der Traumprinz dann auch noch mit einem weißen Gaul um die Ecke kommt – oder eben mit einem weißen Porsche. ;)










Nachdem auch dann noch alle Austauschschüler sich zusammengefunden haben, ich meiner Gastfamilie „Tschüss“ gesagt und einen schönen Tag in Miami gewünscht habe, konnten wir dann auch endlich aufs Boot gehen und uns fertig machen. Falls ihr euch fragt, wie viel es gekostet hat. 50 Dollar war es wirklich wert, da wir 4 Stunden in einem kleinen Paradies verbracht haben.
An diesem Punkt möchte ich nicht arrogant klingen, da ich finde, dass es kein Grund ist, arrogant zu sein. Ich hatte Schweineglück mit meiner Gastfamilie und auch mit dem Ort, an dem ich lebe. Nicht jeder kann sagen ein Jahr im wärmsten Staat Amerikas verbracht zu haben. Ich bin unglaublich glücklich und ich schätze es wert, dass ich es wirklich mit eigenen Augen erleben durfte, und nicht nur von CSI Miami oder anderen Filmen. Vor allem bin ich wirklich mit Freude überfüllt sagen zu können, dass ich im Dezember in kurzen Hosen und Bikini herumlaufen konnte. Es ist wirklich ein Experiment und Erfahrung für sich. Zwar hatte ich dieses Jahr keinen Nikolaus, dafür aber eine kleine Tour ins Paradies.


In Mitten von Miami befindet sich eine Insel.
Sie ist klein und zuckersüß und wunderschön zur gleichen Zeit.
Um auf diese Insel zu kommen, muss man mit einem Boot hinausschwimmen, denn diese befindet sich von Villen, Strandhäusern und anderen schicken Schlössern umgeben. Nebenbei haben wir auch das Haus eines ganz berühmten Promis gesehen. Vielleicht kennt ihr ihn ja noch aus älteren Karate-Filmen. Ganz witzig und sympathisch, und manchmal (oder eben fast immer) kampfbereit. Jackie Chan! Und ja, ich war genau so erstaunt, wie ich es immer noch bin. Es ist mir eine Ehre.
Als wir in unserem kleinen Paradies angekommen waren, staunten wir nicht schlecht. Der Sand war warm und weich, das Wasser jedoch kalt. Immerhin herrscht hier Dezember und auch wenn es niemand glauben kann; es wird manchmal kalt. Selten, aber ich ziehe mir dann immer eine Jacke an, weil ich nicht frieren will. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir erst einmal ins Meer springen und nach der Reihe wurden unsere Sachen aufs Land gebracht – wie in einem alten Piraten-suchen-den-Schatz-auf-einer-einsamen-Insel-Film.
Das Wasser war klar und.... voller Quallen. Falls ihr noch nie von einer Qualle gestochen wurdet; es schmerzt. Ihr bekommt rote Punkte oder Flecken an der Stelle und es brennt. Es fühlt sich an wie eine Art von einem elektronischen Blitz. Woher ich das weiß? Weil ich schon einmal gestochen wurde. Zumindest gab es keine Haie dort.
Das Meer war kühl und man musste sich daran gewöhnen, ins Wasser zu gehen. Aber niemand konnte sich beschweren, denn es war Anfang Dezember. Und baden im Bikini in Deutschland? Wenn jemand einen Kälteschock bekommen möchte... vielleicht. Hier ist es jedoch total normal.
Und die Natur hinter uns.... Natürlich wurden wir gewarnt die freilebenden Affen nicht zu füttern. Aber leider haben wir auch keine Affen sehen können. Es roch so frisch und unberührt, wie lange nicht mehr. Es wäre so still und so verführerisch einfach nur dort zu sitzen, mit dem Anblick auf die Hochhäuser Miami's und in Tinte zu versinken, dass man praktisch Angst hätte darin zu ertrinken. Es wäre so schön gewesen. Vielleicht werde ich das ja einmal machen. Vielleicht nicht mehr dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann, wenn ich wieder hier bin. Wenn ich wieder hier bin und zwar nicht nur für ein paar Monate und einige Wochen, sondern... vielleicht für immer.









Ich selbst würde es nicht vorziehen in Miami zu leben. Ich genieße die Stille zu sehr und die freie Sicht auf den Sternenhimmel, der durch die Wolkenkratzer nur verdeckt gewesen wäre. Natürlich genieße ich es dort einmal hinzufahren, die Ortschaft zu besichtigen und einfach mal ein „amerikanisches Girl“ zu spielen, während ich mit einer Handtasche in der einen Hand und einen Smoothie in der anderen Hand durch die Stadt spaziere. Aber seien wir mal ehrlich; das bin nicht ich. :D
Am Ende unseres kleinen Abenteurers hatten wir natürlich alle Hunger, und die Snacks auf der Fahrt, wie Chips und Soda, haben uns nicht ausgereicht und zum Pizza essen hat wir auch wieder festen Boden unter den Füßen.
Wenn ihr mich fragen würdet, ob ich den Tag gerne wiederholen würde; Ja, sicher! Natürlich. Aber nicht mit meiner Organisation. Warum? Zwischendurch bilden sich immer wieder Cliquen – Deutsche unter Deutsche, Norwegen unter Norwegen und so weiter und so fort. Ich bin nicht die Person, die gerne so etwas kritisiert, aber sind wir nicht alle hier um von allen Nationen etwas zu lernen? Da bin ich doch lieber mit meinen Freunden und meiner Familie zusammen, als mit irgendjemand anderem.


Doch da war meine Party noch lange nicht zu Ende.
Unsere Nachbarn von Gegenüber – Ryan und Jenny – haben eine Weihnachtsparty geschmissen. Mit über 70 Leuten! Achja; falls manche es noch nicht bemerkt haben sollten. Es geht hier ums Essen. Und da ich Essen liebe, bin ich natürlich auch mitgegangen. Nein, Spaß! Mein Nachbar und Freund, Jenny's Bruder Shane, wohnt dort und da ich den Abend nicht mit meinen Geschwistern verbringen wollte, habe ich mich einfach unter seine Freunde gemischt und den Abend mit ihm und seiner Freundin Grace verbracht.
Und natürlich wurde auch gegessen, wie auf jeder Party. Am Abend war ich jedoch so müde, dass ich nicht lange gebraucht habe, um auch in meinen Träumen von einer wilden Insel mit kleinen Abenteuern zu versinken und in dem Geruch von Salz und Sand zu ertrinken....


Mit lieben Grüßen, Emilia!

Freitag, 28. November 2014

Thanksgiving

Ich glaube, viele Menschen, vor allem die, die nicht an einem Thanksgiving Dinner in den Staaten teilgenommen haben, wissen nicht wirklich, wie es aussieht.
Essen. Essen und noch mehr Essen.
Essen, bis man nicht mehr kann, aber an diesem Tag ist nur essen erlaubt.
Köstliches Essen.
Da werde ich ja wieder hungrig.

Früh am Morgen bin ich Fahrrad fahren gegangen, da mich meine Gastschwester gewarnt hatte, dass am diesen Tag das Hauptthema nur Essen wäre.
Thanksgiving wurde in meiner Gastfamilie nicht wirklich groß gefeiert. Am Morgen hat jeder etwas für sich gemacht, und wir standen nicht alle in der Küche und haben mitgeholfen. Zwar haben wir einige Vorspeisen zusammen vorbereitet, aber die meiste Zeit saß Debbie in der Küche und hat irgendetwas vor sich hin gekocht. Während ich also Sport getrieben habe, haben meine Gastgeschwister mit den Nachbarskindern gespielt und Steve war auch mit seinem Bus beschäftigt.
Ich habe leider auch keine richtige Thanksgiving Stimmung gespürt, da es nicht wirklich alles so abläuft, wie man es von den amerikanischen Filme Zuhause kennt. Während wir alle denken, dass man sich hier die meiste Zeit auf das Familienleben konzentriert und alles dafür gibt, um beim Familiendinner dabei zu sein, sah es zumindest bei meiner Familie anders aus. Wir haben uns nicht wirklich in feine Kleidung geschmissen, sondern haben eher den ganzen Tag in Jogginghose
und T-Shirt verbracht. Auch war bei uns nicht die gesamte Familie im Haus; Debbie's Schwester lebt oben in New York, während Steve's Familie in Indiana sitzt. Auch sind alle Großeltern von meinen Gastgeschwistern verstorben. Debbie und Steve hatten beide keine richtigen Traditionen im Hause, da ihre Eltern niemals darauf geachtet haben. Aus diesem Grund gibt es auch im Hause Thompson keine richtigen Traditionen, da es beide nicht wirklich von Zuhause kennen. Zwar hat uns Debbie's Bruder John besucht, jedoch waren wir immer noch wirklich klein am Tisch vertreten. Ich denke, dass es in anderen Gastfamilien anders aussah, während bei mir es einfach wie ein ganz normales Dinner erschien. Vielleicht hat auch einfach nur die Stimmung gefehlt, da in Florida nie Schnee fällt und manche Menschen noch niemals Schnee gesehen haben. Zwar werden die Tage kürzer und kälter, doch wirklich Winter ist hier nie zu spüren. Vielleicht ein Cocktail von der Frische des Frühlings und den Farben des Herbstes kann man hier finden, aber wirklich Winter? Nein.
Um ca.12 Uhr haben wir allerdings wirklich zusammen in der Küche geholfen und alles auf die Beine gestellt, damit wir auch um 1 Uhr essen konnten. Wir haben wirklich früh gegessen, aber es hat mir zumindest nichts ausgemacht. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen, der Tisch wurde gedeckt, die Speisen wurden aufgerichtet und wir haben uns alle fertig gemacht. Sogar die Weihnachtsdekoration wurde zur Hälfte ausgepackt und wir konnten einige Geschenke schon unter den Weihnachtsbaum legen.
 
Es ist hier typisch, dass man nach Thanksgiving schon herrlich geschmückte Häuser sieht. Aber davon erzähle ich euch später! Ich bin mir sicher, dass ihr gerne wissen würdet, wie viel Kilos ich an diesem Tag zugelegt habe. Ich habe keine Ahnung, aber von den köstlichen Speisen konnte man wirklich zunehmen;
  • Truthahn
  • Maisbrot
  • Kürbisbrot
  • Erdbeeren
  • Äpfel
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Schokoladenkekse
     

 Bevor wir allerdings angefangen haben zu essen, haben wir wie üblich gebetet und gesagt, für welche Dinge wir in unserem Leben dankbar sind. Nachdem Essen sind meine Gastgeschwister zu deren Freunden gegangen, haben gespielt und im Grunde war der Tag ein wirklicher Pyjamatag. Man hat nicht wirklich etwas gemacht. Am Abend sind wir noch ans Lagerfeuer von Freunden gegangen, haben geredet oder – wie ich – sind fast eingeschlummert, da man müde vom Nichts tun war.

Einige Background-Infos;
Weshalb wir dieses Fest feiern und es als größtes Familienfest in den United States of America gilt? Thanksgiving wird immer am letzten Donnerstag im Jahr gefeiert. In Kanada ist es schon der zweite Montag im Oktober, und beide Thangsgivingfeste haben nicht viel mit einander zu tun.
Viele Menschen aus Europa sind nach Amerika gekommen und wollten hier ein neues Leben aufbauen. Amerika hat viele neue Ressource geboten und die Menschen haben neue Länder und Kontinente gesucht. Diese sogenannten Menschen werden auch als Pilgerväter beschrieben. Das Problem war allerdings, dass sie auf den neuen Kontinenten auch auf neue Umstände trafen.
Nachdem viele Menschen in der „Neuen Welt“ wegen Hungersnöten gestorben sind, haben sie Hilfe bei den Indianern, auch Native Americans, gesucht. Diese haben ihnen gezeigt, wie man einheimische Pflanzen pflanzt. Ein Jahr darauf gab es eine gute Ernte, worauf das Erntedankfest gefeiert wurde und man die Früchte, das Gemüse und das Fleisch miteinander teilte. Das erste bekannte Thanksgiving wurde am 23.Mai 1541 in Texas gefeiert.
Diese Geschichte wird allerdings nur uns Menschen vorgezeigt. Die Wahrheit findet nur selten ihren Weg. Ihr müsst dabei beachten, auch wenn es noch so traurig ist, dass hierbei auch eine andere Geschichte ihre Rolle spielt. Die Einwanderer aus Europa haben nicht immer ihr Essen mit den „Rothäutigen“ geteilt und haben weder an ihre Tür geklopft, noch um Hilfe gebetet. Die Einwanderer haben Native Americans versklavt, ihr Leben missbraucht und sie am Ende auch getötet. Die Ureinwohner hatten keine andere Möglichkeiten als zu helfen. Heute werden Amerikaner mit wirklichen Native American Ursprung für diese Dinge entschädigt; sie müssen nicht alle Gebühren (Merkwerkssteuern) bezahlen und auch der Staat gibt ihnen eine gewisse Summe an Geld zurück. Aber wirklich die Zeit zurücksetzen, kann man nicht.

Amerikaner sind nicht wirklich verrückt nach Thanksgiving, sondern nach Black Fridays. Meine Gastmama, Hannah, Hannah's Freundin Paula und ich sind zum Einkaufen in die Mall gefahren und wurden von der größten Menschenmenge überhaupt begrüßt. Dieser Tag ist einfach bekannt dafür, dass man haufenweise Geld für Geschenke oder für sich selbst ausgibt. Überall gibt es Rabatte, die Preise werden gesenkt und man kauft alles, was man im Endeffekt niemals brauchen, benutzen oder auch nur anziehen wird.
Am Freitag wurde dann auch die restliche Dekoration für den Winter und für Weihnachten in meiner Nachtbarschaft aufgestellt. Meine Nachbarn sind von ihren Lichtern unglaublich begeistert, wobei ich in meinen Kopf nur einen kleinen Hilfeschrei aus mir heraus bringen konnte. Es ist einfach nicht typisch für mich so viele grelle Lichter auf einmal zu sehen. Jim, ein großer, kräftiger Feuerwehrmann mit dessen Sohn ich im Bus fahre, hat mich sogar zwei mal gefragt, ob es nicht zu wenig Lichter seien. Obwohl ich zwei mal betont wiederholt habe, dass das Haus wunderschön genug aussieht, hat er einen Karton nach dem anderen herausgeholt, um auch die kleinste Ecke des Hauses mit Lichtern zu schmücken!
 
 
Es gibt aber auch andere Häuser in der Nachbarschaft, die mich von den Socken reißen – und zwar nicht in einer positiven Art und Weise.
Bislang hat mich nur ein Haus wirklich begeistert und es war das, mit dem funkelnden Lichterbaum. Schon von weiten kann man die Lichter sehen und wenn man direkt darunter steht, ist es wie in einem Traum. Ich liebe es. Aber vielleicht bekomme ich ja noch mehr vom Weihnachtlichen Gefühl zu spüren. Die nächsten Bilder werden auf jeden Fall noch kommen! ;)

Bis dahin, Emilia

Freitag, 21. November 2014

3 Months already!

Heya, meine wilden Partylöwen!
Tut mir Leid für den späten Eintrag; ich war einfach zu beschäftigt und auch zu müde gewesen, und bin unter der Woche unglaublich früh schlafen gegangen. Sorry!
Wie ihr sehen könnt, sind schon drei Monate meines Auslandsjahres an mir vorbei gezogen. Unglaublich, wie die Zeit einfach so davon schwimmt, ohne das man wirklich realisiert, dass schon so viele Tage und Wochen verflogen sind.

Zu meinem Jubiläum sind Steve, Zachary und ich zum Miami Dolphins Footballspiel am 13.November nach Miami gefahren und haben dort unsere Mannschaft angefeurt.



Die Tickets haben wir von einem der Coaches des Footballteams meines Gastbruders bekommen. Hightower hat jedem Kind drei Tickets gegeben. Und in Zacharys Team, in welchem auch mein Gastvater Coach ist, gibt es 19 Kinder.
Der Donnerstagmorgen war noch ziemlich entspannt, obwohl wir alle wussten, dass wir nicht genug Schlaf in dieser Nacht bekommen würden. Ich hatte am Donnerstag einen LTMDay – meine Schule fing um 10.28 an und um 2.40 konnten wir alle nach Hause gehen. Anstatt 50 Minuten Unterricht hatten wir an diesem Tag nur 30 Minuten. Jeden Monat gibt es einen LTM, sodass man einfach Mitten in der Woche ausschlafen kann. Dafür gibt es aber kein Lunch, trotzdem Hausaufgaben.
In der Schule war ich zwar aufgeregt, aber wirklich daran glauben, dass wir nach Miami fahren würden, konnte ich nicht. Zu der Zeit wusste ich auch nicht, dass Football so viel Spaß machen kann. Nachdem ich dann auch endlich Zuhause war, wir uns mit Essen vollgestopft hatten, fuhren wir dann auch um 17 Uhr los. Normalerweise würde dir Fahrt nach Miami 40-45 Minuten dauern, da aber so viel Verkehr, Unfälle und Stau auf den Straßen herrschte, kamen wir erst nach 1,5 Stunden am Stadion an. Und da herrschte Aufregung!



Miami Dolphins würden gegen die Buffalo Bills spielen. Und es kamen nicht nur Dolphin Fans, sondern auch reisten viele aus New York an. In das Sun Life Stadium passen 75,540 Menschen hinein und 24,137 Autos können ihren Platz auf dem Parkplatz finden. Es ist ein unglaublich großes Gebilde und auch der Haufen von feiernden Menschen war in der Nacht keineswegs klein!
Langsam aber sicher wurde ich aufgeregt und konnte es kaum fassen wirklich da zu sein. Mit einer Fahrradkutche wurden wir über die Straße zum Gate D gebracht.
Aber was würde das denn schon für ein Abend werden, wenn es keine Probleme geben würde? Natürlich hatte die Security etwas dagegen, dass ich meine Kameratsche mitgenommen habe und Steve seine Tasche für Ferngläser mitbrachte. Danach mussten wir zum Gate F laufen, da uns gesagt wurde, die Menschen dort würden unsere Taschen ganz einfach durchchecken und wir könnten locker weitergehen. Falsch gedacht. Natürlich hatten diese Menschen mal wieder ein Problem, und so mussten wir unsere Taschen abgeben, bekamen aber eine Nummer, um diese wieder abholen zu können. Nebenbei hatte dann mein Gastbruder noch ein T-Shirt gefangen, das durch die Luft geschmissen wurde. Wenn wir nicht zum Gate F gegangen wären, hätte er dies sicherlich nicht gehabt.
Nachdem wir dann aber endlich im Stadion saßen, war das Gefühl berauschend. Wir hatten noch 40 Minuten Zeit und konnten entspannen, bevor das Spiel dann auch anfangen würde.

Mit einem berauschenden Feuerwerk, tanzenden Cheerleadern, glimmernden Neonlichtern und lauter Musik wurden wir willkommen geheißen. 
(Leider funktiniert das Video hier nicht und es lädt über tausend Stunden :( )
Die Menge jubelte, die Menschen feierten und es war eine reine Entertainment Show, um die Masse in Stimmung zu bringen, obwohl wir es alle kaum erwarten konnten endlich das Spiel zu sehen. Es war einfach unglaublich. Wir haben gefeiert und unsere Mannschaft angefeuert. Meine Ohren sind mir manchmal sogar abgefallen, die die Männer, die hinter mir saßen, ein Organ hatten, das man sich kaum vorstellen kann.
Ich war noch niemals im Stadion gewesen, als der BVB gespielt hat, und daher kann ich nicht viel zu der Stimmung sagen, die dort immer herrscht. Die Leute, von denen ich umgeben war, waren hochmotiviert und kreischten jede fünf Sekunden. Die Emotionen waren bewegend und man konnte einfach nicht anders, als mit zu kreischen. Manchmal habe ich mir sogar die Seele aus dem Leib geschrien, da ich mich mitreißen ließe. Zwischendurch wurde die Kiss-Cam eingeschaltet, Cheerleader haben wieder getanzt und Leute wurden geehrt. 




Menschen mit ihren Fahnen und geschminkten Gesichtern, stolze Kleinkinder mit ihren Trikots und auf einander abgestimmte Paare wurden auf dem überdimensionalen Bildschirm gezeigt, wobei jeder einmal im Fernsehen sein wollte. Es ging nicht alleine um das Spiel, sondern auch um das Programm dahinter.
Ich muss sogar als Nicht-Amerikanerin zugeben, dass ich das Spiel problemlos verfolgen und verstehen konnte. Solange man die Basisdinge versteht, kann man seine Football-liebende Seite entdecken. Am Ende hat dann auch die Dolphins gewonnen. Wuhuu!
 
Während Steve, Zachary und ich dann auch gefahren sind, wobei wir ein Nickerchen im Auto gemacht haben, da ich zumindest am Freitag in die Schule musste, haben einige Leute noch gegrillt und weitergefeiert. Sie sind bis zum Morgengrauen am Stadion geblieben und haben die Verlierer ausgelacht, so wie man das eben hier macht. Mein Gastvater, mein Gastbruder und ich sind um ca. 01.15 Zuhause angekommen und sofort schlafen gegangen. Es war mir auch hauptsächlich egal, wie ich am nächsten Tag in der Schule aussehen würde, da manche Leute am Freitag sogar im Pyjama zur Schule kommen.
Also, es sieht aus wie ein Pyjama, aber es kann auch der amerikanische Trend sein, von dem ich noch nicht ganz beeinflusst bin. In der Schule bin ich dann von einer Klasse zur anderen gehüpft, da ich übermüdet und gleichzeitig hyperaktiv war. Anstatt Jeans hatte ich auch Jogginghosen und einen gemütlichen Pullover an, da es weder die Lehrer interessiert, wie man aussieht, noch hält sich jemand an die Kleiderordnung. Es wird ein großes Drum-Herum gemacht, wobei alles am Ende keine Rolle spielt. Mein Geschichtslehrer hatte leider kein so großes Glück wie ich mit dem Schlafen gehabt; er schlief an dem Tag gar nicht, aber trotzdem war er heiter, da sein Team gewonnen hatte.
Ich kann es verstehen, da das Spiel eine weitere Erfahrungen für sich war; ich könnte sogar meinen, dass es eine der Besten war, die ich bislang erlebt habe. Es war mir eine große Ehre gewesen dabei sein zu können und ich habe das Spiel in jeder Hinsicht genossen! :)

Falls ihr es schon bemerkt habt; mein Deutsch wird immer schlechter. Falls ihr euch fragt, weshalb dies so ist, dann habe ich hier die Antwort darauf. Nach drei Monaten im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, fängt ihr an in eurer Gastsprache zu denken und denkt nicht mehr in eurer Heimatsprache. Es wird dabei immer komplizierter. Ihr vergisst die deutschen Worte, könnt aber nicht alle englischen Worte sprechen!
Deshalb; bitte ignoriert einfach meine Grammatik, meinen Satzbau und alles andere. Und falls es wirklich so schlimm werden sollte, schreibt mich an und sagt mir, dass ihr kein Wort meines neues Berichtes verstehen könnt! Ich werde dann versuchen irgendwie die deutsche Sprache wieder hinzukriegen! Und solange wünsche ich euch ganz schöne Tage!

Emilia :)

P.S. Nächste Woche ist Thanksgiving und ich habe fünf Tage frei. Ich werde versuchen den neuen Post früher erscheinen zu lassen, als diesen hier! Bye
 

Mittwoch, 12. November 2014

Schlafen unter den Sternen Amerikas!

Nein, unter den Sternen habe ich leider nicht geschlafen. Dies war mir aber auch persönlich lieber, da ich selbst in Florida friere! Vom 6 bis zum 9 November waren meine Gastfamilie und ich campen in der Nähe von Dade City, an der Westküste Floridas, und was ich euch jetzt schon sagen kann; es war eine unglaubliche Erfahrung!

Nachdem Dutchess zu Freunden gebracht worden war, wir unsere Kleidung irgendwie verstaucht hatten, die Kochtöpfe und Pfannen auch in irgendeiner Weise untergebracht waren, konnte unsere kleine Reise beginnen. Meine Gastfamilie liebt es campen zu gehen, in der freien Natur zu sein und einfach alles zu genießen. In dem ersten Moment, in welchem ich vieles über meine Gastfamilie erfahren und die Akten durchgelesen habe, war ich ein kleines bisschen schockiert und beängstigt, da ich überhaupt nicht die Person bin, die man mit zu einem Campingausflug mitnehmen sollte. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich es genossen.

Nebenbei müsst Ihr erfahren, dass ich – Emilia Nowak, die Streberin höchstpersönlich – sogar (freiwillig und ungezwungen) die Schule geschwänzt habe, um mir einen ganz persönlichen Traum erfüllen zu können. Am 6. November sind wir früh aufgestanden, da es zwei Stunden dauern würde, bis wir unsere erste Station erreichen würden; Disney World.
Meine Gasteltern wollten mir zumindest einen kleinen Teil Floridas zeigen und natürlich den Mittelpunkt des Sonnenschein-Staates schlechthin. Der Campingplatz würde uns erst um ca. 17 Uhr aufnehmen und daher hatten wir auch Zeit um durch den Ort zu schlendern, an welchem Träume wahr werden. Ich war aufgeregt. Ich saß quietschend wie ein Reifenwagen in unserem Auto und als ich dann auch endlich das Disneyzeichen gesehen habe, konnte ich es einfach nicht mehr erwarten endlich da zu sein. Wir sind nicht in den Park gegangen, da ich mit meiner Organisation gehen werde. Dafür waren wir in Downtown Disney.






Es ist ein unglaubliches Gefühl nach Disney zu gehen – von überall könnt ihr die Soundtracks verschiedener Disneyfilme hören, kleine Prinzessinnen laufen mit ihren Krönchen umher, Statuen von allen Charaktären sind zu sehen. Es ist eine Welt – eine Welt für sich und für niemand anderen. Es ist ein Traum, in den ihr eintauchen könnt. Ihr könnt wieder Kind werden und es muss niemanden peinlich sein, denn niemand ist zu alt für Disney. Der Geruch von Fantasie treibt euch an mitzumachen und einfach alle Gedanken fallen zu lassen. Die Musik von so vielen geliebten Geschichten setzt euch zu und ihr könnt nicht anders. Ihr könnt einfach nichts dagegen tun, als euch in den Bann fallen zu lassen.
Ihr könnt die Lieder mitsingen, ihr könnt vorgeben eine Prinzessin zu sein, die auf ihren Prinzen wartet und ihr könnt einfach vor euch hinträumen, weil es niemanden interessiert, was ihr macht, denn alle anderen Menschen in Disney tun es auch. Und seid bitte ehrlich zu euch selbst und für mich; wer zum Kuckuck würde denn nicht gerne durch die Luft mit einem Teppich sausen und mit sprechenden Kerzen durch die Gegend tanzen? Na also, da haben wir es doch! Innerlich würde doch jeder einmal gerne mit Elsa Schlitten fahren und ein Date mit Prinz Eric haben wollen. ;) Schämt euch nicht – ich glaube, alle würden vor Eifersucht betrunken sein! Und falls euch irgendjemand damit aufzieht, dass ihr Disney mögt, verwandelt diese Person doch einfach in eine Kröte. Wer weiß, wie lange es dauern würde, bis diese von einem Auto überfahren wird. :D
In Rainforest Cafe haben wir unser Mittagessen gegessen. Das Restaurant ist einfach nur berauschend – ihr könnt Gorillas in den Ästen sitzen sehen, Affen, die sich vom Baum zu Baum schwingen, Jaguars, die auf ihre Beute warten und andere wilde Tiere. Durch die Dekoration habt ihr das Gefühl im Urwald zu stecken und kaum die Möglichkeit zu haben dort lebendig heraus zu kommen. Alles schimmert und glänzt in waldgrünen Farben und niemals zuvor gesehenen Pflanzen. Es ist eine Show für sich dort essen gehen zu können.





Auch die Hotels dort sind überirdisch schön. Sie sind mehr als nur traumhaft. Aber dafür auch für Leute gemacht, die es sich leisten können in Disney für mehrere Tage zu bleiben, falls man denn auch die anderen Parks besuchen möchte. Disney World ist aufgebaut wie eine Stadt. Es ist groß – wirklich groß! Und auch eben teuer. Eine Nacht für eine Person.... ich könnte es mir nicht leisten dort hinzugehen. Vielleicht später, wenn ihr älter aussehe, aber immer noch verrückt nach Disney bin.
Nachdem wir unseren kleinen Shoppingtrip beendet haben, sind wir auch weitergefahren.
Disney werde ich besser beschreiben, wenn ich wirklich im Park gewesen bin und nicht nur von der Ferne das berauschende Schloss gesehen habe! :)

In unserem Camp angekommen, haben Hannah und ich eine depressive Kurzphase durchmachen müssen. Hannah ist praktisch im Auto gestorben, während ich mich noch halbwegs über Wasser halten konnte. Wir waren in der Mitte vom Nirgendwo. Falls ihr jemals den Film 'Twilight' gesehen habt, dann wisst ihr genau wie die Stadt Forks aussieht und beschrieben wird. Es gab keine Geschäfte und Läden, jedes Haus hatte einen gigantischen Garten, es gab nur wenige große Gebäude und überall war Wald. Es war grün, ein herrliches Grün. Aber da war nichts anderes – es war einfach in der Mitte vom Nirgendwo.
Die Nacht würden wir in einer kleinen Hütte verbringen. Während meine Gasteltern und Gastgeschwister in kurzen Hosen und T-Shirts schliefen, war ich eingepackt in langen Jogginghosen, den dicksten Schlafsack, den meine Gastmama auftreiben konnte, da sie genau wusste, dass ich frieren würde. Und natürlich einer warmen Jacke. Auch wenn ihr es nicht glauben mögt, auch in Florida wird es kälter. Zwar ist diese Kälte unserem Spätsommer oder Herbstanfang ähnlich, aber trotzdem ist sie da.
Die Natur kann man nicht mit Deutschland vergleichen. Es sieht einfach anders aus und es riecht auch anders. Die Bäume sind grüner und die Luft ist dünner. Ihr spürt die Laute von wilden Tieren, Eulen und Waschbären. Ihr hört die knackenden Äste unter euren Schuhen und die knirschenden Steine. Für jede Person, die es liebt zu schreiben; es war der perfekte Ort. Ihr könnt euch in den Schatten der wachsenden Riesen hinsetzen und nichts anderes machen, außer zu schreiben. Einfach alle Gedanken und Wahrnehmungen zu Papier zu bringen und an nichts anderes zu denken, als an die Dinge, die euch umkreisen. Wie ihr sieht, ich könnte mal wieder tausende Liebesgeschichten zu Papier bringen, aber leider habe ich nicht die Zeit dafür.
Und in der Nacht? Die Nächte in den Wäldern Floridas sind zum Träumen gemacht. Alle Gruselgeschichten sind hier entstanden, das Gefühl habe ich zumindest gehabt, als ich Mitten in der Nacht zum Badezimmer musste. Der Mond zeigte mir seine volle Pracht; silbern und hell. Neben unserer Kabine war eine kleine Kirche aus Holz. Das 'Exit'-Zeichen leuchtete so stark, dass das Innere der Kirche in einen dunklem Rot erleuchtet war. Die Kirche hatte keine Fenstergläser. Ich habe mich noch nie vor einer Kirche gefürchtet, aber wenn ihr dies gesehen hätten, wäret ihr euch zitternd weitergelaufen. Von überall konntet ihr irgendwelche Geräusche hören – und natürlich hat euch eure Fantasie tausend Streiche gespielt. Waschbären haben im Untergrund Laute produziert, die euch bis zu den Knochen erschüttert hätten. Als ich dann auch noch eine Eule und ein Reh gehört habe, bin ich gerannt. Und ihr seht mich nie rennen! Aber zumindest hatte mich dieses kleine Abenteuer wieder zum Träumen gebracht.
Gekocht und gegessen wurde in unserer Kabine, während es (NUR!) eine Dusche gab, die man dann auch benutzten konnte. Wir haben Fleischbällchen über einem Lagerfeuer gegrillt, heiße Schokolade mit Marshmellows getrunken, zugenommen, Walking Takos gegessen, Hotdogs, ganz viele Chocolate Chip Cookies verschlungen und noch mehr zugenommen.
Am Sonntag, bevor wir abgereist sind, sind meine Gastfamilie und ich die Wälder erforschen gegangen, wobei diese Bilder hier entstanden sind.










Am Freitag waren wir schwimmen.
Aber da wir natürlich die Natur lieben, waren wir nicht am Meer, sondern in den „Three Sisters Springs“, in welchen wir dann auch Sehkühe und ihre Babys betrachten konnten. Die Bäume und der Fluss waren... wie waren sie? Sie haben mich zum Nachdenken gebracht. Natürlich fragt ihr euch, wie ich das meine.
Sie waren schön. Schön und beruhigend. Es war still und ich glaube, das war mein Problem. Bevor ihr Austauschschüler seid, habt ihr ungefähr eine Idee, was ihr später einmal machen möchtet. Ihr habt einen ungefähren Plan. Mein Plan war es immer eine Austauschschülerin zu sein und die englische Sprache zu lernen. Nach dem Auslandsjahr würde ich mein Abitur machen, Psychologie studieren und auswandern. Ich würde heiraten, drei Kinder haben und zwei Dalmatiner. Ich würde in den Vereinigten Staaten von Amerika leben und ein Haus besitzen. Vielleicht auch ein schönes Auto, was weiß ich. Aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das wirklich will. Natürlich möchte ich die Schule beenden und studieren und auswandern, aber was ist mit den anderen Dingen? Ich hatte immer nur vor Augen, wann was passieren wird. 2017 – Abitur. 2022 – Heiraten. 2024 – Doktortitel. 2026 – Auswandern. Aber kann man alles im Leben planen? Nein.








Aber was, wenn Gott andere Pläne für mich hat, von denen ich einfach noch nichts weiß? Ich weiß, was ich gerne tun würde, wie ich mein Leben gestalten will, aber vielleicht ist da doch etwas, von dem ich noch nichts weiß? Etwas kleines, praktisch Unsichtbares. Während meiner fast dreimonatigen Zeit hier hatte ich nicht die Zeit darüber nachzudenken, aber dort, an diesem einsamen Ort, wo alles einfach so klar schien, konnte ich nachdenken. Ich habe meinen Plan A gefunden, aber vielleicht brauche ich eben doch noch einen Plan B, falls es doch nicht in die Richtung läuft, in die es laufen sollte. Doch eine Sache kann ich allen zukünftigen Austauschschülern und jedem raten;
ihr könnt planen so viel ihr möchtet, eure schulische Ausbildung, euer Studium, wie ihr euren zukünftigen Partner findet, eure Hochzeit (was ich schon gemacht habe), aber es wird immer anders kommen, als ihr denkt. Wenn das Leben planbar wäre, wäre es langweilig. Oder möchtet ihr schon alles wissen, was ihr erleben werdet? Wer hätte gedacht, dass ich einmal einen Blog schreiben werde über ein Auslandsjahr? Ich bin ehrlich; ich hätte nicht einmal darüber fantasiert. Ihr solltet die Dinge genießen, die euch in den Weg geworfen werden. Ob gut oder schlecht. Sie haben einen Grund, weshalb sie da sind, denn sie gehören zu eurer persönlichen Geschichten. Ihr werdet sie nie in einem Buch finden. Wartet nicht darauf, genießt es, bevor es vorbei ist.

Eine Sache aber werde ich auf jeden Fall machen;
Mir einen VW BUS anschaffen! :D
Sorry Papa. Spare lieber für mein zukünftiges Auto!
Am Samstag waren wir nämlich auf einer Volkswagen Bus Show, da mein Gastpapa total in diesen Dingern verliebt ist und fünf Zuhause in Indiana stehen hat. Und welche es dort gab! In allen verschiedenen Farben und großen und Ausstattung, von der ich noch nie was gehört habe in meinem bisherigen Leben. Mein persönlicher Bus ist mir dann ins Auge gesprungen, als ich umher geschlendert bin und ganz viele Photos gemacht habe; mintgrün mit einer Couch im Inneren und Boxen, um Musik zu hören. Aber...ABER!... Auf dem Dach gab es zwei süße Schnuckelputzel, die mein Herz zum Beben gebracht haben; Surfboards!
Aber ich habe auch andere Busse gesehen mit Küchen und Betten im Inneren. Die Auswahl war einfach mega! Nebenbei konnte man dann auch noch T-Shirts, Jacken und Pullover kaufen. Steve hat sich aber entschieden nur Einzelteile zu kaufen, anstatt meinen dunkelblauen VW Bus mit einem Surfboard für mich.
(Ich glaube, die Person wusste, dass ich mich in dem Baby verlieben würde!)







Wie ihr sehen könnt, mein Wochenende war sehr aufregend und vielfältig! Nebenbei haben wir natürlich auch einen Abstecher an die Küste gemacht. Auf dem Bild könnt ihr meine Gastfamilie sehen und Steve's Bruder Rex und seine Lebensgefährtin Jackie.
 
Am Sonntag sind wir dann auch glücklich Zuhause angekommen – traues Heim, Glück allein.
Für mich war dies einfach eine ganz andere Welt, da ich niemals zuvor richtig campen war. Ein weiteres Mal würde ich es machen, und auch ein drittes Mal, aber ich ziehe es doch schon eher vor an einem Ort zu bleiben, an welchem ich meine ganz persönliche Dusche habe! :D

Liebe Grüße, Emilia ;)