Nachdem ihr schon drei Tage lang in das neue Jahr hineinschnuppern konntet, und wahrscheinlich auch jetzt wieder wach genug seid um meinen Blog zu lesen, möchte ich euch wieder einmal zu texten. :)
Frohes, neues Jahr wünsche ich euch! Viel verdienten Erfolg in der Schule und in der Arbeit, ganz viel Glück und Freude, mögen sich alle eure geheimsten Wünsche und Hoffnungen erfüllen, Gesundheit und Vertrauen, Respekt und den Mut, eure Träume in Wirklichkeit zu verwandeln, und natürlich die bekannte und atemberaubende Liebe im Jahre 2015!
Doch wenn ich ehrlich sein soll; ich wollte nicht, dass das Jahr 2014 endet.
Vielleicht ging es vielen von euch ganz anders, was ich natürlich auch verstehen kann. Für mich war es jedoch eines der besten Jahre meines Lebens, da sich alle meine Wünsche und Vorsätze erfüllt haben. Ich sage nicht, dass das Jahr 2014 leicht war, aber es war es wert auf all die Dinge zu warten.
Für die Leser, die mich nicht persönlich kennen; mein größter Traum war es ein Austauschschüler zu sein. Ich habe meine lieben Freunde und meine liebe Familie genervt. Oh lieber Himmel, was war ich für eine Nervensäge! Wahrscheinlich hätte die eine oder andere Person einen Stuhl nach mir geworfen und ich bin wirklich überrascht, dass niemand es wirklich getan hat. Ich habe sie mit dem Thema „Austausch“ erdrückt und wahrscheinlich hattet ihr alle ein bisschen die Nase voll von mir und seid im Endeffekt wirklich glücklich mich für ein Jahr loszuhaben. Aber ihr müsst wissen, dass ich nicht dankbarer für das Jahr 2014 sein könnte, für all die Momente und schönen Erinnerungen, die es mir gegeben hat.
Aber warum ins Trübsal blasen, wenn ich euch von meinem Silvester erzählen kann!
Am Tag des 31. Dezembers hat es sich nicht für mich wie die letzte Seite des Buches 2014 angefühlt. Anstatt irgendetwas Verrücktes auf die Beine zu stellen, wie man das nun einmal am letzten Tag des Jahres macht, habe ich.... geputzt. Die Wäsche gewaschen. Mein Zimmer aufgeräumt und mich seelisch auf das neue Jahr vorbereitet, sodass ich irgendwie gut starten konnte. Natürlich habe ich auch meine Vorsätze für dieses Jahr aufgeschrieben, um sie immer im Blick zu haben. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, und ob ihr euch für dieses Jahr etwas vorgenommen habt. Ich für meinen Teil habe mir sehr viele Sachen aufgeschrieben, die ich ein kleinen wenig mit euch teilen werde.
- Zum
Prom 2015 mit meinen Freunden gehen
- Surfen
lernen und braun werden
- Piano
spielen lernen (vor allem mein Lieblingslied)
Zwar sind dies hier nicht alle Dinge, aber die Dinge, die ich wirklich gerne könnte und mit nach Hause nehmen würde.
Am 31. fand natürlich wieder eine Party statt, wie ihr es schon von mir kennt. Und nein, ich nehme mir hier auch die Zeit um zu lernen und andere Dinge zu tun, jedoch wird meine Gastfamilie oft zu Freunden eingeladen. Im Grunde gab es dort wieder Unmengen an gutem Essen, Speisen und Drinks. Man isst so viel man kann und im neuen Jahr wird auf alles verzichtet. Wer kennt dies denn nicht?
Ich glaube, ich hätte auch mehr Spaß an all den Abenden und vor allem an der Silvester Party gehabt, wenn dort auch Menschen in meinem Alter gewesen wären. Jedoch sind alle Kinder immer zwischen 6 und 12 Jahre alt. Es ist nicht nervig, doch weiß ich leider nicht immer, wie ich mich beschäftigen kann. Deshalb bin ich auch um 9 Uhr abends nach Hause gegangen, um den Hund rauszulassen und mit meinen Eltern zu skypen. Denn sie waren im Jahr 2015, während ich noch im Jahr 2014 war. Hört sich merkwürdig an, oder? Ich wollte einfach mal das Gefühl spüren in der Zukunft zu sein. Während es in Florida neun Uhr abends war, war es in Polen schon 3 Uhr morgens. Nach ein paar Glückwünschen fürs neue Jahr, bin ich dann auch wieder zu der Party gegangen. Ich war jedoch sehr überrascht, da meine Straße wie ausgestorben vor mir lag. Es gab nicht einmal ein Anzeichen dafür, dass irgendwo eine andere Party statt fand.
Als es dann auch endlich Mitternacht war, wurde laut geschrien, Gläser wurden in die Luft geschwenkt, Glückwünsche wurden hinausposaunt und man nahm jeden in den Arm. Debbie's Freundin war dabei schon so angetrunken, dass sie mich mit ihren Armen umschlungen hat, mir sagte, sie würde mich lieben und wünschte dabei, ich würde niemals das Land verlassen. Nebenbei sahen wir nur wenige Feuerwerke am Nachthimmel glühen. Um zwei Uhr nachts waren wir dann allerdings wieder Zuhause und sind endlich ins Bett gegangen.
Am 1. Januar konnte ich jedoch nicht wirklich ausschlafen, so wie ich es gerne getan hätte. Meine Liason Gastmutter Roberta hat mich schon um 10 Uhr morgens abgeholt, wobei ich auch einigermaßen wach erscheinen musste.
Falls ich es nicht schon vorher getan habe; ich habe neben meiner Gastfamilie eine zweite Gastfamilie – genannt Liason. Falls ich irgendwelche Probleme haben sollte, kann ich jederzeit zu ihr kommen und mit ihr sprechen. Falls wir ein wenig Abstand von einander wollen, meine richtige Gastfamilie und ich, kann ich Roberta einfach Bescheid sagen und das Wochenende mit ihr und ihren Töchtern verbringen. Es ist einfacher, denn man kann sich austauschen. Roberta hatte ebenfalls eine deutsche Austauschschülerin bei sich, sodass sie sich mehr oder weniger auskennt. Zu erst sind wir ins Kino gegangen. Ich kann euch den Film „Into the woods“ einfach nur empfählen. Er wird euch sicherlich gefallen! :)
Danach waren wir noch in dem Restaurant „Outback“ essen und wollten eigentlich im Hotel übernachten, in welchem Julia (19) arbeitet. Anstatt 300$ für ein Zimmer zu bezahlen, haben sie das Zimmer nur für 22$ bekommen. Leider konnten wir es doch im Endeffekt nicht machen, da Julia's Vater präsent hätte sein müssen, da das Zimmer nur auf seinen Namen geschrieben war und wir sonst sechzig Dollar hätten dazu zahlen müssen. Zwar konnten wir im Endeffekt nicht dort übernachten, jedoch war das ganze wie ein kleines Abenteuer für mich. Stellt euch doch vor;
drei Teenager in einer Großstadt – versuchen sich selbst in einer zerbrochenen Welt zu finden. Nur mit ihren Rucksack, ein paar Kleidungsstücken und Geld ausgerüstet, probieren sie sich selbst aus. In einem unvergesslichen Abenteuer....
Hört sich doch gut an! Ein wenig hatte ich schon das Gefühl in einem anderen Film und eine dieser unglaublich tollen Schauspielerinnen zu sein, die man nur in den Kinos sehen kann. Ich habe mit Nicole (15) in ihren Zimmer geschlafen, wobei wir noch stundenlang geredet haben.
Nach unserer Pyjama Party – die dann in ihrem Haus statt gefunden hat – wurde ich dann von Roberta in den Wakodahatchee Park gebracht, in welchem Debbie, Zach und Hannahlora auf mich warteten, da wir einen Kurs über Sumpfgebiete, Wasserpflanzen und verschiedene Tierarten gebucht haben.
Ich möchte ehrlich sein; ich war viel zu müde, um realisieren zu können, wo ich mich gerade befand. Ich wusste, dass wir in einem ähnlichen Park waren, wie vor zwei Monaten. Die Luft roch reiner, frischer. Es war die gleiche Luft, die ich in den Everglades und bei den Gatorboys gerochen habe. Es riecht besser. Unberührter. Und reiner. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr die verschwitzte Sportwäsche wäscht, und dann diesen Geruch von Neuem verspürt, wenn ihr sie aus dem Trockner nehmt. Genauso müsst ihr es euch vorstellen.
Ich sage nicht, dass Dortmund stinkt. Dortmund ist eine unglaublich große Stadt mit sehr vielen Menschen und Autos. Natürlich riecht es dort anders. Hier ist der Geruch ein anderer, da man hier einen endlosen Sommer hat. Es ist schwül und warm und in einigen Gebieten gibt es nicht wirklich Leben, wie in Dortmund. Es ist still. Es ist diese Stille, die ihr für eine lange Zeit genießen könnt, weil sie euch und eurer Seele gut tut. Ihr genießt die herabfallende Sonne und das Gefühl der Unendlichkeit, während ihr die Natur und ihre Einsamkeit betrachtet. Es ist schön. Es ist atemberaubend einfach nur dort zu sein, ohne nachdenken zu müssen. Es ist großartig. Für einige kurze Zeit könnt ihr euren Gedankenkreis schließen und atmen.
Nach dem Park sind wir nach Hause gefahren und ich konnte mich endlich schlafen legen.
Und bevor ihr meinen Blog schließt.
Denkt einfach daran, bevor ihr das tut, was ihr normalerweise macht;
dieses Jahr ist der Anfang eines neuen Buches, eines neuen Kapitels und eines neuen Tages. Macht das Beste daraus. Wartet nicht lange, wenn euch eine Chance preisgegeben wird. Denkt nach, bevor ihr dummen Unfug anstellt. Es ist nicht die Zeit verloren zu gehen und irgendwo zu stranden. Es ist mittlerweile die Zeit angebrochen, in welcher man Pläne für die Zukunft schmiedet und sich darauf vorbereitet. So wie ich es letztes Jahr gemacht habe. Also nimmt diesen Anfang, wie den Sonnenaufgang eines neuen Tages. Und viel Glück in dem Jahr 2015. :)
In Liebe, Emilia
