Sonntag, 4. Januar 2015

2015

2015,2015,2015!
Nachdem ihr schon drei Tage lang in das neue Jahr hineinschnuppern konntet, und wahrscheinlich auch jetzt wieder wach genug seid um meinen Blog zu lesen, möchte ich euch wieder einmal zu texten. :)
Frohes, neues Jahr wünsche ich euch! Viel verdienten Erfolg in der Schule und in der Arbeit, ganz viel Glück und Freude, mögen sich alle eure geheimsten Wünsche und Hoffnungen erfüllen, Gesundheit und Vertrauen, Respekt und den Mut, eure Träume in Wirklichkeit zu verwandeln, und natürlich die bekannte und atemberaubende Liebe im Jahre 2015!



Doch wenn ich ehrlich sein soll; ich wollte nicht, dass das Jahr 2014 endet.
Vielleicht ging es vielen von euch ganz anders, was ich natürlich auch verstehen kann. Für mich war es jedoch eines der besten Jahre meines Lebens, da sich alle meine Wünsche und Vorsätze erfüllt haben. Ich sage nicht, dass das Jahr 2014 leicht war, aber es war es wert auf all die Dinge zu warten.
Für die Leser, die mich nicht persönlich kennen; mein größter Traum war es ein Austauschschüler zu sein. Ich habe meine lieben Freunde und meine liebe Familie genervt. Oh lieber Himmel, was war ich für eine Nervensäge! Wahrscheinlich hätte die eine oder andere Person einen Stuhl nach mir geworfen und ich bin wirklich überrascht, dass niemand es wirklich getan hat. Ich habe sie mit dem Thema „Austausch“ erdrückt und wahrscheinlich hattet ihr alle ein bisschen die Nase voll von mir und seid im Endeffekt wirklich glücklich mich für ein Jahr loszuhaben. Aber ihr müsst wissen, dass ich nicht dankbarer für das Jahr 2014 sein könnte, für all die Momente und schönen Erinnerungen, die es mir gegeben hat.


Aber warum ins Trübsal blasen, wenn ich euch von meinem Silvester erzählen kann!
Am Tag des 31. Dezembers hat es sich nicht für mich wie die letzte Seite des Buches 2014 angefühlt. Anstatt irgendetwas Verrücktes auf die Beine zu stellen, wie man das nun einmal am letzten Tag des Jahres macht, habe ich.... geputzt. Die Wäsche gewaschen. Mein Zimmer aufgeräumt und mich seelisch auf das neue Jahr vorbereitet, sodass ich irgendwie gut starten konnte. Natürlich habe ich auch meine Vorsätze für dieses Jahr aufgeschrieben, um sie immer im Blick zu haben. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, und ob ihr euch für dieses Jahr etwas vorgenommen habt. Ich für meinen Teil habe mir sehr viele Sachen aufgeschrieben, die ich ein kleinen wenig mit euch teilen werde.
  • Zum Prom 2015 mit meinen Freunden gehen
  • Surfen lernen und braun werden
  • Piano spielen lernen (vor allem mein Lieblingslied)


Zwar sind dies hier nicht alle Dinge, aber die Dinge, die ich wirklich gerne könnte und mit nach Hause nehmen würde.
Am 31. fand natürlich wieder eine Party statt, wie ihr es schon von mir kennt. Und nein, ich nehme mir hier auch die Zeit um zu lernen und andere Dinge zu tun, jedoch wird meine Gastfamilie oft zu Freunden eingeladen. Im Grunde gab es dort wieder Unmengen an gutem Essen, Speisen und Drinks. Man isst so viel man kann und im neuen Jahr wird auf alles verzichtet. Wer kennt dies denn nicht?
Ich glaube, ich hätte auch mehr Spaß an all den Abenden und vor allem an der Silvester Party gehabt, wenn dort auch Menschen in meinem Alter gewesen wären. Jedoch sind alle Kinder immer zwischen 6 und 12 Jahre alt. Es ist nicht nervig, doch weiß ich leider nicht immer, wie ich mich beschäftigen kann. Deshalb bin ich auch um 9 Uhr abends nach Hause gegangen, um den Hund rauszulassen und mit meinen Eltern zu skypen. Denn sie waren im Jahr 2015, während ich noch im Jahr 2014 war. Hört sich merkwürdig an, oder? Ich wollte einfach mal das Gefühl spüren in der Zukunft zu sein. Während es in Florida neun Uhr abends war, war es in Polen schon 3 Uhr morgens. Nach ein paar Glückwünschen fürs neue Jahr, bin ich dann auch wieder zu der Party gegangen. Ich war jedoch sehr überrascht, da meine Straße wie ausgestorben vor mir lag. Es gab nicht einmal ein Anzeichen dafür, dass irgendwo eine andere Party statt fand.


Als es dann auch endlich Mitternacht war, wurde laut geschrien, Gläser wurden in die Luft geschwenkt, Glückwünsche wurden hinausposaunt und man nahm jeden in den Arm. Debbie's Freundin war dabei schon so angetrunken, dass sie mich mit ihren Armen umschlungen hat, mir sagte, sie würde mich lieben und wünschte dabei, ich würde niemals das Land verlassen. Nebenbei sahen wir nur wenige Feuerwerke am Nachthimmel glühen. Um zwei Uhr nachts waren wir dann allerdings wieder Zuhause und sind endlich ins Bett gegangen.


Am 1. Januar konnte ich jedoch nicht wirklich ausschlafen, so wie ich es gerne getan hätte. Meine Liason Gastmutter Roberta hat mich schon um 10 Uhr morgens abgeholt, wobei ich auch einigermaßen wach erscheinen musste.
Falls ich es nicht schon vorher getan habe; ich habe neben meiner Gastfamilie eine zweite Gastfamilie – genannt Liason. Falls ich irgendwelche Probleme haben sollte, kann ich jederzeit zu ihr kommen und mit ihr sprechen. Falls wir ein wenig Abstand von einander wollen, meine richtige Gastfamilie und ich, kann ich Roberta einfach Bescheid sagen und das Wochenende mit ihr und ihren Töchtern verbringen. Es ist einfacher, denn man kann sich austauschen. Roberta hatte ebenfalls eine deutsche Austauschschülerin bei sich, sodass sie sich mehr oder weniger auskennt. Zu erst sind wir ins Kino gegangen. Ich kann euch den Film „Into the woods“ einfach nur empfählen. Er wird euch sicherlich gefallen! :)
Danach waren wir noch in dem Restaurant „Outback“ essen und wollten eigentlich im Hotel übernachten, in welchem Julia (19) arbeitet. Anstatt 300$ für ein Zimmer zu bezahlen, haben sie das Zimmer nur für 22$ bekommen. Leider konnten wir es doch im Endeffekt nicht machen, da Julia's Vater präsent hätte sein müssen, da das Zimmer nur auf seinen Namen geschrieben war und wir sonst sechzig Dollar hätten dazu zahlen müssen. Zwar konnten wir im Endeffekt nicht dort übernachten, jedoch war das ganze wie ein kleines Abenteuer für mich. Stellt euch doch vor;

drei Teenager in einer Großstadt – versuchen sich selbst in einer zerbrochenen Welt zu finden. Nur mit ihren Rucksack, ein paar Kleidungsstücken und Geld ausgerüstet, probieren sie sich selbst aus. In einem unvergesslichen Abenteuer....
Hört sich doch gut an! Ein wenig hatte ich schon das Gefühl in einem anderen Film und eine dieser unglaublich tollen Schauspielerinnen zu sein, die man nur in den Kinos sehen kann. Ich habe mit Nicole (15) in ihren Zimmer geschlafen, wobei wir noch stundenlang geredet haben.
Nach unserer Pyjama Party – die dann in ihrem Haus statt gefunden hat – wurde ich dann von Roberta in den Wakodahatchee Park gebracht, in welchem Debbie, Zach und Hannahlora auf mich warteten, da wir einen Kurs über Sumpfgebiete, Wasserpflanzen und verschiedene Tierarten gebucht haben.


Ich möchte ehrlich sein; ich war viel zu müde, um realisieren zu können, wo ich mich gerade befand. Ich wusste, dass wir in einem ähnlichen Park waren, wie vor zwei Monaten. Die Luft roch reiner, frischer. Es war die gleiche Luft, die ich in den Everglades und bei den Gatorboys gerochen habe. Es riecht besser. Unberührter. Und reiner. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr die verschwitzte Sportwäsche wäscht, und dann diesen Geruch von Neuem verspürt, wenn ihr sie aus dem Trockner nehmt. Genauso müsst ihr es euch vorstellen.
Ich sage nicht, dass Dortmund stinkt. Dortmund ist eine unglaublich große Stadt mit sehr vielen Menschen und Autos. Natürlich riecht es dort anders. Hier ist der Geruch ein anderer, da man hier einen endlosen Sommer hat. Es ist schwül und warm und in einigen Gebieten gibt es nicht wirklich Leben, wie in Dortmund. Es ist still. Es ist diese Stille, die ihr für eine lange Zeit genießen könnt, weil sie euch und eurer Seele gut tut. Ihr genießt die herabfallende Sonne und das Gefühl der Unendlichkeit, während ihr die Natur und ihre Einsamkeit betrachtet. Es ist schön. Es ist atemberaubend einfach nur dort zu sein, ohne nachdenken zu müssen. Es ist großartig. Für einige kurze Zeit könnt ihr euren Gedankenkreis schließen und atmen.
Nach dem Park sind wir nach Hause gefahren und ich konnte mich endlich schlafen legen.








  
Und bevor ihr meinen Blog schließt.
Denkt einfach daran, bevor ihr das tut, was ihr normalerweise macht;
dieses Jahr ist der Anfang eines neuen Buches, eines neuen Kapitels und eines neuen Tages. Macht das Beste daraus. Wartet nicht lange, wenn euch eine Chance preisgegeben wird. Denkt nach, bevor ihr dummen Unfug anstellt. Es ist nicht die Zeit verloren zu gehen und irgendwo zu stranden. Es ist mittlerweile die Zeit angebrochen, in welcher man Pläne für die Zukunft schmiedet und sich darauf vorbereitet. So wie ich es letztes Jahr gemacht habe. Also nimmt diesen Anfang, wie den Sonnenaufgang eines neuen Tages. Und viel Glück in dem Jahr 2015. :)


In Liebe, Emilia
 

Freitag, 26. Dezember 2014

Merry Christmas!

„I don't want a lot for Christmas
There is just one Thing I need
I don't care about the presents
underneath the Christmas tree

I just want You for my own
More than you could ever know
May my wish come true
All I want for Christmas is you!“

  • All I Want for Christmas is you



Hohoho, meine kleinen Weihnachtskekse!
Hoffentlich habe ich euch einen Ohrwurm mit meinem Lieblings Weihnachtslied verpasst. Auch bei mir kam Santa Claus vorbei, doch bevor ich euch von meinem ersten amerikanischen Weihnachten erzähle, möchte ich meinen Eltern zum 25 Hochzeitstag, der am 26 Dezember stattfindet, gratulieren!
Also, Mama und Papa;
ich freue mich, dass ihr beiden nach 25 Jahren Ehe immer noch voller Freude und Glück durchs Leben schlendert! Ich wünsche euch ganz viel Liebe, Respekt zu einander und schöne Momente für die nächsten 25 Jahre! Und natürlich auch länger!

Jetzt zurück zu meinem amerikanischen Weihnachten!
Falls manche es schon vielleicht mitbekommen haben sollten, hier wird Weihnachten nicht am 24 Dezember gefeiert und auch werden hier nicht die Geschenke ausgepackt, wie man es bei uns in Deutschland kennt. Hier verläuft die Geschichte ein wenig anders.

Am morgen des 24. Dezembers herrschte keine Aufregung, wie ich das von Zuhause in Polen und Deutschland kenne. Niemand rannte wild durchs Haus um die letzten Kugeln und Ornamente aufzuhängen, es wurde nicht laut durch die Küche geschrien, dass der Truthahn im Ofen anbrennt und es gab auch keine Schneestürme, die das Weihnachtsfest ruinieren konnten.
Denn ich bin in Florida. Und richtig Weihnachtsstimmung? Irgendwie unmöglich, bei 26 Grad Celsius im Schatten. Zwar war das ganze Haus dekorativ eingerichtet, der Weihnachtsbaum war aufgestellt, die Geschenke stapelten sich unter ihm, die Häuser der Nachbarn waren hell erleuchtet, aber es war keine Weihnachtsstimmung. Wo war der Schnee? Die Schneemänner? Die Kälte? Es war Sommer im Dezember, aber trotzdem habe ich es genossen, da ich zum ersten Mal weder gefroren, noch mich vor Kälte geschüttelt habe.
Um 15 Uhr sind wir, meine Gasteltern, Gastgeschwister und ich, in die Kirche gegangen. Es ist eine christliche Kirche. Es gibt keinen Altar, einen Pastor und eine Band spielt Musik. Es war nicht unsere Kirche, die wir jeden Sonntag besuchen, da wir um 17 Uhr auf ein Dinner bei dem früheren Arbeitskollegen meines Gastvaters eingeladen waren. Während der Messe hat der Pastor über die Geburt Jesu gepredigt, nebenbei wurden auch Scherze gemacht und es war kein gewöhnlicher Gottesdienst, wie man es von Zuhause kennt. Danach waren wir Steve's Sohn Gunner abholen, der dann mit uns zu Jimmie's Haus gefahren ist, in welchem uns dann ein italienisches Buffet erwartet hatte.
Jimmie, ein Mann mit einer etwas weiteren und größeren Statur, wollte nicht alleine mit seiner Frau feiern, deshalb hatte er uns eingeladen. Natürlich hatte er das ganze Essen bezahlt; Pasta, Pizza, Lasagne, Getränke, Eis und Kuchen. Da wir schon einmal mit ihm in dem Restaurant waren, von welchem er die Sachen bestellt hatte, wussten wir, dass es nur gut sein konnte. So gut, dass alle auf ihre Zu-Silvester-sehe-ich-gut-aus-Diät verzichtet hatten.
Nachdem die jüngere Generation noch einen Film geguckt hatte und sich die älteren Herrschaften über alles Neue ausgetauscht hatten, sind wir nach Hause aufgebrochen, da heute Nacht Santa Claus kommen würde. Hier in Amerika gibt es keinen Nikolaus am 6. Dezember. Und hier kommt auch nicht das Christkind. Dafür kann man Santa auf einen Santa Tracker auf Google verfolgen, in welchem Land er gerade die Geschenke austeilt und wann er abreist und wohin er als nächstes fliegt. Habt ihr das gemacht? Ich habe einmal kurz reingeschaut, aber die Mappe war so unübersichtlich, dass ich mich sofort verloren habe.

„Emilia, komm Geschenke auspacken! Du musst kommen. Jetzt.“
So wurde ich von meinem kleinen Gastbruder um 4.30 am Morgen aufgeweckt, mit der guten Entschuldigung, dass wir jetzt die Geschenke auspacken konnten. Richtig wach war ich zu der Zeit nicht wirklich. Der erste, der ein Gurkenornament finden würde, könnte das erste Geschenk aufmachen. Ich habe mich nicht einmal bemüht es zu suchen, da ich immer noch im Halbschlaf versuchte nicht gegen die nächstbeste Wand zu laufen. Zachary war der Erste, da er das Ornament gefunden hatte. Meine beiden Geschwister hatten sich ein iPod zu Weihnachten gewünscht. Meine Gastmutter hatte beide in Müslipackungen und Spinatpackungen eingepackt.
Zachary riss das Papier von der Schachtel ab und die Packung mit dem Cereal kam hervor. Er freute sich so sehr, dass er sofort zum Schrank rannte, und das Müsli dort hinstellte. Ich schaute Debbie ganz verwundert an, wobei sich mir nur lachend zeigte, ich solle nichts sagen. Als dann Hannah ihre Packung aufmachte, dann aber den iPod fand, hatte mein Gastbruder einen „Aha“-Moment, rannte zum Schrank und riss auch nun seine Packung auf, um seinen iPod zu finden.
Am Ende saßen wir 2 Stunden am Tisch um alle Geschenke begutachten zu können, welche wir bekommen haben. Und jedes Geschenk musste einzeln ausgepackt werden, wie es sich eben gehört. Ich habe unter anderem einen Blog zum Zeichnen, ein Etui mit Bleistiften und Farbstiften, eine Tasche, einen Becher, eine Halskette, ein Armband und einen kleinen VW-Bus mit Surfbrettern bekommen. Ich habe mir nicht wirklich viel gewünscht, da ich im Grunde nicht wirklich etwas brauchte. Es wird auch immer schwieriger etwas zu finden, da wir im Grunde alles haben.
Danach habe ich mich erst einmal für zwei Stunden hingelegt, um meinen Schlaf nachzuholen.



Leider gab es bei uns auch kein großes Christmasdinner:
Wir haben zusammen mit Debbie's Bruder gegessen. Truthan, Stuffing, Süßkartoffeln, Kartoffeln und Salat kamen bei uns auf dem Tisch und als Nachtisch gab es Käsekuchen. Die richtige Christmasparty würde am Abend bei Freunden stattfinden.
Nachdem wir dann bereit zum Ausgehen waren, haben wir uns bei Debbie's Freundin Debby mit allen möglichen Köstlichkeiten vollgestopft.
Alles angefangen hat mit Brownies, in Schokoladen getauchten Brezeln, Keksen, Salzstangen, verschiedenen Crackern mit verschiedenen Soßen, Kuchen, Chips. Natürlich ging es weit aus über zu Würstchen, Salat, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen und all den Dingen, die die Zunge nur schmecken mag. Es war ein reines Ess-Dinner. Man hat sich die Bäuche vollgestopft, mit den Gästen geredet – wobei ich gefühlte hundert Male ausgefragt wurde, wie es denn sei eine Austauschschülerin zu sein – und man hat neue Kontakte geknüpft.
Ich habe den ganzen Abend mit Savana, einer 17-Jährigen aus Tampa, und Myles verbracht, um mich nicht ganz einzuschlummern, da ich immer noch halbwegs im Traumland war und mich nur wage auf den Beinen halten konnte.

Im Endeffekt darf ich sagen, dass das Weihnachtsessen und Weihnachten an sich irgendwie total anders war als in Deutschland. Es war nicht wirklich 100% amerikanisch, aber man konnte ein wenig den amerikanischen Flair spüren und sich denken, wie es wohl sein würde, wenn hier Schnee läge und die Weihnachtsstimmung einen auch packen würde. Mein Weihnachten in Polen war immer mehr ein Familienfest gewesen, um Mitternacht in die Kirche zu gehen, Weihnachtslieder zu singen, im Schnee spielen – oder eher wie ich vor dem Kamin mit einem guten Buch sitzen, da ich wahrscheinlich nach zwei Minuten erfroren wäre. Vielleicht wäre mein amerikanisches Weihnachten mehr so geworden, wie wir es aus amerikanischen Filmen kennen, doch da die Wetterbedingungen hier unten in Florida ganz anders sind, war es ein sommerliches Weihnachten!

Und da ich leider nicht weiß, ob ich dieses Jahr noch etwas posten werde, wünsche ich euch allen ein wunderschönes Jahresende. Sieht es so; das Jahr hat viele gute und viele schlechte Dinge gebracht. Wir bereuen eine Dinge, die wir getan haben und die wir nicht getan haben. Doch bevor dieses Jahr endet und wir in das neue Jahr 2015 rutschen, lasst uns einfach ein tolles, letztes Kapitel für dieses Jahr schreiben. Ich weiß ja nicht, welche Dinge ihr im Kopf habt, aber für mich hat dieses Jahr nur gute Dinge gebracht, die ich hier mit euch teile.
Vielleicht habt ihr ja auch eine Liste mit den Dingen, die ihr im Jahr 2015 machen möchtet. Ich spreche nicht von der Dauer-Diät, die jeder am Anfang des Jahres in Anschlag nimmt, aber am 02.Januar schon alles wieder vorbei ist, da die Schokolade versehentlich auf den Teller gefallen und sich verführerisch ausgezogen hat, sodass wir nicht die Finger von ihr lassen konnten.
Vielleicht habt ihr Dinge in Gedanken, die ihr gerne mit mir teilen würdet! Ich würde mich natürlich herzlich freuen einige eurer Dinge zu erfahren, da ich selbst noch meine Liste vollenden muss!

Mit lieben, herzlichen und warmen Grüßen an Alle,
Emilia

Mittwoch, 24. Dezember 2014

So kurz vor Weihnachten....

Habe ich euch trotzdem so viel zu erzählen!

Nachdem ich die Midtermexam-Woche einigermaßen überstanden habe, war ich am Freitag, 12/19/2014, auf einen Geburtstag eingeladen.
Doch bevor ich euch von der Party erzähle, fragt ihr euch bestimmt, was diese Midtermexamwoche ist. Da das Schulsystem hier anders funktioniert als in Deutschland, werden hier von allen Schülern in allen Stufen Klausuren geschrieben. Natürlich in allen Fächern, sogar in Sport. Man kommt um 10:30 zur Schule, schreibt die erste Klausur, danach findet eine kleine Pause statt, in welcher man alle 3000 Schüler vorfinden kann und dann schreibt man noch eine Klausur und geht nach Hause. Zwar hört sich dies hier wirklich entspannend an, aber wenn man nach Hause kommt, muss man schon für die nächsten beiden Klausuren lernen. In den Klausuren kommen alle Sachen und Themen vor, welche man in dem letzten halben Jahr durchgenommen hat. Es ist eine Menge zu wiederholen, da die Lehrer nicht wirklich erklären, wie etwas funktioniert. In der Schule geben uns die Lehrer Arbeitsblätter und wir müssen alle Dinge einfach nur von der Tafel kopieren. Zuhause müssen wir es dann lernen. Niemand erklärt hier wirklich, weshalb etwas so ist, wie es ist. Deshalb denken viele hier nicht. Es mag sich merkwürdig anhören, aber in der deutschen Schule wird euch denken beigebracht, weil ich selbst zu der Lösung kommen müsst. Hier werden nur die Sachen gegeben, hingeworfen und aufgefangen.
Doch ich schweife wieder vom Thema ab. Geburtstagsparty!
 
Es war einfach mal etwas ganz anderes für mich. Wir waren nicht Zuhause und haben Kuchen gegessen, nein. Um die dreißig Gäste sind zu Magi's Party gekommen. In einem netten italienischen Restaurant mit ganz viel Essen haben wir den Abend verbracht, geredet und nebenbei habe ich vier andere Austauschschüler kennengelernt. Es war eine ganz andere Stimmung, als auf den Feiern, die ich immer zuvor besucht habe. Nach einem langen Abend, sind wir dann auch alle nach Hause gefahren.

Am Samstag habe ich mit meiner Gastschwester Kekskugeln gebacken und am Sonntag war ich mit meinen Freunden am Strand spazieren. Es fühlt sich nicht an wie Dezember, wenn ich ehrlich sein soll. Eher Mitte Juni oder Juli, da die Luft immer noch warm ist und man mit kurzen Hosen durch die Straßen laufen kann. Undenkbar in Germany, oder?

 Am Sonntag sind auch Freunde meiner Gastfamilie gekommen, um Weihnachten in Miami zu verbringen; Lori, David, Shone, Troy und ihre Grandma. Da meine Gastgeschwister keine Großeltern mehr haben, haben sie sich eine Großmutter sozusagen adoptiert. Und da wir hier in Florida leben und es so gut wie nie kälter als 15 Grad wird, hat das Wetter diesmal mitgespielt und wir konnten einige tolle Sachen machen. Am Montag und am Dienstag waren wir am Strand um wundervolle Dezemberluft tanken und ein erfrischendes Bad im Ozean zu nehmen! Ich hätte in meinem gesamten Leben nie gedacht, dass ich einmal im Dezember schwimmen bin. Zwar wollten wir am 24. Dezember auch noch einmal ans Meer fahren, aber richtig aufraffen konnten wir uns nicht dazu. Vielleicht lag es einfach auch daran, dass wir uns von gestern erholen mussten.

Morgen ist bei uns Bescherung und der richtige Weihnachtsabend.
Hier wird es ja total anders gefeiert als in Deutschland, wie ihr es von amerikanischen Filme kennt. Im Laufe der nächsten Tage gibt es dann auch die Beschreibung zu all den Dingen!
Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Bescherung, einen wundervollen Abend mit der Familie, ganz tolle Geschenke und Essen, eine wunderschöne Familienfeier! Marry Christmas euch allen!

In Liebe, Emilia 

Sonntag, 14. Dezember 2014

4 Months now!

Liebes Tagebuch,
heute mache ich einen anderen Eintrag, da schon vier Monate und somit 16 Wochen verflogen sind. Es tut mir irgendwie weh, zu sehen, wie die Zeit verfliegt und man sie nicht wieder einfangen kann. Es ist wie auf dem Ozean zu fischen. Ich habe einige Fische gefangen, doch die tausend anderen, die mir entwischt sind, kann ich nicht mehr verfolgen.


Fühlt sich das nicht komisch an? Vier Monate eine Amerikanerin zu sein und auf eine High School zu gehen, jeden Tag Englisch zu sprechen und sogar auf Englisch denken?
Ja, ja das tut es. Aber es ist zur Gewohnheit geworden. Es ist mir nicht mehr fremd, da mir hier so vieles leichter fällt.
Zu meinem Jubiläum, was sich in meinen Ohren total merkwürdig anhört, habe ich eigentlich nichts Großartiges gemacht. Und ich glaube, das war auch gut so. Am Freitag bin ich nach der Schule zu meiner Freundin gefahren. Du musst wissen, liebes Tagebuch, dass man nach vier ganzen Monaten Freunde gefunden hat. Freunde, die einem das Leben leichter machen, schöner, aufregender, und irgendwo auch merkwürdiger. Vor allem, wenn man solche Freunde hat, wie ich. Und da du genau weißt, dass ich nicht das normalste Mädchen bin, passen sie perfekt zu mir. Aber davon erzähle ich dir irgendwann später, wenn ich mich in den kommenden Ferien langweile.
Meine beste Freundin hier ist Lillian. Und ich brauche hier (leider) eine beste Freundin, da das Leben eines Teenagers auch weitergeht – mit allen möglichen Teenager Problemen! Da sie umgezogen ist, habe ich mitgeholfen Kisten zu schleppen und ein bisschen im Haus aufzuräumen. Wir haben ihr Zimmer eingerichtet und haben uns alte Baby-Fotos angesehen. Im Grunde war es ein richtiger Mädchenabend, wie in diesen amerikanischen Filmen, die ich immer Zuhause geguckt habe. Pizza, Cola und amerikanische Süßigkeiten... (Jaa, ich frage mich auch, wie ich in mein Promkleid passen werde! Aber wenn ich wachse, dann wächst das Kleid halt mit!) 




 
Natürlich haben wir uns auch einen amerikanischen Film angesehen; Cinderella Story. Und ich konnte sogar alles verstehen, was eigentlich nach vier Monaten kein Wunder ist. Am nächsten Morgen sind wir dann zum Frühstück zu Dunkin Donuts gefahren und haben uns Donuts und andere Leckereien geholt – ein amerikanischer Morgen eben. Am Samstag gab es noch meine Organisationparty, wieder Essen und heute, am 14 Dezember, haben meine Schwester und ich auch wieder einen Tag in der Mall verbracht. Wie schon gesagt, dieses Mal gab es leider nicht viel zu feiern.


Aber, liebes Tagebuch, ich muss dir etwas beichten.
Heute Nacht hatte ich meinen ersten englischen Traum. Wieso das so bedeutend ist? Weil ich auf Englisch geträumt habe! Zwar hat der Traum mal so gar keinen Sinn gehabt und irgendwie war auch die Handlung ein bisschen zu kompliziert für mich, aber zumindest konnte ich einigermaßen verstehen, worum es ging. Aber hey, zumindest war es auf Englisch. Du kannst dich schon einmal darauf vorbereiten mehr von mir zu hören, da nächste Woche Schulferien beginnen und ich noch nicht viel vorhabe!


Und auch wenn hier das nur ein ganz kleiner Eintrag ist, liebes Tagebuch, hoffe ich doch, dass du es genossen hast, wieder eine weitere kleine Erzählung auf deinen Seiten festzuhalten. Ich verspreche Dir, dass ich irgendwann wieder auf diese Seiten stoßen werde und sie mir durchlese.


In Liebe, deine Tagebuch-Schreiberin Emilia

Montag, 8. Dezember 2014

Catamaran Trip

*Bitte schaltet hier die Musik von "Fluch der Karibik" an. Danke!*

Raue Seeluft und der Geruch von Einsamkeit.

Die Sandkörner unter meinen Füßen glänzten in einem hellen Gold – zart und fein, als wäre es Puderzucker. Dieser Strand war ganz anders, als der, den ich zuvor gefunden hatte. Es war kein Staub, der meine nackten Zehen umschloss. Er war wärmer und angenehmer. Auch das Wasser schien andere Wellen zu spielen, wenn man die Herzschläge des Ozeans als Wellen bezeichnen konnte. Hier herrschte Stille. Stille und die Gefahr in dieser hellwach einzuschlafen. Während die Sonne hoch am Himmel tanzte, das Boot die Anker ansetzte, machte sich eine Truppe voller Abenteurer auf die Insel in der Mitte von einer Großstadt zu erkunden....


Hallo, meine Surfer und Surferinnen!
Hört sich der Anfang dieser Geschichte nicht wunderbar an? Und soll ich euch die Wahrheit sagen? Für mich ist es keine Geschichte, die ich da erlebt habe! Am Samstag, den 12/06/14, am Nikolaus, bin ich mit meiner Organisation AFS und ganz vielen Austauschis nach Miami gefahren und habe einen Catamaran Trip unternommen.
Was das ist? Das erkläre ich euch – doch alles nach der Reihe. Man beginnt ja auch nicht mit der Mitte eines Buches, oder?


Am 12/05 sind erst einmal ein Haufen von Abenteurern zu mir gekommen. Dies bedeutete auch, dass Debbie, Zach, Hannah und ich putzen mussten. Viel putzen mussten! Denn immerhin wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Wenn ich ehrlich sein soll; große Lust hatte ich an diesem Tag nicht. Ich möchte ehrlich zu euch sein. Ich habe nicht wirklich Kontakt zu anderen Austauschschülern meiner Organisation. Es ist nicht so, dass ich mich nicht mit ihnen verstehe, jedoch bin ich hier um die amerikanische Kultur zu erleben und auch amerikanische Freunde zu haben. Ich möchte nicht viel Zeit mit anderen Austauschschülern verbringen, da ich meine Freunde hier gefunden habe und lieber etwas mit ihnen mache. :)
Nachdem auch die letzte Ecke des Hauses geglänzt hatte, mussten wir warten. Lange warten. Die Austauschschüler sollten von 7.30 – 8.30 erscheinen, doch da sie von überall in Florida kamen, war dies leider ein gescheiterter Versuch. Und am Ende saßen auch alle bis ca. 10 Uhr nachts.

Auuruke, Francesca und Esra haben hier übernachtet, da die meisten Gasteltern für eine Nacht auch andere Austauschschüler aufgenommen hatte. Es war zwar ein witziger Abend gewesen, jedoch waren wir am nächsten Morgen total müde! Immerhin mussten wir früh aufstehen und uns fertig machen, da wir schon um 9 Uhr morgens am Hafen uns treffen sollten. Die Fahrt würde 1 Stunde dauern und auch müssten wir noch frühstücken. Zwar sah niemand von uns aus wie ein Vampir, jedoch konnte man die Müdigkeit von unseren Augen ablesen.
In Miami angekommen, konnten wir das erste Mal richtige Scyscraper – Wolkenkratzer - betrachten. Natürlich war der Blick bombastisch und zum ersten Mal habe ich mich wie in Amerika gefühlt. Wunderschöne Hochhäuser, warme Tage und durch Miami schlendern mit der Sonnenbrille auf dem Kopf – wie in einem Hollywoodfilm, in welchem der Traumprinz dann auch noch mit einem weißen Gaul um die Ecke kommt – oder eben mit einem weißen Porsche. ;)










Nachdem auch dann noch alle Austauschschüler sich zusammengefunden haben, ich meiner Gastfamilie „Tschüss“ gesagt und einen schönen Tag in Miami gewünscht habe, konnten wir dann auch endlich aufs Boot gehen und uns fertig machen. Falls ihr euch fragt, wie viel es gekostet hat. 50 Dollar war es wirklich wert, da wir 4 Stunden in einem kleinen Paradies verbracht haben.
An diesem Punkt möchte ich nicht arrogant klingen, da ich finde, dass es kein Grund ist, arrogant zu sein. Ich hatte Schweineglück mit meiner Gastfamilie und auch mit dem Ort, an dem ich lebe. Nicht jeder kann sagen ein Jahr im wärmsten Staat Amerikas verbracht zu haben. Ich bin unglaublich glücklich und ich schätze es wert, dass ich es wirklich mit eigenen Augen erleben durfte, und nicht nur von CSI Miami oder anderen Filmen. Vor allem bin ich wirklich mit Freude überfüllt sagen zu können, dass ich im Dezember in kurzen Hosen und Bikini herumlaufen konnte. Es ist wirklich ein Experiment und Erfahrung für sich. Zwar hatte ich dieses Jahr keinen Nikolaus, dafür aber eine kleine Tour ins Paradies.


In Mitten von Miami befindet sich eine Insel.
Sie ist klein und zuckersüß und wunderschön zur gleichen Zeit.
Um auf diese Insel zu kommen, muss man mit einem Boot hinausschwimmen, denn diese befindet sich von Villen, Strandhäusern und anderen schicken Schlössern umgeben. Nebenbei haben wir auch das Haus eines ganz berühmten Promis gesehen. Vielleicht kennt ihr ihn ja noch aus älteren Karate-Filmen. Ganz witzig und sympathisch, und manchmal (oder eben fast immer) kampfbereit. Jackie Chan! Und ja, ich war genau so erstaunt, wie ich es immer noch bin. Es ist mir eine Ehre.
Als wir in unserem kleinen Paradies angekommen waren, staunten wir nicht schlecht. Der Sand war warm und weich, das Wasser jedoch kalt. Immerhin herrscht hier Dezember und auch wenn es niemand glauben kann; es wird manchmal kalt. Selten, aber ich ziehe mir dann immer eine Jacke an, weil ich nicht frieren will. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir erst einmal ins Meer springen und nach der Reihe wurden unsere Sachen aufs Land gebracht – wie in einem alten Piraten-suchen-den-Schatz-auf-einer-einsamen-Insel-Film.
Das Wasser war klar und.... voller Quallen. Falls ihr noch nie von einer Qualle gestochen wurdet; es schmerzt. Ihr bekommt rote Punkte oder Flecken an der Stelle und es brennt. Es fühlt sich an wie eine Art von einem elektronischen Blitz. Woher ich das weiß? Weil ich schon einmal gestochen wurde. Zumindest gab es keine Haie dort.
Das Meer war kühl und man musste sich daran gewöhnen, ins Wasser zu gehen. Aber niemand konnte sich beschweren, denn es war Anfang Dezember. Und baden im Bikini in Deutschland? Wenn jemand einen Kälteschock bekommen möchte... vielleicht. Hier ist es jedoch total normal.
Und die Natur hinter uns.... Natürlich wurden wir gewarnt die freilebenden Affen nicht zu füttern. Aber leider haben wir auch keine Affen sehen können. Es roch so frisch und unberührt, wie lange nicht mehr. Es wäre so still und so verführerisch einfach nur dort zu sitzen, mit dem Anblick auf die Hochhäuser Miami's und in Tinte zu versinken, dass man praktisch Angst hätte darin zu ertrinken. Es wäre so schön gewesen. Vielleicht werde ich das ja einmal machen. Vielleicht nicht mehr dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann, wenn ich wieder hier bin. Wenn ich wieder hier bin und zwar nicht nur für ein paar Monate und einige Wochen, sondern... vielleicht für immer.









Ich selbst würde es nicht vorziehen in Miami zu leben. Ich genieße die Stille zu sehr und die freie Sicht auf den Sternenhimmel, der durch die Wolkenkratzer nur verdeckt gewesen wäre. Natürlich genieße ich es dort einmal hinzufahren, die Ortschaft zu besichtigen und einfach mal ein „amerikanisches Girl“ zu spielen, während ich mit einer Handtasche in der einen Hand und einen Smoothie in der anderen Hand durch die Stadt spaziere. Aber seien wir mal ehrlich; das bin nicht ich. :D
Am Ende unseres kleinen Abenteurers hatten wir natürlich alle Hunger, und die Snacks auf der Fahrt, wie Chips und Soda, haben uns nicht ausgereicht und zum Pizza essen hat wir auch wieder festen Boden unter den Füßen.
Wenn ihr mich fragen würdet, ob ich den Tag gerne wiederholen würde; Ja, sicher! Natürlich. Aber nicht mit meiner Organisation. Warum? Zwischendurch bilden sich immer wieder Cliquen – Deutsche unter Deutsche, Norwegen unter Norwegen und so weiter und so fort. Ich bin nicht die Person, die gerne so etwas kritisiert, aber sind wir nicht alle hier um von allen Nationen etwas zu lernen? Da bin ich doch lieber mit meinen Freunden und meiner Familie zusammen, als mit irgendjemand anderem.


Doch da war meine Party noch lange nicht zu Ende.
Unsere Nachbarn von Gegenüber – Ryan und Jenny – haben eine Weihnachtsparty geschmissen. Mit über 70 Leuten! Achja; falls manche es noch nicht bemerkt haben sollten. Es geht hier ums Essen. Und da ich Essen liebe, bin ich natürlich auch mitgegangen. Nein, Spaß! Mein Nachbar und Freund, Jenny's Bruder Shane, wohnt dort und da ich den Abend nicht mit meinen Geschwistern verbringen wollte, habe ich mich einfach unter seine Freunde gemischt und den Abend mit ihm und seiner Freundin Grace verbracht.
Und natürlich wurde auch gegessen, wie auf jeder Party. Am Abend war ich jedoch so müde, dass ich nicht lange gebraucht habe, um auch in meinen Träumen von einer wilden Insel mit kleinen Abenteuern zu versinken und in dem Geruch von Salz und Sand zu ertrinken....


Mit lieben Grüßen, Emilia!

Freitag, 28. November 2014

Thanksgiving

Ich glaube, viele Menschen, vor allem die, die nicht an einem Thanksgiving Dinner in den Staaten teilgenommen haben, wissen nicht wirklich, wie es aussieht.
Essen. Essen und noch mehr Essen.
Essen, bis man nicht mehr kann, aber an diesem Tag ist nur essen erlaubt.
Köstliches Essen.
Da werde ich ja wieder hungrig.

Früh am Morgen bin ich Fahrrad fahren gegangen, da mich meine Gastschwester gewarnt hatte, dass am diesen Tag das Hauptthema nur Essen wäre.
Thanksgiving wurde in meiner Gastfamilie nicht wirklich groß gefeiert. Am Morgen hat jeder etwas für sich gemacht, und wir standen nicht alle in der Küche und haben mitgeholfen. Zwar haben wir einige Vorspeisen zusammen vorbereitet, aber die meiste Zeit saß Debbie in der Küche und hat irgendetwas vor sich hin gekocht. Während ich also Sport getrieben habe, haben meine Gastgeschwister mit den Nachbarskindern gespielt und Steve war auch mit seinem Bus beschäftigt.
Ich habe leider auch keine richtige Thanksgiving Stimmung gespürt, da es nicht wirklich alles so abläuft, wie man es von den amerikanischen Filme Zuhause kennt. Während wir alle denken, dass man sich hier die meiste Zeit auf das Familienleben konzentriert und alles dafür gibt, um beim Familiendinner dabei zu sein, sah es zumindest bei meiner Familie anders aus. Wir haben uns nicht wirklich in feine Kleidung geschmissen, sondern haben eher den ganzen Tag in Jogginghose
und T-Shirt verbracht. Auch war bei uns nicht die gesamte Familie im Haus; Debbie's Schwester lebt oben in New York, während Steve's Familie in Indiana sitzt. Auch sind alle Großeltern von meinen Gastgeschwistern verstorben. Debbie und Steve hatten beide keine richtigen Traditionen im Hause, da ihre Eltern niemals darauf geachtet haben. Aus diesem Grund gibt es auch im Hause Thompson keine richtigen Traditionen, da es beide nicht wirklich von Zuhause kennen. Zwar hat uns Debbie's Bruder John besucht, jedoch waren wir immer noch wirklich klein am Tisch vertreten. Ich denke, dass es in anderen Gastfamilien anders aussah, während bei mir es einfach wie ein ganz normales Dinner erschien. Vielleicht hat auch einfach nur die Stimmung gefehlt, da in Florida nie Schnee fällt und manche Menschen noch niemals Schnee gesehen haben. Zwar werden die Tage kürzer und kälter, doch wirklich Winter ist hier nie zu spüren. Vielleicht ein Cocktail von der Frische des Frühlings und den Farben des Herbstes kann man hier finden, aber wirklich Winter? Nein.
Um ca.12 Uhr haben wir allerdings wirklich zusammen in der Küche geholfen und alles auf die Beine gestellt, damit wir auch um 1 Uhr essen konnten. Wir haben wirklich früh gegessen, aber es hat mir zumindest nichts ausgemacht. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen, der Tisch wurde gedeckt, die Speisen wurden aufgerichtet und wir haben uns alle fertig gemacht. Sogar die Weihnachtsdekoration wurde zur Hälfte ausgepackt und wir konnten einige Geschenke schon unter den Weihnachtsbaum legen.
 
Es ist hier typisch, dass man nach Thanksgiving schon herrlich geschmückte Häuser sieht. Aber davon erzähle ich euch später! Ich bin mir sicher, dass ihr gerne wissen würdet, wie viel Kilos ich an diesem Tag zugelegt habe. Ich habe keine Ahnung, aber von den köstlichen Speisen konnte man wirklich zunehmen;
  • Truthahn
  • Maisbrot
  • Kürbisbrot
  • Erdbeeren
  • Äpfel
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Schokoladenkekse
     

 Bevor wir allerdings angefangen haben zu essen, haben wir wie üblich gebetet und gesagt, für welche Dinge wir in unserem Leben dankbar sind. Nachdem Essen sind meine Gastgeschwister zu deren Freunden gegangen, haben gespielt und im Grunde war der Tag ein wirklicher Pyjamatag. Man hat nicht wirklich etwas gemacht. Am Abend sind wir noch ans Lagerfeuer von Freunden gegangen, haben geredet oder – wie ich – sind fast eingeschlummert, da man müde vom Nichts tun war.

Einige Background-Infos;
Weshalb wir dieses Fest feiern und es als größtes Familienfest in den United States of America gilt? Thanksgiving wird immer am letzten Donnerstag im Jahr gefeiert. In Kanada ist es schon der zweite Montag im Oktober, und beide Thangsgivingfeste haben nicht viel mit einander zu tun.
Viele Menschen aus Europa sind nach Amerika gekommen und wollten hier ein neues Leben aufbauen. Amerika hat viele neue Ressource geboten und die Menschen haben neue Länder und Kontinente gesucht. Diese sogenannten Menschen werden auch als Pilgerväter beschrieben. Das Problem war allerdings, dass sie auf den neuen Kontinenten auch auf neue Umstände trafen.
Nachdem viele Menschen in der „Neuen Welt“ wegen Hungersnöten gestorben sind, haben sie Hilfe bei den Indianern, auch Native Americans, gesucht. Diese haben ihnen gezeigt, wie man einheimische Pflanzen pflanzt. Ein Jahr darauf gab es eine gute Ernte, worauf das Erntedankfest gefeiert wurde und man die Früchte, das Gemüse und das Fleisch miteinander teilte. Das erste bekannte Thanksgiving wurde am 23.Mai 1541 in Texas gefeiert.
Diese Geschichte wird allerdings nur uns Menschen vorgezeigt. Die Wahrheit findet nur selten ihren Weg. Ihr müsst dabei beachten, auch wenn es noch so traurig ist, dass hierbei auch eine andere Geschichte ihre Rolle spielt. Die Einwanderer aus Europa haben nicht immer ihr Essen mit den „Rothäutigen“ geteilt und haben weder an ihre Tür geklopft, noch um Hilfe gebetet. Die Einwanderer haben Native Americans versklavt, ihr Leben missbraucht und sie am Ende auch getötet. Die Ureinwohner hatten keine andere Möglichkeiten als zu helfen. Heute werden Amerikaner mit wirklichen Native American Ursprung für diese Dinge entschädigt; sie müssen nicht alle Gebühren (Merkwerkssteuern) bezahlen und auch der Staat gibt ihnen eine gewisse Summe an Geld zurück. Aber wirklich die Zeit zurücksetzen, kann man nicht.

Amerikaner sind nicht wirklich verrückt nach Thanksgiving, sondern nach Black Fridays. Meine Gastmama, Hannah, Hannah's Freundin Paula und ich sind zum Einkaufen in die Mall gefahren und wurden von der größten Menschenmenge überhaupt begrüßt. Dieser Tag ist einfach bekannt dafür, dass man haufenweise Geld für Geschenke oder für sich selbst ausgibt. Überall gibt es Rabatte, die Preise werden gesenkt und man kauft alles, was man im Endeffekt niemals brauchen, benutzen oder auch nur anziehen wird.
Am Freitag wurde dann auch die restliche Dekoration für den Winter und für Weihnachten in meiner Nachtbarschaft aufgestellt. Meine Nachbarn sind von ihren Lichtern unglaublich begeistert, wobei ich in meinen Kopf nur einen kleinen Hilfeschrei aus mir heraus bringen konnte. Es ist einfach nicht typisch für mich so viele grelle Lichter auf einmal zu sehen. Jim, ein großer, kräftiger Feuerwehrmann mit dessen Sohn ich im Bus fahre, hat mich sogar zwei mal gefragt, ob es nicht zu wenig Lichter seien. Obwohl ich zwei mal betont wiederholt habe, dass das Haus wunderschön genug aussieht, hat er einen Karton nach dem anderen herausgeholt, um auch die kleinste Ecke des Hauses mit Lichtern zu schmücken!
 
 
Es gibt aber auch andere Häuser in der Nachbarschaft, die mich von den Socken reißen – und zwar nicht in einer positiven Art und Weise.
Bislang hat mich nur ein Haus wirklich begeistert und es war das, mit dem funkelnden Lichterbaum. Schon von weiten kann man die Lichter sehen und wenn man direkt darunter steht, ist es wie in einem Traum. Ich liebe es. Aber vielleicht bekomme ich ja noch mehr vom Weihnachtlichen Gefühl zu spüren. Die nächsten Bilder werden auf jeden Fall noch kommen! ;)

Bis dahin, Emilia

Freitag, 21. November 2014

3 Months already!

Heya, meine wilden Partylöwen!
Tut mir Leid für den späten Eintrag; ich war einfach zu beschäftigt und auch zu müde gewesen, und bin unter der Woche unglaublich früh schlafen gegangen. Sorry!
Wie ihr sehen könnt, sind schon drei Monate meines Auslandsjahres an mir vorbei gezogen. Unglaublich, wie die Zeit einfach so davon schwimmt, ohne das man wirklich realisiert, dass schon so viele Tage und Wochen verflogen sind.

Zu meinem Jubiläum sind Steve, Zachary und ich zum Miami Dolphins Footballspiel am 13.November nach Miami gefahren und haben dort unsere Mannschaft angefeurt.



Die Tickets haben wir von einem der Coaches des Footballteams meines Gastbruders bekommen. Hightower hat jedem Kind drei Tickets gegeben. Und in Zacharys Team, in welchem auch mein Gastvater Coach ist, gibt es 19 Kinder.
Der Donnerstagmorgen war noch ziemlich entspannt, obwohl wir alle wussten, dass wir nicht genug Schlaf in dieser Nacht bekommen würden. Ich hatte am Donnerstag einen LTMDay – meine Schule fing um 10.28 an und um 2.40 konnten wir alle nach Hause gehen. Anstatt 50 Minuten Unterricht hatten wir an diesem Tag nur 30 Minuten. Jeden Monat gibt es einen LTM, sodass man einfach Mitten in der Woche ausschlafen kann. Dafür gibt es aber kein Lunch, trotzdem Hausaufgaben.
In der Schule war ich zwar aufgeregt, aber wirklich daran glauben, dass wir nach Miami fahren würden, konnte ich nicht. Zu der Zeit wusste ich auch nicht, dass Football so viel Spaß machen kann. Nachdem ich dann auch endlich Zuhause war, wir uns mit Essen vollgestopft hatten, fuhren wir dann auch um 17 Uhr los. Normalerweise würde dir Fahrt nach Miami 40-45 Minuten dauern, da aber so viel Verkehr, Unfälle und Stau auf den Straßen herrschte, kamen wir erst nach 1,5 Stunden am Stadion an. Und da herrschte Aufregung!



Miami Dolphins würden gegen die Buffalo Bills spielen. Und es kamen nicht nur Dolphin Fans, sondern auch reisten viele aus New York an. In das Sun Life Stadium passen 75,540 Menschen hinein und 24,137 Autos können ihren Platz auf dem Parkplatz finden. Es ist ein unglaublich großes Gebilde und auch der Haufen von feiernden Menschen war in der Nacht keineswegs klein!
Langsam aber sicher wurde ich aufgeregt und konnte es kaum fassen wirklich da zu sein. Mit einer Fahrradkutche wurden wir über die Straße zum Gate D gebracht.
Aber was würde das denn schon für ein Abend werden, wenn es keine Probleme geben würde? Natürlich hatte die Security etwas dagegen, dass ich meine Kameratsche mitgenommen habe und Steve seine Tasche für Ferngläser mitbrachte. Danach mussten wir zum Gate F laufen, da uns gesagt wurde, die Menschen dort würden unsere Taschen ganz einfach durchchecken und wir könnten locker weitergehen. Falsch gedacht. Natürlich hatten diese Menschen mal wieder ein Problem, und so mussten wir unsere Taschen abgeben, bekamen aber eine Nummer, um diese wieder abholen zu können. Nebenbei hatte dann mein Gastbruder noch ein T-Shirt gefangen, das durch die Luft geschmissen wurde. Wenn wir nicht zum Gate F gegangen wären, hätte er dies sicherlich nicht gehabt.
Nachdem wir dann aber endlich im Stadion saßen, war das Gefühl berauschend. Wir hatten noch 40 Minuten Zeit und konnten entspannen, bevor das Spiel dann auch anfangen würde.

Mit einem berauschenden Feuerwerk, tanzenden Cheerleadern, glimmernden Neonlichtern und lauter Musik wurden wir willkommen geheißen. 
(Leider funktiniert das Video hier nicht und es lädt über tausend Stunden :( )
Die Menge jubelte, die Menschen feierten und es war eine reine Entertainment Show, um die Masse in Stimmung zu bringen, obwohl wir es alle kaum erwarten konnten endlich das Spiel zu sehen. Es war einfach unglaublich. Wir haben gefeiert und unsere Mannschaft angefeuert. Meine Ohren sind mir manchmal sogar abgefallen, die die Männer, die hinter mir saßen, ein Organ hatten, das man sich kaum vorstellen kann.
Ich war noch niemals im Stadion gewesen, als der BVB gespielt hat, und daher kann ich nicht viel zu der Stimmung sagen, die dort immer herrscht. Die Leute, von denen ich umgeben war, waren hochmotiviert und kreischten jede fünf Sekunden. Die Emotionen waren bewegend und man konnte einfach nicht anders, als mit zu kreischen. Manchmal habe ich mir sogar die Seele aus dem Leib geschrien, da ich mich mitreißen ließe. Zwischendurch wurde die Kiss-Cam eingeschaltet, Cheerleader haben wieder getanzt und Leute wurden geehrt. 




Menschen mit ihren Fahnen und geschminkten Gesichtern, stolze Kleinkinder mit ihren Trikots und auf einander abgestimmte Paare wurden auf dem überdimensionalen Bildschirm gezeigt, wobei jeder einmal im Fernsehen sein wollte. Es ging nicht alleine um das Spiel, sondern auch um das Programm dahinter.
Ich muss sogar als Nicht-Amerikanerin zugeben, dass ich das Spiel problemlos verfolgen und verstehen konnte. Solange man die Basisdinge versteht, kann man seine Football-liebende Seite entdecken. Am Ende hat dann auch die Dolphins gewonnen. Wuhuu!
 
Während Steve, Zachary und ich dann auch gefahren sind, wobei wir ein Nickerchen im Auto gemacht haben, da ich zumindest am Freitag in die Schule musste, haben einige Leute noch gegrillt und weitergefeiert. Sie sind bis zum Morgengrauen am Stadion geblieben und haben die Verlierer ausgelacht, so wie man das eben hier macht. Mein Gastvater, mein Gastbruder und ich sind um ca. 01.15 Zuhause angekommen und sofort schlafen gegangen. Es war mir auch hauptsächlich egal, wie ich am nächsten Tag in der Schule aussehen würde, da manche Leute am Freitag sogar im Pyjama zur Schule kommen.
Also, es sieht aus wie ein Pyjama, aber es kann auch der amerikanische Trend sein, von dem ich noch nicht ganz beeinflusst bin. In der Schule bin ich dann von einer Klasse zur anderen gehüpft, da ich übermüdet und gleichzeitig hyperaktiv war. Anstatt Jeans hatte ich auch Jogginghosen und einen gemütlichen Pullover an, da es weder die Lehrer interessiert, wie man aussieht, noch hält sich jemand an die Kleiderordnung. Es wird ein großes Drum-Herum gemacht, wobei alles am Ende keine Rolle spielt. Mein Geschichtslehrer hatte leider kein so großes Glück wie ich mit dem Schlafen gehabt; er schlief an dem Tag gar nicht, aber trotzdem war er heiter, da sein Team gewonnen hatte.
Ich kann es verstehen, da das Spiel eine weitere Erfahrungen für sich war; ich könnte sogar meinen, dass es eine der Besten war, die ich bislang erlebt habe. Es war mir eine große Ehre gewesen dabei sein zu können und ich habe das Spiel in jeder Hinsicht genossen! :)

Falls ihr es schon bemerkt habt; mein Deutsch wird immer schlechter. Falls ihr euch fragt, weshalb dies so ist, dann habe ich hier die Antwort darauf. Nach drei Monaten im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, fängt ihr an in eurer Gastsprache zu denken und denkt nicht mehr in eurer Heimatsprache. Es wird dabei immer komplizierter. Ihr vergisst die deutschen Worte, könnt aber nicht alle englischen Worte sprechen!
Deshalb; bitte ignoriert einfach meine Grammatik, meinen Satzbau und alles andere. Und falls es wirklich so schlimm werden sollte, schreibt mich an und sagt mir, dass ihr kein Wort meines neues Berichtes verstehen könnt! Ich werde dann versuchen irgendwie die deutsche Sprache wieder hinzukriegen! Und solange wünsche ich euch ganz schöne Tage!

Emilia :)

P.S. Nächste Woche ist Thanksgiving und ich habe fünf Tage frei. Ich werde versuchen den neuen Post früher erscheinen zu lassen, als diesen hier! Bye