One
Month past...
11.September...
Hallihallo an Alle!
Unglaublich, dass ich
das schon sagen darf; ein Monat – oder besser gesagt 28 Tage - ist
schon vorbei und nun werde ich nur noch 9 Monate und 2 Wochen in den
Vereinigten Staaten von Amerika bleiben. Ich weiß, es hört sich
unglaublich witzig an. Dieser eine Monat war wirklich ein
unglaublicher Monat, denn immerhin sind so viele Dinge passiert!
An diesem besonderen
und vor allem merkwürdigen und gleichzeitig auch traurigen Tag
möchte ich alle an den 11.September 2001 erinnern. Heute in der
Schule haben wir uns ein Video mit erschreckenden Bildern angesehen.
Eins kann ich euch sagen; ich kann durch diese halbe Stunde einen
Teil, einen Charakterzug, der Amerikaner mehr verstehen. Durch diese
Katastrophe sind die Vereinigten Staaten wirklich vereinigt worden.
Was ich meine? Nach diesem Tag begannen viele Amerikaner Fahnen in
ihren Häusern aufzuhängen, Armbänder mit den Nationalfarben zu
tragen, und ihre Städte mit der Fahne zu schmücken. In jedem
Klassenraum meiner Schule hängt eine Fahne, heute wurde sogar der
Pledge of Allegiance aufgesagt. Ebenfalls gab es eine Schweigeminute
für alle verstorbenen Personen. Und glaubt mir, egal wen ihr in den
Staaten fragt, was er oder sie an diesem Tag gemacht hat; jeder wird
es euch bis ins kleinste Detail erzählen können. Es war ein
Schicksalsschlag für die vereinigten Staaten. Es ist so unglaublich
und ebenfalls rührend, und doch schmerzt es irgendwo in der Seele.
Ich verstehe deshalb
auch, weshalb die Kontrollen so drastisch verschärft wurden.
Dieser Tag war oder
ist für meinen Teil noch wirklich merkwürdig und im Grunde spielte
es für mich keine Rolle, dass ich schon 3 Wochen zur Schule ging und
beinahe einen Monat in den Staaten saß. Der Tag war nur verregnet,
denn ich kann mich nicht entsinnen die Sonne auch nur einige Sekunden
gesehen zu haben. Die Stimmung war auch irgendwie bedrückend. Ich
kann nicht sagen, ob es allein wegen der Arbeit war, die alle Stufen
schreiben mussten, oder ob es wirklich an dem 11 September lag.
Doch ich möchte nicht
mehr lange um den heißen Brei reden. Mir geht es auf jeden Fall mega
gut hier und nun möchte ich euch ein wenig von der Schule berichten.
;)
Schule;
Physical Education
– Ich dachte nicht, dass ich das jemals einmal sage, aber ich liebe
die Sportstunden, auch wenn sie größtenteils draußen praktiziert
werden und es sehr warm ist!Wir spielen Basketball und Volleyball.
Letztens haben wir Volleyball gespielt; Mädchen gegen Jungen. Ein
Junge namens Andrew war Moderator in seinem Team, hat alle Spieler
angefeuert, nebenbei mit sich selbst geredet und eher für sich
selbst gespielt. Er hat niemanden anderen in seinen Team spielen
lassen. Das nenne ich einmal Multi-Tasking! Es war ein reines
Freundschaftsspiel, und irgendwie witzig und nett.
Trotzdem bin ich
gewechselt. Beim Basketball ist mir einfach wieder aufgefallen, dass
ich nun einmal immer diejenige sein werde, die sich vor dem Ball
fürchtet. Zwar werde ich weiterhin Sport machen, da ich nun
Volleyball gewählt habe, aber es wird nicht mehr draußen statt
finden, sondern in der Turnhalle. Und das ist wesentlich angenehmer!
Creative Writting
– eine sehr entspannte Stunde. Jeden Tag müssen wir eine Seite
unseres „Tagebuchs“ füllen. Das Thema ist unserer Lehrerin egal
und wir können alles beschreiben, was wir möchten. Es sind zum Teil
Aufgaben dabei, die mich wirklich zum Lachen bringen; Eine Geschichte
über Adjektive schreiben oder sich selbst als einen Gegenstand
präsentieren. Wir können Musik hören und unseren Freunden
schreiben, während wir unsere Aufgaben erledigen. Nur ab und zu
müssen wir der Lehrerin zu hören, wenn sie einmal das Verlangen
verspürt uns eine neue Aufgabe zu präsentieren.
Biology – ein
bisschen nicht mein Typ, aber man kann es wirklich überleben! Ich
hatte am Anfang große Schwierigkeiten, da jedes gefühlte zweite
Wort total fremd für mich war. Zwar hatte ich den ganzen Stoff schon
einmal in Deutschland, jedoch ist die Übersetzung und das Lernen
dieser Übersetzungen ein wenig kompliziert. Die Lehrerin rappelt
alles hinunter, wir müssen nur aufschreiben, was an der Tafel steht
und es dann auswendig lernen. Richtig erklärt wird hier nichts, denn
dafür muss man sich selbst schon hinsetzen und pauken.
Auch die Tests
schreiben wir nicht, sondern tippen die Antworten (A,B,C,D) in einen
kleinen Computer ein, der unsere Antworten dann zu unserer Lehrerin
sendet.
English
– Ich glaube, Englisch wird einfacher, als es am Anfang war. Mein
Lehrer ist sehr verwirrend, vor allem weil er noch schneller spricht
als meine Biologielehrerin. In den letzten Stunden haben wir ein Buch
besprochen, was ich nachlesen musste, da ich in den Ferien nicht hier
war. Ich wurde zwar nicht nachgetestet, und das Buch habe ich auch
nur mit Hilfe von Googel Wikipedia verstanden, aber richtig drin in
der Sprache bin ich noch lange nicht. Zwar fallen mir die Wörter
viel leichter ein und manchmal vergesse ich die deutsche Bedeutung,
jedoch ist es ein großer Unterschied zum Anfang. Mittlerweile kann
ich fast jeden verstehen, mit der Ausnahme von
Wasserfall-ähnlich-sprechenden Leuten.
Geometry
– meine sehr geehrte Mathelehrerin, ich danke Ihnen für die
wundervolle Vorbereitung! Dank Ihnen durfte ich letztens sogar meiner
jetzigen Mathelehrerin vorschlagen, wie es schneller ginge, etwas
auszurechnen. Also, in Geometrie langweile ich mich manchmal sogar.
Trotzdem muss ich alles mitschreiben und aufpassen. Es ist ein
unglaublicher Unterschied zu Deutschland! Die Dinge, die wir hier in
der 10 Klasse haben, haben wir in Deutschland zum Teil schon in der 6
Klasse durchgemacht.
Lunch
– Mittagessen; ihr könnt euch hier im Grunde Mittagessen kaufen,
wenn ihr möchtet. Ich bringe mein Lunch meistens von Zuhause mit.
Ihr könnt verschiedene Süßigkeiten kaufen, aber auch warmes Essen,
wie Bagels oder Chicken Sandwiches (diese schmecken übrigens wie
Chickenburger von McDonalds). In der Cafeteria gibt es auch andere
Dinge, doch ich esse meistens draußen, da ich in den Klassenräumen
immer zu Tode erfriere, da die Klimaanlagen hier immer an sind.
World History
– ich liebe diese Stunde! Wieso? Mein Lehrer ist ein klein wenig
merkwürdig. Vielleicht auch etwas sehr merkwürdig, aber noch
einigermaßen in Ordnung. Letztens ist er zu mir gekommen, und hat
mich zum ersten Mal beim Namen genannt. Normalerweise nennt er alle
„Honey“, „Sweetie“ oder „Mein Sohn“. Er kam also zu mir
und hat sich bei mir für meine Note in meinem Test bedankt: „Emilia,
ich danke dir, dass du in meinem Kurs bist und dein Test war
fabelhaft. Danke.“ Am Anfang wusste ich nicht genau, was ich darauf
antworten sollte.
Zurzeit
nehmen wir ein Teil Griechenlands und Italiens durch.
Piano Lesson
– darf ich angeben?Ich kann die Melodie von Titanic spielen. Mit
einer Hand. Ich habe mir das selbst beigebracht, als ich Langweile
Zuhause hatte und meine Gastfamilie verstreut war. :D Wir lernen
verschiedene Stücke, kleine Lieder, die wir dann unserer Lehrerin
Miss „D“ vorspielen müssen. Wenn wir allerdings nur einen halben
Tag Schule haben (Alle Kurse, jedoch nur 30 Minuten), können wir mit
unseren Handys spielen oder „Glee“ gucken.
Nebenbei
bin ich jetzt dem Photography Club
beigetreten. Zum einen möchte ich natürlich mehr Freunde finden und
einfach meinen Freundeskreis vergrößern, zum anderen würde ich
liebend gerne lernen, wie man gute Fotos schießt, denn in dem Falle
bin ich wirklich eine Niete!Wir würden verschiedene Ausflüge
machen, zum Strand zum Beispiel, oder einfach nur in der Schule
bleiben und verschiedene Sportarten photographieren; Cross Country,
Football oder Basketball.
(Ja,
ich habe nachgefragt. Cross Country würde euch gefallen, Mädels :D)
Eigentlich
hatte ich auch vor dem Drama Club
beizutreten, aber noch stehen keine Daten fest, wann dieser
stattfindet. Ich hoffe zum größten Teil, dass es an einem Tag geht,
an dem nicht der Photography Club ist.
Meine Gastfamilie!
Mensch, Leute! Ich
liebe meine Gastfamilie. Ich verstehe mich unbeschreiblich gut mit
meinen Gastgeschwistern. Zachary hat mir letztens eine Blume
mitgebracht. Nebenbei haben wir darüber gescherzt, dass er mich doch
zum Homecoming begleiten könnte, wenn ich keinen Begleiter finden
sollte. Meine kleine Schwester ist manchmal so niedlich! Als ich
letztens meine Sachen bügeln musste, hat es ihr so gefallen, dass
sie es ebenfalls gelernt hat und meine Sachen am nächsten Tag
mitgebügelt hat. Mit meinem Gastpapa lässt es sich super über
Religion reden, vor allem da er die gleiche Meinung wie ich vertritt
und wir in vielen Punkten die gleiche Ansicht haben. Und meine
Gastmama? Sie kam gerade sehr ernst zu mir – ich habe sie noch nie
so ernst gesehen – sprach mit einer tiefen Stimme: „Emilia.“
und gab mir dann eine ganze Packung amerikanischer Kekse. Und sie
weiß, dass ich nicht aufhören kann zu essen, wenn ich diese Sachen
sehe. Aber ich versuche trotzdem Sport zu machen, obwohl ich mich
lieber in Burritos oder Bagels baden könnte!
An alle zukünftigen
Austauschschüler; wisst ihr, was das Problem ist? Zu viel Essen und
zu wenig Platz im Magen, wo ihr alles platzieren könntet! Für das
Essen hier könnte ich meine Füße abschneiden. Oder mich nie wieder
auf die Waage stellen.... :D
Meine Gastfamilie ist
wirklich mega lieb und ich wünsche Euch allen die gleichen
Erfahrungen, die ich hier mache.
Okay, das war's fürs
Erste, Guys!
Vielleicht poste ich
noch am Wochenende etwas, wenn ich die Zeit habe, nach einem
gemeinsamen Shoppingausflug mit Lillian. :) Jaa, ich habe Freunde!
Liebe Grüße, Emilia

