Donnerstag, 30. Oktober 2014

Driving Around!

Hello, Leute!
Morgen ist Halloween. Süßes oder Saures! Seid ihr schon aufgeregt? Geht ihr auch um die Häuser herum oder geht ihr auf eine Party? Und als was verkleidet ihr euch? Ich ziehe als schwarze Katze mit meinen Geschwistern um die Häuser und verbreite böse Flüche auf all die Leute, die mir keine Schokolade geben. Hört sich das nicht spannend an? :D

Dies hier ist nur ein kleiner Post um euch daran zu erinnern, dass ich immer noch lebe. Leider passiert hier wirklich nichts Ungewöhnliches oder Aufregendes. Nächste Woche werde ich von Donnerstag auf Sonntag an der Westküste Floridas mit meiner Gastfamilie campen und mit etwas Glück mit Seekühen schwimmen. Dort gibt es dann aber kein Internet und ich werde dann meinen Eintrag ein paar Tage später veröffentlichen, so wie ich es immer mache.


Vielleicht kennen nicht alle meinen Gastvater; sein Name ist Steve und er hat eine unglaublich große Sammelleidenschaft. Ich spreche nicht von irgendwelchen Briefmarken, die man ausschneidet, in ein Album klebt und sich die dann am Ende anschaut. Ich rede hier von wirklich schweren Sachen. Denn so viel ich weiß, ist ein VW Bus nicht gerade einfach mit einer Hand hochzuheben.
 

 

 
Es hört sich doch schon bisschen merkwürdig an, was? Vertraut mir, ich habe das auch nicht wirklich gedacht, dass mein Gastpapa wirklich VW Busse sammelt, aber es stimmt. In Indiana, wo wir im Sommer hinfahren werden um der glühenden Hitze Floridas zu entkommen, hat Steve 3 weitere Busse stehen. Hier unten haben wir zwei. An einem der Donnerstage ist meine Familie mich von der Bushaltestelle abholen gekommen. Ich war natürlich mega überrascht, da ich dachte, dass der Wagen immer noch in der plastischen Chirurgie verweilt und seligst darauf wartet nach Hause zu kommen.
Meine Mitschüler waren auch ein kleines bisschen überrascht so eine Karosse zu sehen. Es war mir zwar keinesfalls unangenehm, aber trotzdem hatte ich ein merkwürdiges Bauchgefühl durch die Nachbarschaft zu fahren, während alle Leute uns anstarrten und mit ihren Fingern „Peace“ zeigten. Ich für meinen Teil liebe dieses Auto. Steve hat sogar einen Gepäckträger für (zukünftige) Surfboards gekauft, falls wir auch dann endlich mal Surfen gehen und es auch lernen. Aber bis dahin ist einfach eine Verschönerung. :)


In luftigen Klamotten klebt ihr praktisch auf der Rückbank, da damals die Klimaanlagen für die Katz waren, lässt den Wind eure Frisur zerstören und atmet einfach den Geruch von altem Leder und Lack ein. Ihr vergisst die Sorgen der Welt und fährt die Straße rauf und runter, bis ihr jede Einzelheit kennt. Während ihr aus dem Fenster schaut, sieht ihr keine Menschen im Regenmantel oder Stiefeln durch die Stadt laufen, denn so etwas gibt es hier nicht – nicht in Florida. Ihr genießt die Wärme, die Sonne auf eurer Haut, genießt den Duft der Palmen und lässt euch zwischendurch in Tagträume hineingleiten, während die Lieder des letzten Jahrhunderts an euch vorbeiziehen.
Ja, ja das war schon mal ein Erlebnis für sich. :)
Ich fand es toll und irgendwie gemütlich durch die Straßen zu fahren, die bekannte Gegend zu betrachten, die Musik vom letzten Sommer im Ohr zu haben und einmal im Leben wie ein Hippie auszusehen.
 


Ihr wisst jetzt nun auch, was ich mir zum 18 Geburtstag wünsche! Steve verkauft die Busse weiter um Geld damit zu verdienen. Eine Geschenkidee ist es ja. ;)


Viel Spaß beim Süßigkeiten einsammeln!
Emilia

Montag, 20. Oktober 2014

Homecoming!

Meine geliebten Tänzer und Tänzerinnen!
Es tut mir Leid für den späten Eintrag. Ich weiß, er hätte schon am Sonntag in meinem Blog erscheinen sollen, aber wegen des Homecominggames und wegen des Tanzes war ich so kaputt, dass ich erst einmal das Wochenende durchschlafen musste, um wieder laufen zu können.
Ich hoffe diese Geschichte wird euch gefallen. Viel Spaß beim Lesen! :)

Vom 13 bis zum 17 Oktober war Homecomingweek.
Was das bedeutet? Kennt ihr die Abiwoche, welche alle Abiturienten machen, wenn sie kurz vor ihren Prüfungen stehen? So sieht ungefähr unsere Homecomingwoche aus. Ein Homecomingteam nimmt Vorschläge entgegen und beantwortet Fragen, falls welche aufkommen. Hier dürfen sich jedoch alle Schüler verkleiden und wirklich alle am School Spirit teilnehmen. Diese Aktion präsentiert das Kommen „nach Hause“. Vielleicht hört es sich für die meisten von euch etwas merkwürdig an, wenn ich die Schule als ein Zuhause bezeichne, jedoch ist das amerikanische Leben als Teenager etwas anders, als man es in Deutschland kennt.
Hier spielt es eine große Rolle, welche High School man besucht. Jede Schule hat seinen eigenen Namen hier und wird wiedererkannt. Es spielt eine Rolle, auf welcher Schule man ist. Man feuert hier keine anderen Schulen bei einem Footballspiel an. Man bleibt bei seiner Mannschaft, denn man ist Mitglied. Man ist stolz auf seine Schule und man zeigt es hier. Eine der wichtigsten Sachen, die man zu Beginn einer Bekanntschaft fragt, ist, zu welcher Schule man gehört.
Spanish River High School hatte dieses Jahr das Thema „Disney“ ausgewählt. Ich war am Anfang unglaublich aufgeregt gewesen, da ich dachte, dass sich jeder Schüler von den beinahe dreitausend verkleiden würde. Aber da SRHS eher auf dem Schwerpunkt „Zu cool, um etwas zu machen“ liegt, haben sich nur einige der Schüler verkleidet und entschlossen ein Kostüm zu tragen. Man konnte nicht jeden in einer Peter-Pan-Uniform entdecken oder das Biest durch die Schulgänge laufen sehen. Zwar konnte man oft halbwegs verkleidete Menschen entdecken, aber es war nicht das Gleiche wie in Deutschland. In Deutschland versteckt sich jeder Abiturient in einem unverkennbaren Kostüm, während man hier eher die Themen überfliegt. Vielleicht liegt es auch daran, dass man jedes Jahr Homecomingweek hat und nicht nur einmal im Leben. Ich fand es auf jeden Fall schade, da ich mich wirklich darauf gefreut habe alle in schillernden Kleidern zu betrachten!
Jeder Tag der Homecomingweek hat sein eigenes Thema;

Montag
  • Lieblings Disney Charakter
Dienstag
  • Lieblings Peter Pan Charakter
Mittwoch
  • Trage eine Toga
Donnerstag
  • Lieblings Toy Story Charakter
Freitag
  • Pep Relly
Doch der amerikanische Chaostag ist weit aus besser, als der in Deutschland. (Leider) geht dieser Punkt an die Amis. Sorry, Guys! ;)
Am Freitag mussten sich alle Schüler in ihren Farben verkleiden.

Freshmen
  • weiß
Sophmores
  • schwarz
Juniors
  • rot
Seniors
  • silber, gold, blau

Da ich ein Junior bin, durfte ich mich in der Farbe rot zur Schau stellen. :D
In der vierten Stunde wurden alle Schüler – und mit alle, meine ich diesmal wirklich ALLE – in die Sporthalle gerufen. Und ja, wir hatten kaum Platz. Ein Orchester hat nebenbei Songs gespielt. Und es war laut. Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich mit dem Wort „laut“ beschreibe. Meine Ohren sind mir wortwörtlich abgefallen. Jede Note hat sie explodieren lassen. Es war wie ein Gewitter in einem Marmeladenglas.
Schwarz bei Schwarz. Rot bei Rot. Blau bei Silber und Gold. Weiß bei Weiß. Jede einzelne Stufe hatte ihren eigenen Platz und hat diesen auch mit starken Stimmen vertreten. Ich habe geschrien und für zehn Minuten meine Stimme verloren. Die Sporthalle ist förmlich vor School Spirit aufgebrochen. Es war einfach unglaublich! Noch nie habe ich so etwas miterlebt. Wir waren einfach ein Team, eine Mannschaft, eine Schule. Diese Dazugehörigkeit. Dieses Gefühl. Es war einfach mega cool, um ehrlich zu sein.
Das Footballteam hat einen Tanz vorgeführt, das Dancingteam hat getwerkt, die Cheerleader haben uns gezeigt, wie beweglich sie sind, wobei ich sehr glücklich war, dass ich in keine der Mannschaften war, da ich mir sicher alle Knochen nach der Reihe gebrochen hätte. Die möglichen Homecoming Königinnen und Könige wurden vorgestellt, Schüler wurden geehrt und es wurde gefeiert. Es war unglaublich. Es wurde eine Show abgezogen, wie man sie von Zuhause nicht kennt. Musik wurde gespielt und man hat einfach sich selbst gefeiert. Ein paar Spiele wurden gespielt, um die Menge zu unterhalten und Spaß zu verbreiten. Viel zu schnell war die Pep Relly zu ende.
Es ist wie ein Chaostag, jedoch zehn mal besser.

Am Abend sind Annie und ich zum Spiel gegangen, wobei unser Team natürlich einmal wieder verloren hat – wie jeden Spiel. Unser Footballteam ist nun einmal grottenschlecht, anders kann man es leider nicht beschreiben. Als wir in den letzten zehn Jahren einmal gewonnen haben, war der Sieg sogar im Fernsehen zu sehen, da es als achtes Weltwunder gelten konnte.
Hier wurden auch wieder Tänze vorgeführt, Fahnen geschwungen und die Königin und der König des Homecomings geehrt. Da es aber so langweilig war und wir zu 100% wussten, dass wir verlieren würden, sind wir nach Hause gegangen. Da es für mich das erste Spiel war, habe ich wirklich mehr Begeisterung erwartet.
 Das einzig Schöne war, dass wir unsere Freunde getroffen und ein wenig Zeit mir ihnen verbracht haben. Wir waren auch nebenbei die Einzigen, die sich in den Farben unserer Schule angemalt haben, um den Geist der High School zu repräsentieren. Aber im Endeffekt, war uns das beiden auch egal, denn diesmal hat der Spaß gezählt und die Stunden, die wir damit verbracht haben, haben uns als Freundinnen unglaublich nahe gebracht!
 

 
Homecoming Dance – Cinderella's Night
Und plötzlich. Plötzlich hatte ich wieder dieses Gefühl im Bauch. Panik. Aufregung. Vorfreude. Auch an diesem Samstag sind Debbie, Steve, Hannah, Zachy und ich früh aufgestanden, haben gefrühstückt und sind zu Hannah's Spiel gefahren. Es hat sich angehört wie ein ganz normaler Samstagmorgen. Doch es war die Nacht des Balls. Ich war nicht wirklich aufgeregt zu der Zeit. Ich habe nichts gefühlt, denn ich habe es nicht realisiert. Es war wie der Tag vor dem Abflug. Ich habe es nicht in mich aufgenommen. Aber es wurde wahr. Ein weiterer Traum ist mit einem Augenzwinkern zur Realität geworden.
Am Nachtmittag ist meine Familie zum Oktoberfest gefahren, während ich Zuhause geblieben bin. Ich war einerseits traurig, da ich liebend gerne mitbekommen hätte wie Amerikaner das Oktoberfest feiern, andererseits freute ich mich aufs Tanzen und mit meinen Freunden zusammen zu sein. Ich bin Zuhause geblieben und habe darauf gewartet, dass mich Annie abholt und in eine Schneekönigin verwandelt. Ich hatte keine Verabredung für den Tanz, denn ich wurde nicht gefragt. Annie war mein Date. ;)
Als ich nebenbei auf sie gewartet habe, sind meine Nerven wieder einmal mit mir durchgegangen. Auf einen Schlag war ich wieder so aufgeregt, dass ich jede gefühlte fünf Sekunden auf die Uhr geschaut habe, um mich zu versichern, dass ich nicht zu spät bin. Ich habe tausende Male meine Tasche gepackt, um zu sehen, ob ich wirklich alles mit mir habe. Schuhe. Deo. Kamera. Kleid. Ticket. Ticket? Wo war das Ticket?! In der Seitentasche. 
 
Ich glaube, ich habe noch nie so viel mit mir selbst diskutiert, wie an diesem Tag. Da ich die ganze Zeit draußen verbracht und mit Dutchess gespielt habe, müssen meine Nachbarn wohl jetzt denken, dass sie eine verrückte 16-Jährige neben sich wohnen haben.
Als mich dann Annie auch endlich abgeholt hat, war ich schon praktisch am Durchdrehen. Durchdrehen vor Glück und Aufregung. In den nächsten drei Stunden hat Annie aus mir einen Schwan gemacht. Ihre Hände sind pures Gold! Und ich danke ihr so sehr dafür.
Sie hat mich ebenfalls mit der Maske überrascht. Es war ein Geschenk. Ein Geschenk für den Ball und für die Nacht einer Prinzessin. Denn ich glaube, an diesem Tag war irgendein Teil von mir eine kleine Prinzessin. So wie es sich jedes Mädchen einmal wünscht.

Nachdem ihr Vater uns dann auch in der Schule abgesetzt hatte, wir den Securitycheck wohlbehalten überstanden und wir die festlich geschmückte Sporthalle betreten haben, begann etwas Unbeschreibliches.
Die Musik war betäubend. Die Töne waren stechend wie Wespen und die Worte waren unüberhörbar. Es war wie eine Impfung, die schmerzte und Blut gefrieren ließ. Und wisst ihr, was das Gefährliche daran war? Es tat höllisch gut den Bass auf der Haut zu spüren und sich in einen traumlosen Tanz gleiten zu lassen. Es spielte keine Rolle, wie hoch die Absätze waren, wie stark die Kleider über den Boden schwangen, oder wie die Haare fielen und ob das Make-Up perfekt saß. 
 

 
Es war alles egal, solange man einfach nur die Musik in sich aufnahm.
Die Sporthalle war nur in einzelnen Teilen geschmückt, jedoch war dies einfach nur ein unnötiger Punkt. Niemand kümmerte sich um die kleinen Schlösser auf den Tischen, oder die baumelnden Lichter in den Farben Blau, Rot und Grün. Es war einfach da, weil es da sein musste. Was wirklich eine Rolle spielte, waren die Menschen um dich herum. Du hast getanzt, so wie du noch nie getanzt hast. Plötzlich haben sich über 200 Menschen in dem gleichen Rhythmus bewegt. Alle nach Rechts. Zwei Schritte nach Vorne. Ein Schritt nach Hinten. Drehen. Schwingen. Hände in die Höhe reißen. Atmen. Leben.
Haare flogen umher. Schweiß rann den Nacken hinunter. Es war Winter und Sommer zur selben Zeit, wobei Zeit keinen Gedanken kreuzte. Minuten waren Sekunden. Stunden waren Augenblicke, die man nicht einmal richtig gefasst hatte. Es war wie ein großes Feuer. Es war so warm und angenehm, wie an den kalten Tagen, die man am Liebsten im Bett verbringen würde. Es war traumhaft. Es war genau das, was ich mir so lange gewünscht habe. Es war alles, was ich jemals wollte. Aber es war nicht vollständig. Irgendetwas fehlte. Irgendetwas, was zu mir gehörte. Und plötzlich war ich glücklich und traurig. Ihr habt mir gefehlt. Meine Freunde. Ihr konntet mich nicht sehen. Bilder zeigen viel, aber nie die Gefühle, die dahinter stecken. Es waren meine Freunde, mit denen ich getanzt habe, aber es waren Andere. Es waren nicht die Leute, die mich vor zwei Monaten in den Arm genommen haben und mir gesagt haben, dass sie mich vermissen werden. Es war unglaublich schön, aber ein Teil von mir wäre glücklicher gewesen, wenn ihr dort gewesen wäret – mit euren Tipps und Tricks. Mit eurem aufmunternden Lächeln, dass ich auf meinen Schuhen nicht sterben werde.
Während ich meine Füße nicht mehr spüren konnte und die berauschenden Düfte der Nacht einfach eingeatmet habe, wurde mir so viel bewusst. So vieles, wofür ich unendlich dankbar bin. Es war, als würde man in einem Raum mit einem zerbrochenen Spiegel stehen. Scherben über Scherben liegen auf dem Boden, bis sich der Spiegel von alleine repariert, als wäre nie etwas gewesen. Als hätte man einfach die Vergangenheit und schlechte Zeit ausgelöscht. Und genau da, da wurde es mir bewusst. Ich hätte niemals hier tanzen können unter der aufreißenden Decke der Lichter, zwischen den umherwirbelnden Paaren und den überhörten Takten, wenn ihr mir nicht erlaubt hättet zu gehen. Ich kann mich so gut an den Abschied erinnern, als plötzlich einer der AFS Menschen meinte, dass wir nur noch zehn Minuten zum Verabschieden haben. Ich habe euch vermisst, als ich mit meinen Freunden getanzt habe. Ich habe euch vermisst und ich war für kurze Sekunden traurig, weil Du nicht mit mir das Kleid ausgesucht hast, mich nicht beraten konntest, mir nicht gesagt hast hast, dass die Schuhe zu hoch sind. Und ich habe es vermisst, dass Du mich nicht anweisen konntest auf mich Acht zu geben und jeden Jungen den Arm abzureißen, falls er mir zu Nahe kommen würde. Aber es war die richtige Entscheidung mich gehen zu lassen, denn ich hätte niemals so glücklich in Deutschland sein können. Und ich danke Euch beiden so sehr dafür.
Auch wenn es einer der schönsten Abende meines Lebens war, habt ihr mir gefehlt, Mama und Papa.


Ich habe keine Fotos gemacht. Wenn ihr euch fragt wieso, ich habe hier eine Antwort. Manche Momente kann man festhalten auf Fotos. Ihr könnt euch sie immer und immer wieder ansehen, die Menschen auf den Bildern anlächeln und euch nach einer Weile fragen, was mit ihnen geschehen ist. Und manche Momente sollte man für sich behalten, sie ins Herz lassen und keinem anderen zeigen. Dieser Ball war einer dieser Momente, die ich hier erleben durfte, dank Euch. Es war ein Moment in dieser kleinen Unendlichkeit.
Danke, Mama und Papa!

In Liebe, Emilia

Dienstag, 14. Oktober 2014

2 Months past.....

Hallihallo, meine Freunde!
Wir schreiben heute den 10/14/2014! Sondermeldung, Sondermeldung! Es sind mittlerweile zwei Monate vergangen, seitdem ich in den Staaten angekommen bin; zwei Monate voller Gefühle und neuer Eindrücke. In den letzten Wochen konnte ich viele neue Erfahrungen dazugewinnen und einfach mal dieses Abenteuer von einer anderen Seite betrachten.

In dem letzten AFS Camp haben wir eine Meditation durchgeführt. Wir sollten tief durchatmen und die Augen geschlossen halten. Wir sollten feststellen, wo wir sind und an welchem Fleck Erde wir uns befinden, mit welchen Menschen wir diesen Augenblick verbringen dürfen und wie groß unser Glück ist, an einem fremden Ort zu sein. Genau das habe ich auch gemacht.
Am Montag sind meine Gastfamilie und ich in den Green Cay Park gegangen. Florida hat unglaublich viele Angebote an Parks und Naturzonen, die man mit der ganzen Familie besichtigen kann. Nach dem Abendessen sind wir auf Abenteuerreise aufgebrochen. Dutchess mussten wir jedoch Zuhause lassen. Am Samstag waren wir dort und wollten den Park schon früher besuchen, jedoch sind Haustiere strickt verboten. Sie würden die freilebenden Tiere verscheuchen. Aber vielleicht wurde schon einmal ein Hund vor einem Alligator gefressen. Das kann es natürlich auch sein. Unter anderem kann man dort auch Flamingos sehen, bestimmte Vogelarten betrachten und die Vielfalt der Natur genießen. Ich selbst kann leider die Vögel nicht bestimmen, die wir dort beobachtet haben. Alligatoren gab es jedoch auch keine. Aber dafür Flamingos.
Der Park besteht aus einem grünen Sumpf mit wunderschönen Bäumen. Er ist über 0.40 km² groß und wir sind an dem Tag 2.4 km um den See gelaufen. Es war einfach nur fantastisch. Die Gerüche waren so anders, waren undefinierbar. Es roch stark nach irgendwelchen Pflanzenarten, die ich davor noch niemals im Leben gesehen oder deren Namen gehört habe. Während des ganzen Laufens ist man in eine andere Welt eingetaucht – in eine viel grünere und ruhigere Welt, als man sie bisher kennt. Das Schönste an dem ganzen Park war die Stille.
Diese unberechenbare Stille, die niemanden unterdrückt hat. Sie hat mich die ganze Zeit umgeben. Sie war die ganze Zeit da und ich habe sie genossen. In meinem Gasthaus ist es niemals richtig laut, aber genau diese Stille tat mir einfach nur gut.



 

 

 
Stellt euch vor, ihr läuft durch einen kleinen, euch gehörendem Dschungel, ein sattes Grün umgibt eure Füße und ihr nehmt den Duft von tausenden Pflanzen wahr. Die Luft ist frisch und sauber. Klar und zum Greifen nah. Der Himmel ist ein leuchtendes Blau. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man dieses Blau in Deutschland kennt. Die Fische im See schwimmen langsam vor sich hin und ihr tut nichts anderes außer laufen. Ihr genießt die Freiheit, den Geruch von Selbstständigkeit und Abenteuer. Außer ein paar Geräuschen der Natur ist dort nichts. Nicht die Stimme eurer Geschwister oder eurer Eltern, keine Pop-Musik, die alles unterbricht, kein lautes Getrampel von irgendwelchen Passanten. Es ist einfach wunderschön, vertraut mir.
Ihr könnt in diesem Moment nachdenken. Eure Gedanken schweben zu dem Punkt, an welchem ihr gerade seid, wo ihr euch befindet. Ihr seht die Welt klarer, als sie ist. Ihr sieht etwas in einem anderen Blickwinkel. Und vor allem; ihr seht euch. Ihr seht das, was ihr sehen möchtet. Ihr denkt darüber nach und ihr erkennt, dass es hier kein Traum ist, kein Gedanke und kein Wunsch. Es ist real. Es ist die Realität und die Wahrheit, die euch umgibt. Sie ist zum Greifen nah. Ihr realisiert, wie berauschend es sein kann, wach zu sein und nicht zu träumen.
Ich habe in dem Moment so viele Sachen erkannt, doch ich werde hier nicht alle beschreiben, da es einfach zu lange dauern würde. Eine dieser Sachen war vielleicht ein ausschlaggebender Punkt; Ihr müsst loslassen und gehen, um neue Seiten zu entdecken. Und ihr müsst euch vor allem die Zeit dazu nehmen, diese Dinge ganz für euch alleine zu genießen.


 

 
 

 
Anpassung
Nach zwei Monaten befinden sich Austauschschüler auf einem höheren Level. Was ich damit meine? Ich meine hier nicht die Sprache, sondern einfach die Familie. In dem ersten Monat fühlt man sich integriert, kennt die allgemeinen und vielleicht etwas tieferen Gedanken und das Verhalten seiner Gastfamilienmitglieder. Ihr lernt die Menschen kennen, versteht euch mit ihnen und das Wichtigste ist, was jedoch keiner in Betracht zieht; ihr analysiert sie. Ihr achtet nicht mehr auf das äußere Benehmen eurer Geschwister, sondern darauf, wie sie in manchen Situationen reagieren. Ihr entwickelt einen Sinn dafür und ihr passt euch an.
Ich bin ein Einzelkind in Deutschland. Hier habe ich sofort einen kleinen Bruder und eine kleine Schwester gehabt. Am Anfang war es anders. Wir alle waren in irgendeiner Art und Weise „schüchtern“ oder „verlegen“. Klar, man kann nicht erwartet sofort beste Freunde zu sein, wenn man sich nicht kennt. Dies habe ich auch niemals erwartet, aber mittlerweile sind wir ziemlich aufgetaut. Wir haben alle zusammen am Freitag in dem King Size Bett von Debbie übernachtet. Sie hat in Zachary's Zimmer geschlafen, da Steve drüben in Indiana war. Zwar war es am Ende nicht mehr so ganz gemütlich, als beide halbwegs an mir wie Oktopusse geklebt haben, trotzdem habe ich alles überstanden. Ein weiteres Mal würde ich es jedoch nicht machen :D
Meine Familie und ich haben am Samstagabend den Film 'Soul Surfer' angeschaut. Und jeder von uns hat mittlerweile seinen eigenen Platz auf der Couch. Es sind wirklich diese kleinen Feinheiten, die ihr am Anfang nicht einmal bemerkt, die euch dann einfach wieder ins Leben rufen.

 

 
In der Schule läuft auch alles gut. Nach zwei Monaten kann ich endlich – endlich! - meinen Englischlehrer mit seinem wasserfallartigen Geplapper folgen und verstehen. Und ich meine, dass das schon etwas bedeuten muss. In allen weiteren Fächern habe ich bislang auch keine Probleme. Es fällt einfach alles leichter. Es ist so anders als zu Beginn. Ich habe mich auch noch nie so auf Schule gefreut, wie in den letzten Tagen.
Piano und Kreatives Schreiben sind einfach nur geniale Dinge, obwohl meine Kreatives-Schreiben-Lehrerin ein Baby bekommen hat. Ich weiß nicht, welches Glück mich verfolgt, aber alle meine Lehrerinnen bekommen Babies. Also, irgendetwas kann da ja nicht stimmen. :P
Sogar Sport ist ein tolles Fach für mich geworden, obwohl ich in Deutschland immer eine Niete sein werde. Wenn man die Spielregeln versteht, läuft man nicht mehr Gefahr das Eis zu brechen, auf welchen man steht. Man muss einfach nur folgen.
Heute morgen in Sport habe ich sogar eine kleine Herzattacke bekommen. Wir Mädels saßen auf den Boden; Saskia, Lina, Annie, Karina, Larissa, Cameron, Delphina und ich. Natürlich war unser Thema Homecoming. Am kommenden Samstag findet eine Art Ball in unserer Schule statt – einen Eintrag wird es am Sonntag dazu geben! Wir haben uns darüber mal wieder unterhalten, ob wir die passenden Schuhe haben, Schmuck... einfach dieser Mädchenkram. Leider gehen nur Annie und ich zum Homecoming, da die anderen entweder keine Zeit, keine Lust oder kein Date haben. Cameron hat mich nebenbei gefragt, ob ich mir denn auch eine Maske besorgen würde. Ich habe ihr ganz normal geantwortet, so wie immer. Das war der Fehler.
Mit einer quiekenden Stimme posaunte sie ganz plötzlich in mein Ohr:
„Oh Gott! Du hast einen amerikanischen Akzent!“
„Was?“, war jedoch nur meine Antwort, da ich total perplex da saß und mich selbst kaum einkriegen konnte.
„Ja, wirklich! Du klangst total amerikanisch!“

Vielleicht war es nur dieser eine Satz, der wirklich einigermaßen amerikanisch klang, aber es war der Satz, der mich motivierte – mich dazu motivierte nur noch auf Englisch zu denken und zu sprechen. So verrückt es auch sein mag; diese kleinen Worte haben meinen Tag irgendwie schöner gemacht, als er hätte sein können.

In Liebe, Lia
 

Dienstag, 7. Oktober 2014

AFS Weekend

Hey Guys! ♡
Vom 10/04 auf den 10/05 hatte ich mein erstes AFS Camp. Zwar kannte ich schon ein paar Austauschschüler, jedoch würde ich an diesem Tag noch mehr Leute kennenlernen. Insgesamt sind wir 27 AFS Austauschis in Florida.

Aber, wie es sonst nicht üblich ist, beschloss mein Wecker mich an diesem Morgen die Beziehung zu meinem Bett zu vertiefen; kurz gesagt: wenn Debbie mich nicht aufgeweckt hätte, hätte ich den Tag verschlafen. Gott sei Dank musste sie mit Dutchie raus, und sie weiß, wie lange ich immer im Bad brauche! Immerhin würde es ein 3-Stunden-Trip werden, weshalb wir schon um 7 Uhr morgens auf der Straße sein mussten.
Meine Tasche hatte ich schon am Tag zuvor gepackt, nur noch die Kulturtasche rein geschmissen und war fertig für die Westküste Floridas!

 
 
 
Das Wochenende würde ich in Manasota Key verbringen. Erst einmal brachte mich meine Gastfamilie zu Anna aus Norwegen. Nach einem kurzen Verabschieden und Knuddeln mit Zachary, gingen die drei dann auch schon. Anna's Hostmom brachte uns dann zu Adrianas Haus. Adriana ist der Kopf vom Florida Team. Sie kümmert sich um halbwegs alles, was es zu erledigen gibt. Adriana selbst würde uns nicht fahren, dafür aber eine AFS Mitarbeiterin - Volunteer.
Dort trafen wir auch auf Claudia aus Schweden. Die beiden kannte ich von dem ersten kurzen AFS Treffen im August, als ich ankam. Und natürlich von der Norwegenpräsentation von Anna im September, auf welcher wir uns mit norwegischen Köstlichkeiten vollgestopft haben!
Während Anna und Claudia hinten im Auto schliefen, saß ich vorne und verbrachte die Zeit damit dies hier schon einmal zu schreiben. ;) Nebenbei machten wir auch einen kurzen Halt bei Dunkin'
Donuts, wobei sich alle Donuts kauften. Leute, die kleinen Donats sind so überirdisch gut, dass man am liebsten darin baden würde.

 
 
In unserem Resort angekommen, sind wir dann auf die Suche nach unseren Kabinen gegangen. Natürlich haben wir uns auf unserem kleinen Abenteuer verlaufen, so wie es sich gehört! :D Danach gab es erst einmal Essen. Was ich euch garantieren kann;
Man kann während eines AFS nicht auf Diät bleiben, da es überall Brownies und Süßigkeiten gibt! Überall! Chips und irgendwelcher Kram wird immer durch die Reihen gegeben und wenn ihr da die Leute knabbern sieht, ist es wie in der Hölle! Außerdem ist das Essen hier in einem Hotel wirklich gut. Wir hatten zu Mittag verschiedene Salate, verschiedene Arten von Brot, Schinken und Käse. Zum Nachtisch gab es Brownies, Kuchen und Muffins. Am Abend gab es Hühnchen und wieder Salat, verschiedene Brötchenarten, Kuchen und was-weiß-ich-was. Selbst zum Frühstück gab es Kuchen! Es ist wie eine Verschwörung gegen Austauschschüler; "Lasst sie essen, damit sie rollend nach Hause gehen!" :D


Durch das ganze Wochenende hindurch haben wir natürlich die wichtigsten AFS Regeln besprochen;
- keine Drogen (Alkohol)
- kein Auto fahren
- kein per-Anhalter-mitfahren
- nicht schwanger werden und niemanden schwängern

AFS USA ist sehr streng. Bricht man die Regeln, wird man nach Hause geschickt. Kein Nein, kein Flehen, nichts hilft dagegen. Unsere Orga muss auf uns aufpassen und trägt nun einmal auch Verantwortung. Wenn wir die Regeln brechen, hat dies nicht nur für uns Konsequenzen, sondern meine Gastfamilie, Gastschule und zukünftige Austauschschüler können und werden von meinem Handeln betroffen sein. Also warum die Regeln brechen, wenn so vieles auf dem Spiel steht?
Wir haben aber auch unsere ersten Erfahrungen in der Schule besprochen, die Erlebnisse in den ersten Wochen in unserer Gastfamilie und auch die Sachen, die uns vielleicht nicht so gefallen. Vorschläge, was wir besser machen können, wurden aufgelistet, Ideen vorgeschlagen und einfach zwischendurch geredet. Wir haben ein Schauspiel vorgestellt von verschiedenen Situationen und in unserer Freizeit haben wir Fotos geschossen und am Strand gesessen. Oder irgendwelche begabten Menschen haben Klavier gespielt :p
Freundschaften wurden geschlossen, Nummern ausgetauscht; das übliche Zeug. Ich weiß nicht, was ihr darüber denkt und wie eure Meinung zu diesen Sachen ist, aber ich habe diesmal nicht gesagt "Lass in Kontakt bleiben und uns mal treffen.". Wieso? Klar, es ist gut Freunde zu finden und neue Menschen kennenzulernen. Es ist gut die Situationen anderer zu erfahren und sich auszutauschen und mit einigen der Leute will ich auch unbedingt schreiben; aber ich bin hier um ein amerikanisches Leben zu führen und mich mit meiner amerikanischen Familie zu verstehen und amerikanische Freunde zu finden. Wenn man wirklich die Kultur hautnah erleben möchte, sollte man so viel wie möglich die Zeit mit Menschen verbringen, die einem in dieser Richtung weiterhelfen. Ich bin nicht den weiten Weg gegangen, um mich nur mit anderen Austauschis zu verständigen. Ich bleibe in Kontakt mit ihnen, aber mein Leben will ich doch lieber hier verbringen.


Zwischen den verschiedenen Punkten, welche von AFS vertreten wurden, haben wir auch eine AFS Flagge für das Jahr 2014 / 2015 kreirt.
 
Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Jahr für AFS. Danielle, ein weiterer Kopf von AFS, sprach ebenfalls eine Rede. Dieses Jahr feiert meine Organisation 100 Jahre bestehen. Dieses Jahr ist ein großes Jahr für alle Austauschschüler, Ehrenamtliche und Gastfamilien. Wir sind Teil von etwas Großem. Wir sind die Austauschschüler, die in's Ausland gegangen sind, während die wundervollste Orga ihren Geburtstag gefeiert hat!
 
Aber besonders fühle ich mich trotzdem dadurch nicht. Eher total normal :D
Am Sonntag, nachdem wir dann auch alle Fotos aufgenommen haben, haben wir alle zusammen eine der verrücktesten Sachen der Welt gemacht. Ich spreche hier nicht von der kurzen Meditation am Strand. Nein, ich erwähne hier ganz andere Sachen; in Jeans und T-Shirt, ganz angezogen, sind wir dann ins Wasser gerannt und sind schwimmen gegangen. Ohne Badeanzüge und Shorts. Mit Hosen und Unterwäsche. Ich habe keine Ahnung, wie wir auf diese Idee gekommen sind. Aber es war genial. Es war schlicht und einfach genial.





 
Um 16 Uhr hat mich dann auch meine Gastmama wieder bei Adriana's Haus abgeholt, an welchem uns Kathleen (AFS Volunteer) abgesetzt hat. Dort haben wir die beste Verpflegung von Adriana's 11-jährigen Sohn bekommen. Leider kann ich mir seinen Namen immer noch nicht merken. Ich bin so schlimm mit Namen! Er hat Anna, Claudia und mir Essen angeboten, wollte uns etwas kochen und war so unglaublich nett! Er selbst war auch schon drei Monate in Italien alleine, ohne seine Familie. Respekt!
(Also Oma, und du hattest Angst um deine 16-jährige Enkelin :P)
Total müde und sichtlich glücklich mein Bett wieder zu haben, kann ich sagen, dass das Wochenende wirklich schön war. Leider wird es diese Art von Wochenenden nicht mehr geben, wurde uns gesagt. Schade, da irgendwie AFS schon ein kleiner Teil von mir geworden ist. Immerhin haben mich diese Wochenenden durch das ganze lange Warten gebracht und waren immer ein Punkt, auf welchen ich mich gefreut habe.


Liebe Grüße, eure Emilia
 

Donnerstag, 25. September 2014

Ein neues Familienmitglied!

Als mein Onkel 50 Jahre alt wurde, haben meine Eltern und ich beschlossen ihm einen Hund zu kaufen. Schon seid er ganz klein war, und nicht einmal sprechen konnte, hatte er den innigsten Wunsch einen Boxer zu trainieren. Der Anlass war perfekt und die Geschenkidee ebenfalls. Und so kauften wir ihm einen Wau-Wau. Natürlich wusste mein Onkel nichts von den Gedanken und unseren überaus verrückten Plan. Als er dann sich seinen Traumburschen aussuchen durfte, war es um ihn geschehen. Liebe auf den ersten... Leckerli. Natürlich fragt ihr euch jetzt bestimmt, warum zum Teufel ich euch diese Geschichte erzähle. Weil sie ein Teil meiner heutigen Geschichte ist. Tores ist mittlerweile ein starker und großer Hund geworden, vor dem ich mich manchmal noch immer fürchte. Er ist sehr lebendig, ausgesprochen aktiv, aber wundervoll. Trotzdem ist dieses Gefühl immer noch in meiner Magengrube da, wenn ich sein braunes, strahlendes Fell und die großen, klaren, braunen Augen sehe. Ich habe keine Angst, jedoch sehr viel Respekt.
(Pozdrowienia dla Wujka Michala! I kochanego Toresa ;))

Als ich am Montag von der Schule kam, rannt mir mein Gastbruder strahlend in die Arme und kreischte mir meine Ohren voll: „Emi, Emi! Wir bekommen einen Hund, wir bekommen einen Hund!“ Das Erste, was ich jedoch gemacht habe, war, ich ging zu meiner Gastmama und fragte sie, ob dies nur ein Spaß wäre oder doch die Wahrheit, da es irgendwie merkwürdig in meinen Ohren klang.
Sie beteuerte mit einem breiten Grinsen im Gesicht, dass es wirklich ernst gemeint sei und kein Witz, wie ich es am Anfang gedacht habe. Dann, und genau dann, wurde ich total aufgeregt, dass mir fast das Herz in die Hose flutschte. Danach stürmte ich in das Schlafzimmer meiner Gasteltern, in welchem der Rest der Mannschaft versammelt war, und sagte erst einmal jedem hinter einander, dass ich alle vergötterte. Steve schaute mich nur lächelnd an und meinte ruhig auf meine Vorfreude: „Jetzt lieben mich gerade alle. Sehen wir mal, was nächste Woche ist, wenn ich euch wieder Emilias Schokolade wegnehme.“
In den nächsten Tagen herrschte dann im Haus Thompson totaler Aufruhr. Meine Gastgeschwister konnten sich nämlich nicht entscheiden; Boxer, American Bulldog, was-weiß-ich für eine Hunderasse wurde durch gekramt, alle Seiten mit Hundewelpen wurden durchforstet und natürlich wurde gestritten wie eh und je. Mein Bruder wollte einen Jungen, während meine Schwester ein Mädchen wollte. Danach haben sie sich wieder in die Haare wegen dem Namen gekriegt und welche Rasse es doch denn endlich sein sollte. Im Grunde waren die Tage ein reinster Zirkus! Neben vielen Tränen, welche die beiden vergossen haben, ging es mir langsam auf den Geist, dass sie sich nicht einigen konnten. Ich habe meine Gastmama dann auch gefragt, ob man nicht einfach eine andere Lösung finden könnte, denn ich sah es Debbie an, dass sie auch keine große Lust mehr darauf hatte mit ihren Kindern zu diskutieren. Zwar wurden tausende Anrufe getätigt, aber ein Ende war noch lange nicht in Sicht.


Am Mittwoch hatte ich dann auch meinen Photographie Club. Ich wartete mit Lillian auf ihren Vater, der mich nach Hause bringen sollte. Heute sollte dann der große Tag sein, an welchem wir uns dann endlich für einen Hund entscheiden würden. Meine Gastgeschwister riefen mich drei Mal an, um sich zu vergewissern, wo ich mich denn nun befand. Ich musste ihnen sogar eine detaillierte Beschreibung der Straße und der Bäume abliefern!
Als ich dann auch endlich Zuhause war, begrüßte mich Zachary mit den Worten: „Wir haben einen Hund!“ Als erstes war ich total überrascht und konnte nichts von mir geben, bis ich dann endlich die kleine Maus sah.




  
Ihr Name ist Dutchess. Geboren wurde sie am 5.August 2014 (einen Tag vor Dir, Delia :D) und sie ist ein American Bulldog. Dutchess wird also ziemlich groß und sehr muskulös. Zurzeit ist sie jedoch eher nur total niedlich und mega knuddelig.
Meine Gastgeschwister haben mich dabei sogar gefilmt, als ich unglaublich glücklich und irgendwie auch nicht ich selbst vor mich hin „Wir haben einen Hund!“ gesprochen haben. Da sie zurzeit erst sieben Wochen alt ist, ist sie noch ein kleines Baby, das dauernd einschläft, egal, in welcher Position sie sich gerade befindet. Heute, am 25.09. war ich alleine Zuhause und musste mich um die kleine Prinzessin kümmern. Meine Gastgeschwister und Eltern waren bei ihrem wöchentlichen Training.
Der Abend mit ihr war eigentlich ganz nett. Nachdem sie das erste Mal auch aufgewacht ist, war sie ein braves Mädchen und ich konnte mit ihr problemlos rausgehen. Ein bisschen mit dem Ball gespielt haben wir auch noch, bevor sie sich jedoch entschlossen hat, dass mein Fuß ein besserer Kauknochen ist, als ihr Spielzeug. Als ich sie dann umgedreht habe, um ihr zu zeigen, dass es nicht gut ist, was sie gemacht hat, hat sie mich mit diesem Du-bist-ein-fieser-Mensch- und Ich-bin-zuckersüß-Blick angesehen. Ich glaube, sie war für einen Moment auch beleidigt. Danach jedoch war sie wieder der kleine Welpe, welcher sich auf meinem Schoss zusammen gerollt hat. Beim zweiten Mal standen wir jedoch zehn Minuten im Regen und im Endeffekt hat sie sich doch in der Küche erleichtert. Diese kleine Prinzessin! Aber kuscheln mit ihr macht trotzdem viel zu viel Spaß! Also, Mama, Papa – gewöhnt euch schon einmal an den Gedanken einen Hund im Wohnzimmer zu haben. ;)


Doch was mein heutiger Post mit der Geschichte zu tun hat;
Obwohl sie ein kleines Wesen mit einem viel zu großen Kopf ist, habe ich wie bei dem Hund meines Onkels Respekt vor ihr, denn sie wird wachsen. Tatzen bleiben Tatzen. Zähne bleiben Zähne. Und Stärke bleibt Stärke.


Liebe Grüße, Lia

Sonntag, 21. September 2014

"TOUCHDOWN!"

Wenn ich die Wahrheit sagen muss; ich verstehe nicht einmal richtig, was dieser Ausdruck bedeutet. Ganz, ganz langsam versucht mir mein Gastvater die Spielregeln und Strategien des amerikanischen Football's beizubringen. Wie ihr sieht, geht es hier um Sport - mein Lieblingsfach!
Die Menschen, die mich persönlich besser kennen, wissen, dass mein Puls auf 180 steigt, wenn ich mich gewagt auf die andere Seite meiner Couch drehe. :D

Am 9/20/2014 hatte meine Gastschwester Hannahlora ihr erstes Footballspiel. Zwar habe ich schon das Footballtraining meines Gastbruders Zachary beobachtet und selbst den Football ein wenig hin und her geworfen, als wir nichts zu tun hatten, jedoch habe ich noch niemals bei einem Spiel teilgenommen und zugesehen.

 
Am morgen sind wir also einmal wieder sehr, sehr früh aufgestanden, sind ein weiteres Mal nicht zu den kostenlosen Surfingstunden gefahren, wodurch mein Herz ein ganz kleines bisschen geblutet hat, da ich mir wirklich vorgenommen habe surfen zu lernen! Und haben einen typischen Morgen verbracht; essen, reden, über den kommenden Tag diskutieren. Am Frühstückstisch hat mich dann Debbie gefragt, ob ich denn auch mitkommen würde. Ich habe sie ein wenig verdutzt angeschaut, da gestern es eine fest beschlossene Sache war, dass ALLE gehen würden. Natürlich habe ich „ja“ gesagt, auch wenn ich wieder unter Hausaufgaben begraben werden würde.
In Amerika, oder zumindest in Florida oder in meiner Gastfamilie ist Sport eine wichtige Sache. Es gehört sich hier zu jedem Training und zu jedem Spiel zu gehen, die Spieler zu stärken und natürlich alle anzufeuern. Manche Fans schmücken ihre ganze Stadt mit den Farben ihres Teams, tragen die ganze Saison lang ihre Trikots und legen sich mit gegnerischen Fans an. Jeder ist im Footballfieber und kaum noch zu stoppen.
Zwar kenne ich das schon von Zuhause, wenn unser Fußballverein spielt, jedoch ist meine Heimatstadt nichts dagegen! Auf der einen Seite finde ich es merkwürdig immer zu den Spielen meiner Gastgeschwister zu gehen und sie immer anzufeuern, obwohl ich mich nicht sonderlich für Sport interessiere, aber auf der anderen Seite ist es meine Gastfamilie und ich muss mich eingliedern und ich selbst möchte ja auch ein Teil dieser Familie sein; deshalb lasse ich es einfach über mich ergehen und sitze schwitzend in der Sonne Floridas auf den Tribünen.

Meine Gastschwester hat ihre Niederlage in Football überstanden und war nach einer kurzen Zeit wieder gut gelaunt. Für viele bedeutet ein verlorenes Spiel das Ende der Welt. Mein Gastbruder hat sogar geweint, als er sein letztes Spiel verloren hat. Für mich ist es irgendwie unverständlich, da ich finde, wenn man ein Spiel verliert, es man beim nächsten Mal besser machen kann. Wie ihr seht, die Menschen hier sind vom Sport besessen!
Meine Schule hat übrigens eines der schlechtesten Teams. Wir verlieren jedes Spiel. Ich hoffe, dass ich das nächste Spiel einmal mit meinen Freunden besuchen kann, da ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin meine Schule spielen zu sehen. Aber viel verpasse ich nicht, wenn sich die Zahl auf der Leuchttafel nie ändert! :D

Am 9/21/2014 hatte mein Gastbruder ein weiteres Spiel.

 
 
Zwar mussten wir diesmal nicht zum Training gehen, jedoch saß ich trotzdem in der Sonne und habe mich braten lassen. Nein, ich beschwere mich nicht, dass das Wetter hier wundervoll ist, jedoch ist es wirklich unangenehm in der Sonne, wenn man nichts anderes machen kann, außer dazuhocken. :D
Ein kleines bisschen hat mich das Spiel aber schon bewegt, nachdem ich die Grundregeln einigermaßen verstanden habe. Zwar bin ich nicht ausgeflippt wie die Mütter der Mitspieler meines Gastbruders, trotzdem konnte ich das Spiel verfolgen und verstehen.
Für diejenigen, die ebenfalls keine Ahnung von Football haben; im Football gibt es zwei Teams. Das Team, was den Ball besitzt, spielt Offense. Das Team, welches den Ball nicht besitzt, spielt Defense. Defense bedeutet Verteidigung und Offense bedeutet Angriff. Das Team, was den Ball besitzt, und eher gesagt, der Spieler muss 10 Yards rennen, um Punkte zu erzielen. Natürlich kann man auch einen Touchdown machen. Dies passiert, wenn der Spieler, der Quarterback, bis zur anderen Seite des Feldes rennt, den Ball nicht verliert und auch nicht von der gegnerischen Mannschaft aufgehalten wird. Das Team hat 4 Chancen Punkte zu erzielen, dann wechselt der Ballbesitz zum anderen Team.
Im Grunde sind die Regeln ganz einfach, auch wenn das Spiel ziemlich kompliziert ausschaut. Vielleicht werde ich ja in den nächsten Wochen mehr von Football begeistert sein, als ich es jetzt bin. ;)

Liebe Grüße, Lia
Das bin ich neben dem Spanish River High School Shark!

Donnerstag, 11. September 2014

One Month past...
11.September...

Hallihallo an Alle!
Unglaublich, dass ich das schon sagen darf; ein Monat – oder besser gesagt 28 Tage - ist schon vorbei und nun werde ich nur noch 9 Monate und 2 Wochen in den Vereinigten Staaten von Amerika bleiben. Ich weiß, es hört sich unglaublich witzig an. Dieser eine Monat war wirklich ein unglaublicher Monat, denn immerhin sind so viele Dinge passiert!
An diesem besonderen und vor allem merkwürdigen und gleichzeitig auch traurigen Tag möchte ich alle an den 11.September 2001 erinnern. Heute in der Schule haben wir uns ein Video mit erschreckenden Bildern angesehen. Eins kann ich euch sagen; ich kann durch diese halbe Stunde einen Teil, einen Charakterzug, der Amerikaner mehr verstehen. Durch diese Katastrophe sind die Vereinigten Staaten wirklich vereinigt worden. Was ich meine? Nach diesem Tag begannen viele Amerikaner Fahnen in ihren Häusern aufzuhängen, Armbänder mit den Nationalfarben zu tragen, und ihre Städte mit der Fahne zu schmücken. In jedem Klassenraum meiner Schule hängt eine Fahne, heute wurde sogar der Pledge of Allegiance aufgesagt. Ebenfalls gab es eine Schweigeminute für alle verstorbenen Personen. Und glaubt mir, egal wen ihr in den Staaten fragt, was er oder sie an diesem Tag gemacht hat; jeder wird es euch bis ins kleinste Detail erzählen können. Es war ein Schicksalsschlag für die vereinigten Staaten. Es ist so unglaublich und ebenfalls rührend, und doch schmerzt es irgendwo in der Seele.
Ich verstehe deshalb auch, weshalb die Kontrollen so drastisch verschärft wurden.
Dieser Tag war oder ist für meinen Teil noch wirklich merkwürdig und im Grunde spielte es für mich keine Rolle, dass ich schon 3 Wochen zur Schule ging und beinahe einen Monat in den Staaten saß. Der Tag war nur verregnet, denn ich kann mich nicht entsinnen die Sonne auch nur einige Sekunden gesehen zu haben. Die Stimmung war auch irgendwie bedrückend. Ich kann nicht sagen, ob es allein wegen der Arbeit war, die alle Stufen schreiben mussten, oder ob es wirklich an dem 11 September lag.

Doch ich möchte nicht mehr lange um den heißen Brei reden. Mir geht es auf jeden Fall mega gut hier und nun möchte ich euch ein wenig von der Schule berichten. ;)

Schule;



Physical Education – Ich dachte nicht, dass ich das jemals einmal sage, aber ich liebe die Sportstunden, auch wenn sie größtenteils draußen praktiziert werden und es sehr warm ist!Wir spielen Basketball und Volleyball. Letztens haben wir Volleyball gespielt; Mädchen gegen Jungen. Ein Junge namens Andrew war Moderator in seinem Team, hat alle Spieler angefeuert, nebenbei mit sich selbst geredet und eher für sich selbst gespielt. Er hat niemanden anderen in seinen Team spielen lassen. Das nenne ich einmal Multi-Tasking! Es war ein reines Freundschaftsspiel, und irgendwie witzig und nett.
Trotzdem bin ich gewechselt. Beim Basketball ist mir einfach wieder aufgefallen, dass ich nun einmal immer diejenige sein werde, die sich vor dem Ball fürchtet. Zwar werde ich weiterhin Sport machen, da ich nun Volleyball gewählt habe, aber es wird nicht mehr draußen statt finden, sondern in der Turnhalle. Und das ist wesentlich angenehmer!
Creative Writting – eine sehr entspannte Stunde. Jeden Tag müssen wir eine Seite unseres „Tagebuchs“ füllen. Das Thema ist unserer Lehrerin egal und wir können alles beschreiben, was wir möchten. Es sind zum Teil Aufgaben dabei, die mich wirklich zum Lachen bringen; Eine Geschichte über Adjektive schreiben oder sich selbst als einen Gegenstand präsentieren. Wir können Musik hören und unseren Freunden schreiben, während wir unsere Aufgaben erledigen. Nur ab und zu müssen wir der Lehrerin zu hören, wenn sie einmal das Verlangen verspürt uns eine neue Aufgabe zu präsentieren.
Biology – ein bisschen nicht mein Typ, aber man kann es wirklich überleben! Ich hatte am Anfang große Schwierigkeiten, da jedes gefühlte zweite Wort total fremd für mich war. Zwar hatte ich den ganzen Stoff schon einmal in Deutschland, jedoch ist die Übersetzung und das Lernen dieser Übersetzungen ein wenig kompliziert. Die Lehrerin rappelt alles hinunter, wir müssen nur aufschreiben, was an der Tafel steht und es dann auswendig lernen. Richtig erklärt wird hier nichts, denn dafür muss man sich selbst schon hinsetzen und pauken.
Auch die Tests schreiben wir nicht, sondern tippen die Antworten (A,B,C,D) in einen kleinen Computer ein, der unsere Antworten dann zu unserer Lehrerin sendet.
English – Ich glaube, Englisch wird einfacher, als es am Anfang war. Mein Lehrer ist sehr verwirrend, vor allem weil er noch schneller spricht als meine Biologielehrerin. In den letzten Stunden haben wir ein Buch besprochen, was ich nachlesen musste, da ich in den Ferien nicht hier war. Ich wurde zwar nicht nachgetestet, und das Buch habe ich auch nur mit Hilfe von Googel Wikipedia verstanden, aber richtig drin in der Sprache bin ich noch lange nicht. Zwar fallen mir die Wörter viel leichter ein und manchmal vergesse ich die deutsche Bedeutung, jedoch ist es ein großer Unterschied zum Anfang. Mittlerweile kann ich fast jeden verstehen, mit der Ausnahme von Wasserfall-ähnlich-sprechenden Leuten.
Geometry – meine sehr geehrte Mathelehrerin, ich danke Ihnen für die wundervolle Vorbereitung! Dank Ihnen durfte ich letztens sogar meiner jetzigen Mathelehrerin vorschlagen, wie es schneller ginge, etwas auszurechnen. Also, in Geometrie langweile ich mich manchmal sogar. Trotzdem muss ich alles mitschreiben und aufpassen. Es ist ein unglaublicher Unterschied zu Deutschland! Die Dinge, die wir hier in der 10 Klasse haben, haben wir in Deutschland zum Teil schon in der 6 Klasse durchgemacht.

Lunch – Mittagessen; ihr könnt euch hier im Grunde Mittagessen kaufen, wenn ihr möchtet. Ich bringe mein Lunch meistens von Zuhause mit. Ihr könnt verschiedene Süßigkeiten kaufen, aber auch warmes Essen, wie Bagels oder Chicken Sandwiches (diese schmecken übrigens wie Chickenburger von McDonalds). In der Cafeteria gibt es auch andere Dinge, doch ich esse meistens draußen, da ich in den Klassenräumen immer zu Tode erfriere, da die Klimaanlagen hier immer an sind.

World History – ich liebe diese Stunde! Wieso? Mein Lehrer ist ein klein wenig merkwürdig. Vielleicht auch etwas sehr merkwürdig, aber noch einigermaßen in Ordnung. Letztens ist er zu mir gekommen, und hat mich zum ersten Mal beim Namen genannt. Normalerweise nennt er alle „Honey“, „Sweetie“ oder „Mein Sohn“. Er kam also zu mir und hat sich bei mir für meine Note in meinem Test bedankt: „Emilia, ich danke dir, dass du in meinem Kurs bist und dein Test war fabelhaft. Danke.“ Am Anfang wusste ich nicht genau, was ich darauf antworten sollte.
Zurzeit nehmen wir ein Teil Griechenlands und Italiens durch.
Piano Lesson – darf ich angeben?Ich kann die Melodie von Titanic spielen. Mit einer Hand. Ich habe mir das selbst beigebracht, als ich Langweile Zuhause hatte und meine Gastfamilie verstreut war. :D Wir lernen verschiedene Stücke, kleine Lieder, die wir dann unserer Lehrerin Miss „D“ vorspielen müssen. Wenn wir allerdings nur einen halben Tag Schule haben (Alle Kurse, jedoch nur 30 Minuten), können wir mit unseren Handys spielen oder „Glee“ gucken.

Nebenbei bin ich jetzt dem Photography Club beigetreten. Zum einen möchte ich natürlich mehr Freunde finden und einfach meinen Freundeskreis vergrößern, zum anderen würde ich liebend gerne lernen, wie man gute Fotos schießt, denn in dem Falle bin ich wirklich eine Niete!Wir würden verschiedene Ausflüge machen, zum Strand zum Beispiel, oder einfach nur in der Schule bleiben und verschiedene Sportarten photographieren; Cross Country, Football oder Basketball.
(Ja, ich habe nachgefragt. Cross Country würde euch gefallen, Mädels :D)

Eigentlich hatte ich auch vor dem Drama Club beizutreten, aber noch stehen keine Daten fest, wann dieser stattfindet. Ich hoffe zum größten Teil, dass es an einem Tag geht, an dem nicht der Photography Club ist.

Meine Gastfamilie!
Mensch, Leute! Ich liebe meine Gastfamilie. Ich verstehe mich unbeschreiblich gut mit meinen Gastgeschwistern. Zachary hat mir letztens eine Blume mitgebracht. Nebenbei haben wir darüber gescherzt, dass er mich doch zum Homecoming begleiten könnte, wenn ich keinen Begleiter finden sollte. Meine kleine Schwester ist manchmal so niedlich! Als ich letztens meine Sachen bügeln musste, hat es ihr so gefallen, dass sie es ebenfalls gelernt hat und meine Sachen am nächsten Tag mitgebügelt hat. Mit meinem Gastpapa lässt es sich super über Religion reden, vor allem da er die gleiche Meinung wie ich vertritt und wir in vielen Punkten die gleiche Ansicht haben. Und meine Gastmama? Sie kam gerade sehr ernst zu mir – ich habe sie noch nie so ernst gesehen – sprach mit einer tiefen Stimme: „Emilia.“ und gab mir dann eine ganze Packung amerikanischer Kekse. Und sie weiß, dass ich nicht aufhören kann zu essen, wenn ich diese Sachen sehe. Aber ich versuche trotzdem Sport zu machen, obwohl ich mich lieber in Burritos oder Bagels baden könnte!
An alle zukünftigen Austauschschüler; wisst ihr, was das Problem ist? Zu viel Essen und zu wenig Platz im Magen, wo ihr alles platzieren könntet! Für das Essen hier könnte ich meine Füße abschneiden. Oder mich nie wieder auf die Waage stellen.... :D
Meine Gastfamilie ist wirklich mega lieb und ich wünsche Euch allen die gleichen Erfahrungen, die ich hier mache.

Okay, das war's fürs Erste, Guys!
Vielleicht poste ich noch am Wochenende etwas, wenn ich die Zeit habe, nach einem gemeinsamen Shoppingausflug mit Lillian. :) Jaa, ich habe Freunde!

Liebe Grüße, Emilia